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Peter_1
28.01.2004, 14:59
@ Rico
1.) nur weil ein Gesetz demokratisch legitimiert ist, ist es nicht über jede Kritik erhaben. Wenn wir die Möglichkeit hätten direkt über Gesetze abzustimmen dann würden wir wahrscheinlich per Mehrheitsbeschluß wieder die Todesstrafe für z.B. Kinderschänder einführen.
2.) Dauert ein Asylverfahren unter Umständen mehrere Jahre.
3.) bist Du hier geboren und wächst in unserer Luxusgesellschaft auf, Menschen die aus armen Ländern hierher kommen nehmen den sie umgebenden Luxus vielleicht anders war.
4.) glaube ich nicht das Du Deinen Status (auch als "armer") deutscher Student mit den Perspektiven eines Asylbewerbers vergleichen kannst.
Ansonsten denke ich sollte man als Arzt in erster Linie das Patientenwohl (und zwar unabhängig von der persönlichen Sympathie oder Antipathie) als höchstes Gut ansehen. Von uns sollte ja eigentlich Neutralität verlangt sein.
Neutralität bedeutet auch das ich Maßnahmen ablehnen müsste die meinem Patienten schaden (auch wenn ich den Kerl nicht leiden kann weil er ein hundsgemeiner Dealer ist). Gerad bei der Verabreichung von Brechmitteln ist es schon zu Todesfällen gekommen. Ich würde mich da als Arzt nicht so weit aus dem Fenster lehnen Maßnahmen zu ergreifen nur weil die Polizei das so will. So was kann auch mal böse daneben gehen. Aber im Endeffekt muß das wahrscheinlich jeder mit sich selber ausmachen.

Rico
28.01.2004, 15:38
Original geschrieben von Peter_1
1.) nur weil ein Gesetz demokratisch legitimiert ist, ist es nicht über jede Kritik erhaben. Das nicht, aber es muß seine Gültigkeit behalten, bis die Mehrheit ein anderslautendes Gesetz legitimiert.

Original geschrieben von Peter_1
Wenn wir die Möglichkeit hätten direkt über Gesetze abzustimmen dann würden wir wahrscheinlich per Mehrheitsbeschluß wieder die Todesstrafe für z.B. Kinderschänder einführen. Deshalb haben wir ja eine indirekte Demokratie, in der solch emotionale Themen von den zwischengeschalteten Volksvertretern etwas abgepuffert werden.
Auch sind für Grundgesetzänderungen 2/3-Mehrheiten notwendig und ich bezweifle, daß sich eine solche Mehrheit bei den Wahlberechtigten fände.

Original geschrieben von Peter_1
3.) bist Du hier geboren und wächst in unserer Luxusgesellschaft auf, Menschen die aus armen Ländern hierher kommen nehmen den sie umgebenden Luxus vielleicht anders war.Ja und? Legitimiert das, gegen Gesetze zu verstoßen?
Und zum Thema Luxus: Wenn einer Asylbewerber ist, dann ist er hier, weil ihm in seiner Heimat politische Verfolgung droht und nicht, um hier möglichst schnell Luxus zu genießen.
So gesehen ist eine "Wartezeit" - auch von mehr als ein paar Monaten - doch noch ein relativ geringer Preis.

Original geschrieben von Peter_1
Ansonsten denke ich sollte man als Arzt in erster Linie das Patientenwohl (und zwar unabhängig von der persönlichen Sympathie oder Antipathie) als höchstes Gut ansehen. Von uns sollte ja eigentlich Neutralität verlangt sein.
Neutralität bedeutet auch das ich Maßnahmen ablehnen müsste die meinem Patienten schaden (auch wenn ich den Kerl nicht leiden kann weil er ein hundsgemeiner Dealer ist). Was man als Arzt als das höchste Gut ansieht ist - so steht es im Gesetz - jedem Arzt selber überlassen.
Es muß jeder Arzt mit sich selber und im Einzelfall ausmachen, ob er den Willen und das Wohl des Patienten oder das Allgemeinwohl höher einschätzt.
Wenn ein Patient sturzbesoffen aus der Praxis läuft und mit dem Auto heimfahren will, so kann jeder Arzt für sich entscheiden, ob er sich auf seine Schweigepflicht beruft und zum Vorteile seines Patienten die Polizei nicht informiert oder ob er das Allgemeinwohl höher einschätzt und - mit negativen Konsequenzen für den Patienten - die Polizei verständigt.
Neutralität ist meiner Meinung nach der falsche Weg: Entweder Du stehst zu Deinem Patienten oder zu der Allgemeinheit, die er evt. gefährdet - aber für eine Seite mußt Du Dich schon entscheiden.

