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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vollzeitkräfte kompensieren Teilzeitkräfte (mit Kindern)



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Feuerblick
16.03.2022, 14:43
Wenn man den Leuten das „Du fliegst raus/wirst nicht verlängert“ immer wieder und wieder einredet, wird sich auch nie was ändern. :-nix

Colourful
16.03.2022, 15:34
Und es stehen ja auch so viele gut ausgebildete Bewerber mit fachspezifischer Berufserfahrung und sehr guten Deutschkenntnissen bereit, die auch überhaupt gar nicht eingearbeitet werden müssen...

Und wenn man keine kleinen Kinder hat, dann hat man "einfach" mehr Urlaub/ mehr freie Tage. Das wird zu kompensieren sein.

P.S. Auge/Derma/HNO in Hamburg/München/Berlin ist vielleicht was anderes. Aber sonst?

DA1994
16.03.2022, 15:49
Mit dem Argument müsste man als Arzt 24/7 in der Klinik sein. Es passiert das gleiche, wie wenn der Patient um 23 Uhr aus dem CT kommt und eine Lungenembolie hat. Im Zweifel ist der Dienstarzt zuständig.
Ich bin es so leid, sich als "Teilzeitmutti" rechtfertigen zu müssen für strukturelle Defizite in der Personalplanung und fehlenden Eiern in der Hose, diese auch anzuprangern und sich dagegen zu wehren.
Was hat 24/7 mit dem Regeldienst zu tun? Die Radiologie arbeitet elektive Untersuchungen von 07:30 bis 16:30 ab, diese Ergebnisse müssen auch in dieser Zeit gewürdigt werden. Wenn ein Patient um 23 Uhr ins CT geht, dann wegen einer ungeplanten Notfallindikation, dann ist natürlich der Dienstarzt zuständig. Um 14:30 gibt es keinen Dienstarzt, zuständig ist der jeweilige Stationsassistent. Und wenn der einfach nicht mehr da ist, ohne dass es einen Ersatz gibt, ist das nicht mein Problem. Und das hat nichts mit strukturellen Defiziten zu tun, man wird ja kaum jemanden für die reduziertem 20-40% einstellen können, oder jemanden der jeden Tag zwischen 14:30 und 16:00 arbeitet, was ja auch vollkommener Irrsinn wäre.

Das strukturelle "Defizit" ist ein normaler Arbeitstag, und wenn der nicht mit deinem Familien- oder Privatleben kompatibel ist, dann kann man auf dieser Position eben nicht eingesetzt werden.



Genau mein Gedanke.

Mit diesen "Begründungen" haltet ihr halt den Druck auf Euch selbst, auf dem System und den darin mitbeteiligten Kollegen (ob mit oder ohne Kinder) aufrecht.
Es wird immer wieder Situationen geben, in denen ein anderer übernehmen oder zuständig sein muss. Krankenhäuser sind halt rund um die Uhr geöffnet und es können immer medizinisch relevante Dinge auftreten.
Idealerweise sind natürlich die Strukturen geklärt, beispielsweise hatten wir früher in der Psychiatrie "Aufnahmen ab 16:00 macht der Dienstarzt". Wenn der Dienst auf einen Tag fällt, an dem der Teilzeitkollege bereits um 14:30 geht, muss halt geklärt werden, wer das Zeitfenster 14-16 Uhr überbrückt. Das sind in der Regel aber lösbare Aufgaben.
Das eigentliche Problem entsteht doch eher: "Es ist jetzt 15:22 und die Kollegin XY ist schon weg. Ups!"

Die Zuständigkeit rund um die Uhr ist problemlos geklärt, dafür gibt es in der Kernarbeitszeit die Stationsärzte und den Rest der Zeit für Notfälle einen Dienstarzt. Wenn Leute nun ihre Kernarbeitszeit um Bruchstücke reduzieren entsteht ein großes Problem. Die Klärung der "Zuständigkeit" heißt in der Regel, dass jemand der 100% arbeitet nun zusätzlich zu seiner tagesfüllenden Arbeit diese Lücke füllen muss, also quasi 125% arbeitet. Natürlich ohne eine zusätzliche Mark auf dem Konto oder einer Entlastung an anderer Stelle.

