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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwangerschaft in der Klinik verheimlichen?



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HeleneeneleH
12.04.2022, 18:35
Hallo liebe Alle .

Ich schreibe hier über sehr privates , um einmal ein Meinungsbild einzuholen .
Ich habe gerade das M2 geschrieben und starte nun mein Praktisches Jahr in der Klinik .
Ich war vor einigen Monaten schwanger und habe leider in der Frühphase eine Fehlgeburt miterlebt und stehe nun vor der Frage der weiteren Familienplanung .
Leider ist es wohl sehr schwierig , zu Coronazeiten als schwangere Frau in der Klinik weiterbeschäftigt zu werden und da gibt es scheinbar keine Ausnahmen ( Uni in Hessen ) für Studenten - da durch verliert eine Frau doch wirklich sehr viel Zeit ( ganze Schwangerschaft zuhause und noch Zeit nach der Geburt = eineinhalb Jahre .. )
Sprich : warte ich nun das ganze Praktische Jahr ab , wird einfach alles so spät für mich ( ich bin 34 ) und immerhin sollte da eigentlich schon bald ein Kleines in meinem Leben sein , und wer weiß , ob es beim nächsten Mal überhaupt klappt etc.

Deshalb spiele ich mit dem Gedanken , im Falle einer Schwangerschaft diese so lange wie möglich geheim zu halten , habe aber natürlich auch Gewissensbisse , man liest immer so viel von Infektionsrisiko und so weiter .
Gibt's denn hier auch Frauen , die ihre Schwangerschaft erstmal geheim gehalten haben , irgendwelche Erfahrungsberichte ? :(

Lg
Helene

ProximaCentauri
12.04.2022, 18:52
Bei uns wäre das als Studentin überhaupt kein Problem gewesen, wir haben Studis immer als Extra-Leute gesehen, und nicht als fixe Arbeitskräfte. Da hättest du vielleicht gewisse invasive Dinge dann nicht gemacht, aber das PJ hätte wohl problemlos absolviert werden können, auch ohne Geheimhaltung.

denkstdu
12.04.2022, 20:21
Aber aktuell ist Covid!!!Da wirds schwierig schwanger in ner Klinik zu arbeiten.Und es geht nicht nur um dich du hast auch Verantwortung für das Würmchen.Also lieber offiziell mit GBU und dann das machen was man darf nach MuschuGesetzt und nicht still und leise und Sachen machen müssen due gefährlich für das Würmchen sind.

Miss_H
12.04.2022, 20:55
Aber aktuell ist Covid!!!
Und was bedeutet das? Ich kenne Frauen, die trotz Schwangerschaft weiter gearbeitet haben, ganz offiziell. Aber das entscheidet jede Klinik anders.

ProximaCentauri
12.04.2022, 22:10
Aber aktuell ist Covid!!!Da wirds schwierig schwanger in ner Klinik zu arbeiten.Und es geht nicht nur um dich du hast auch Verantwortung für das Würmchen.Also lieber offiziell mit GBU und dann das machen was man darf nach MuschuGesetzt und nicht still und leise und Sachen machen müssen due gefährlich für das Würmchen sind.

Ehrlicherweise ist heutzutage das Risiko, sich ausserhalb des Krankenhauses anzustecken, deutlich höher als im Krankenhaus mit Masken/Schutzausrüstung.

mbs
12.04.2022, 23:06
Die meisten Kolleginnen haben es so gemacht, dass sie es erst dann gemeldet haben, wenn sie das Gefühl hatten, dass es lange genug gehalten hat dass das Risiko einer Fehlgeburt verschwindend gering war. Mit dem Hintergedanken, dass in der Anfangszeit ja häufiger Spontanaborte auftreten als später. Dass es jemand knallhart bis zum Ende verschwiegen hat habe ich selbst während meiner Zeit an der Uniklinik nie erlebt, obwohl das eine sehr große Abteilung war. Ehrlicherweise ist es ab einem gewissen Punkt in der Situation auch nicht mehr zumutbar 24h-oder Schichtdienst zu machen. Das ist es ehrlicherweise schon unter "normalen" Umständen eigentlich nicht bei der Arbeitsdichte die man mittlerweile in jeder halbwegs größeren Klinik erreicht hat. Je nach Fach kommen dann Strahlenbelastung (wie erklärt man, dass man unter Durchleuchtung nichts mehr machen kann), fehlende Pausen, hohes Stresslevel etc. dazu. Das mit den Infektionen ist ja nur ein Aspekt von vielen.