Original geschrieben von Peter_1
Gerad bei der Verabreichung von Brechmitteln ist es schon zu Todesfällen gekommen.Durch verkaufte Drogen kommt es auch zu Todesfällen.
Diese billigend in Kauf zu nehmen, kann ich für meinen Teil nicht mit mir verantworten.
:-meinung Das ist mein Standpunkt und ich schreibe niemandem vor, es gleich oder ähnlich zu sehen.:-meinung

Das Gesetz läßt hier - zu recht - jedem die freie Wahl.

Vystup
28.01.2004, 16:59
allein die idee, den ärzten, die blut abnehmen irgendwelche vorwürfe zu machen, weil sie anderen menschen damit das leben ruinieren könnten halte ich für dermaßen absurd, dass ich gar nicht darüber diskutieren möchte.
tatsache ist: wer drogen nimmt oder sie verkauft, weiß dass das nicht legal ist und sollte sich daher auch gedanken über die konsequenzen gemacht haben. wer das nicht tut sollte evtl. wegen verminderter intelligenz auf verminderte schuldfähigkeit plädieren.
das beispiel mit der mutter, die gras raucht und dann das kind weggenommen bekommt ist sicherlich krass - die schuld liegt aber hier garantiert nicht beim arzt, der blut abnimmt.

regt euch gerne über die drogengesetze auf, das gehört zur demokratie und ist auch vollkommen in ordnung - aber versucht bitte nicht die schuld daran, dass jemand mit dem gesetz in konflikt kommt den ärzten in die schuhe zu schieben. die gleichen ärzte werden nämlich morgens um 4 aus dem tiefschlaf geholt, weil sich irgendjemand gerade mal wieder eine line zu viel reingezogen hat, sich den goldenen geben wollte, irgendwas gespritzt hat, was wohl doch nicht so rein war wie er dachte oder auch nur einen joint zu viel geraucht hat. da müsste der notarzt eigentlich sagen: tja, selbst schuld, sieh zu wie du damit fertig wirst - was natürlich keiner tut. der grund dafür ist, dass es die meisten ärzte schon ernst meinen mit dem helfen. dazu zählt aber nicht, sich als schützende wand zwischen gesetz und "opfer des gesetzes" zu stellen.

Alles wird gut
28.01.2004, 17:42
Original geschrieben von Rico
Das nicht, aber es muß seine Gültigkeit behalten, bis die Mehrheit ein anderslautendes Gesetz legitimiert.


Also mir geht die traditionelle, deutsche Obrigkeitshörigkeit und die uneingeschränkte Gesetzestreue tierisch auf die Nerven!
Wo auf der Welt gibt's denn noch ein Land, wo die Bürger NACHTS!, zu Uhrzeiten, an denen garantiert kein Kind mehr unterwegs ist, an einer unbefahrenen Strasse bei rot darauf warten, dass sie die Strasse überqueren dürfen!?! :-nix
...und bei Zuwiderhandlung sogar als Fußgänger Punkte in Flensburg sammeln...

Und es wäre definitiv ein Problem für mich, wenn ich jemandem, der zwar Cannabinolderivate im Blut oder wo auch immer hat aber nicht mehr stoned ist, seine Zukunft verbauen müsste! Weil's schlichtweg unangemessen ist!!!
Ich will auch nicht als verlängerter Arm der Exekutive mißbraucht werden!
Als Arzt will ich heilen- nicht "Verbrecher" enttarnen müssen!


Und zum Thema Luxus: Wenn einer Asylbewerber ist, dann ist er hier, weil ihm in seiner Heimat politische Verfolgung droht und nicht, um hier möglichst schnell Luxus zu genießen.
So gesehen ist eine "Wartezeit" - auch von mehr als ein paar Monaten - doch noch ein relativ geringer Preis.

