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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 4 Fachrichtungen - wo beste/schlechteste Stellensituation?



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lisalk13
02.06.2022, 12:04
Hallo an alle.

Ich beschreibe mal kurz meine vielleicht etwas ungewöhnliche Situation und hoffe, dass mir vielleicht jmd hier Tipps geben kann.
Ich befinde mich derzeit im 8. Semester und studiere aus familiären Gründen in Paris, Frankreich. Nicht Erasmus, sondern das gesamte Studium. Mein Abschluss wird also nicht ein "gekaufter" aus Osteuropa sein - absolut nicht abwertend gemeint, bitte nicht attakieren, wiederhole nur, was ich aus den Mündern deutscher Ärzte so manchmal höre, um genau das Problem zu illustrieren, was mir auch Sorgen bereitet-, sondern von einer öffentlichen, zugegeben exzellenten, aber französischen Universität.
Es ist aber aus diversen Gründen absolut klar, dass ich nach dem Studium in Deutschland die Facharztausbildung absolvieren werde.
Nun ist dies in meinen Augen mit Nachteilen gegenüber deutschen Absolventen verbunden und ich würde gerne mal wissen wie stark, wenig oder gar nicht diese einen in bestimmten Fachrichtungen den Einstieg verbauen, da ich vollkommen außerhalb des deutschen Systems stehe und meine einzigen Infos aus dem Internet kommen.

Die 4 Fachrichtungen, die für mich in Frage kommen sind Dermatologie, Ophtalmologie, Radiologie. Und wenn alle Stricke reißen, Anästhesie.


1. Wie sieht in diesen Fächern allgemein die Stellensituation in deutschen Großstädten aus? Besonders Berlin falls jmd dort sitzt. Ist es noch aktuell, dass Derma eigentlich direkt unmöglich ist, Ophtalmologie auch grenzwertig, Radiologie mittelmäßig und einem Anästhesie förmlich hinterher geworfen wird? Bitte keine Anregungen "aber auf dem Land ist es doch auch schön/ musst eben Kompromiss eingehen und aufs Land ziehen/ Ostdeutschland ist zu haben/ da will mal wieder jdm alles auf dem Silbertablett etc". Ich frage nur zur Info.

2. Ausländischer Abschluss. Inwiefern wird das abwertend behandelt? Ich weiß wir haben Ärztemangel, aber eben nicht in allen Fachrichtungen und nicht in beliebten Großstädten?

3. Hier schreibt man während des Studiums keine Doktorarbeit, das ist während der Assistenzzeit vorgesehen, wenn überhaupt. Inwierfern ist keine Doktorarbeit direktes NoGo (Derma?). Wieviel Wert wird auf das Thema gelegt und ob die Arbeit experimentell oder nur literarisch war?
Ich könnte versuchen, als Externer an irgendeiner deutschen Uni von hier aus eine theoretische oder statistische Arbeit anzufertigen, aber wäre es das wert und ist das nötig?

4. Ich werde natürlich kein PJ Tertial vorzuweisen haben. Ich mache aber in den Ferien Famulaturen in Deutschland, die mir auch als solche bescheinigt werden. Inwiefern macht es Sinn, sich Famulaturen "anzuhäufen", also zB 3 Monate Ophtamologie, um das fehlende PJ auszugleichen? Oder wird das eh nicht als vergleichbar angesehen und ich kann es mir auch schenken?

Falls jdm hier in einem der 4 Bereiche tätig ist, würde ich mich auch über jeglichen anderen Input bezüglich der Jobsituation freuen!

Matzexc1
02.06.2022, 12:36
Hi,
eh Bien. Hatte eine Kommilitonin die war Halb Französin.

1) Derma ist, meiner Kenntnis nach, extrem schwierig. Radio und Anästhesie sind je nach Gegend einfach bis schwierig, ich selbst bin in der Anästhesie aktuell im Großraum einer süddeutschen Großstadt, davor an einer Uniklinik. Mein Primärziel war Orthopädie/Unfallchirurgie und dann kamen Rheumatologie,Mikrobiologie und Anästhesie(bereue es nicht)
In welche Ecke von D willst du gehen?