Das Problem ist, dass ja auch alle Eltern die gleichen Wünsche haben. Nicht so früh, nicht zu lang, keine Nacht, möglichst kein Wochenende und auf gar keinen Fall ungeplant. Was ja auch total sachlich begründet nachvollziehbar ist. Aber so ergeben 5x 60% eben nicht 3 Vollzeitstellen, sondern 5 nicht sinnvoll in die Arbeitsstruktur integrierbare Einzelposten. Das mag in einzelnen Fächern wie Anästhesie, Radiologie oder auch fortgeschritten in der Psychiatrie deutlich besser gehen, wenn mit Terminen oder in sich geschlossenen Aufgaben gearbeitet wird, aber in der klassischen Stationsarbeit ist es einfach eine Qual. ZNA/Intensiv mit Schichtdienst und reduzierter Schichtanzahl ist auch eine Möglichkeit, aber häufig ohne großen Benefit für die Kinderbetreuung.


Ja, ich habe das bisher immer geschafft, dem Kollegen, der dann quasi ab Zeitpunkt X ûbernimmt eine Übergabe zu machen. Zur Not gibt es aucb Telefone und man ruft dann aus dem Auto aus an...
Das ist oft sehr gut lösbar.
Und im äußersten Notfall, bin ich auch nachmittags angerufen worden, um was zu klären, was unvorhergesehen und sehr komplex war...

Na da muss sich der Kollege der deine Arbeit zusätzlich übernimmt ja schon richtig freuen, dass er wenigstens eine Übergabe bekommt... Ich versichere dir als "andere Seite" - Das ist alles andere als eine gute Lösung.


Und wenn ich das hier schreibe bin ich selber frustriert, wie sehr man binnen 1,5 Jahren zum frustrierten alten weißen Mann geworden ist. Was sind eure Lösungsvorschläge? Wie stellt ihr euch Teilzeitarbeit für alle Beteiligten fair im Stationsalltag vor?

Colourful
16.03.2022, 15:55
Nee, ich habe meist alles fertig, wenn ich gehe.

Endoplasmatisches Reticulum
16.03.2022, 16:10
Ich finde die Diskusison müßig, weil sie immer wieder in der einen oder anderen Form aufkommt und sich im Kreis dreht. Hier wird nichts angedroht, sondern ganz unglamorös umgesetzt. Von "Einreden" zu sprechen finde ich vor dem Hintergrund etwas despektierlich. Das klingt so nach einer irrationalen, hypothetisch-hyperpolischen Paranoia. Ich habe es mehrfach erlebt, in unterschiedlichen Kliniken. Und ich kenne ehemalige Kommilitonen und ehemalige Kollegen, die von ähnlichem berichten. Auch denke ich nicht, dass es so eine arge Minderheit von Ärzten ist, die in gefragteren Fächern oder gefragten Gebieten arbeiten wollen oder müssen.

Grundsätzlich strömen seit Jahrzehnten Ärzte in die Ballungszentren und damit wird der Bewerberüberschuss in den Kliniken trotz Ärztemangel in der Peripherie für immer mehr Mediziner zum höchst relevanten Problem. Die Stadt bietet ja auch abseits des Jobs viele Gründe, warum man dort leben möchte. Das aufzugeben um sich adäquate Arbeitsbedingungen zu erkaufen kann kein ernsthafter Ansatz sein. Hamburg und Berlin haben auch nicht nur zwei Krankenhäuser. Das sind Bundesländer. Da arbeiten nicht nur eine Hand voll Ärzte, deren Probleme man so lapidar beiseite wischen sollte. Ich würde mir da etwas mehr Empathie wünschen.

