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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radiologie - Als WBA in Praxis wechseln?



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drroybasch
05.04.2022, 16:58
Hallo,
ich bin WBA im 4. Jahr Radiologie und spiele mit dem Gedanken für das Letzte Jahr in eine Praxis zu gehen.
Habe bis jetzt 2 Jahre an einer Uni gemacht, und weitere (knapp) 2 Jahre an einem städtischen Maximalversorger.
Von einem Wechsel in eine Praxis erhoffe ich mir die Möglichkeit zu reduzieren (bspw. 80%) und außerdem fitter im MRT (MSK, Onko) zu werden. MRT ist bei uns leider ein Flaschenhals. ...außerdem Keine Nacht- und WE-Dienste mehr.:-dance
Allerdings bin ich der Meinung, dass man Radio am besten in großen Häusern lernen sollte, um breit aufgestellt zu sein, und sich alle Möglichkeiten offen lassen (Subspezialisierungen, Interventionen, etc.).
Ich glaube aus ner Praxis raus wird das schwierig, und der Wechsel zurück an die Klinik scheint mir dann ein verbaut zu sein? Also doch nochmal 2-3 Jahre Zähne zusammen beißen ?
Ist/war jmd von euch in ner ähnlichen Situation u kann berichten ?
Und auf was für ein Gehalt könnte ich mich ca einstellen (5. WBJ, 80%, Süddeutschland)?
Grüße

GP1001
05.04.2022, 18:02
Die MVZ/ Praxen orientieren sich bei Ärzten in Weiterbildung am Tarifgehalt. Ohne Dienste natürlich.

ehem-user-25-04-2022-1131
05.04.2022, 18:09
Hey falls du Interesse hast kannst du mir eine persönliche Nachricht schicken und wir unterhalten uns einfach mal. Mein Weg war ähnlich (auch wenn ich es nur zwei Jahre an in der Uni ausgehalten hatte und dann direkt in die Praxis gegangen bin)

LG

Mistermeo
05.04.2022, 18:40
Die MVZ/ Praxen orientieren sich bei Ärzten in Weiterbildung am Tarifgehalt. Ohne Dienste natürlich.

An welchem Tarif? Uni, VKA, Kirche? Würde mich ja doch interessieren..

GP1001
06.04.2022, 07:47
An welchem Tarif? Uni, VKA, Kirche? Würde mich ja doch interessieren..

Da sind doch nur einige hundert Euro Unterschied. Uni-Aufgaben à la Forschung und Lehre dürften im MVZ ja entfallen. An welches KH ist die radiologische Praxis angegliedert? VKA oder Kirche; daran würde ich mich daran orientieren.

hebdo
06.04.2022, 09:20
Also ich habe mich an meinem letzten Gehalt inkl. Dienste orientiert. Natürlich kommt es auch darauf an, wo die Praxis liegt. Wenn ich als Internist das Umfeld der Radiologie einschätze, geht es bei Anstellung von WBA in einer großen Praxis, womöglich ist es auch ein MVZ, nicht um Umsatz- bzw. Gewinnsteigerung sondern eher um mehr Zeit für Privates oder Geschäftliches für die Inhaber.

Auch wenn es nicht im Sinn der KV und Ärztekammer ist. Das ist aber meine erlebte Realität.

Im Endeffekt muss man seine Fähigkeiten zum eigenständigen Arbeiten einschätzen können. Klar muss und darf gerne auch Rücksprache gehalten werden, auch als erfahrener Facharzt. Auch sollte die Weiterbildung im Fokus bleiben. Dein Vorgehen ist aus meiner Sicht sinnvoll, da du dich ja in den Bereichen MSK und Onkologie weiterentwickeln möchtest. Das kann auch ein Vorteil für einen späteren Wechsel zurück in eine Klinik sein.

Durch meine Praxiszeit habe ich viel Erfahrung in der Ambulanztätigkeit und Sonographie gesammelt, die ich sonst niemals in der Klinik bekommen hätte.

Ich wechsle auch wieder in die Klinik zurück. Das war kein Problem. Ich kenne sehr viele Internisten, die aus der Niederlassung wieder in die Klinik gewechselt sind.

GP1001
06.04.2022, 15:11
In der Radiologie gibt keinen Befund ohne Facharzt Unterschrift. Natürlich arbeitet man eigenständig, aber nur zum Teil. Und das spiegelt sich auch im Gehalt. Aber man kann natürlich verhandeln.

Ja das habe ich auch erlebt: MVZ Geschäftsführer oder Praxisinhaber leisten sich den Luxus WBA oder Facharzt um sich ungeliebten Arbeiten oder Patienten zu endledigen mit dem Ziel mehr Freizeit oder mehr Zeit für Administrative Tätigkeiten.

