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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unsicher bezüglich Bewerbungsgespräch...



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cls
04.08.2023, 21:15
(Lügen sind arbeitrechtlich im Bewerbungsgespräch dann erlaubt, wenn unzulässige Fragen gestellt werden, beispielsweise, ob man schwanger ist. Bei diesem Thema muss man aber sehr aufpassen, gerade bei Erkrankungen, die z.B. für die Diensttauglichkeit relevant sein könnten)

Die Frage ist, inwieweit Fragen zu "dienstuntauglichen" Krankheiten in einem Bewerbungsgespräch zulässig sind. "Haben Sie irgendwelche Krankheiten?" "Haben sie Krankheit XY?" Kann mir nicht vorstellen, dass das zulässig ist. Letztendlich entscheidet der Betriebsarzt, ob man diensttauglich ist. Natürlich ohne Diagnosen zu veraten.

Nefazodon
04.08.2023, 21:23
Die Frage ist, inwieweit Fragen zu "dienstuntauglichen" Krankheiten in einem Bewerbungsgespräch zulässig sind. "Haben Sie irgendwelche Krankheiten?" "Haben sie Krankheit XY?" Kann mir nicht vorstellen, dass das zulässig ist. Letztendlich entscheidet der Betriebsarzt, ob man diensttauglich ist. Natürlich ohne Diagnosen zu veraten.

Glaube nicht, dass das so ist. Wenn in der Stellenausschreibung steht, dass man am Dienstsystem teilnehmen muss (eben als Teil der Stelle) würde man schon sagen müssen, dass das nicht oder nur mit Einschränkungen geht.

Edit: Das ist aber letztlich hier ja auch nebensächlich. Mir ging es darum, dass ich von aktivem Lügen im Bewerbungsgespräch abraten würde und dass es Konsequenzen haben könnte.

Feuerblick
04.08.2023, 22:55
Man kann sich doch für eine Nischenerkrankung interessieren, ohne selbst betroffen zu sein? Ich fand Frühchenmedizin insbesondere in Bezug auf Augen spannend - ohne Frühchen gewesen zu sein oder eins zu haben. Nur mal so als Beispiel.
Was ist denn an einem „finde ich interessant“ so unzureichend? Man kann der Erkrankung z.B. in einer Vorlesung begegnet sein und sich dann weiter informiert haben uvm.
Aktiv lügen würde ich nicht (bzw. nur da, wo der Chef sowieso kein Recht auf Fragen hat), aber man muss ja auch nicht alles rausplappern, was einem zum Nachteil gereichen könnte.

cls
04.08.2023, 23:15
Mir ging es darum, dass ich von aktivem Lügen im Bewerbungsgespräch abraten würde und dass es Konsequenzen haben könnte.

Stimmt schon, aktiv Lügen natürlich nicht. Auf das Engagement angesprochen könnte man trotzdem aber sagen, man finde bestimmte Aspekte der Krankheit sehr interessant, habe durch Forschung darüber mehr in Erfahrung gebracht und finde neue Therapiemöglichkeiten faszinierend etc. Das wäre nicht mal gelogen.

Wenn der Chef etwas Anstand hat, wird er auch nicht weiter nachbohren, könnte ja nämlich sein, dass vielleicht nahe Verwandtschaft betroffen wäre. So persönliche und intime Details gehören nun mal nicht in ein Bewerbungsgespräch.

Zudem würde ich als Chef einen Kandidaten, der in einem Bewerbungsgespräch eine solche Schwäche offen/naiv/gutgläubig preisgibt wohl eher nicht anstellen, unabhängig von der Krankheit. Später, mit gewissem Standing (Facharzt/Oberarzt/Professor) sieht das dann natürlich ganz anders aus - als Experte der selbst erkrankt ist.