GP1001
16.03.2022, 16:12
s

Es gab im OP einige Gespräche, die ich mitbekommen habe, wo CÄ genau darüber gemotzt haben. Man hat dem männlichen Kollegen XYZ den Vorzug gegeben, weil der nicht schwanger werden kann, und dann geht der doch prompt in Elternzeit und macht danach auch Teilzeit...



a) es gibt genug Stellen für alle
b) Elternzeit, Teilzeit ok...immerhin kommt er überhaupt wieder
c) manche Kollegin ist bereits bei Tag 1 der Schwangerschaft krank geschrieben und dann Jahre nicht mehr gesehen. Ja und das müssen dann alle anderen schultern. Beim männliche Kollegen ist das seltener so.


Hallo LoveDoctor,
nur ganz kurz: Das von dir geschilderte Problem kenne ich auch sehr gut und es nimmt insgesamt massiv zu. Irgendwelche Ausgleiche zu erwarten, ist wohl illusorisch. Nach meiner Einschätzung müsste das Problem ganz woanders angegangen werden, nämlich in einer Quotierung für Männer im Studium, gerne 50% (auch in Erwartung von Proteststürmen).
Gruß rafiki

Das halte ich für eine gute Idee. 50:50.
So kann auch im Beruf ein ausgewogenes Verhältnis Männer/Frauen erreicht werden.

In einem MVZ oder bei sehr planbarer Arbeit sind Teilzeitkräfte sehr gut zu integrierern. Bei nicht planbarer Krankenhausarbeit nicht immer. Wie bereits hier angeklungen, es bleibt an den anderen dann hängen

Feuerblick
16.03.2022, 17:31
@ER: DU hast es erlebt, viele andere haben nichts dergleichen erlebt. Ergo erlaube ich mir immer und immer wieder, deinen „das ist immer so“-Statements zu widersprechen. :-nix

Nilani
16.03.2022, 18:02
Wenn man den Leuten das „Du fliegst raus/wirst nicht verlängert“ immer wieder und wieder einredet, wird sich auch nie was ändern. :-nix

Genau so sieht es aus. Im Übrigen habe ich keine Kinder und habe trotzdem meine Stunden reduziert. Aktuell auf 36h statt 40, also 90%. Das war Kompromiss vom Chef, weil mit den 10% weniger der Stellenschlüssel (20 Jahre alt) noch immer erfüllt ist. Mit 80% wäre er das nicht. Ich war überhaupt die Erste, die nach Teilzeit gefragt hat (arbeite in einer Reha-Klinik)

Jetzt sind wir wieder auf 100% Auslastung hochgefahren (dank Corona erst 50, dann lange 75-80%) und es zeigt sich, dass eben unser Stellenschlüssel auch mit 110% nicht ausreicht. Neues Personal bekommen wir nicht, dafür haben wir in den letzten 2 Jahren zu viel Minus eingefahren dank der Reduktion der Patienten. Wir können froh sein, wenn wir die Stellen besetzt bekommen, wenn jetzt Ende des Jahres 2 Kollegen in Rente gehen. Davor graut es mir tatsächlich

Mein Chef weiß aber, dass ich definitiv kündigen werde, wenn er mir die Stunden wieder wegnimmt. Also hat er zähneknirschend einer weiteren Verlängerung zugestimmt mit der Bitte, es mir doch bis zum Austritt der Kollegen zu überlegen und auf 38h zu gehen. Dann hätte ich alle 14 Tage mittags frei, statt jeden Donnerstag (wir haben ziemlich blöde Arbeitszeiten, 2 Tage fast 9 Stunden und 2 Tage 10h, Freitags dafür nur bis Mittag).
Wir betreuen jeder eine komplette Station mit 22 Betten bzw. 24, falls die 2 doppelt belegt (Ehepartner). Momentan betreut 2 Patienten von mir ein anderer Kollege ... der muss also theoretisch mehr arbeiten.
Allerdings wird überall etwas rumgeschoben ... eine hat weniger Pat. wegen Hygiene, eine andere wegen ÖPR, einer hat eh weniger Pat., weil noch andere Aufgaben (Sonos, Konsile usw). So dass es dann am Ende irgendwie passt. Daher mach ich mir da kein großes schlechtes Gewissen (ein kleines schon, hab mehrfach angeboten, die 2 Pat. einfach mit zu betreuen).