GP1001
12.04.2022, 23:41
Bei uns wäre das als Studentin überhaupt kein Problem gewesen, wir haben Studis immer als Extra-Leute gesehen, und nicht als fixe Arbeitskräfte. Da hättest du vielleicht gewisse invasive Dinge dann nicht gemacht, aber das PJ hätte wohl problemlos absolviert werden können, auch ohne Geheimhaltung.

Ein wenig Off topic: Kliniken die Studis als feste Arbeitskräfte sehen (in mancher Uniklinik insb in chirurgischen Fächern üblich) sind so ungefähr das letzte. Einfach unprofessionell. Gerade Blockpraktikaten die 4 Tage bleiben...
Ich empfehle die Läden weder an Patienten noch an Kollegen.

nie
13.04.2022, 05:06
Bei uns darf man mittlerweile schwanger trotz Covid wieder weiterarbeiten. Zwar nur an bestimmten Orten aber es ist grundsätzlich möglich. Nur sind das keine Bereiche, die für einen PJler irgendwie interessant wären.

Ich würde als PJler keine Schwangerschaft verheimlichen. Unabhängig von Covid. Allein schon weil man ziemlich viele Nadeln legt/Blut abnimmt. Der Job läuft nicht weg, ob man da jetzt mit 35 oder 36 fertig ist, ist dann auch egal.

Absolute Arrhythmie
13.04.2022, 09:39
Ich persönlich würde eine Schwangerschaft auch nicht verheimlichen, gerade nicht als PJlerin.
Ich hab's in der 6. SSW dem Chef gesagt, ich weiß nicht wie ich einen Abort verkraftet hätte wenn ich noch Dienste schwanger gemacht hätte...
Durfte trotz Covid weiter arbeiten, bin dann erst im Herbst 21 aufgrund der steigenden Zahlen in der 14. SSW ins BV.
Ich bin auch "schon" 35 und "erst" im 2. WBJ und "verliere" 1,5 Jahre durchs BV und Elternzeit. Aber meine Familie und mein Kind bzw dessen Gesundheit haben für mich Priorität vor dem Job.

MsLifeunderRock
13.04.2022, 12:21
In meinem PJ waren jetzt im Herbst/Winter selbst in der Pädiatrie zwei PJlerinnen, die schwanger waren. Das war kein Problem. Und eine andere Kommilitonin war auch schwanger in der Chirurgie und Inneren.
Ich selber habe (allerdings vor Covid) schwanger einige Famulaturen und Blockpraktika absolviert. Mir wurde jetzt sogar mehrfach von Chefs und Oberärzten gesagt, dass ich doch idealerweise vor Arbeitsbeginn/im PJ erneut schwanger werden sollte, damit die Familienplanung mit dem Studium abgeschlossen ist.
Man muss sich je nach Fach allerdings bewusst sein, dass der Lerneffekt ggf nicht so groß ist, weil man vieles nicht machen darf/möchte.

HeleneeneleH
13.04.2022, 12:32
Vielen Dank für eure Antworten .

Mich wundert ( und frustriert es ), dass es einige Häuser zu geben scheint , die schwangere Studenten weiter arbeiten lassen . Laut meiner Studiengangsleitung ist dies absolut ausgeschlossen . :( in Welchem Bundesland waren denn eure schwangeren Kommilitonen ?

Ich hatte überlegt , wenigstens die ersten Wochen geheim zu halten , dass ich immerhin ein oder je nach Schwangerschaftseintritt vielleicht schon zwei Tertiale in der Tasche habe , oder gegen Hälfte des PJs schwanger werden und das über das letzte Tertial geheim halten , um nicht ins BV geschickt zu werden .

Wenn ich Ärztin wäre, wäre mir das ja auch absolut egal ( also das BV ), zuhause bleiben bei bleibender Bezahlung - kein Problem . Dafür ist mir der Facharzt dann auch nciht wichtig genug .
Als Studentin ist die Sache eher blöd .

freak1
13.04.2022, 12:52
Bei uns wäre das als Studentin überhaupt kein Problem gewesen, wir haben Studis immer als Extra-Leute gesehen, und nicht als fixe Arbeitskräfte. Da hättest du vielleicht gewisse invasive Dinge dann nicht gemacht, aber das PJ hätte wohl problemlos absolviert werden können, auch ohne Geheimhaltung.

Sehr viele Kliniken sind seit Covid dazu übergangen zur Absicherung jeder Schwangeren pauschal ein Berufsverbot auszusprechen.

