Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wird irgendwann besser?
Monstera minima
01.11.2022, 21:41
Hallo zusammen,
Ich habe fast 1,5 Jahre Innere Medizin gemacht davon ein Jahr in einem und 6 Monate in einem anderen Krankenhaus. Nun arbeite ich seit Anfang Oktober in einer Klinik der Maximal Versorger. Als ich hospitiert habe, hat keine der Assistenzärzte was erzählt über Überstunden oder geklagt, dass die so viel zu tun haben. Ich sitze täglich 2-3 Stunden mehr in der Klinik (Arbeitszeit offiziell 7:30 bis 16:30) bei mir aktuell 7:30 bis 19 Uhr. Gleich im Oktober 4 Nachtdienste gehabt mit relativ viele Patienten aufkommen (pro Nacht 12-22 Patient), in der Funktion zu gehen ist unmöglich, da ich auf der Station circa 18 Patienten betreuen muss, davon 3 Zimmer ISO - COVID. Zudem ist die Stimmung sehr angespannt im Team auch den Umgangston zwischen Ärzte und Schwestern funktioniert schlecht. Letzte Nacht hatte ich einen Patienten versprochen innerhalb von maximal 2 Stunden auf Station zu gehen, stand nun die Schwester neben und meinte, dass stimmt nicht, was Ihnen die Ärztin sagt. Eindeutige Lüge :/ . Ich war schon genervt, dass Sie mich gegenüber dem Patienten so angesprochen auch wenn Sie damit recht hat. Meine Frage ist, ob sich der Zustand verbessert oder sieht Ihr keine Höffnung?
Ich kann auch nicht kündigen, auch wenn ich in der Probezeit bin. Ich habe ja in der vorherigen Stelle innerhalb der Probezeit aufgrund ähnliche Probleme gekündigt.
Viele Grüße
Es ist Innere Medizin. Das ist in der Regel niemals der Hit. Take it or leave. 1,5 Jahre ist doch super. Schau Mal wohin die Richtung geht. Allgemeinmedizin? Labor? Anästhesie?
Monstera minima
01.11.2022, 22:58
FA Innere alles andere kann ich mir nicht vorstellen
Ist es denn grundsätzlich bei euch so, oder einfach gerade personell eng? Hoher Krankenstand etc?
Hättest du einen Plan B? Erstmal Fremdjahr und dann weitersehen?
Gefühlt ist es gerade in der Inneren so, dass man nie pünktlich rauskommt. Ich würde mich glaube ich gut umhören, bevor ich da wechseln würde.
Monstera minima
02.11.2022, 08:53
Personal wechselt wohl ständig, viele kündigen aber auch kommen viele neu. Zur Funktion gibt es überhaupt keine Zeit. Außer Briefe schreiben, paar Blut Abnahme und die Nachtdienste kann man mehr nichts tun
Feuerblick
02.11.2022, 09:04
Wie ergeht es denn den Kollegen? Machen die auch so viele Überstunden? Was genau fällt an Arbeiten an, dass du 2-3 Stunden länger in der Klinik bleiben muss?
Ich würde zunächst einmal schauen, wo ich selbst meine Abläufe optimieren kann. Insgesamt klingt die hohe Fluktuation aber eher nach einem strukturellen Problem der Abteilung. :-nix
Monstera minima
02.11.2022, 20:03
Außer wenn jemand in der ZNA eingesetzt wird, dann ist meistens nach der Übergabe pünktlich Feierabend. Viele wirken unzufrieden, was ich leider während den Hospitationstag nicht beobachtet habe. Auch die Dienstbelastung ist hoch. 24stunde Nachtdienst davon 4 pro Monat ( 1 mal Wochenende mit drine), und die intensiv Station haben täglich eine Arbeitszeit von ca 12 Stunden 2 Schichtsystem.
Feuerblick
02.11.2022, 20:07
Naja, aber vier Dienste pro Monat incl. ein Wochenende würde ich als eher wenig bezeichnen. Und dass Intensivstationen Schichtsystem haben, finde ich auch nicht ungewöhnlich.
Anne1970
02.11.2022, 20:16
Vier x 24 h Dienst bedeutet am Folgetag dienstfrei zum Ausschlafen…24h-Dienste an Donnerstagen waren in meinem Fremdjahr sehr beliebt :-))
4 Dienste, davon 1x Wochenende ist doch völlig normal.
Monstera minima
02.11.2022, 23:20
Vielleicht bin ich einfach nicht dran gewöhnt, aber was mit den anderen, die da arbeiten? Die finden es viel.
In meinem alten Haus waren 4 Nächte 12stunden Dienst inkl einen langen Tagsdienst am Wochenende und 3 unter der Woche bis 20h
Ist das normal, dass pro Assistenzarzt 17 Patienten eingeteilt werden?
Vielleicht bin ich einfach nicht dran gewöhnt, aber was mit den anderen, die da arbeiten? Die finden es viel.
Manche finden 2-3 Dienste viel, andere sind bei 7 Diensten noch völlig entspannt. Das ist völlig unterschiedlich und hängt meiner Erfahrung nach nicht mit der Dienstanzahl sondern eher mit der Dienstbelastung zusammen. Und umso höher die Versorgungsstufe (für Basis-Fächer: Innere, Chirurgie etc.) umso höher meist die Dienstbelastung. Soweit so normal.
