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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit Patient nach Praxisschließung



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MFA-3289
29.11.2022, 14:45
Hallo in die Runde,

wegen Praxisschließung steht bei mir nach über 8 Jahren gezwungenermaßen ein Jobwechsel an. Ich arbeite wirklich sehr gerne in der Einrichtung (möchte aus Anonymitätsgründen Näheres wie die Fachrichtung allerdings nicht nennen), mein Job erfüllt mich und im Laufe der Jahre ist einem natürlich auch der ein oder andere Patient ans Herz gewachsen.

Nennen wir ihn einfach mal den "Patient x"... der ein kleines bisschen mehr der Gedankenwelt einnimmt, als die üblichen Patienten... den man auf seinem (anfangs noch ungewissen) Weg begleitet hat... bei dem ein gutes Miteinander auf Augenhöhe spürbar ist und mit dem man gerne Zeit verbringt... von Anfang an eine unerklärliche Vertrautheit und Offenheit da war... für den man persönlich im Laufe der Zeit eine gewisse Anerkennung/Bewunderung für einige Wesenszüge/Charaktereigenschaften/Ansichten empfindet.. guter Vibe und es menschlich matcht.

Diesen Umstand, dass man so unerwartet (und dann auch noch im Arbeitsumfeld) jemand Fremdes trifft, mit dem man so stark auf einer Wellenlänge liegt, habe ich vorher noch nicht erfahren und das hat mich zu Beginn auch jedes Mal recht irritiert.

Ich habe den Eindruck, dass auch der Patient das Miteinander als sehr angenehm und entspannt empfunden hat. Zumindest lässt sich die Körpersprache der längeren Gespräche so deuten (beidseitig). Aber es lief immer professionell ab und in den ganzen Jahren wäre ich niemals auf die Idee gekommen, einen Patienten privat zu kontaktieren.

Wir hatten nun bereits Gelegenheit, bei mehreren Terminen kurz darüber zu sprechen, dass sich die Wege bald trennen, da wir bei meiner zukünftigen Stelle keine Berührungspunkte mehr haben werden. So richtig verabschiedet haben wir uns allerdings nicht und ich weiß nun gar nicht, ob es vom Dienstplan überhaupt noch passt, dass wir erneut zusammen kommen werden.

Nun bleibe ich quasi mit einem leichten Anflug von Melancholie zurück und bin nicht sicher, soll ich in irgendeiner Form agieren oder einfach abwarten? Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was ich mir von einem zukünftigen Kontakt versprechen würde (kenne nicht mal die genauen privaten Verhältnisse und bei mir ist es kompliziert ;-) ). Und ich möchte natürlich nicht creepy rüber kommen.

Habt ihr schon mal eine ähnliche Situation erlebt? Oder seid ihr (wie ich bisher) für strikte Trennung von Privatem und (bald ehemaligen) Beruflichem? Auslaufen lassen und die neuen Wege gehen?

VG

clyde_frog
01.12.2022, 21:50
BEYOND creepy, sorry!

Feuerblick
01.12.2022, 21:52
Solche Threads enden immer mit dem Löschwunsch durch den User. :-nix

anignu
01.12.2022, 23:00
BEYOND creepy, sorry!
Ich weiß nicht. Ich würde da nicht gleich so verurteilend sein. Mir fehlen da noch sehr viele Informationen auch in Richtung was MFA-3289 genau vorhat um differenzieren zu können zwischen "creepy" und "BEYOND creepy".

davo
01.12.2022, 23:03
Es wäre doch sehr traurig, wenn man als im Gesundheitswesen tätiger Mensch nur eine Maschine ohne jegliche Emotionen ist. Ist doch selbstverständlich, dass einem das nahegeht, oder? :-)) Wenn das schon "creepy" ist...

OK gut, das was im vorletzten Absatz steht, ist dann schon grenzüberschreitend. Aber der Rest? Völlig normal eigentlich, oder? :-))

anignu
02.12.2022, 00:03
OK gut, das was im vorletzten Absatz steht, ist dann schon grenzüberschreitend.
Du liest dir das Ganze durch und kommst am Ende zum Ergebnis: "schon grenzüberschreitend". Wie beurteilst du dann den Text insgesamt? Super Text, den grenzüberschreitenden Teil ignorieren wir mal?