MissNightingale
13.04.2022, 14:18
Was machst du denn als Wahltertial und liegt es am Ende des PJ? Ich könnte mir vorstellen, dass es je nach Fach einfacher oder schwieriger ist, als Schwangere weiter zu arbeiten. Chirurgische Fächer sind wohl eher schwieriger oder auch Pädiatrie (sofern man CMV negativ ist), aber ich könnte mir vorstellen, dass patientenfernere Wahlfächer wesentlich leichter machbar sind. Durch eine kluge Wahl des Wahltertials könntest du dann z.B. gegen Mitte/Ende des PJ versuchen bereits schwanger zu werden, wenn dir das sehr wichtig ist.
Ich weiß zumindest von einer Kommilitonin, die das gesamte PJ währen der Pandemie schwanger durchgezogen hat. Im Detail weiß ich leider nicht wie sie das geregelt hat, aber es gab keine Verzögerungen und es ist auch alles gut gegangen. Muss man selbst abwägen, was für ein Risikotyp man ist. Ich persönlich würde das eine Jahr lieber noch warten, um mein Studium abzuschließen und den Abschluss in trockenen Tüchern zu haben. Aber das lässt sich natürlich leicht sagen, wenn man keinen akuten Kinderwunsch hat.

HeleneeneleH
13.04.2022, 14:48
Ich studiere wohl an der falschen Uni =(

Mein Wahlfach ist Urologie , zur Zeit als drittes Tertial ( erst Chirurgie, dann Innere , dann Uro ..)

Lakemond
13.04.2022, 16:23
Allein schon weil man ziemlich viele Nadeln legt/Blut abnimmt.

Seit wann ist Blutabnahme gefährlich? Ich hab mich noch nie dabei verletzt..

nie
13.04.2022, 17:13
Seit wann ist Blutabnahme gefährlich? Ich hab mich noch nie dabei verletzt..

Ich auch nicht. Aber ist es eben eine Tätigkeit, die Schwanger nicht durchführen sollen. :-nix

Knicks
13.04.2022, 17:56
Eine Kommilitonin von mir hat auch schwanger PJ gemacht, in Corona Zeiten. Allerdings hat sie es recht lange verheimlicht und musste sehr hart kämpfen, weiter machen zu dürfen, als es rauskam. Und es ist schon mit viel Trickserei verbunden, wenn du irgendwie jemanden für deine BEs finden musst, keine OPs mit Strahlung mehr machen möchtest (insbesondere, wenn du in der uro schwanger wärst) und evtl auch viel mit Übelkeit/Erbrechen zu tun hast.

Rettungshase
15.04.2022, 23:58
Ist euch bekannt, ob das mal irgendjemand juristisch einwandfrei geprüft hat?
Dieses pauschale Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft empfinde ich als hoch problematisch.
Wenn eine werdende Mutter sich unwohl fühlt: klar. Dann sollte niemand sie zwingen dürfen, während einer Pandemie in die Klinik zu kommen.

Wenn eine Schwangere nun aber gern arbeiten möchte, empfinde ich es als grobe Ungerechtigkeit, dass man ihr per se jegliche Mitentscheidung abspricht und sie ohne wenn und aber ins Beschäftigungsverbot schicken kann.

HeleneeneleH
16.04.2022, 11:32
Also ich habe dahingehend mit so vielen PJ-Betreuern/Verantwortlichen , Betriebsmedizinern , Chancengleichheitsbeauftragten und wer nicht noch alles telefoniert - alle behaupten , dies sei Vorschrift ,,von oben " und gilt natürlich ausschließlich der Sicherheit von Mutter und Kind zu Corona-Zeiten . (oder vielleicht einfach der nicht vorhandenen Motivation , eine ordentliche Gefährdungsbeurteilung durchzuführen ) . Denn ist es in der Klinik mit Maske und Sicherheitsmaßnahmen wirklich so viel gefährlich als draußen in freier Wildbahn ohne Maske und ohne Regeln ? Die Antwort kann sich jeder denken .
Dann kommt das Argument , schwanger mit FFP2 Maske geht gar nicht und was weiß ich .
Juristisch geprüft ? Keine Ahnung . Aber das Argument ,,für Mutter und Kind kein Risiko " schlägt wohl alles . So ein Mist .

MissNightingale
16.04.2022, 12:28
Ich sehe das auch wie du. Gerade da wir uns aktuell doch total auf eine Durchseuchung zubewegen und mit Abschaffung sämtlicher Maßnahmen inkl. Maskenpflicht ist das politisch absolut beabsichtigt. Trotz FFP2-Maske nicht arbeiten zu dürfen scheint mir da nicht verhältnismäßig, da man so vermutlich besser geschützt wäre als im Alltag... Aber als PJlerin wird man diesbezüglich wenig ändern können, da ist man froh, wenn man halbwegs gut behandelt wird. Tut mir sehr leid für dich. Würde auf den sauren Apfel beißen und das PJ schnell durchziehen.