In der Praxis/MVZ lernt man auf jeden Fall etwas. Zum einen ist es in der Regel besser und effektiver organisiert als in der Klinik und man lernt sehr pragmatisch zu arbeiten.

ehem-user-20-04-2022-0939
06.04.2022, 15:21
Ich wechsle auch wieder in die Klinik zurück. Das war kein Problem. Ich kenne sehr viele Internisten, die aus der Niederlassung wieder in die Klinik gewechselt sind.

Welche Gründe hat sowas? Niederlassung zu unattraktiv? Die Bedingungen für Internisten in der Klinik sollen ja nicht gut sein. Kenne in meinem Umfeld nur den Weg raus aus der Klinik.

drroybasch
06.04.2022, 17:48
Also was ich bisher so gelesen habe klingt nicht allzu berauschend.
Gehalt nach Tarif, allerdings ohne Dienste, heißt wieder runter auf 5500. Mir gehts nicht ums Geld (sondern ums Prinzip); so viel kriegt halt auch ein Grundschullehrer in Berlin im ersten Jahr.
Und Aufgabenspektrum im Bereich ungeliebter Tätigkeiten der FÄ.. naja

nie
06.04.2022, 17:51
Welche Gründe hat sowas? Niederlassung zu unattraktiv? Die Bedingungen für Internisten in der Klinik sollen ja nicht gut sein. Kenne in meinem Umfeld nur den Weg raus aus der Klinik.

Naja, man muss die Arbeit in der Praxis auch mögen. Die Arbeitszeiten klingen verlockend aber nicht jeder wird glücklich in einer Praxis.

GP1001
06.04.2022, 19:05
Welche Gründe hat sowas? Niederlassung zu unattraktiv? Die Bedingungen für Internisten in der Klinik sollen ja nicht gut sein. Kenne in meinem Umfeld nur den Weg raus aus der Klinik.

Es kommt immer auf das Setting als Oberarzt oder Facharzt in der Klinik an. Ich kenne Fachärzte in der Inneren, die quasi wie Assis gearbeitet haben (also Vordergrunddienste/Stationsdienst) und das jahrelang. Begründung: fühlen sich noch zu unsicher für Praxis/möchten noch mehr Erfahrung in der Klinik sammeln, Wunsch nach Weiterbildung in der Funktionsdiagnostik (Bronchoskopie und Endoskopie), Wunsch nach Oberarztstelle. Ganz grob kann man auch sagen: In der Klinik finden sich spannendere oder schwierigere Fälle, die logischerweise von den ambulanten Kollegen eingewiesen werden, da es ambulant nicht möglich ist.

In der Praxis kann's auch mal langweilig sein: Wenig spannende Fälle/keine Aufstiegschancen. Anstellung im MVZ/Praxis um ungeliebte Aufgaben/schwierige Patienten der Inhaber/Geschäftsführer zu machen. Dafür hat man ein ganz gutes Gehalt.

ehem-user-20-04-2022-0939
06.04.2022, 19:41
Es kommt immer auf das Setting als Oberarzt oder Facharzt in der Klinik an. Ich kenne Fachärzte in der Inneren, die quasi wie Assis gearbeitet haben (also Vordergrunddienste/Stationsdienst) und das jahrelang. Begründung: fühlen sich noch zu unsicher für Praxis/möchten noch mehr Erfahrung in der Klinik sammeln, Wunsch nach Weiterbildung in der Funktionsdiagnostik (Bronchoskopie und Endoskopie), Wunsch nach Oberarztstelle. Ganz grob kann man auch sagen: In der Klinik finden sich spannendere oder schwierigere Fälle, die logischerweise von den ambulanten Kollegen eingewiesen werden, da es ambulant nicht möglich ist.

In der Praxis kann's auch mal langweilig sein: Wenig spannende Fälle/keine Aufstiegschancen. Anstellung im MVZ/Praxis um ungeliebte Aufgaben/schwierige Patienten der Inhaber/Geschäftsführer zu machen. Dafür hat man ein ganz gutes Gehalt.

Das ist auch irgendwie das schöne an dem Beruf. Man kann relativ leicht selbstständig oder angestellt arbeiten, auch im Ausland und der Job ist auch relativ sicher

Atana
07.04.2022, 20:51
Gehalt nach Tarif, allerdings ohne Dienste, heißt wieder runter auf 5500. Mir gehts nicht ums Geld (sondern ums Prinzip); so viel kriegt halt auch ein Grundschullehrer in Berlin im ersten Jahr.