2) Je nach Fach ist man froh über jeden der arbeiten will. Habe hier 4 Kolleginnen/Kollegen mit osteuropäischen Wurzeln, manchmal ein paar Sprachprobleme aber das war es auch schon. Mit Kolleginnen und kollegen aus anderen Ländern hat man an vielen Häusern schon Erfahrungen gesammelt.
Edit: Es kann dir auch als Norddeutscher passieren das du im Süddeutschen schief angesehen wirst(Stichwort reingschmeckt), ich hab in meiner zeit ein bisschen was über das Ausländer sein gehört, hatte aber selbst keine Probleme

Ich glaube man wird dich eher fragen warum die Sorbonne und nicht D, ich sehe da nicht das Risiko. Je nach Fach und Größe deines Arbeitgebers konkurrierst du mit Assitenten im gleichen Ausbildungabschnitt, nicht mit deutscher vs nicht-deutscher Abschluss.

3) Ich würde hier eher versuchen eine Doktorarbeit in D in deiner Assistenzarztzeit zu schrieben, wenn du unbedingt eine machen willst. Ein fehlender Doktortitel ist auch für eine Stelle an Uniklinika kein Hindernis.

4) Ich glaube du machst dir hier zu viele Gedanken, du sammelst bereits Kontakte während der Famulaturen. Es geht bei dir nicht um die Anerkennung ob Famualur oder nicht, das französische Studium wird dank EU(soweit ich weiss) voll anerkannt,
man muss nicht PJ in einem Fach gemacht haben um dort zu arbeiten. Es wird aber im Lebenslauf(wenn dein zukünfitger Chef überhaupt reinsieht)gut aussehen bereits Vorerfahrungen mitzubringen

Feuerblick
02.06.2022, 13:36
Ich glaube, in der Ophthalmologie würde dein ausländischer, aber EU-Abschluss kein Problem darstellen. Auch die fehlende Doktorarbeit an den meisten Kliniken nicht. Sprache ist ja kein Problem.
Berlin würde ich an deiner Stelle aber gleich streichen. Zumindest wenn du Berlin mit Charité gleichsetzt. Da gibt es wirklich nettere Unikliniken mit besserem Klima. Auch die Charité kocht nur mit Wasser.
Vorerfahrung im Fach wird gern gesehen. Notfalls geht es (an den nicht ganz so kompetitiven Uni-Augenkliniken zumindest) aber auch ohne.
Du solltest außer Unkliniken auch städtische Maximalversorger ins Auge fassen. Es sei denn, du möchtest unbedingt in die Forschung und diverse akademische Titel sammeln.

Lakemond
02.06.2022, 14:36
Ganz ehrlich, wenn interesdiert noch wo man studiert hat?
Wichtig sind 3-4 Sachen:
Approbation
Deutschkenntnisse
Etwas im Kopf
und vielleicht keine zwei linken Hände

Alles andere ist doch egal. Für mich persönlich wäre Studium in Frankreich ein Vorteil...

Warum willst du dort nich bleiben?

Holthusen
02.06.2022, 19:43
Zunächst mal: Weiterbildungsstellen gibt es in Deutschland wie Sand am Meer. Keine Regulation von staatlichen Behörden im stationären Bereich. Theoretisch kann ein Neurochirurg 100 Weiterbildungsassistenten einstellen.

Ophtalmologie, Radiologie, Anästhesie: Hier sollte man auf jeden Fall etwas finden.
Derma: Etwas schwieriger. Eine ehemalige Kollegin aus Spanien (keine Muttersprachlerin), hat auch schließlich was in einer Derma-Uniklinik gefunden nach Überbrückungszeit in der Inneren. Wie in Frankreich wird es ländlichen Regionen oder bei einem unbequemen Chefarzt einfacher sein etwas zu finden.