Das ist nun wirklich eine wohlstandsgeprägte und zynische Ansicht von den Nöten der Asylbewerber. Keiner von uns kann auch nur annäherungsweise nachvollziehen, wie man sich als Asylant fühlt! ...und wie es ist, den von Kind an erlebten Wohlstand nur von außen zu betrachten...


die gleichen ärzte werden nämlich morgens um 4 aus dem tiefschlaf geholt, weil sich irgendjemand gerade mal wieder eine line zu viel reingezogen hat, sich den goldenen geben wollte, irgendwas gespritzt hat, was wohl doch nicht so rein war wie er dachte oder auch nur einen joint zu viel geraucht hat. da müsste der notarzt eigentlich sagen: tja, selbst schuld, ...

Hier geht es aber wieder um die gesundheitliche Versorgung eines Patienten und nicht um dessen Überführung im Sinne des Gesetzgebers. Das ist ne ganz andere Baustelle- und auf der will ich nicht arbeiten! ...mag die Firma nich... :-D

Peter_1
28.01.2004, 17:49
Auch hier gilt: Erst mal richtig lesen dann argumentieren.
Letzter Satz: "Das muß wahrscheinlich jeder mit sich selber ausmachen!"
Ich schreibe auch niemandem vor wie was zu sehen ist! Ist nur meine Meinung gewesen.
Nur weil es durch verkaufte Drogen zu Todesfällen kommt muß ich als Arzt nicht zusätzliche Todesfälle von mir anvertrauten Patienten durch Maßnahmen über deren Nutzen auch wieder zu streiten wäre in Kauf nehmen. Dadurch werden wohl kaum weniger Drogen verkauft. <--Meine Meinung! (Muß man hier ja explizit kennzeichen, damit sich niemand unterdrückt fühlt).
Über den Nutzen der indirekten Demokratie sind wir ja durchaus einer Meinung und erklären brauchst Du mir die auch nicht (habe brav in der Schule aufgepasst).
Mein Argument war ja gerade das Mehrheitsentscheidungen per se nichts über eine ethische Legitimation eines Gesetzes aussagen.
In erster Linie ist das ganze hier doch eine ethische Debatte, die juristische Lage will ich gar nicht diskutieren.
Im Übrigen finde ich wohl das der handelnde Arzt durchaus auch die Konsequenzen seines Tuns durchdenken soll.
einfaches Beispiel:
ex-Heroinsüchtiger, ebenfalls ex Alkoholiker der auch im Methadon Programm ist wird rückfällig und mit 1,5 Promille (nicht Auto gefahren, keine kleinen Kinder getötet etc.) und Platzwunde etc. eingeliefert. Jetzt steht im Entlassungsbrief unter anderem "chron. Alkoholabusus", bei Aufnahme 1,5 Promille. Der fliegt wegen diesem Satz aus seinem Methadonprogramm (ist auch gesetzlich so geregelt) und landet wieder auf der Straße wo er den bösen Dealer subventioniert. Wem ist damit geholfen? Der Gesellschaft?

Rico
28.01.2004, 18:05
Original geschrieben von Alles wird gut
Also mir geht die traditionelle, deutsche Obrigkeitshörigkeit und die uneingeschränkte Gesetzestreue tierisch auf die Nerven!
Wo auf der Welt gibt's denn noch ein Land, wo die Bürger NACHTS!, zu Uhrzeiten, an denen garantiert kein Kind mehr unterwegs ist, an einer unbefahrenen Strasse bei rot darauf warten, dass sie die Strasse überqueren dürfen!?! Also es ist doch ein beträchtlicher Unterschied zwischen einer roten Ampel und dem Dealen mit Drogen!
Und sogar die Gesetze (die scheins nur passen, wenn sie die persönliche Freiheit nicht einschränken) machen hier einen deutlichen Unterschied:
Das eine ist eine Ordnungswidrigkeit, das andere eine Straftat.

Original geschrieben von Alles wird gut
Das ist nun wirklich eine wohlstandsgeprägte und zynische Ansicht von den Nöten der Asylbewerber. Keiner von uns kann auch nur annäherungsweise nachvollziehen, wie man sich als Asylant fühlt! ...und wie es ist, den von Kind an erlebten Wohlstand nur von außen zu betrachten... Das Bewußtsein für Recht und Unrecht ist nicht an Wohlstand gekoppelt.
Eine gewisses Einhalten der elementaren Gesetze einer Gesellschaft kann man von jedem Menschen erwarten, egal welche Nationalität und Herkunft.

