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Man sollte vielleicht zuerst fragen, ob man überhaupt nochmal Medizin studieren würde. Wahrscheinlich würden überraschend viele mit "nein" antworten.
Man sollte vielleicht zuerst fragen, ob man überhaupt nochmal Medizin studieren würde. Wahrscheinlich würden überraschend viele mit "nein" antworten.
Aber was wäre die Erkenntnis daraus?
Relaxometrie
01.06.2023, 21:19
Man sollte vielleicht zuerst fragen, ob man überhaupt nochmal Medizin studieren würde. Wahrscheinlich würden überraschend viele mit "nein" antworten.
Ist die Labormedizin, in der Du ja vor einigen Wochen gestartet hast, doch nicht Dein Ding?
alphamethyldopa
02.06.2023, 12:00
Anästhesistin hier. Ich liebe mein Fach und liebe auch mein Privatleben. Ambulante Anästhesien kamen für mich zu Karrierebeginn nie in Frage, und das ist auch gut so. Du sollst dich mit deinem Zeug richtig gut auskennen ehe du in die amb. Anästhesie gehst.
Und Ästhetik machen zwei meiner Anästhesiekollegen nebenberuflich, verdienen Haufen Kohle damit, arbeiten dann wie die Blöden, dafür laufen die Praxen gut. Die beiden schwenken in der Zukunft wahrscheinlich ganz auf die Ästhetik um.
Ich überlege auch den Allgemeinmediziner dranzutackern. 2 Jahre Hausarztpraxis schadet nie, und am Ende hat man eben die Möglichkeit als Niedergelassener eine eigene Praxis zu haben.
Maximalversorger und Uni kamen aber bei mir nie in die Wahl. Ist halt nicht mein Ding. Mein Ding waren bisher immer mittelgroße Regelversorger mit großem Spektrum inklusive Thorax und NCH. Da hast du alles, auf vernünftige ITS, und bist bestens bewappnet für alles, was das Leben bringt.
alphamethyldopa
02.06.2023, 12:04
Ich sehe jetzt, die Rede ist von der ästhetischen Chirurgie und nicht Hyaluron- und Botoxgeschichten Um mit ästhetischen Chirurgie Kohle zu machen, muss man auch GUT sein. Und ob du als Chirurg gut bist, weißt du nicht bevor du es probierst, so zumindest meine Meinung.
Und auch da - ehe du in die Praxis gehst, muss du dein Zeug gut beherrschen. Es bleiben dir die Klinikjahre nicht gespart.
Es ist schon okay, aber die Vergangenheit bereitet mir Kopfzerbrechen, ein verschwendetes Leben wenn man so will. Es gibt nichts Richtiges im Falschen. Hätte ich was anderes studiert wäre die Vergangenheit anders verlaufen, wie ich denke besser.
Endoplasmatisches Reticulum
02.06.2023, 16:00
Es ist schon okay, aber die Vergangenheit bereitet mir Kopfzerbrechen, ein verschwendetes Leben wenn man so will.
Lebenszeit ist nie verschwendet. Du solltest dich von dem Zwang lösen, irgendwem irgendetwas beweisen zu wollen, und dich mit anderen zu vergleichen. Kosmisch betrachtet ist es völlig unerheblich, ob du Chefarzt in Fach XYZ wirst, oder irgendwann den Entschluss fasst, dass Medizin dich nur noch ankotzt und du woanders dein Glück suchst und auch findest.
Man muss Dingen nur eine Chance geben, realistische Erwartungen haben, sich stets selbst kritisch reflektieren und nach positiver Verbesserung streben. Du solltest bloß bei jeder kritischen Entscheidung nachdenken, ob du mit denselben Informationen von damals diese Entscheidung heute so genau so erneut treffen würdest. Wenn ja, dann hast du dir nichts vorzuwerfen. Wenn nein, dann hast du draus gelernt.
Sonic the Hedgehog
03.06.2023, 18:02
Ich sehe jetzt, die Rede ist von der ästhetischen Chirurgie und nicht Hyaluron- und Botoxgeschichten Um mit ästhetischen Chirurgie Kohle zu machen, muss man auch GUT sein. Und ob du als Chirurg gut bist, weißt du nicht bevor du es probierst, so zumindest meine Meinung.
Und auch da - ehe du in die Praxis gehst, muss du dein Zeug gut beherrschen. Es bleiben dir die Klinikjahre nicht gespart.