[QUOTE=lisalk13;2234869] Mein Abschluss wird also nicht ein "gekaufter" aus Osteuropa sein - absolut nicht abwertend gemeint, bitte nicht attakieren, wiederhole nur, was ich aus den Mündern deutscher Ärzte so manchmal höre, um genau das Problem zu illustrieren, was mir auch Sorgen bereitet-, sondern von einer öffentlichen, zugegeben exzellenten, aber französischen Universität.
[/B]

Gerüchte über korrupte Verhältnisse habe ich in der Vergangenheit auch über manche osteuriopäische und auch südeuropäische Staaten gehört. Ob das heute noch alles so stimmt eine andere Frage. Nur bedenke: Auch in Deutschland gibt es eine "Gauß'sche" Normalverteilung, was Absolventen und Ärzte anbetrifft. Es gibt entsprechend unterdurchschnittliche Abgänger an deutschen Fakultäten, die man auch im Berufsalltag trifft.

Bzgl. Wechsel von Frankreich nach Deutschland nach dem Studium. Das ist eher eine Seltenheit. Ich hatte genau eine Kollegin, die in Frankreich studiert hatte und wegen ihrem Ehemann die Stelle in Deutschland angenommen hat. Vor allem die Sprache sollte man gut können.

mbs
02.06.2022, 20:22
Solange es in der unmittelbaren Patientenversorgung ist sehe ich auch keine Probleme, da findet sich in der Regel schnell etwas. Oft werden nichtmal der Lebenslauf oder das Anschreiben gelesen, die Chefs sehen nur "Approbation vorliegend" und damit hat sich die Sache erledigt, mehr interessiert nicht. Entsprechend sind dann aber auch die Arbeitsbedingungen.

Anders sieht es in den patientenfernen Bereichen aus. Da gibt es zur Zeit scheinbar überdurchschnittlich viele Bewerber, vermutlich wollen immer mehr Leute aus der unmittelbaren Patientenversorgung, vor allem im Klinikbereich, fliehen.

davo
03.06.2022, 09:29
@TE:

ad 1:

In der Radiologie und der Anästhesiologie wirst du leicht eine Stelle in einer Großstadt bekommen.

In der Augenheilkunde gibt es auch schon seit einigen Jahren viele Assistenzärzte aus dem Ausland und/oder mit ausländischem Studienabschluss. Sollte also auch kein großes Problem sein.

Derma hingegen ist kompetitiv. Da kann es auch als deutscher Absolvent mit Top-Voraussetzungen (Derma-PJ, Derma-Doktorarbeit, sehr gute Noten, usw.) schwer sein, eine Klinik-Stelle zu finden. Nach den neuen Weiterbildungsordnungen könnte man ja theoretisch die gesamte Weiterbildung im ambulanten Bereich absolvieren - ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Außerdem würde eine dadurch bedingte Zunahme der Derma-Fachärzte natürlich auch den Druck auf die Facharzt-Einkommen erhöhen. Diese enorme Flexibilisierung der Weiterbildungsordnungen ist also ein sehr zweischneidiges Schwert.

ad 2:

Wird glaub ich niemanden interessieren.

Mit Aussagen darüber wie exzellent deine Uni ist, dass dein Abschluss kein gekaufter aus Osteuropa ist, usw., würde ich mich aber nach Möglichkeit zurückhalten. Außer du willst als verhaltensoriginell rüberkommen.

ad 3:

In der Derma könnte es ein Problem sein. In den anderen Fächern IMHO nicht.

ad 4:

Halte ich für Zeitverschwendung. Kommt IMHO auch seltsam rüber.


Anders sieht es in den patientenfernen Bereichen aus. Da gibt es zur Zeit scheinbar überdurchschnittlich viele Bewerber, vermutlich wollen immer mehr Leute aus der unmittelbaren Patientenversorgung, vor allem im Klinikbereich, fliehen.

Warum glaubst du das? Mein Eindruck ist eher, dass man solche Stellen auch weiterhin sehr leicht bekommt. Die meisten Mediziner interessieren sich einfach nicht für patientenferne Bereiche. Nur wenige von den vielen, die jammern, wechseln auch wirklich.

Panarteriitis nodosa
03.06.2022, 09:37
Meines Erachtens ist es in allen Fächern schwierig aktuell, wenn Uniklinik oder größere Stadt gewünscht. Ganz besonders Ophtalmologie

Feuerblick
03.06.2022, 09:54
Dem würde ich nur zustimmen, wenn es sich um Ophthalmologie in Berlin, München oder Hamburg und Unikliniken handelt. Für alle anderen Unikliniken sehe ich das nach wie vor nicht.