Letzten Endes komme ich in letzter Zeit kaum püntklich raus, was eben an den Strukturen liegt. Wenn jemand fehlt, werden dessen 22 Zimmer halt auf 3 Kollegen aufgeteilt, manchmal 2, je nach Urlaub/Krankheit/Anwesenheit. Also hat man 30-37 Pat. ... die schaffe ich weder mit 36h, noch mit den 40h. Daher sehe ich nicht ein, auf den freien Do. nachmittag zu verzichten.
Im Übrigen bekomme ich meine Arbeit schon meist geregelt, also die 20 (oder 22) Pat., machmal sogar die 30 ... Ich bin halt tatsächlich relativ strukturiert und immer noch die Kollegin, die am wenigsten von allen Überstunden aufschreibt (weil ich einfach zu faul bin, welche zu machen und noch mehr Zeit in der Klinik zu verbringen). Auch das führt immer wieder zu Ärger ... ich arbeite weniger und schreibe weniger Überstunden auf ... das lässt die anderen ja so langsam aussehen ... schwierig

Ich denke,die Krankenhäuser müssen sich auf diverse Teilzeitmodelle einstellen. Wird mit uns Frauen im Job ja eher mehr und, wie schon gschrieben, gehen auch mal Männer in Elternzeit. Dazu sind den jüngeren Generationen eben noch andere Sachen wichtig, als nur das KH. Und die Stellenschlüssel gehören halt dringend überarbeitet. Wir sind öffentlicher Dienst, diktieren noch mit Kassetten ... ehe da sowas angepasst wird, bin ich vermutlich in Rente.

Endoplasmatisches Reticulum
16.03.2022, 18:06
@ER: DU hast es erlebt, viele andere haben nichts dergleichen erlebt. Ergo erlaube ich mir immer und immer wieder, deinen „das ist immer so“-Statements zu widersprechen. :-nix

Nö. Ich finde es absurd, wenn hier Dorfanästhesisten und -internisten, Fast-Fachärzte, Niedergelassene oder Oberärzte regelmäßig Reden schwingen, wie locker flockig sich Jungassistenten in völlig unbekanntem Gesamtkontext doch bitte generell einfach nur mal eben zu wehren hätten, wenn ihnen etwas nicht passt. Die "Das ist immer so"-Statements sind gerade meine Kritik.

Feuerblick
16.03.2022, 18:13
Nein, Du behauptest, dass man, wann immer man den Mund aufmacht, den Job nicht verlängert bekommt, Rotationen nicht bekommt oder einfach mal rausfliegt. Das ist zwar in deinem Erleben so, im Erleben der meisten anderen hier allerdings nicht. Weshalb ganz klar gesagt werden muss, dass man nicht alles mit sich machen lassen muss - nicht einmal, wenn es unbedingt die Super-Uni-Karriere sein soll.
Wenn man den Leuten immer weiter einredet, dass Wehrhaftigkeit ein zu ahndendes und regelhaft geahndetes Verbrechen ist, dann werden Chefs auch immer weiter diktatorisch ihr Taka-Tuka-Land beherrschen. Oder bist du vielleicht inzwischen Chef und möchtest verhindern, dass deine Untergebenen auf dumme Ideen kommen? :-))
Btw. Weiterbildung an zwei Unikliniken zu einer Zeit, in der Widerspruch gegen den Chef sehr unpopulär war (und dennoch gestreikt wurde). Nix Dorf, nix Niedergelassen, nix Oberarzt. Ach doch… „Dorf“-Lehrkrankenhaus Chirurgie. Aber auch da bin ich nicht rausgeflogen, weil ich dem Chef und der OÄ widersprochen habe. Dabei war sogar bekannt, dass ich eigentlich Chirurgie nur als Notlösung gewählt habe. Tja… :-nix

Endoplasmatisches Reticulum
16.03.2022, 18:17
Nein, Du behauptest, dass man, wann immer man den Mund aufmacht, den Job nicht verlängert bekommt, Rotationen nicht bekommt oder einfach mal rausfliegt.
Das ist nicht richtig.