Alles wird gut
28.01.2004, 18:21
Original geschrieben von Rico
Also es ist doch ein beträchtlicher Unterschied zwischen einer roten Ampel und dem Dealen mit Drogen!
Und sogar die Gesetze (die scheins nur passen, wenn sie die persönliche Freiheit nicht einschränken) machen hier einen deutlichen Unterschied:
Das eine ist eine Ordnungswidrigkeit, das andere eine Straftat.


Ich denke, Du hast meine Metapher nicht ganz verstanden....
es geht einzig um die unreflektierte Befolgung von Gesetzen und nicht bereits um eine Unterscheidung in den Schweregraden.
Und die Unterscheidung zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat ist von den gleichen Typen gemacht, die auch die Gesetze gemacht haben- da liegt also der Fehler bereits irgendwo im System.

Aber wo wir denn beim Aufsuchen von signifikanten Unterschieden sind: Ein Crack/Heroin-Dealer verkauft "was gaaaanz anderes" als ein Jugendlicher, der Gras an seine Bekanntschaft verkauft.

Hellequin
28.01.2004, 18:38
Ein Crack/Heroindealer wird auch ganz anders bestraft, als ein Jugendlicher der Gras an seinen Bekanntenkreis weitergibt.

Abgesehen davon bin ich der Meinung das jeder Mensch für sein Leben Eigenverantwortung trägt, und die endet nicht automatisch
in dem Moment wo ein Arzt anwesend ist.

Wie soll den die Alternative zum bestehenden Rechtssystem aussehen? Das unsere Gesetze nicht perfekt sind, ist eine Sache,
aber wie will man den auch allen Eventualitäten gerecht werden?

milz
28.01.2004, 19:16
Das ist nun wirklich eine wohlstandsgeprägte und zynische Ansicht von den Nöten der Asylbewerber. Keiner von uns kann auch nur annäherungsweise nachvollziehen, wie man sich als Asylant fühlt! ...und wie es ist, den von Kind an erlebten Wohlstand nur von außen zu betrachten...

Mag sein. Aber wenn ich irgendwo Gastfreundschaft in Anspruch nehme ist die Einhaltung gewisser Regeln nicht zuviel verlangt.


Aber wo wir denn beim Aufsuchen von signifikanten Unterschieden sind: Ein Crack/Heroin-Dealer verkauft "was gaaaanz anderes" als ein Jugendlicher, der Gras an seine Bekanntschaft verkauft.

Auch wenn wir lt. Fr. Caspers-Merk nicht mehr von harten und weichen Drogen sprechen, sondern von "harten und weichen Konsummustern" (zugegebenermaßen ein geschickter Schachzug, um das Argument "Cannabis ist nicht gefährlicher wie Alkohol/Tabak" wegzuargumentieren) bin ich doch der Meinung, daß Heroin und Crack eine andere Qualität haben wie Cannabis.


Wie soll den die Alternative zum bestehenden Rechtssystem aussehen? Das unsere Gesetze nicht perfekt sind, ist eine Sache, aber wie will man den auch allen Eventualitäten gerecht werden?

Braucht man ja nicht, aber ähnliche Sachen ähnlich zu behandeln ist vielleicht nicht zuviel verlangt. Zumindest wenn einem was daran liegt, daß Gesetze rational begründet, ausgewogen und damit nachvollziehbar und glaubwürdig sein sollen.

Daß man beispielsweise die einen Drogen an Kinder verkauft (Zigarettenautomaten), dafür werben darf usw. und bei anderen Drogen, die weniger Tote fordern (bei Cannabis evtl. einer?), mit der juristischen Schippe draufhaut... Lächerlich.
Wer Kinder hat, weiß, daß Inkonsequenz und Willkür in der Erziehung die Sprößlinge bockig macht und evtl. zum Gegenteil des Angestrebten führt. Bei Staatsbürgern ist das nicht viel anders.