Das Problem ist, dass du ästhetische Eingriffe während der Facharztausbildung in deutschen Kliniken so gut wie nie lernst. Das läuft alles primär im niedergelassenen Bereich. Dementsprechend erlernst du die "interessanten" Ops auch meist erst nach dem Facharzt.
alphamethyldopa
04.06.2023, 11:26
Das heißt, so stelle ich es mir mindestens vor, man müsste ja plastische machen bevor man ästhetsche macht? Praktisch schaut man, während der WB zum Plastiker, ob man auch das Zeug hat zum guten Ästhetiker?
So meinte ich es mindestens.
Locutus001
05.06.2023, 13:40
Moin,
ich hab mich gefragt, ob ich ihr eure Fachrichtung nochmal so wählen würdet mit eurem jetzigen Wissen bezüglich Wertschätzung, Klinik-Gebundenheit, Gehalt, Weiterbildungsmöglichkeit, Aufstiegschancen etc.
Was mich aber am meisten interessiert, ob ihr, wenn ihr die finanziellen Möglichkeiten hättet, ihr einen eigenen KV-Sitz bekämt, oder euch anstellen lasst, in die Praxis abzuwandern oder würdet ihr der Klinik treu bleiben (unabhängig ob peripheres Haus, Uni...). Gerne mit Erläuterung, weil ich aktuell mit dem Gedanken spiele, eine Fachrichtung zu wählen, die nicht meine 1. Wahl bezüglich Interessen ist, jedoch nach dem Facharzt-Titel sehr gute Praxisoptionen bietet und ,,eher'' familienfreundlich ist. Unabhängig davon, ob angestellt oder in der Selbstständigkeit, werde ich in der Praxis vermutlich deutlich besser verdienen im Vergleich zur Klinik-Tarifvertrag.
Die andere Fachrichtung (ANÄ), die mich von allen Fachrichtungen am meisten interessiert, ist jedoch sehr Klinik-gebunden. Klar, gibt es auch da Optionen, ambulant oder in einer Praxis zu arbeiten, aber diese Optionen könnte ich mir in diesem Fach nicht vorstellen, weil mir das zu langweilig wäre. Vielleicht noch wichtig, wenn Anästhesie, dann Maximalversorger oder Uni, weil ich in den kleineren bis mittelgroßen Häusern das breite Spektrum an Krankheitsbildern, das Studenten-Teaching und ggf. die Forschung fehlt.
Zusammengefasst: Gehe ich nur nach meinen Interessen und mache Anästhesie in der Klinik mit Tarifvertrag oder denke langfristig an die familienfreundlichere Alternative und wähle ein Fach, was laut meiner Interessen nicht an 1. Stelle ist, sondern eher Platz 3-4, ich jedoch sehr gutes Geld verdienen kann, was mir durchaus wichtig ist. Ich sage nicht, dass Ärzte/Ärztinnen nicht gut bezahlt werden, aber wenn ich mir die Umstände in der Klinik anschaue, denke ich, dass die Arbeit dem Gehalt nicht gerecht wird. Außerdem denke ich nicht, dass sich in den nächsten Jahren viel in unserem Gesundheitssystem ändern wird (Auch nicht durch Lauterbach's Gesundheitsreform).
LG
Intubiert
Hi,
"würdet ihr eure Facharztrichtung nochmal wählen"?
--> Facharzt Laboratoriumsmedizin
--> Eindeutiges JA
Und dann schließen sich bei Dir viele weitere Fragen an, die eher auf Dich gemünzt sind haha :-)
Ich möchte nochmal folgende Aussage von Dir hier hervorheben:
"Zusammengefasst: Gehe ich nur nach meinen Interessen und mache Anästhesie in der Klinik mit Tarifvertrag oder denke langfristig an die familienfreundlichere Alternative und [...]".
Meiner Meinung nach zählt in den Bereich "DEINE INTERESSEN" J-E-D-E-R Aspekt Deines Lebens mit rein.
Life-Work-Balance (so liegen da meine persönlichen Prioritäten ;-P) heißt es ja nicht umsonst. "BALANCE". Der Fehler bei dem Wortkonstrukt ist natürlich, dass es die Arbeit ins Zentrum rückt (deshalb ja auch als "work-life-balance" von vielen bezeichnet ^.^). Aber die Arbeit (work) ist ja nun einmal Bestandteil des Lebens (life) und damit ist die Trennung von vornherein verkehrt und letztlich das einzig wirklich valide Wort die "balance".