@mbs: Ich könnte dir spontan einen Arbeitgeber nennen, der patientenferne Arbeitsplätze anbietet, immer Leute sucht. Der nennt sich Medizinischer Dienst. Leider müsstest du dafür deinen Facharzt machen. Danach bräuchtest du nie mehr Patienten anschauen. :-))

Thomas24
03.06.2022, 10:40
Dem würde ich nur zustimmen, wenn es sich um Ophthalmologie in Berlin, München oder Hamburg und Unikliniken handelt. Für alle anderen Unikliniken sehe ich das nach wie vor nicht.


Würde noch Uni AK Tübingen mit auf die Liste setzen, ansonsten bin ich völlig bei Dir.

lisalk13
03.06.2022, 11:18
Danke für die Antworten!
Bezüglich des Ortes, es kommt leider nur Berlin oder München in Frage, da nur hier mein Verlobter im deutschen Zweig seiner Firma seine Position behalten kann. Natürlich die schlimmsten Orte, was Stellenangebote angeht, ich bin mir absolut im Klaren. Jedoch hat seine Stelle für uns sowohl finanziell, als auch zukunftstechnisch Priorität, deshalb ist da nichts zu rütteln. Daher interessieren mich leider besonders diese beiden Städte bezüglich der Fragestellung.




3) Ich würde hier eher versuchen eine Doktorarbeit in D in deiner Assistenzarztzeit zu schrieben, wenn du unbedingt eine machen willst. Ein fehlender Doktortitel ist auch für eine Stelle an Uniklinika kein Hindernis.

4) Ich glaube du machst dir hier zu viele Gedanken, du sammelst bereits Kontakte während der Famulaturen. Es geht bei dir nicht um die Anerkennung ob Famualur oder nicht, das französische Studium wird dank EU(soweit ich weiss) voll anerkannt,
man muss nicht PJ in einem Fach gemacht haben um dort zu arbeiten. Es wird aber im Lebenslauf(wenn dein zukünfitger Chef überhaupt reinsieht)gut aussehen bereits Vorerfahrungen mitzubringen

Die würdest also sagen, dass bei euch in der Anästhesie die Doktorarbeit nicht großartig wichtig für die Einstellung ist?
Was die Famulaturen angeht, ja ich bin einfach verwirrt, da ich manchmal lese "ja ohne PJ Tertial in dem Fach kannst dus gleich vergessen" und dann wieder von jmd anderen "eigentlich egal, die sind froh, wenn überhaupt jmd arbeiten will."
Vielleicht beides die Wahrheit, eben fachabhängig?



Berlin würde ich an deiner Stelle aber gleich streichen. Zumindest wenn du Berlin mit Charité gleichsetzt. Da gibt es wirklich nettere Unikliniken mit besserem Klima. Auch die Charité kocht nur mit Wasser.
Vorerfahrung im Fach wird gern gesehen. Notfalls geht es (an den nicht ganz so kompetitiven Uni-Augenkliniken zumindest) aber auch ohne.
Du solltest außer Unkliniken auch städtische Maximalversorger ins Auge fassen. Es sei denn, du möchtest unbedingt in die Forschung und diverse akademische Titel sammeln.

Für mich ist Berlin nicht= Charité, richtig. Machst du die negative Aussage, im Bezug auf Stellenchancen oder auf Abeitsklima dort? Oder vielleicht beides.
Uniklinik oder nicht ist mir auch relativ egal, natürlich würde ich es bevorzugen, aber kein Muss. Keine Ambitionen Professor, Chefarzt oder sonstiges zu werden.


Ganz ehrlich, wenn interesdiert noch wo man studiert hat?
Für mich persönlich wäre Studium in Frankreich ein Vorteil...

Warum willst du dort nich bleiben?