DR.VERWIRRT
28.01.2004, 19:40
Es erfreut mich sehr das es einige menschen gibt die meiner meinung sind .............

und es ist schön das die diskussion wächst.............


gerade die gegenargumente erweitern meine sichtweise....


bitte zu focusieren: der jeweilig zwangsbehandelte mensch ist immer

.1 opfer eines unausgereiften systems.......

2. opfer inkompetenten medizinischen personals..


3. zwangsbehandlung ist das produkt eines mangels an geeigneten räumlichkeiten.

4. zwangsbehandlung schliesst ursachenforschung aus und beeinflusst deren ergebnisse mit dem warscheinlichen ergebniss ,der unlösbaren ursachensuche.

5.zwangsbehandlung ist gewalt

6.zwangsbehandlung ist zerstörter individualliberalismus mit dem damit möglichen einhergang schwerer psychosen, weltverfremdung. kontroll verlust, verlust des glaubens und der selbstachtung.



ps. ich hoffe trotz ausgelassener grosschreibung die form gewahrt zu haben.

mfg

Sebastian1
28.01.2004, 19:51
Original geschrieben von DR.VERWIRRT
bitte zu focusieren: der jeweilig zwangsbehandelte mensch ist immer

1 opfer eines unausgereiften systems.......Warum?

2. opfer inkompetenten medizinischen personals..Warum "Opfer". Warum "inkompetentes medizinisches Personal"?
3. zwangsbehandlung ist das produkt eines mangels an geeigneten räumlichkeiten.Produkt aus Räumlichkeiten und was noch? Und warum Räumlichkeiten?
4. zwangsbehandlung schliesst ursachenforschung aus und beeinflusst deren ergebnisse mit dem warscheinlichen ergebniss ,der unlösbaren ursachensuche.Halte ich für Unfug. Warum?

5.zwangsbehandlung ist gewaltZugegeben. Deswegen unterliegt sie ja auch Richtlinien. In deinen bisher angeführten Beispielen (Drogendealer, besoffene/bekiffte Autofahrer) kann ich da nur sagen: Schutz des höherwiegenden Rechtsgutes.

6.zwangsbehandlung ist zerstörter individualliberalismus mit dem damit möglichen einhergang schwerer psychosen, weltverfremdung. kontroll verlust, verlust des glaubens und der selbstachtung.Also, weil jemand Blut abgenommen bekommt, nachdem er besoffen gefahren ist, löst den o.g. Prozess potentiell aus? Interessante Sichtweise....

Rico
28.01.2004, 19:55
Original geschrieben von milz
Daß man beispielsweise die einen Drogen an Kinder verkauft (Zigarettenautomaten), dafür werben darf usw. und bei anderen Drogen, die weniger Tote fordern (bei Cannabis evtl. einer?), mit der juristischen Schippe draufhaut... Lächerlich. Das seh ich auch so ähnlich.
Allerdings ist das Problem, daß es aus vielen Gründen (leider) nicht mehr machbar ist, Tabak zu verbieten.
Würde er heute neu "eingeführt" wäre er sicher schnell verboten.

Nun steht die Drogenpolitik eben vor einem Konflikt, daß sie einerseits die Geister die sie rief nicht mehr los wird, andererseits aber nicht auch nicht noch zusätzlich Öl ins Feuer gießen will, indem man jetzt noch nachträglich alles, was ähnlich gefährlich ist legalisiert.

Und ein handfester Konflikt mit guten Argumenten sowohl für die eine, als auch für die andere Seite gibt, der führt erstmal zu einem Ergebnis: Stillstand.
Und da stehen wir jetzt. :-dagegen

Rico
28.01.2004, 20:16
Zu den Punkten 1-3 brauch ich vermutlich nach dem was ich schon gesagt hab nix mehr sagen.
meine Meinung sollte klar sein.

Original geschrieben von DR.VERWIRRT
4. zwangsbehandlung schliesst ursachenforschung aus und beeinflusst deren ergebnisse mit dem warscheinlichen ergebniss ,der unlösbaren ursachensuche.Zwangsbehandlung ist wenn dann eine akute Situation, Ursachenforschung etwas langfristiges.
Das muß man trennen, denn die unterschiedlichen Situationen erfordern nunmal unterschiedliche Maßnahmen.