Und das muss dann jeder für sich beantworten, was "DIE INTERESSEN" sind.
Wie da die Prioritäten liegen... jeder ist seines Glückes eigener Schmied.
Für mich lagen die Prioritäten immer schon auf Familie und "Selbstverwirklichung/Hobbies", die ich eher außerhalb der Arbeitswelt sehe.
Eine befriedigende, interessante (manchmal auch intellektuell herausfordernde) Tätigkeit, wo man "gutes tut" fand ich auch immer wichtig (und der Verdienst stimmt behaupte ich mal in so ziemlich jeder Facharztrichtung).
Gehalt war bei mir daher immer weniger wichtig als die Vereinbarkeit mit den anderen Aspekten des Lebens.
Und das wird (zum Glück) auch in immer mehr Bereichen so. Allerdings ist es eben in der Klinik deutlich schwieriger mal eben das Kind aus der Kita abzuholen, weil es Fieber hat. Oder den und den Termin zu machen... Und der "Abtausch" in der Anästhesiologie ist da wohl auch sehr gut (grade auch wenn man in Richtung Teilzeit denkt).
Die Arbeitsplatzbedingungen sind m.M.n. am Ende entscheidender als die eigentliche Facharztrichtung. Traumjob Kradiologie mit einem ätzenden Team und schlechten Arbeitsbedingungen verliert jedes Mal gegen Drittplatz Allgemeinmedizin mit einem netten Team und guten Arbeitsbedingungen (Beispielhaft!).
Also sortiere mal "deine Interessen" und dann trifft DEINE Entscheidung.
Beste Grüße
Qwert1133
06.06.2023, 10:02
Es ist schon okay, aber die Vergangenheit bereitet mir Kopfzerbrechen, ein verschwendetes Leben wenn man so will. Es gibt nichts Richtiges im Falschen. Hätte ich was anderes studiert wäre die Vergangenheit anders verlaufen, wie ich denke besser.
Mir gehts im Grund wie dir… Habe mich von meinem guten Abitur sowie Ruf und Strahlkraft der Medizin blenden lassen. Mein großes Talent ist die Mathematik und das Programmieren, wollte immer in einem internationalen Unternehmen arbeiten und einige Jahre in den USA leben.
Manchmal muss ich fast lachen, wenn ich mir dagegen meine jetzige Situation anschaue.
@TE: Mach dir unbedingt vorher Gedanken über die zukünftigen Arbeitsbedingungen deines Fachs. Tipps wie „mach einfach mal ein Jahr Anästhesie“ kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, das bremst doch nur die FA Ausbildung aus wenn er doch noch wechselt, wo ist denn da der Gewinn? Und dann zum Thema Interesse: Hier scheint die Meinung zu kursieren, dass man nur ein Fach wirklich interessant finden kann. Ich persönlich hätte genug Faszination für Gyn, AllCh, Radiologie, Anästhesie, Gastroenterologie, Kardiologie oder sogar Kardiochirurgie übrig, um in jedem dieser Fächer meinen FA zu machen. Da muss man selbstverständlich die Begleitumstände pro Fach mit einbeziehen um sich zu entscheiden.
Feuerblick
06.06.2023, 10:17
Naja, für die allermeisten Facharztweiterbildungen lässt sich ein Jahr Anästhesie anrechnen. Und falls nicht: Welchen wirklichen Benefit hat man davon, ein Jahr früher Facharzt zu sein im Vergleich zu möglicherweise zusätzlichen fachlichen Erkenntnissen, die einem auch in der Praxis helfen können? :-nix
Cor_magna
06.06.2023, 13:06
Ich behaupte man weiss sowieso nicht ob einem ein Fach auf Dauer taugt, bevor man in diesem Fach nicht wenigstens mal ein halbes Jahr oder besser ein Jahr gearbeitet hat. Deswegen muss man auch einfach mal was ausprobieren. Z.b. Anästhesie.
Rein theoretisch sind sehr viele Fächer toll, ob man die praktische Ausführung der jeweiligen Tätigkeit mag oder tolerieren kann, zeigt sich dann erst im Rahmen der Ausführung. Oder anders formuliert: In der Realität sind viele Jobs, die auf dem Papier geil klingen, ziemlich ätzend.