Als "Kind oft krank" finde ich etwas problematisch, die meisten würden wohl fragen "was hatten Sie denn?" Darauf was vernünftiges zu antworten ist schwierig. Auf der einen Seite möchte man zeigen, dass man sich in die jungen Patienten hineinversetzen kann, andererseits möchte man nicht zu viel Preis geben. Evtl. könnte man auch antworten, man weiß es nicht mehr, oder die üblichen Kinderkrankheiten, aber man habe z.B. gute Erfahrungen gemacht, gute Erinnerungen an die Zeit und möchte was zurückgeben...

anignu
04.08.2023, 23:48
Eine Möglichkeit wäre wenn man auch schon bissl in die Richtung geforscht hätte (Dr-Arbeit? Poster?) und dann sagen könnte dass man irgendwie zu der Dr-Arbeit kam und das so interessant fand dass man sich so richtig eingelesen hätte und da irgendwie so eine Begeisterung Richtung Kinder und deren Erkrankungen entwickeln konnte... und man eben auch sich aufgrund dieses speziellen Krankheitsbildes sich auch bei ... engagiert hätte, eben weil es so spannend wäre.

Endoplasmatisches Reticulum
05.08.2023, 08:40
Ich glaube auch, dass das ein Schreckgespenst ist. Kein Mensch kommt unter normalen Umständen von einem ausgefallenen Promotionsthema auf die Idee, dass jemand selbst betroffen sein könnte.

Aber: Wenn man die Bewerbung so aufzieht, dass sich im gesamten Berufs- und Privatleben, sozialen Engagement und in der Forschung alles nur und ganz massiv um diese eine Krankheit gedreht hat - wenn also die Fixierung darauf ungewöhnlich umfassend ausfällt -, dann könnte man ggf. schon 1 + 1 zusammenzählen. Daher ggf. abwägen, wie sehr man da in die Vollen gehen möchte. Auch wenn ich verstehe, dass man alles raushauen möchte, was geht, wenn man selbst es als Pluspunkt empfindet.


MS und Depressionen sind schon "große" Erkrankungen ihrer Fächer. Daran zu forschen bedeutet also nicht zwingend, besonderes Interesse und Engagement in dieser Hinsicht zu zeigen. Im Gegenteil. Kann sein, dass nur aus Karrieregründen dort geforscht wird. Klar, muss mit dem Nischenfach nicht anders sein, aber a priori halte ich da eine besondere Motiviation für wahrscheinlicher. Wahrscheinlicher heißt nicht, dass es so ssein muss. Ist halt eine Annahme.
Schon klar. Dennoch halte ich den Sprung von "Chef interessiert sich für Krankheit" zu "Chef findet es toll, wenn ein Bewerber diese Krankheit selbst hat" für waghalsig. Vor allem bei einem AiW, der sich auf die erste Klinikstelle bewirbt. Der soll, seien wir ehrlich, die Station blitzblank schrubben, Dienste wegschaffen und weder maulen noch krank werden. Ist ja nicht so, als ginge es hier um einen Facharzt mit gestandenen Arbeitszeugnissen, den man in die eigentlich chef- oder zumindest oberärztlich geführte Spezialambulanz für eben diese Erkrankung setzt.

tillitugi
05.08.2023, 14:10
Ich glaube auch, dass das ein Schreckgespenst ist. Kein Mensch kommt unter normalen Umständen von einem ausgefallenen Promotionsthema auf die Idee, dass jemand selbst betroffen sein könnte.

Aber: Wenn man die Bewerbung so aufzieht, dass sich im gesamten Berufs- und Privatleben, sozialen Engagement und in der Forschung alles nur und ganz massiv um diese eine Krankheit gedreht hat - wenn also die Fixierung darauf ungewöhnlich umfassend ausfällt -, dann könnte man ggf. schon 1 + 1 zusammenzählen. Daher ggf. abwägen, wie sehr man da in die Vollen gehen möchte. Auch wenn ich verstehe, dass man alles raushauen möchte, was geht, wenn man selbst es als Pluspunkt empfindet.


Schon klar. Dennoch halte ich den Sprung von "Chef interessiert sich für Krankheit" zu "Chef findet es toll, wenn ein Bewerber diese Krankheit selbst hat" für waghalsig. Vor allem bei einem AiW, der sich auf die erste Klinikstelle bewirbt. Der soll, seien wir ehrlich, die Station blitzblank schrubben, Dienste wegschaffen und weder maulen noch krank werden. Ist ja nicht so, als ginge es hier um einen Facharzt mit gestandenen Arbeitszeugnissen, den man in die eigentlich chef- oder zumindest oberärztlich geführte Spezialambulanz für eben diese Erkrankung setzt.