Wo hast du das denn her? Oder war das nur so daher gesagt? Grundschullehrer(auch Gymnasiallehrer) liegen da weit drunter mit A12/13

anignu
07.04.2022, 22:02
Wo hast du das denn her? Oder war das nur so daher gesagt? Grundschullehrer(auch Gymnasiallehrer) liegen da weit drunter mit A12/13
Das war NICHT einfach nur so daher gesagt. Man kann A12/13 nur schwierig mit TVÄ vergleichen, aber es gibt brutto-netto-Rechner mit denen man näherungsweise hin kommt. Und da kann es je nach privater Situation (verheiratet, Kinder, Steuerklasse) und Krankenversicherung sein dass man höher kommt oder niedriger. Je nachdem... Einfach mal ausprobieren.
Und eines darf man dann auch nicht vergessen, die Altersvorsorge bei Beamten ist auch extrem geil.

Atana
07.04.2022, 22:05
Das war NICHT einfach nur so daher gesagt. Man kann A12/13 nur schwierig mit TVÄ vergleichen, aber es gibt brutto-netto-Rechner mit denen man näherungsweise hin kommt. Und da kann es je nach privater Situation (verheiratet, Kinder, Steuerklasse) und Krankenversicherung sein dass man höher kommt oder niedriger. Je nachdem... Einfach mal ausprobieren.
Und eines darf man dann auch nicht vergessen, die Altersvorsorge bei Beamten ist auch extrem geil.

Klar, da hast du natürlich recht. Wenn man die Diskussion auf der Ebene führt, muss man aber wirklich alles auf den Tisch legen und nicht nur zwei Zahlen. Je nach Situation ist es aber extrem, das bringt der Beamtenstatus mit sich, das stimmt.

GP1001
08.04.2022, 19:28
Klar, da hast du natürlich recht. Wenn man die Diskussion auf der Ebene führt, muss man aber wirklich alles auf den Tisch legen und nicht nur zwei Zahlen. Je nach Situation ist es aber extrem, das bringt der Beamtenstatus mit sich, das stimmt.

Beamtenstatus bedeutet Sicherheit pur.
Offtopic: Man geht übrigens davon aus, dass zahlreiche verbeamtete Lehrer nur im Job sind bzw. unglücklich im Job sind aufgrund des Beamtenstatus. Ein Wechsel in eine andere Branche wäre mit deutlichen Gehaltseinbußen und Unsicherheiten verbunden. Das wollen sie auch nicht. Burnout und Co sind da quasi vorprogrammiert. Auf der anderen Seite sind sie etwas unabhängiger als Lehrer in Frankreich oder GB. Wenn da jmd. unbequem ist (z.B. schlechte Note für die Kinder der Eltern des Fördervereins), kann da schnell abgesägt werden im Angestelltenverhältnis.
Und den Beamtenstatus abschaffen wie bei der Post/Telekom/Bahn ist auch nicht möglich, wie das Beispiel Berlin zeigt, solange es Bundesländer mit Beamtenstatus gibt.

Panarteriitis nodosa
20.04.2022, 11:02
Jemand Erfahrungen mit Neuroradiologie? Muss man zwingend interventionell tätig sein in der Assistenzarztzeit?

GP1001
20.04.2022, 11:16
Jemand Erfahrungen mit Neuroradiologie? Muss man zwingend interventionell tätig sein in der Assistenzarztzeit?

Auf keinen Fall. Es gilt als schwierig die Interventionen zu erlernen. Als Assistent assistierst du da maximal. Als Facharzt kannst du versuchen die Chance zu ergreifen es zu erlernen.

Nachteil neuroradiologie: kein eigenes Fach, nach 1 Jahr heißt es 4 Jahre in die Allgemeinradio rotieren

Tapsie
20.04.2022, 12:11
Auf keinen Fall. Es gilt als schwierig die Interventionen zu erlernen. Als Assistent assistierst du da maximal. Als Facharzt kannst du versuchen die Chance zu ergreifen es zu erlernen.

Nachteil neuroradiologie: kein eigenes Fach, nach 1 Jahr heißt es 4 Jahre in die Allgemeinradio rotieren

Wobei die Abteilung für Neuroradiologie in der Klinik in der ich arbeite, momentan 2 Jahre Weiterbildungsbefugnis hat. Vor der neuen WBO waren es wohl angeblich sogar mal 3 Jahre, ob das sinnvoll ist oder nicht mal dahingestellt.

GP1001
20.04.2022, 13:18
auf jeden Fall muss man rotieren, 3 Jahre habe ich noch nie gehört (müsste eine Neuroradiologie sein, die auch viel Allgemeinradiologie macht) und ist anscheinend ja auch veraltet.