Ich wünschte auch, es würde niemanden mehr interessieren.
In Frankreich werde ich nicht bleiben, da man hier als Assistenzarzt für die gleiche Arbeit circa 1/3 des deutschen Gehalts bekommt. Das reicht schon als Grund, wenn du mich fragst. Plus, man sich einem nationalen, klassifizierenden Examen unterzieht, auf welches man sich 1 Jahr lang knechtend vorbereitet, dann geranked wird, der Erstplazierte sucht sich zuerst die Stelle aus und immer so weiter. Man hat somit keine freie Wahl über die Stadt und den Facharzt. Wozu soll man sich das antun, für 1/3 des Geldes, wenn man auch einfach nach Deutschland gehen kann.
Später als Facharzt verdient man dann wiederrum hier besser, unter besseren Klinikbedingugen in meinen Augen, falls es jmd interessiert ;)



Ophtalmologie, Radiologie, Anästhesie: Hier sollte man auf jeden Fall etwas finden.
Derma: Etwas schwieriger. Eine ehemalige Kollegin aus Spanien (keine Muttersprachlerin), hat auch schließlich was in einer Derma-Uniklinik gefunden nach Überbrückungszeit in der Inneren. Wie in Frankreich wird es ländlichen Regionen oder bei einem unbequemen Chefarzt einfacher sein etwas zu finden.


Würdest du das auch so für Großstädte unterschreiben, bezüglich Radiologie, Anästhesie und Ophtalmologie?


@TE:

ad 1:

In der Radiologie und der Anästhesiologie wirst du leicht eine Stelle in einer Großstadt bekommen.

In der Augenheilkunde gibt es auch schon seit einigen Jahren viele Assistenzärzte aus dem Ausland und/oder mit ausländischem Studienabschluss. Sollte also auch kein großes Problem sein.

Derma hingegen ist kompetitiv. Da kann es auch als deutscher Absolvent mit Top-Voraussetzungen (Derma-PJ, Derma-Doktorarbeit, sehr gute Noten, usw.) schwer sein, eine Klinik-Stelle zu finden. Nach den neuen Weiterbildungsordnungen könnte man ja theoretisch die gesamte Weiterbildung im ambulanten Bereich absolvieren - ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Außerdem würde eine dadurch bedingte Zunahme der Derma-Fachärzte natürlich auch den Druck auf die Facharzt-Einkommen erhöhen. Diese enorme Flexibilisierung der Weiterbildungsordnungen ist also ein sehr zweischneidiges Schwert.

ad 2:

Wird glaub ich niemanden interessieren.

Mit Aussagen darüber wie exzellent deine Uni ist, dass dein Abschluss kein gekaufter aus Osteuropa ist, usw., würde ich mich aber nach Möglichkeit zurückhalten. Außer du willst als verhaltensoriginell rüberkommen.

ad 3:

In der Derma könnte es ein Problem sein. In den anderen Fächern IMHO nicht.

ad 4:

Halte ich für Zeitverschwendung. Kommt IMHO auch seltsam rüber.



Leider hast du meinen Post nicht richtig gelesen. Ich sage ausdrücklich, dass nicht ich osteuropäische Abschlüsse abwerte oder als gekauft ansehe, sondern, dass ich das so eben von einigen deutschen Fachärzten gehört habe, und genau das mir Sorge bereitet.

Ansonsten danke dir. Und nein, Volle Weiterbildung in einer Praxis kommt für mich absolut nicht in Frage. Ist Derma denn einfach so beliebt (vergleichsweise gute Arbeitszeiten, vergleichsweise weniger Stress, Niederlassung möglich, unzählige Privatleistungen die man anbieten kann, bis hin zur vollen Ästhetik mit sonst welchen Unterspritzungen etc)? Oder ist es so umkämpft, weil es ein Randfach ist, mit wenig Weiterbildungsstellen? Oder beides?

Feuerblick
03.06.2022, 11:20
Würde noch Uni AK Tübingen mit auf die Liste setzen, ansonsten bin ich völlig bei Dir.Japp, die hatte ich vergessen. Vermutlich, weil „Großstadt“ jetzt auf Tübingen nicht soooooo zutrifft. :-))

@TE: Ich halte die Charité zum einen für völlig überschätzt und zum anderen hört man nichts Gutes über das Arbeitsklima dort. Vermutlich werden die von Bewerbern (aus Grund 1) überrannt. Dort arbeiten wollen würde ich wohl nicht. Aber gut, mich bekämen auch keine 10 Pferde nach Berlin.

