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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich möchte Teilzeit (4/5 Tage) arbeiten - schreibe ich es in meine Bewerbung rein?



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_calendula_
14.12.2022, 17:26
Das kommt immer ganz aufs Team an. Ich habe auf Anästhesie-Seite auch mit Unfallchirurgen gute Erfahrungen gemacht. Ich glaube, man findet in jedem Fach solche und solche Abteilungen.

ehem-user-16-12-2022-1308
14.12.2022, 17:45
Das kommt immer ganz aufs Team an. Ich habe auf Anästhesie-Seite auch mit Unfallchirurgen gute Erfahrungen gemacht. Ich glaube, man findet in jedem Fach solche und solche Abteilungen.

Glaube ich auch, es ist aber schon sehr merkwürdig, dass Undankbarkeit und toxische Vorgesetzte hauptsächlich die Chirurgischen Fachrichtungen an Unikliniken betreffen (PJ-Ranking). Was man da liesst hört sich schon echt übel an

Bonnerin
14.12.2022, 18:24
Sorry, aber das ist doch Käse. Ich habe im PJ und in meiner Zeit in der Anästhesie mit den meisten Chirurg:innen gut arbeiten können. Bis auf 2, 3 Personen sind mir die meisten auch in guter Erinnerung geblieben.
Ganz im Gegensatz dazu meine Erfahrungen mit Internist:innen im PJ und in konsiliarischer Form im Beruf. Da waren natürlich auch Nette dabei, aber was ich da an Hauen und Stechen erlebt habe war eine ganz eigene Welt. Was soll uns das sagen? Man kann es nicht Verallgemeinern...

Kann man in Teilzeit anfangen? Ja. Ist es immer sinnvoll? Eher nein. Eine Ex-Kollegin hatte in der Anästhesie eine 60%-Stelle. Im Dienstplan war sie aber für 2 Monate mit 100% geplant und anschließend erstmal etwas weniger als 60% um das "aufzufangen", und ab dem breakeven point war es dann regulär 60%. Die Routineentwicklung klappt halt eben doch etwas besser, wenn man sie erstmal täglich macht.

Arrhythmie
14.12.2022, 18:49
Ich schreibe ja nur wie meine Erfahrungen waren. Ich hab noch nie so viele auffällige Menschen auf einem Haufen erlebt wie im OP. Mein Mann ist übrigens selber Chirurg :-oopss

Endoplasmatisches Reticulum
14.12.2022, 19:46
Man kann es nicht Verallgemeinern...
Natürlich kann man das, wenn man etwa beobachtet, dass die PJ-Bewertungen der Chirurgen regions- und häuserübergreifend im Median deutlich schlechter ausfallen als in vielen anderen Fächern. Dann kann man diskutieren, inwieweit das für ÄiW repräsentativ oder relevant ist. Aber da es ja auch um Nachwuchsgewinnung geht und ein Wegfall fähiger Neukollegen die Arbeitsbedingungen der Bestandsärzte nachhaltig verschlechtert, würde ich sagen: sehr.

Es hat niemand bestritten, dass es nicht auch gute und sehr gute Abteilungen gibt; oder Leute, die positive Erfahrungen gemacht haben. Wenn aber selbst gestandene Chirurgen hier im Forum zustimmen, dass in ihrem Fach oft vieles im Argen ist ...

Arrhythmie
14.12.2022, 19:52
Mein Mann hat ja 2 chirurgische Fachärzte gemacht war lange an Uni und Maximalversorger, mittlerweile BG und sagt selber zu dem Thema - joa.... - nicht viel :-oopss Und das sagt bei ihm schon viel aus... :-keks

ehem-user-16-12-2022-1308
14.12.2022, 20:36
Sicherlich gibt es auch sehr gute chirurgische Abteilungen. Aber das Gesamtbild spricht doch eine ziemlich deutliche Sprache. Wenn selbst Präsidenten von chirurgischen Fachgesellschaften der Presse gegenüber einräumen, dass der meiste potentielle Nachwuchs im Chirurgie-Pj abgeschreckt wird und das nicht durch die chirurgische Tätigkeit, sondern durch die Gesamtbedingungen inklusive Behandlung, Wertschätzung und die Tiefroten PJ-Ranking Zahlen das immer wieder bestätigen, dann ist da ein gewisser Trend erkennbar. Woher kommen denn die ganzen Klischees

Arrhythmie
14.12.2022, 20:57
Also ein kleiner Einblick in einige meiner OP-Highlights während PJ und anderen studentischen Tätigkeiten:

-Chef der Gefäßchirurgie lässt pausenlos Frauenfeindliche Sprüche ab und sagt vor dem gesamten OP Team dass er keine Frau mehr einstellt weil unfähig und arbeiten eh alle nur TZ.... rechtlich schwierig aber naja. Wenn er meint.

-Ortho OA schmeißt einen falsch angereichten Haken quer durch den Saal und schreit rum wie ein Wildgewordener

-Allgemeinchirurgische OÄ brüllt am Telefon die Pflege an dass sie "mit denen jetzt sowieso nicht redet, weil unter ihrer Würde"

-Allgemeinchirurgische OÄ bezichtigt Pflegepersonal es hätte ihren teuren "Mont Blanc" Kugelschreiber geklaut.... (lol)

-Ortho OA herrscht die Anästhesie an sie soll mal gefälligst jetzt ruhig sein, er müsse sich konzentrieren. Die Anästhesie hatte zwar nichtmal auch nur einen Ton gesagt aber jut - vielleicht war der Monitor zu laut, kein Plan, ein Rätsel.... Vielleicht hat er auch Stimmen gehört.

usw....
Mir fällt gar nicht mehr alles ein.

Mein Mann hat noch weitere Geschichten, der ist älter und musste noch AiP machen. Sein erster Chef hat mal in der Morgenbesprechung zu den Oberärzten gesagt sie seien alle "Idioten".
:-nix

ehem-user-16-12-2022-1308
14.12.2022, 22:08
An unserer Uni hat ein Chefarzt mal einem AiW in die Hand geschnitten, weil die im Weg war. Und einer ist mal ausgeflippt, weil ein Stationsarzt vor ihm den Patientenraum verlassen hat. Sowas habe ich bei anderen Fachrichtungen nicht mitbekommen, obwohl es da auch mal Meinungsverschiedenheiten gab, aber da wurde eher miteinander geredet. Manche OÄ haben auch nie einen Gruß erwidert, obwohl sie ihn genau vernommen haben. Ich verstehe nicht, wie man so als Mensch werden kann

ehem-user-16-12-2022-1308
14.12.2022, 23:33
Leute die ständig rumständen, schlechte Stimmung verbreiten und Mitarbeiter vor Patienten anpflaumen können auch gemeldet werden, was dann u.U. arbeitsrechtliche Konsequenzen hat. Wenn z.B: die OP-Pflege ständig persönlich wird. Den Vorgesetzten anzuschwärzen ist sicherlich sehr schwierig. Da muss man Abwegen. Aber mit Leuten die Instrumente im OP werfen könnte ich nicht arbeiten. Irgendwann wird noch jemand getroffen. Wer sich so wenig unter Kontrolle hat macht auch nicht unbedingt ein gutes Arbeitsklima und annehmbare Ausbildungsbedingungen. Mir ist immer wieder schleierhaft wie man so wird und warum so Leute ausgerechnet in die Chirurgie wollen