In der Großstadt in einem Nicht-Massenfach "grundlos" auf 80% reduzieren ist die Freikarte in die Nichtverlängerung deines Arbeitsvertrages.
Dieser Satz beinhaltet drei einschränkende Faktoren, und "Freikarte" ist auch noch kein Synonym von "immer". Deine Antwort:


Wenn man den Leuten das „Du fliegst raus/wirst nicht verlängert“ immer wieder und wieder einredet, wird sich auch nie was ändern. :-nix

Und jetzt willst du mir was von meinen angeblichen "Das-ist-immer-so"-Sätzen erzählen? Komm schon! ;)

Feuerblick
16.03.2022, 18:32
Was sonst ist denn eine „Freikarte“? Du sagst „Wenn du deine Stunden „grundlos“ reduzierst, dann ist das die Ausrede dafür, dass dein Vertrag nicht verlängert wird“. Also: Wenn jemand in einer Großstadt im Nicht-Massenfach Stunden reduzieren will, fliegt er im Endeffekt IMMER raus. Nichts anderes hast du geschrieben. Und das ist schlicht nicht wahr.
Btw. Das ist ja hier nicht der einzige Thread, in dem du „warnst“.
Ansonsten trägt das alles aber zum Threadthema nichts bei. Daher würde ich sagen, wir einigen uns drauf, dass wir uns da nicht einigen können und kehren zurück zum Thema.

Colourful
16.03.2022, 18:35
Und eigentlich ist dieses Vollzeitkraft/Teilzeitkraft ja nur ein Nebenschauplatz, denn eigentlich geht es darum, dass die strukturellen Bedingungen nicht gut sind und insbesondere die Vollzeitkräfte von der Arbeit überlastet sind. (Teilzeitkräfte sind dann auch teilweise überlastet, aber eher von der Doppel- und Dreifachbelastung, etc.) Wenn die Arbeit an sich für alle gut in der Arbeitszeit machbar wäre und man sogar noch etwas Puffer hätte, dann wäre es auch kein Ding, wenn man dann etwas mehr machen muss, weil bei den Patient*innen der Teilzeitkraft noch etwas angefallen ist.

Endoplasmatisches Reticulum
16.03.2022, 18:50
Nichts anderes hast du geschrieben. Und das ist schlicht nicht wahr.
Doch, ich habe etwas anderes geschrieben. Und selbst nach Beleg mit Zitat pickst du dir wieder nur eine Hälfte raus und ignorierst den Kontext. So hat das tatsächlich keinen Sinn. Ich relativiere meine Aussagen am laufenden Band und werde das auch weiterhin tun. Und ich denke auch eigentlich nicht, dass wir inhaltlich eine große Kluft zwischen uns haben. Nein, ich bin kein Spion aus dem Chefarztforum. :P Aber ich finde es sehr undifferenziert, wie das Thema "Schlechte Arbeitsbedingungen" hier oft trivialisiert wird.

Feuerblick
16.03.2022, 18:56
In der Großstadt in einem Nicht-Massenfach "grundlos" auf 80% reduzieren ist die Freikarte in die Nichtverlängerung deines Arbeitsvertrages. Du schreibst ganz klar, dass man den Vertrag nicht verlängert bekommt, wenn man „grundlos“ in einer Großstadt in einem Nicht-Massenfach seine Stelle auf 80% reduzieren möchte. Wo genau habe ich was rausgepickt? Habe ich genauso geschrieben. Es ist eben NICHT immer in der Großstadt in einem Nicht-Massenfach so und deshalb sollte man sich durchaus trauen, das einzufordern statt gleich zu denken „Huhuhuuuu, das mache ich lieber nicht, dann wird mein Vertrag nicht verlängert“.