Matzexc1
03.06.2022, 14:17
Die Doktorarbeit hat nicht mehr den Stellenwert wie vor zig jahren, alle Fachärzte mit denen ich arbeite hjaben den Titel. Für den Alltag nutzt er gar nichts und für die karriere brauchst du ihn auch nicht unbedingt, kenne genug Funktionsoberärzte an der Uni ohne Titel.

Der Vorteil des PJ ist dass du Connenctions aufbauen kannst, hatte dadurch eine Einladung an die Uniklinik Zürich.
Das ist aber bei den Personalbedürftigen Disziplinen, Innere/Chirurgie und Anästhesie nicht superwichtig.

Nebnbei Berlin und münchen sind eher die schlimmsten Orte für die Suche nach Wohnraum als nach Stellen
.

][truba][
03.06.2022, 16:49
Also wenn du dich für Radio in Berlin entscheiden solltest, kannst du mir schreiben.
Eine Abteilung kenne ich, die ganz gute Bedingungen bietet.

Ich denke wenn ihr Ehemann scheinbar der "Hauptverdiener" ist (und das eine Ärztin sagt), werden sie in Berlin schon was zum wohnen finden ;-)

mbs
03.06.2022, 21:46
München hat ebenso wie Berlin ein exzellentes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, so dass eigentlich auch ein weiterer Umkreis in Frage kommt. Es scheint nicht selten zu sein, dass Leute hier pendeln, wenn man dafür kein Auto braucht ist das auch leichter realisierbar. Hab bei einem Kurs mal einen getroffen, der aus privaten Gründen in Berlin gewohnt und in Brandenburg gearbeitet hat. An dem Klinikum wo er angestellt war traf das für die meisten seiner Kollegen zu, kaum einer hat da vor Ort gewohnt. Vielleicht wäre auch das eine Option. Denn im näheren Umland gibt es viele freie Stellen.

][truba][
03.06.2022, 22:00
Stimmt absolut. Da gibts ein Klinikum nah meiner Heimatstadt, da kommt mit Sicherheit 50-60% der Belegschaft aus Berlin gependelt.

Zweizinker
03.06.2022, 22:07
@TE:
. Nach den neuen Weiterbildungsordnungen könnte man ja theoretisch die gesamte Weiterbildung im ambulanten Bereich absolvieren - ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Außerdem würde eine dadurch bedingte Zunahme der Derma-Fachärzte natürlich auch den Druck auf die Facharzt-Einkommen erhöhen. Diese enorme Flexibilisierung der Weiterbildungsordnungen ist also ein sehr zweischneidiges Schwert.



Absolut korrektes Argument, das man auf jeden Fall berücksichtigen sollte. Allerdings gilt das doch mit der WBO für Augenheilkunde genauso, oder?

FuchsiBuchsi
03.06.2022, 22:09
München hat ebenso wie Berlin ein exzellentes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, so dass eigentlich auch ein weiterer Umkreis in Frage kommt. Es scheint nicht selten zu sein, dass Leute hier pendeln, wenn man dafür kein Auto braucht ist das auch leichter realisierbar. Hab bei einem Kurs mal einen getroffen, der aus privaten Gründen in Berlin gewohnt und in Brandenburg gearbeitet hat. An dem Klinikum wo er angestellt war traf das für die meisten seiner Kollegen zu, kaum einer hat da vor Ort gewohnt. Vielleicht wäre auch das eine Option. Denn im näheren Umland gibt es viele freie Stellen.

Naja, wenn wir zum Beispiel von Auge reden, dann ist die nächste Klinik in Rosenheim von München aus. Das pendelt man nicht mehr. Und selbst für die Stellen dort brauchst du viel Sitzfleisch und ev. Überbrückungszeit in anderen Disziplinen. Derma findest du im Umkreis gar nichts.
Vielleicht schaut es im Berliner Umland dann doch besser aus.

Wenn wir allerdings bei Radio oder Anästhesie sind, würde ich selbst für München direkt von passablen Chancen ausgehen.