Im Absatz 5 steht dass der Patient schon (durch MEHRFACHE Gespräche) weiß dass sich die Wege trennen werden. Fertig. Der Patient weiß es. Was will man mehr? Und ab dann wird es eben creepy oder beyond creepy. Nachdem sich der TE noch nicht weiter geäußert hat würde ich diesbezüglich die Beurteilung noch offen lassen. Ich tendiere aufgrund der Beschreibung "zukünftigen Kontakt [...] (kenne nicht mal die genauen privaten Verhältnisse und bei mir ist es kompliziert )" auch eher zu beyond creepy wollte mich da aber noch nicht so festlegen ohne weitere Informationen.

MFA-3289
02.12.2022, 05:52
Danke für euer Feedback!
Manchmal muss einem der Kopf gewaschen werden, dass es eben doch irgendwie creepy ist (ich ahnte es ja bereits..) und damit ist meine Frage eindeutig beantwortet.

Und ja stimmt, der vorletzte Absatz liest sich verwirrend. Ich wollte da eigentlich auf gar nichts bestimmtes (schon gar nicht romantisches) hinaus. Es ging mir in der Tat nur darum, in Kontakt zu bleiben, die (Kranken-)Geschichte weiter zu verfolgen, weil es mich interessiert und auch berührt, es weiterhin Gespräche mit Mehrwert, Aufrichtigkeit und gutem Vibe hätten entstehen können.

rafiki
02.12.2022, 06:08
Es ging mir in der Tat nur darum, in Kontakt zu bleiben, die (Kranken-)Geschichte weiter zu verfolgen, weil es mich interessiert und auch berührt, es weiterhin Gespräche mit Mehrwert, Aufrichtigkeit und gutem Vibe hätten entstehen können.

Warum man dieses Fremdwort verwenden muss, ist mir schleierhaft und mindert deine ansonsten sehr reflektierte Sprache. Ansonsten: Was spricht dagegen, dem Pat. anzubieten, ihm an einer neuen Arbeitsstelle weiterzubehandeln, so etwas habe ich auch schon getan.

MFA-3289
02.12.2022, 06:16
Warum man dieses Fremdwort verwenden muss, ist mir schleierhaft und mindert deine ansonsten sehr reflektierte Sprache. Ansonsten: Was spricht dagegen, dem Pat. anzubieten, ihm an einer neuen Arbeitsstelle weiterzubehandeln, so etwas habe ich auch schon getan.

Irgendwie trifft es das Wort "Vibe" in diesem Fall einfach am besten.

Anderer Fachbereich, daher kommt das leider nicht in Frage.

Markian
02.12.2022, 07:15
Hört sich für mich leider auch sehr creepy an.

MFA-3289
02.12.2022, 09:44
Hört sich für mich leider auch sehr creepy an.

Danke für das ehrliche Feedback!

Ich habe die Frage tatsächlich nicht gestellt, damit man mir die Antwort gibt, die ich am liebsten hören möchte, sondern um echte Meinungen "von außen" zu hören.
Diese sind auf jeden Fall eindeutig und das kann ich auch gut annehmen!
Ob ich mich im meinem Eingangspost irgendwann im eigenen Text ein wenig verrannt habe, manchen nicht jede Wortwahl zusagt, ich an der ein oder anderen Stelle zu emotional war, die Situation vielleicht auch nicht 100% passend wiedergegeben habe usw. Das lasse ich dabei mal außen vor und ich denke, dass ich das für mich ganz gut einordnen kann.
Wenn man sich in einer Situation befindet, in der man emotional involviert ist, fällt es manchmal schwer, die richtige Richtung zu finden bzw. sie kristallisiert sich vielleicht erst aufgrund klarer und deutlicher Meinungen von außen heraus.. Dafür seid ihr da gewesen!
Sicherlich spielt in meiner Situation noch der Fakt hinein, dass ich aufgrund anstehenden Jobwechsels in einen anderen Fachbereich, gerade etwas etwas "anfälliger" dafür bin, an Altem/ Bewährten/ Vertrautem festhalten zu wollen.
Ich werde es also als gute Zeit in Erinnerung behalten, das Ganze nicht "komisch" werden lassen und es dabei belassen.

Bender B. Rodriguez
02.12.2022, 10:01
Das Thema ist schon sehr ungewöhnlich. Ich habe jedenfalls noch nie das Bedürfnis gehabt zu Patienten privat Kontakt zu haben.