@Colour: Japp. Genau das.

Endoplasmatisches Reticulum
16.03.2022, 19:32
Wo genau habe ich was rausgepickt?
Nachdem du mir zuerst vorgeworfen hast, ich würde generalisiert falsche Aussagen treffen, habe ich dir mehrere Punkte demonstriert, in denen ich explizit spezifiziert statt verallgemeinert habe. Somit war dein Vorwurf faktisch falsch. Statt das zu akzeptieren, wirfst du mir jetzt ersatzweise vor, ich würde im Rahmen der Spezifizierung verallgemeinern. Dabei tust du so, als wäre das von Anfang an deine Aussage gewesen und damit hättest du von Anfang an Recht gehabt. Hast du nicht. Du hast dein Argument geändert. Netter Trick, aber wir sind hier nicht im Debattierclub. ;)

Es ist mitnichten so, dass ein gesunder Respekt vor Konsequenzen gerade in einer umkämpften Position völlig irrational im Sinne deines postulierten "Eingerede" ist. Das ist eine denke ich wenig kontroverse Aussage. Den Rest weiter auszudiskutieren wäre sinnlose Pedanterie.

GP1001
16.03.2022, 22:59
Also ich habe noch nie erlebt, dass Teilzeitkräfte aktiv "entfernt" worden sind. Mal nicht verlängert (nach 10 Jahren!), aber eher selten. Die Kollegin hat wirklich nicht soviel gemacht und wollte auch selbst weg.
Im MVZ/ambulanten Bereich sind die Teilzeitkräfte auch sehr gut unterzubringen. Unter Assis mit Station/Nota, wo die Arbeit in Wellen kommt und weniger planbar ist/sofortiges Handeln erfordert, kann man nicht zu viele Teilzeitkräfte unterbringen.

Also um es kurz zusammen: Wenn die Leitungsebene es gut organisiert, sollte es möglich sein.

mbs
17.03.2022, 03:08
Ich denke die Art und Weise wie die Tätigkeit in Akutkliniken derzeit organisiert ist, ist auf Dauer nicht mit einer sinnvollen Familien"politik" vereinbar. In einem der beiden Bereiche muss der Mitarbeiter Abstriche machen oder sich erheblich auf die Unterstützung von Drittpersonen verlassen. Das haben mir die entsprechenden Kollegen auch immer so bestätigt. Deshalb haben gefühlt auch immer mehr Kollegen das Fach gewechselt. Allein in der letzten Klinik sind in zwei Jahren sechs Leute in die Allgemeinmedizin gegangen, Tendenz gefühlt steigend. Wenn ich mit den Kollegen gesprochen habe wollte - unabhängig vom Geschlecht - fast keiner mehr der große Operateur für XY werden, der Plan der meisten war sich nach dem FA oder einer ZB zumindest perspektivisch umzuorientieren. Angeblich war das bis zu einem gewissen Grad laut manchen aber "schon immer so" oder ähnlich - wie sich das auf Dauer entwickeln wird bleibt abzuwarten.

Colourful
17.03.2022, 07:17
Ja, ich denke, dass das auch viel damit zu tun hat, dass die Wenigsten noch Lust haben ihr komplettes Leben, für einen der Verantwortung nicht angemessenen Lohn (zumindest nicht im Vergleich mit anderen Berufsgruppen), in der Klinik zu verbringen. Es gibt ja auch noch andere Dinge im Leben, die wichtig sind und damit sind nicht nur Kinder gemeint.
Persönlich halte ich das für eine sehr gesunde Lebenseinstellung.
Ich arbeite übrigens sehr gerne und mag meine Arbeit, aber 35h in der Woche sind eben auch ausreichend.

GP1001
17.03.2022, 18:34
Dafür sind auch immer Stellen frei und niemand braucht Angst zu haben arbeitslos zu werden
:-D
(Ironisch gemeint)