Genauso wie es fehl am Platz ist, einem akuten Infarkt als Therapie nahezulegen, das Rauchen einzustellen, so ist die Kontrolle eines ggf. nicht fahrtüchtigen Autofahrers der falsche Zeitpunkt um Ursachenforschung zu betreiben.

Original geschrieben von DR.VERWIRRT
5.zwangsbehandlung ist gewalt

6.zwangsbehandlung ist zerstörter individualliberalismus mit dem damit möglichen einhergang schwerer psychosen, weltverfremdung. kontroll verlust, verlust des glaubens und der selbstachtung. Ahja.... ein bisserl übertrieben, was?
Aber wer Gesetze übertritt muß eben mit einer Einschränkung der persönlichen Freiheit rechnen.... sei es in Form von Haft bei schweren vergehen, in Form von Sozialstunden etc. bei geringen Vergehen oder eben einer Zwangsbehandlung zum Eigen- oder Fremdschutz ("Fremd" im Sinne der Gesellschaft)

DR.VERWIRRT
28.01.2004, 22:40
.1 opfer eines unausgereiften systems.......

2. opfer inkompetenten medizinischen personals..


3. zwangsbehandlung ist das produkt eines mangels an geeigneten räumlichkeiten.

4. zwangsbehandlung schliesst ursachenforschung aus und beeinflusst deren ergebnisse mit dem warscheinlichen ergebniss ,der unlösbaren ursachensuche.

5.zwangsbehandlung ist gewalt

6.zwangsbehandlung ist zerstörter individualliberalismus mit dem damit möglichen einhergang schwerer psychosen, weltverfremdung. kontroll verlust, verlust des glaubens und der selbstachtung.

sorry hatte eine gewisse lebenserfahrung bzw berufserfahrung vorausgesetzt...


punkt1. unausgereiftes system,weil die vor jahren zu tausenden durchgeführten blutuntersuchungen auf der suche nach thc vor allem in bayern, ist heute in diesem rahmen illegal....

so.!! das heisst das system hat , durch eine neuerung zb 1000 einheiten von zwangsbehandlungen in einem quartal weniger durchgeführt.

natürlich kann eine gesellschaft nicht weiter als ihre zeit sein aber es gibt länder ,zb die niederlande, die diese zwangsmassnahmen ablehen und schon zu zeiten wo in deutschland kräftig gezapft wurde . wurde es dort nicht so gehandhabt........

zum 2.punkt....opfer inkompetenten medizinischen personals..

es gibt hebammenschülerinnen, ärzte.. etc die zb keine wochenbettpsychose von nem baby blues unterscheiden können....

diese psychose kann intensive psychische veränderungen (bla bla ) mit sich führen und ganz radikale medizinische massnahmen fordern, die bei nicht beachten der ursache wichtige behandlungskomponenten ausser acht laesst...


es gab damals vor 40 jahren viele menschen mit einer demenz .....die durch ungeschultes personal nicht erkannt wurden , als verrückt abgestempelt dementsprechend behandelt...

medizinisches personal das zu faul/doof ist versuche zu starten zb menschen zu entfixieren,,, keine regelmässigen reflektionen durchführen ,,ob fixierung noch notwendig...etc..


viele psychatrische mediziner nicht auf neustem medikamenten stand sind... .und beachten nicht, dass sedierenede medikamente in vernünftigen strategien vorzügliche ergebnisse leisten, wenn sie den regelmässig eingenommen werden ( mir ist der punkt der gewalt durch sedierende medis bekannt)



3. geeignete räumlichkeiten ...... ja jetzt wird es steine hageln..........

eine durchschnitts station ist durch das fehlende schliesssystem und personalkapazitäten nicht in der lage schwer führbare patienten zu behüten..........

ach ja eine klinik fachgebiet" geriatrie ???" konnte durch eine neuaufbau ca 50 prozent aller schlösser wegwerfen,da alles fuer die pflege uebersichtlicher war.....



punkt 6 ....es geht mir nicht nur um alkoholgehalt im blut....

man nix checker es geht um brechmitteleinsatz, zb zwangsbehandlung in der funktionsdiagnostik bei strafgefangenen...... umgang mit unter drogen stehenden menschen............... es gibt zwangsabtreibung du klugsch.....

