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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Steuererklärung: Einkünfte als Notarzt



Teevee
11.03.2022, 20:07
Hallo zusammen,

Ich hätte eine Frage, zu der ich bisher keine Antwort finden konnte, vielleicht war ja jemand anderer auch in der Situation und weiß etwas dazu :)

Meine Klinik besetzt werktags tagsüber via Institutermächtigung das NEF. GKV Versicherte werden seitens der Klinik mit der KVB abgerechnet. Einsätze bei Privatversicherten darf der Notarzt selbst abrechnen. Durch diese Regelung ergibt sich hier ein kleiner Nebenerwerb.

Bei meinen Recherchen habe ich herausgefunden, dass die Tätigkeit als Notarzt zu den Tätigkeiten gehört, die im Rahmen der Übungsleiterpauschale bis 3k € jährlich steuerfrei bleiben können.

Nun stellt sich mir die Frage, inwiefern das als nebenberufliche Tätigkeit gesehen werden kann. Einerseits fahre ich werktags aus der Klinik heraus auf die Einsätze. Andererseits bin ich während der Einsätze eigenverantwortlich als Notarzt unterwegs und von der Alarmierung bis zu meiner Rückkehr keinen Weisungen durch Vorgesetzte unterworfen. Auch die Rechnungsstellung regle ich selber.

Eigentlich wollte ich mir dazu beim Finanzamt eine Auskunft einholen, die Mitarbeiterin wollte sich aber nicht wirklich in die Thematik eindenken und sagte mir kurz angebunden, ich soll das so erklären, wie ich meine, gegebenenfalls würde das halt gestrichen.

Jetzt bin ich ehrlich gesagt geneigt, die Einkünfte unter eben dieser Pauschale in meiner Steuererklärung anzugeben. Entweder ist das korrekt bzw rutscht so durch oder im Zweifelsfall muss ich die Einkünfte dann halt komplett versteuern und weiß für nächstes Jahr besser Bescheid

Was ich aber auf jeden Fall vermeiden will, ist dass es mir als eine Art Steuerhinterziehung oder so ausgelegt wird, wenn ich es so angebe..

Kennt jemand die gleiche Konstellation und kann dazu vielleicht Tipps geben?

Vielen Dank für eure Erfahrungen :)

freak1
11.03.2022, 20:56
Warum sollte dir etwas als Steuerhinterziehung ausgelegt werden, dass du angibst? Steuerhinterziehung ist meines Wissens etwas, das du nicht angibst. Wenn du als Nicht-Fachmann etwas falsch in der Steuer angibst, ist es Aufgabe des Finanzamtes das zu finden und zu korrigieren.

anignu
12.03.2022, 12:17
Seh ich genauso. Du gibts ja alle Einkünfte/Ausgaben an und schreibst dazu woher sie kommen. Bzgl. der Bewertung gibt es immer wieder mal unterschiedliche Meinungen zwischen demjenigen der sie angibt und dem Finanzamt...
Bei mir ist das regelmäßig der Fall. Blöd ist es nur dies dann wieder herauszufinden und überprüfen. Ich ruf fast jedes Jahr nach Erhalt des Steuerbescheides an, lass mir erklären was sie wohin geschoben haben und lege gegebenenfalls Widerspruch ein. Bei wir werden immer wieder Aufwendungen für Arbeitsmittel und Übrige Werbungskosten wild hin und her geschoben. Hat null Konsequenzen, aber scheinbar macht das dem Finanzamt Spaß. Oder dieses hin und her schieben zwischen Einkünfte aus Gewerbe und selbständiger Tätigkeit. Oder oder oder... Lass sie spielen, Hauptsache es ist alles angegeben. Und wenns nicht passt leg Widerspruch ein. Die Bewertung durch das Finanzamt kann völlig anders sein als deine, auch anders als die eines Steuerberater und nochmal anders als die von Gerichten.

Teevee
14.03.2022, 13:27
Das macht natürlich Sinn, Hauptsache man gibt es an. Auch wenn man etwas falsch einordnet, solange man es angibt, kann das Finanzamt da ja noch korrigieren oder ändern

Danke Euch!