Relaxometrie
06.06.2023, 13:13
Es ist schon okay, aber die Vergangenheit bereitet mir Kopfzerbrechen, ein verschwendetes Leben wenn man so will. Es gibt nichts Richtiges im Falschen. Hätte ich was anderes studiert wäre die Vergangenheit anders verlaufen, wie ich denke besser.
Völlig unspezifisches Gejammere. The grass is always greener on the other side.
Zieh entweder proaktiv die Konsequenz und ändere etwas/ mache eine neue Ausbildung, oder bleib halt in Deinem Jammerstadium stecken. Du bist nicht der Einzige, der sich mit der Berufswahl vertan hat, bleib also nicht ewig im Selbstmitleid hängen.
Cor_magna
06.06.2023, 13:17
Mir gehts im Grund wie dir… Habe mich von meinem guten Abitur sowie Ruf und Strahlkraft der Medizin blenden lassen. Mein großes Talent ist die Mathematik und das Programmieren, wollte immer in einem internationalen Unternehmen arbeiten und einige Jahre in den USA leben.
Manchmal muss ich fast lachen, wenn ich mir dagegen meine jetzige Situation anschaue.
Öhm, wenn du so gut bist, wieso nutzt du deine Informatikkentnisse nicht einfach nebenbei? Wärst nicht der erste Arzt der sich Richtung Health IT entwickelt.
cartablanca
06.06.2023, 23:10
Nein und ich hätte auch nicht noch mal Medizin studiert. Maximal 3 jähriges Studium, dann Selbstständigkeit. In Deutschland werden Akademiker bestraft. Mir fällt kein Beruf ein in dem man sich derart erniedrigen lässt ausser vllt Pflegekräfte - aber die werden hauptsächlich von Patienten malträtiert.
Wenn du dir das mit der Selbständigkeit so einfach vorstellst, dann kannst du ja jetzt einfach maximal drei Jahre studieren und dich dann selbständig machen. Das Geld dafür hast du ja sicherlich.
Warum also weitermachen, wenn die Medizin so schrecklich, und die Alternative so quick and easy ist? Versteh ich nicht.
Locutus001
07.06.2023, 21:21
Nein und ich hätte auch nicht noch mal Medizin studiert. Maximal 3 jähriges Studium, dann Selbstständigkeit. In Deutschland werden Akademiker bestraft. Mir fällt kein Beruf ein in dem man sich derart erniedrigen lässt ausser vllt Pflegekräfte - aber die werden hauptsächlich von Patienten malträtiert.
Mir fallen da doch sehr viele Berufe ein, wo man sich "derart erniedrigen lässt".
Nur bekommen die meist deutlich weniger Gehalt.
Mal ein ganz banales Beispiel aus dem Bekanntenkreis: Bahn-Service-Center --> Bildschirmarbeitszeit. Wenn man mal pullern muss, dann muss man sich abmelden und ein Countdown (5 Minuten oder so...) läuft...
Total absurd. Und das ist nur eines von vielen möglichen Beispielen... wenn ich pullern gehen muss, melde ich mich nirgendwo ab und werde dann angemacht von irgendwem, wenn ich 6 oder 7 Minuten weg war.
Auch die Perspektive ist in den meisten Berufen nicht so aussichtsreich.
Als Arzt in den meisten Fachrichtungen wird man grundsätzlich gesucht. Hat man die Weiterbildungszeit hinter sich und ist Facharsch, dann kommt erstmal ein großer "Sprung".
Weiterbildung in viele andere Richtungen geht auch immer.
Man kann auch Quereinstieg woanders probieren - sicherlich mit besseren Chancen als der Durchschnittsbürger.
Man hat die Wahl zwischen Klinik, Ambulant, Selbstständigkeit und Angestelltenverhältnis.
Zahlt nicht in die Deutsche Rentenversicherung ein, sondern in die Ärztewerke (die nach meinem letzten Stand deutlich lukrativer sind... zumal das Maximum nicht so gedeckelt ist wie bei der DRV).
Grundsätzlich hat man eine interessante, WICHTIGE, vielseitige, ziemlich sichere und finanziell gut bezahlte Tätigkeit.
Ich glaube den "wichtig" Teil kann nicht jeder von sich behaupten. Auch das "sicher" ist bei vielen nicht so.
Hat man vielleicht während Corona-Pandemie gemerkt... Kurzarbeit, Kündigungen, Auftragsrückgänge, etc.