Holthusen
05.06.2022, 16:25
Danke für die Antworten!
Bezüglich des Ortes, es kommt leider nur Berlin oder München in Frage, da nur hier mein Verlobter im deutschen Zweig seiner Firma seine Position behalten kann.


Das sind natürlich A-Großstädte mit insgesamt vielen Bewerbern. Man kann natürlich ins Umland pendeln. Ich würde mich einfach nach Interesse bewerben und schauen was passiert. Entweder kommen Zu- oder Absagen. So ist das Leben.
Alle Fächer sind ja prinzipiell familienfreundlich, wenn es in die Richtung gehen soll. Was nicht gut ist, ist ein Fach zu wählen, nur weil man einfach reinkommt und sich dann dort primär langweilt oder genervt ist von der uninteressanten Arbeit.
Manchmal muss man auch einfach ausprobieren und dann das Fach wechseln. Die meisten meiner ehemaligen Kommilitonen haben mal Fach oder Krankenhaus gewechselt. Eher die Regel als die Ausnahme





Ich wünschte auch, es würde niemanden mehr interessieren.
In Frankreich werde ich nicht bleiben, da man hier als Assistenzarzt für die gleiche Arbeit circa 1/3 des deutschen Gehalts bekommt. Das reicht schon als Grund, wenn du mich fragst. Plus, man sich einem nationalen, klassifizierenden Examen unterzieht, auf welches man sich 1 Jahr lang knechtend vorbereitet, dann geranked wird, der Erstplazierte sucht sich zuerst die Stelle aus und immer so weiter. Man hat somit keine freie Wahl über die Stadt und den Facharzt. Wozu soll man sich das antun, für 1/3 des Geldes, wenn man auch einfach nach Deutschland gehen kann.
Später als Facharzt verdient man dann wiederrum hier besser, unter besseren Klinikbedingugen in meinen Augen, falls es jmd interessiert ;)


Wir haben hier in Deutschland leider eher wenig bis garkeine Leute aus Frankreich oder Großbritannien, die für die FA-Ausbildung nach Deutschland kommen.. Auch aus Spanien, Polen, Tschechien, Portugal und auch Griechenland sind die Wellen Mitte des letzten Jahrzehnts abgeebbt. Es kommen aktuell Leute vor allem aus den EU Staaten Rumänien und Bulgarien sowie aus einigen Nicht-EU Staaten (ehemalige GUS-Staaten, Naher Osten).




Ansonsten danke dir. Und nein, Volle Weiterbildung in einer Praxis kommt für mich absolut nicht in Frage. Ist Derma denn einfach so beliebt (vergleichsweise gute Arbeitszeiten, vergleichsweise weniger Stress, Niederlassung möglich, unzählige Privatleistungen die man anbieten kann, bis hin zur vollen Ästhetik mit sonst welchen Unterspritzungen etc)? Oder ist es so umkämpft, weil es ein Randfach ist, mit wenig Weiterbildungsstellen? Oder beides?


Genau, wenig Stress, familienfreundlich, beschränkt auf die Haut. Aber auch konkorrenzlastig, weil es soviele machen. Ästhetische Medizin bieten viele an. Es kann aber auch vielseitig sein:
Manch Dermatologe am Krankenhaus macht beim Merkel-Zell-Karzinom oder Malignem Melanom die LK-Dissektion oder vom Hörensagen auch kleinere Lappen zur Defektdeckung. Also in die Richtung kleiner Chirurg statt Salbendermatologie. Dann gibt es noch den ganzen Onko-Systemtherapiepart beim Malignen Melanom. Warum machst du nicht einfach eine Famulatur oder Hospitation dort, um zu schauen, ob es dir gefällt?
Ich hatte das im Blockpraktikum und damals als etwas oberflächlich und langweilig für mich persönlich abgehakt.

Alihope92
06.06.2022, 23:19
Wie sieht die Ausbildung als Assistentzarzt in Frankreich aus? insbesonders OP-Ausbildung in der Augenheilkunde? du findest sicher eine Stelle in der Augenheilkunde in D, wenn du willst aber die Facharztausbildung ist meistens nur miserabel.