es gibt zwangsuntersuchungen beim zoll ....... fixierung in der pflege in der medizin allgemein ...... denk mal an elektrokrampfbehandlung


ach ja an sebastian1 !!!!!!!!!!!!!!!

und da reitest du immer auf dem alki rum der nach m unfall gezapft wurde..arg das erbost mich ..fahr du mal mit jemand zur zwangsabtreibung .. (gut das die person den vorgang nicht wirklich realisiert hat) .........arg man.... dann lies mal alle beiträge,,,,,,,, weil tödliches halbwissen und so


freundlichste grüsse

ps ich reg mich immer nur sekunden lang auf -das aber richtig

Kackbratze
28.01.2004, 22:41
Aber die Psychosen der Junkies oder der Mütter deren Kinder von solchen Dullies überfahren werden, die zählen dann wohl nicht oder wie?!?

Das heisst also Du würdest es akzeptieren wenn DEIN Kind/Frau/Bruder von sojemandem ungefahren wird und er nicht in den Knast dafür geht, weil das ja seine Individualität und Freiheit einschränkt.

:-top

Bastian
28.01.2004, 23:17
zwangsbehandlung ist zerstörter individualliberalismus mit dem damit möglichen einhergang schwerer psychosen, weltverfremdung. kontroll verlust, verlust des glaubens und der selbstachtung.

Was meinst Du eigentlich, wieviel Psychosen bei jungen Menschen durch die ach so weiche Droge Cannabis ausgelöst werden, weil man die Leute ihren Individualismus ausleben lässt.

Die Psychiatrien sind voll davon.

Rico
28.01.2004, 23:29
Tschuldigung, aber mir wird das hier langsam zu unübersichtlich...

Das geht alles irgendwie durcheinander:
Man kann nicht Zwangsbehandlungen von psychisch Kranken und bei Kriminellen über einen Kamm scheren!

Es ist nämlich sowohl rechtlich wie auch moralisch ein fundamentaler Unterschied, ob derjenige, der da gegen seinen geäußerten Willen behandelt wird ein vermeindlich Krimineller ist, bei dem das Interesse der Behandlung bei der Starfverfolgung liegt oder ob das ein Kranker ist, bei dem man eine Behandlung im Interesse des Patienten macht, der zur Zeit nicht in der Lage ist, seinen Willen zu äußern.

Bei ersterem - und da scheint hier ein gewisser Konsens zu herrschen - ist es Sache des Arztes in wieweit er sich da dran wagt.

Bei psychotischen, dementen und sonstig nicht zurechnungsfähigen Patienten ist es doch selbstverständlich, daß die nicht gefragt werden, was genau mit ihnen gemacht werden soll - denn wozu auch? Die Denkstörung - die es ja zu beseitigen, bzw. lindern gilt - verhindert, daß sich diese Patienten adequat mit den Therapievorschlägen befassen können und deshalb trifft diese Entscheidung ein Vormund, bzw. im akuten Fall (wie bei einer Fixierung) auch mal ein Arzt.

Was Du da an Beispielen anführtst, naja....
Elektrokrampftherapie: Kenn ich nur von der Behandlung von Depressionen und dann mit Einverständnis der Patienten und unter Narkose durchgeführt.
Das ist doch keine Zwangsbehandlung - zumindest nicht in Deutschland.
Eiswassereinläufe macht hier auch keiner mehr.... :-???

Und wieso eine Hebammenschülerin, die eine Wochenbettpsychose nicht erkennt, als Musterbeispiel für inkompetentes medizinisches Personal herhalten muß hab ich auch nicht kapiert... Ist ja schließlich eine Schülerin...


und da reitest du immer auf dem alki rum der nach m unfall gezapft wurde.. Ich darf mal dran erinnern, daß der Thread von Dir mit dem Beispiel einer Verkehrskontrolle begonnen wurde...