ABER:
Was spricht denn dagegen, wenn man schon ein gutes Gefühl (Vibes) hat und das anscheinend auch von beiden Seiten empfunden wird, einfach dem Patienten unverbindlich die Privatnummer oder die Nummer der nächsten Stelle zu geben (falls noch Dinge im Übergang zum weiterbehandelnden Kollegen geklärt werden müssen z.B.)? Dann wird man ja sehen, ob er sich meldet oder nicht. Das nimmt finde ich schon ein wenig von der "Creepiness".

Nefazodon
02.12.2022, 10:49
@Bender: Aber ob es tatsächlich von beiden Seiten so empfunden wird, und *was* es genau ist, das empfunden wird, wissen wir doch gar nicht.

Ich persönlich sehe das mit der Privatnummer in diesem Kontext schon als Grenzüberschreitung. Und eine Grenzüberschreitung bedeutet für mich auch immer eine Minderung der Professionalität.

Mein Rat lautet daher, es zu lassen.:-nix

Bender B. Rodriguez
02.12.2022, 11:03
Klar "wissen" wir nicht genau, wie die Situation sich darstellt. Das weiß der Ersteller wohl am besten selbst. Insofern könnten wir uns alle Kommentare sparen.

Dass es eine Grenzüberschreitung darstellt, die Privatnummer rauszugeben, sehe ich ähnlich. Allerdings frage ich mich, ob eine "kleine" Grenzüberschreitung nicht in Ordnung sein kann bzw. es in diesem Kontext von den beteiligten Personen eben nicht als solche empfunden wird. Es ist nunmal eine außergewöhnliche Situation.

Ich spare mir den Rat in diesem Fall einfach.

Nefazodon
02.12.2022, 11:08
Die Gefahr ist immer, dass auf eine "kleine" Grenzüberschreitung eine etwas größere folgt usw.

Ich würde es dabei belassen und die Zeit in guter Erinnerung behalten.

Bender B. Rodriguez
02.12.2022, 11:37
Ich weiß einfach nicht, wie ich hier entscheiden würde.

davo
02.12.2022, 15:05
Ich werde es also als gute Zeit in Erinnerung behalten, das Ganze nicht "komisch" werden lassen und es dabei belassen.

Das klingt vernünftig! Find ich gut so.

Arrhythmie
02.12.2022, 15:11
Ich finde sowas leider auch äußerst creepy. Sorry....

Bille11
02.12.2022, 15:26
Oooooh, ich hatte ja vor Jahren mal so eine Prämedikation, …. ‚Kannst Du noch mal grad kommen, da ist noch nen Patient nachgemeldet..‘ … sass ein echt netter Typ in so meinem Alter dort, mit seinem Kumpel, ich nehm den Typen = Patienten mit, der Kumpel bleibt sitzen. Es hat von der ersten Sekunde an gefunkt, wir haben eigentlich nur geflirtet & unsere Freizeitaktivitäten beleuchtet (wo man sich ja wiedertreffen könnte…), viel vielviel später klopft es an der Tür, der Kumpel möchte seinen Freund abholen, ob wir noch länger brauchen.. die relevanten Dinge wie Aufklärung (haha) und Unterschriften schnell erledigt; grinsend trennen wir uns & der Kumpel wollte schon frageb, ob wir nicht doch noch Zeit brauchen. (Irgendso ein frecher Spruch) - herrlich verschossen trennen sich unsere Wege.
Ich hätte ja auf die Adressinfos gucken können. Ich hätte sogar die Narkose machen können. Nö - ich habe das ausgesessen. War einfach ZU viel. (Creeeeepy? Wie man heute so sagen würde) Die Chance wäre ja im Freizeitleben gewesen, wovon wir uns nun wirklich genug gegenseitig erzählt hatten, wo man sich so aufhalten würde. Und nach ein paar Wochen war es nur noch ein kleines Anekdötchen.

LRKS: kommt vor, dass man sich mag & schätzt. Aber mehr als gegeneinander/voneinander die Möglichkeiten auf ein Wiedersehen auf anderer Ebene skizzieren wäre wohl schwierig. Wenn es eine rein (sozial)medizinisch interessierte Haltung ist,, vielleicht auch als genau das an den Weiterbehandler ‚würde ich mich freuen, über den weiteren Verlauf informiert zu werden.‘ geben. Dann kann der - mit dem Patienten - das entscheiden.

Arrhythmie
02.12.2022, 15:36
Naja aber im Endeffekt sagst Du auch nichts anderes als es der Tenor hier tut... dass es irgendwie zu viel des Guten ist.