Eben. Es ist eben eine Nischenerkrankung von der ich im Studium genau einmal kurz einen Absatz gelesen habe und dann nie wieder davon gehört habe bis ich selbst diagnostiziert wurde. Und jetzt arbeite ich eben bei der "internationalen Organisation" für genau diese Erkrankung. Sicherlich fällt mir da was ein, hatte ja auch selbst mal einen Patienten damit wo wir nach vielem Raten erst draufgekommen sind was es ist, also da wäre es nicht mal gelogen wenn ich sagen würde dass dieser Patient mein Interesse geweckt hat! Aber was ist, wenn ich genau das sage, und später einmal kommt der Chefarzt dann drauf dass ich eigentlich selbst betroffen bin? Weil gegenüber Kollegen möchte ich schon ehrlich sein, wenn die mal fragen. Oder gegenüber Patienten die diese Krankheit haben, erwähne ich es auch manchmal. Da bekommt das sicher jemand der Kollegen mit. Schaut es dann nicht ungut für mich aus, wenn ich das beim Gespräch nicht erwähnt habe? Was meint ihr da?
Ich verstehe alle bisherigen Argumente und kann das auch nachvollziehen - wie ER eben gesagt hat, als frischer Assi soll man die Station blank schrubben und nie krank sein. Da wäre es blöd, wenn ich im Vorhinein mit etwas komme, was das eventuell in Gefahr bringen könnte (auch wenn ich in meinem gesamten PJ keinen einzigen Tag gefehlt habe zB).

Stuntman Mike
05.08.2023, 14:51
Eben. Es ist eben eine Nischenerkrankung von der ich im Studium genau einmal kurz einen Absatz gelesen habe und dann nie wieder davon gehört habe bis ich selbst diagnostiziert wurde.Ich dachte du hast diese Erkrankung schon seit dem Kindesalter? Oder wurde das erst im oder nach dem Studium festgestellt? Etwas widersprüchlich :-nix

AlicePeralta
05.08.2023, 17:14
Hallo tillitugi,

man sollte in der Klinik nicht über eigene Krankheiten sprechen. In der Klinik wird viel getratscht, manchmal gibt es Konkurrenzsituationen. Manche Kliniken befinde sich im finanziellen Defizit. Man findet sicher noch weitere Gemeinsamkeiten und (fachliche oder private) gemeinsame Interessen, über die man sich mit seinen Kollegen austauschen kann. Hoffentlich interessieren dich noch weitere pädiatrische Krankheitsbilder.

MCM1994
05.08.2023, 18:07
Ich denke auch, dass es besser wäre eigene Vorerkrankungen zu verschweigen (soweit dir das möglich ist).
Da es thematisch passt und ich selber bald in den Beruf starte: Wie würdet ihr vorgehen, wenn die eigene Erkrankung durchaus sichtbar ist, z.B. während des Vorstellungsgesprächs oder einer Hospitation).Wann und wie würdet ihr diese ansprechen, zumal eine anerkannte Schwerbehinderung vorliegt?

Für Tipps oder eigene Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar.

tillitugi
05.08.2023, 18:15
Ich dachte du hast diese Erkrankung schon seit dem Kindesalter? Oder wurde das erst im oder nach dem Studium festgestellt? Etwas widersprüchlich :-nix

Angeborene Erkrankungen hat man typischerweise seit Kindesalter, ja ;) Diagnose hab ich erst letztes Jahr bekommen. War lange krank ohne Erklärung, jetzt hab ich eine :)

tillitugi
05.08.2023, 18:18
Ich denke auch, dass es besser wäre eigene Vorerkrankungen zu verschweigen (soweit dir das möglich ist).
Da es thematisch passt und ich selber bald in den Beruf starte: Wie würdet ihr vorgehen, wenn die eigene Erkrankung durchaus sichtbar ist, z.B. während des Vorstellungsgesprächs oder einer Hospitation).Wann und wie würdet ihr diese ansprechen, zumal eine anerkannte Schwerbehinderung vorliegt?