harlekyn
29.01.2004, 00:50
Also ich schließe mich mal der Mehrheit an! WEr Drogen verkauft oder nimmt, verstößt gegen das, vielleicht in mancher Hinsicht altmodische, Gesetzt! Aber es ist nu mal as Gesetzt. Und es ist zu unserem Schutz da!!!
Außerdem sollte man das mal von der andren Seite aus sehen. Meinen "Erfahrungen" nach, zeigt das Messgerät zum Beispiel eher zuviel als zuwenig alk an, ein einfaches Mohnbrötchen kann dich bei nem Drogenschnelltest ganz schnell in die ******* reiten. Und jetzt? Man maschiert natürlich zu einem Doc, läßt Blut entnehmen. Jetzt stelle man sich mal vor, der sagt: Nö, ich bin net der verlängerte Arm der Justiz, schau wie du klar kommst. Böse Sache. Ein positiver Test, 2 Polizisten die natürlich Aussagen, du wärst aus welchen Gründen auch immer verhaltensauffällig gewesen und dann? Jo...
Ich denke auch, dass die Gesetztgebung in Hinsicht THC veraltet ist aber das gehört net hier her!
Aber mal was andres,das Thema lautet doch Zwangsuntersuchung. Eine Blutprobe gehört doch net dazu! Die Polizei braucht das doch Dank der Tests net!
Ich würde auch dafür stimmen, Dealern, bei denen beobachtet wurde, dass sie Beweise verschluckt haben, Brechmittel verabreicht wird! Die Beamten sagen ja sowas net zum Spass und ein Zwang ist ja auch dabei, aber man nimmt ja auch Leute fest, wenn sie im (dringenden)Verdacht stehen was verbrochen zu haben und das ist ja auch Zwang!

Kackbratze
29.01.2004, 07:18
Ich denk die Diskussion verläuft jetzt langsam arg auf einer komischen Schiene.

@VERWIRRT

Wenn Du das medizinische System für so schlecht hälst, dann häng dich nicht an einem Junkie auf der bedröhnt Auto fährt und danach seinen Job verliert sondern kümmere Dich um das was Du scheinbar wirklich anprangerst.

Schlechte Ausbildung, schlechte Räume und inkompetente Ärzte.

Da Zwangsmaßnahmen vorzuschieben, die auchnoch legal gesichert sind, mit denen man dann den Junkies Blut abnimmt, versteh ich nicht ganz.
Was haben jetzt auf einmal Junkies mit GeriatriePatienten zu tun?!?
Oder allgemeinen Psychosen?

Der eine wird ans Bett gefesselt um die Compliance zu erhöhen ( Junkie) und der andere, damit er nicht sich selber verletzt (Demente).

Ich weiß nicht, ob Du schonmal auf einer Geriatrie Station gearbeitet hast, aber alte, leider demente Menschen wissen wirklich nicht mehr was sie tun.
Die gehen auf dem Krankenhausdach spazieren oder essen irgendwas aus den Medikamentenschränken wenn man nicht aufpasst.
Und da das medizinische System nunmal so unausgewogen ist, muss man bei solchen Patienten leider eine Fixierung vornehmen, schließlich ist eine 24h Überwachung von jedem einzelnen Patienten zur Zeit unbezahlbar.
Du darfst ja auchnicht vergessen, das manche Aggressiv sind.
Es gab auch ein paar Demenzkranke die nur umsich geschlagen haben.
Was soll man dann machen?
Aggresives Zuwarten bis der Fall sich erledigt hat?!?

Ich denke Du fängst langsam an Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Vystup
29.01.2004, 09:24
ich glaube auch eher nicht, dass du den leuten, die gegen dich argumentieren mangelnde lebens- und berufserfahrung vorwerfen solltest. damit verhinderst du eine sinnvolle diskussion von vornherein, weil du deutlich machst, dass du von einem anderen, für uns unerreichbaren intellektuellen standpunkt diskutierst :-D

abgesehen davon hat das, wovon du derzeit schreibst nicht mehr viel mit dem zu tun, was du im ersten post geschrieben hast.

tatsache bleibt doch, dass dein problem mit den gesetzen zu tun hat und nicht mit den ärzten. wenn dir die gesetze hier nicht gefallen und auch keine chance auf baldige änderung besteht, hält dich übrigens keiner davon ab, nach holland zu gehen ;-) ich will damit nicht sagen, dass man alles kritiklos hinnehmen sollte, aber die frustration, die aufkommt, weil sich an den gesetzen nichts verändert, an den medizinern auszulassen ist doch wirklich mal nicht sinnvoll...