Auf der anderen Seite klingt "einen Dienst am Wochenende" schon auch ziemlich cool. In meiner Assistenzarztzeit gab es wenige Zeiten in denen ich nur ein Wochenende im Monat gearbeitet hab, zwei Wochenenden mit Arbeit irgendwie verplant waren Standard, teilweise waren es deutlich mehr was inzwischen tarifvertraglich gar nicht mehr erlaubt ist.
"die anderen finden..." ist auch immer wieder mal ein Aufschaukeln unter Assistenzärzten. Wenn da mal schlechte Stimmung und der Wurm drin ist kommen die oft auch nicht mehr wirklich raus. Dann wird geschimpft und alles sei so schlecht und jeder in diesen Abwärts-Strudel mit reingezogen.
Ist das normal, dass pro Assistenzarzt 17 Patienten eingeteilt werden?
Da kann man doch keine Pauschalaussagen treffen! In manchen Fächern betreut man das Doppelte an Patienten alleine, in anderen Fächern nur die Hälfte davon. Die Frage ist eher wie die Struktur ist, das Patientengut usw. usw...
PsychoFan
03.11.2022, 06:05
Als Vertretungsarzt bin ich immer wieder in den selben Kliniken im Einsatz. Die Situation dort ist ähnlich, wie die von Dir beschriebene. Ob es besser wird? Seit 5-7 Jahren, wo ich dort eingesetzt werde, ist es in keiner der Kliniken besser geworden. In manchen dafür aber so schlecht, dass ich die Einsätze dort nicht mehr annehme.
Der Masochismus der dortigen Kollegen gepaart mit deren German Angst lassen jeglichen Veränderungsversuch scheitern.
Das Chaos schützt Arbeitsplätze und schützt vor Verantwortung. Es ist gewollt. Die UAW in Form assistenzärztlicher Überstunden nimmt man in Kauf.Je schneller sie weg sind, desto weniger bedrohen die auch die eigene Oberarztstelle. Seitdem die Chefärzte zu Marionetten der Geschäftsführung mutiert sind, gibt es keine Aufstiegschancen für Oberärzte. Wo kein Abfluss nach oben möglich ist, muß man sich vor dem Zufluss von unten schützen. Toleriert werden nur Altassistenten und Fachärzte ohne Aspiration zum Oberarzt. Die anderen muß man fertigmachen, bevor sie einen selbst bedrohen und die eigene Inkompetenz entlarven.
RussianAngel
03.11.2022, 18:49
Als Vertretungsarzt bin ich immer wieder in den selben Kliniken im Einsatz. Die Situation dort ist ähnlich, wie die von Dir beschriebene. Ob es besser wird? Seit 5-7 Jahren, wo ich dort eingesetzt werde, ist es in keiner der Kliniken besser geworden. In manchen dafür aber so schlecht, dass ich die Einsätze dort nicht mehr annehme.
Der Masochismus der dortigen Kollegen gepaart mit deren German Angst lassen jeglichen Veränderungsversuch scheitern.
Das Chaos schützt Arbeitsplätze und schützt vor Verantwortung. Es ist gewollt. Die UAW in Form assistenzärztlicher Überstunden nimmt man in Kauf.Je schneller sie weg sind, desto weniger bedrohen die auch die eigene Oberarztstelle. Seitdem die Chefärzte zu Marionetten der Geschäftsführung mutiert sind, gibt es keine Aufstiegschancen für Oberärzte. Wo kein Abfluss nach oben möglich ist, muß man sich vor dem Zufluss von unten schützen. Toleriert werden nur Altassistenten und Fachärzte ohne Aspiration zum Oberarzt. Die anderen muß man fertigmachen, bevor sie einen selbst bedrohen und die eigene Inkompetenz entlarven.
Perfektes System- die Gesundheit von der Bevölkerung ist sicher auf dem besten Weg :) Wir machen das beste für die nächsten Generationen in Deutschland, gell? Gesundheit ist ehe überbewertet...
][truba][
03.11.2022, 18:57
Hab ich in allen 3 Kliniken anders erlebt. Und Chefarztstellen gibt es auch ausreichend, wenn man denn Chef werden möchte. Zumindest findet man diese Stellen selbst im Ärzteblatt.
cartablanca
03.11.2022, 22:44
Wenn man sich gut organisiert und viel delegiert kann man enorm viel Zeit sparen. Bestimmt 40 % in der Inneren. Keine Angehörigengespräche nach 15 Uhr. Kein Multitasking. Zeitlimits für Aufgaben setzen. Kurze Laufwege halten.
Monstera minima
03.11.2022, 22:46
Die Klinik war mir durch meine Famulatur vor über 4 Jahren schon bekannt. Organisiert, nett, viele Ärzte, nicht viel Überstunden, man lernt viel
Ich bin überrascht jetzt ganz anders. 2 aus dem Studium waren dort bis einem Jahr, 2 anderen sind noch da aber anscheinend unzufrieden.
PsychoFan
05.11.2022, 07:01
Die Situation ist nie so schlimm, dass es nicht schlimmer ginge.
Verstehe dein Anliegen nicht. Wenn du gerne unter solchen Bedingungen arbeiten möchtest, warum klagst du dann? Es gibt doch genug Alternativen.
Monstera minima
05.11.2022, 18:29
Ich würde gerne mal zur Funktion, aber das klappt niemals
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