Für Tipps oder eigene Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar.

Also ich hab eben keine sichtbare, aber ich war bisher immer ehrlich. Wie gesagt, Diagnose konnte ich keine nennen bis letztes Jahr, aber ich hab in Famulaturen immer offen gesagt, dass ich eben eine Krankheit habe, mich dies in der Arbeit aber nicht einschränkt. Hab bisher nur positive Reaktionen bekommen eigentlich, denke vor allem da es nicht allzu viele Mediziner gibt die selbst an chronischen Krankheiten leiden. Auch meine Offenheit gegenüber dem ganzen ist eigentlich immer als positiv bewertet worden.

Speranza100
05.08.2023, 18:38
Ich glaube es gibt schon so einige Mediziner mit chronischen Erkrankungen und glaube die wenigsten reden darüber, daher vielleicht dein Eindruck. Kann ich aber nicht beweisen ;-) (Eben aus vielleicht genau dem Grund der Sorge vor Stigmatisierung, klar, anders wäre es schöner)
Ich würde es auch nicht im Bewerbungsgespräch erwähnen. Aber am Ende kannst du das ohnehin nur selber entscheiden und dem Bauchgefühl folgen. Es wäre schön, wenn du einen Chef und ein Team hättest, welches es als eher Positiv bewertet, das ist aber nicht gesagt, mir persönlich wäre das Risiko zu hoch, deswegen die Stelle dann genau _nicht_ zu bekommen. Ich selber empfinde das auch als sehr persönliche Information, die bei einem ersten Bewerbungsgespräch für mich nichts zu suchen hat. Einfach weil man sein Gegenüber nicht kennt. Ich ziehe da aber auch immer eine strenge Linie zwischen Beruflichem und Privatem die höchstens im Verlauf der Zeit etwas aufweicht, wenn ich Kollegen besser einschätzen und kennengelernt habe.

jijichu
05.08.2023, 22:32
Solltest Du nach dem Grund für Dein Interesse an der Nische gefragt werden, kannst Du sagen, eine Dir nahestehende Person ist betroffen. Das wäre nicht gelogen (außer, Du stehst Dir selbst nicht nah ;-) )

alphamethyldopa
08.08.2023, 10:02
Meine pragmatische Einstellung:

Wenn Krankheit von außen sichtbar (Fehlbildung, Gehbehinderung, etc), dann sagen, ansonsten nix sagen. Muss man ja nicht, außer man braucht bestimmte Sachen im Alltag (keine Dienste, etc).

Ansonsten handhaben wie ich meine Migräne. Ja ich hab eine, bin ab und zu krankgeschrieben, so what.

Und für Interesse an der Krankheit: ja fand ich irgendwie immer spannend. Gibts ja in jedem Fach Krankheiten die man unglaublich spannend findet, einfach so, ohne Bezug.

Nilani
08.08.2023, 15:51
Puh, ich muss da ja einwerfen, dass ich tatsächlich eher positive Erfahrungen gemacht habe, wenn ich Probleme angesprochen hatte (meist kam es allein schon wegen Unterbrechung des Studiums und Lücke durch Unfall zum Gespräch). Auch jetzt wissen meine OÄ und der CA von einzelnen Problemen (die (frühe) Arthrose meiner Fingergelenke ist halt auch nicht mehr so gut zu verbergen). Letzten Endes wurde ja auch das Thema Schwerbehinderung angesprochen. Es steht öfter unter den Ausschreibungen (falls es welche gibt), dass Schwerbehinderte bei der Bewerbung bevorzugt werden, also kann man doch auch damit rechnen, dass sich jemand mit einer Schwerbehinderung bewirbt? Wobei es natürlich nicht heißt, dass sie einen dann einstellen. Das weiß ich. Ich arbeite in einer Rheuma(reha)klinik, vielleicht ist es hier anders, aber gefühlt hat hier jeder 2. Mitarbeiter irgendeine rheumatische Erkrankung und hat sich den Arbeitgeber u.a. deswegen ausgesucht (und Öffentlicher Dienst). Man wird die Erkrankungen sicher nicht immer alle "breittreten".