Also von dem Status: Vieles läuft echt beschissen! (ja und woran liegt das denn? Vor allem am "Kostensparen...") immer und immer wieder hier auf solche Kommentar zu stoßen "Arzt sein ist das letzte... niemand leidet so wie Ärzte..." kann ich echt nur den Kopf schütteln.
Die <1% der Topleute, die wirklich Topleister sind, sollen ihr Glück dann lieber woanders versuchen, sicherlich gibt es da lukrativere Möglichkeiten. Die jammern hier aber vermutlich nicht rum, denn Topleister sind halt Topleister.
Und die 99,9999% 0-8-15 Luschies (wie ich ;-) ) sollten sich ab und an ihre Privilegien bewusst machen.
Kannst immer noch Friseur oder Kindergärtner werden! Aber nen Friseur oder Kindergärtner kann nicht mehr so ohne weiteres Arzt werden. Mach halt, wenn Arzt das letzte ist. Mehr Leute im Kindergarten brauchen wir sowieso! Top bezahlt, hohe Wertschätzung, entspannte Arbeit.
So und jetzt mal wieder die Arschbacken zusammenkneifen und die Fürze drinnen behalten ^.^
piandorable
08.06.2023, 06:51
Nein und ich hätte auch nicht noch mal Medizin studiert. Maximal 3 jähriges Studium, dann Selbstständigkeit. In Deutschland werden Akademiker bestraft. Mir fällt kein Beruf ein in dem man sich derart erniedrigen lässt ausser vllt Pflegekräfte - aber die werden hauptsächlich von Patienten malträtiert.
Ich habe nach meinem Masterstudium in Biochemie ein Jahr in der Pharmabranche gearbeitet, sag mir noch mal, dass sich andere Berufe nicht erniedrigen lassen ;-)
Meine Schwester hat zwei Jahre in der Medienbranche gearbeitet, die kann auch eine Menge zum Thema Erniedrigung sagen. Und das Ganze für solide 1800 € netto ohne Zuschläge trotz Nacht- oder Wochenendarbeit. Und das Wort Überstunden existiert mal ganz grundsätzlich nicht. Jetzt arbeitet sie in einer Behörde und muss sich dort von ihrem Vorgesetzten beleidigen und anschreien lassen während die ganze Behörde nur damit beschäftigt ist, das Suchtproblem dieses Vorgesetzten zu vertuschen und hinter ihm herzuräumen wenn’s mal wieder „Fehltritte“ gab. Und wer da was gegen sagt, kann seinen beruflichen Weg gerne auf der Zweigstelle Hintertupfingen fortsetzen. Kündigen bedeutet in dem Fall, dass man arbeitslos wird mit einer Ausbildung, die auf dem freie Arbeitsmarkt nichts wert ist.
Also zweimal drei Jahre Studium, zwei Bachlorabschlüsse mit Bestnoten und immer noch kein goldenes Paradies, in dem Milch und Honig fließt…
Ja, der Arztberuf ist nicht immer geil aber woanders ist das Gras jetzt auch nicht grüner. Auch wenn einem das in der akuten Unzufriedenheit so erscheinen mag. Ich bin aktuell auch sehr unzufrieden mit meiner Gesamtsituation, was dazu geführt hat, dass ich mehrmals ernsthaft drüber nachgedacht habe, mein Approbation abzugeben und wieder Rettungswagen zu fahren. Dann ist mir wieder eingefallen, dass ich diesen Job ja aus guten Grund aufgegeben habe und es da auch genug Ärger und Probleme gab. Und da hatte ich schon die maximale Gehaltsstufe erreicht, was nichtmal die Hälfte von dem war, was ich aktuell verdiene. Trotz Nächten, Wochenenden, Feiertagen usw.
Zur Eingangsfrage: ich würde mein Fach vermutlich nicht mehr wählen. War auch nicht mein Wunschfach, bin da irgendwie so reingeraten und dann hängen geblieben. Ich habe viel gelernt und gesehen, es macht auch oft genug Spaß aber je näher der Facharzt kommt, desto weniger Perspektiven sehe ich in diesem Fach für mich. Ich bereue nicht, dass ich dieses Fach gewählt habe aber langfristig ist das nichts für mich. Erwäge daher auch, nach dem Facharzt doch in mein eigentliches Wunschfach zurückzugehen.
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