Ich finde es befremdlich, dass immer noch so viele denken, als Arzt dürfe man keinerlei Schwäche zeigen und keine Krankheiten haben oder zeigen. Ich persönlich fände es gut, wenn (sollte ich je Chefin werden) mir die Leute von Anfang an über Probleme berichten, natürlich nicht alles und jedes, das mache ich auch nicht und natürlich auch keiner der Kollegen/Kolleginnen, aber gut, vielleicht bin ich da auch etwas zu speziell und denke anders. Hier ist es natürlich auch so, dass wir uns auch gegenseitig helfen, sprich, ich kann bei akuten Problemen unsere Physiotherapeuten in Anspruch nehmen, geh immer mal zu den Ergos und nutze da die warme Sandbox für die Finger, Physios und 2 manualtherapeutische Kollegen rücken da auch gern mal was gerade, ich könnte Röntgenbilder machen lassen, wir haben auch mal ne Sono gemacht, wenn es ein Problem gab. Ist in einer Akutklinik und so was speziellem vielleicht auch anders. Wobei ich, trotz Unfallfolgen, auch einen Job in der Akutklinik für Ortho/Unfall bekommen habe und dort auch alles geschafft habe und keine Ausfälle hatte. Krank heißt ja nicht automatisch deutlich eingeschränkt und ständig abwesend.

Für den Threadersteller: ich würde es tatsächlich von der Situation und der Stimmung während des Bewerbungsgespräches abhängig machen (so war es bei mir letzten Endes auch). Man bekommt ja bissel Gefühl dafür, ob es passt oder vielleicht doch eher nicht.

Endoplasmatisches Reticulum
08.08.2023, 16:47
Ich finde es befremdlich, dass immer noch so viele denken, als Arzt dürfe man keinerlei Schwäche zeigen und keine Krankheiten haben oder zeigen.
Es ging hier doch nie darum, irgendetwas speziell "als Arzt" nicht tun oder zeigen zu dürfen. Im Berufsleben ist einfach ein gewisser Pragmatismus angebracht. Dazu gehört das Kennen und Jonglieren der Spielregeln. Die kann man blöd finden. Man kann sie auch bewusst ignorieren und kommt je nach Fach, Ort, Bewerbermangel oder manchmal auch einfach Glück ggf. trotzdem vorwärts. Oder eben auch nicht. Bloß grundlegend ändern wird man sie nicht.

Wie Thomas so schön resümierte: Eine Bewerbung ist Werbung.

Dr.Wilson
09.08.2023, 17:12
Also ich habe ja eine mehr oder weniger sichtbare Schwerbehinderung (starke Hörschädigung mit Cochlea Implantat & Hörgerät versorgt) und war ähnlich unsicher, wie ich bei der Bewerbung damit umgehen soll. Man merkt es mir nicht unbedingt sofort an, aber auf Dauer verstecken hätte ich es nicht können zumal ich auch einen Schwerbehindertenausweis besitze. Daher bin ich sehr offen damit umgegangen und habe diese Schwerbehinderung schon in der Bewerbung erwähnt (und maximal positiv formuliert). Letztendlich hatte ich bislang bei keinem einzigen (potentiellen) Arbeitgeber das Gefühl, dass dieses Handicap problematisch sein könnte und ich hätte bislang jede Stelle bekommen, die ich selbst wollte.
Trotzdem wäre ich persönlich bei "unsichtbaren" Erkrankungen trotzdem erstmal zurückhaltend und würde im Bewerbungsgespräch spontan entscheiden, ob ich davon erzähle oder nicht. Gerade wenn es eine Stelle ist, die du unbedingt willst und es auch ein eher umkämpftes Fachgebiet ist.
Mein Eindruck ist übrigens auch, dass es durchaus mehr Ärzte mit chronischen Erkrankungen/Handicap gibt, als man so gemeinhin denkt.

Thatscrazy
01.09.2024, 22:48
Hey, ich habe in einem Beitrag von dir gesehen, dass Kollegen von dir Epilepsie haben. Ich habe auch Epilepsie und möchte unbedingt Notarzt werden. Fährt zufällig einer deiner Epilepsie Kollegen Notarzt? Dankeschön