Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehaltsniveau für FA Innere in Praxen und MVZs



Seiten : 1 2 3 [4]

DrSkywalker
18.11.2023, 06:33
@ hiddl: spricht da nicht doch der Frust über dein unter- bis durchschnittliches OA-Gehalt aus dir?

Bei uns ist auch alles transparent, keiner ist ein "Verkäufer", wir machen nicht "irgendeinen Quatsch, um Abrechnungen zu optimieren".

Bei uns geht es nur darum, Dinge zu tun, die medizinisch sinnvoll sind, das ist die Maxime. Wir versorgen eine sehr große Zahl an Patienten in einem unterversorgten Gebiet auf hohem Niveau, mit moderner Technik und einer Top organisierten Praxis, gleichzeitig zahlen wir über Tarif, unser Personalschlüssel ist so, dass keiner den ganzen Tag nur gehetzt oder genervt ackern muss.

Das alles geht aber nur, wenn man wirtschaftlich & effizient arbeitet. Gemütlichkeit und low-performance kann man hier nicht gebrauchen.

Und die Kritik an investorengeführten MVZs ist völlig berechtigt, weil es zunehmend so aussieht, dass die Ärzteschaft nicht mehr selbstständig arbeiten kann, selbst wenn sie es denn wollte. Die KV-Sitze sind nicht weg, sie hat nur jemand anderes....

Wenn sich jemand wie du mit seinem unterdurchschnittlichen Gehalt zufrieden gbit ist es ja ok, das Problem ist, dass es bald nur noch unterdurchschnittliche Gehälter geben wird, weil Leute, die Bock haben was zu reißen auch keine Möglichkeit mehr haben, eine eigene Praxis zu gründen/kaufen. Frag mal die Radiologen, Nephrologen, Augenärzte etc. Dort wird dann "verkauft", geigelt, etc.

Denk noch mal über den Unterschied nach...

Tramaldol
18.11.2023, 11:26
Und die Kritik an investorengeführten MVZs ist völlig berechtigt, weil es zunehmend so aussieht, dass die Ärzteschaft nicht mehr selbstständig arbeiten kann, selbst wenn sie es denn wollte. Die KV-Sitze sind nicht weg, sie hat nur jemand anderes....

Wenn sich jemand wie du mit seinem unterdurchschnittlichen Gehalt zufrieden gbit ist es ja ok, das Problem ist, dass es bald nur noch unterdurchschnittliche Gehälter geben wird, weil Leute, die Bock haben was zu reißen auch keine Möglichkeit mehr haben, eine eigene Praxis zu gründen/kaufen. Frag mal die Radiologen, Nephrologen, Augenärzte etc. Dort wird dann "verkauft", geigelt, etc.


Das sehe ich auch so. Man muss die Investoren-MVZ nicht verbieten, aber sie sollten einen gewissen Marktanteil nicht überschreiten. Die ältere Generation hat sich so eine Option geschaffen ihr Tafelsilber zu vergolden und nach mir die Sinnflut. Da bin ich eh in Rente.



Bei uns geht es nur darum, Dinge zu tun, die medizinisch sinnvoll sind, das ist die Maxime. Wir versorgen eine sehr große Zahl an Patienten in einem unterversorgten Gebiet auf hohem Niveau, mit moderner Technik und einer Top organisierten Praxis, gleichzeitig zahlen wir über Tarif, unser Personalschlüssel ist so, dass keiner den ganzen Tag nur gehetzt oder genervt ackern muss.


Es gibt hier, auch auf Kosten der Kassen/Allgemeinheit, die Option medizinische Fragestellungen auf verschiedenen Wegen zu lösen, verschiedene Medikamente zu nutzen, verschiedene Untersuchungen...mehr oder weniger zu veranlassen. Und je mehr Breitspur- statt Schmalspurmedizin man macht, insbesondere bei den Beamten-PKV Patienten, je mehr Erlös. Das ist aber keine Raketenwissenschaft, dafür braucht man nicht Praxisinhaber sein. Das kann auch ein Angestellter machen, wenn man es ihm sagt. Das kann auch in der Klinik je nach Gründlichkeit vom Oberarzt passieren.
Irgendwann ist es dann eine Grenze überschritten und medizinisch nicht sinnvolle Sachen wie hier im Thread beschrieben z.B. jede Woche neurologisch zu untersuchen bei psychiatrischen PKV-Patienten, nur weil es bezahlt wird, sollen laufen.
Diese Abrechnungsoptimierungen, auch wenn sie medizinisch nicht sinnvoll sind, findet man sowohl in Investoren MVZ , aber auch bei privaten Inhabern. Letztendlich wird da auch viel Geld verschwendet und die Kassen (insbesondere den PKV Kassen) sei angeraten die Rechnungen möglichst genau zu überprüfen.

hiddl
18.11.2023, 12:14
@ hiddl: spricht da nicht doch der Frust über dein unter- bis durchschnittliches OA-Gehalt aus dir?

Bei uns ist auch alles transparent, keiner ist ein "Verkäufer", wir machen nicht "irgendeinen Quatsch, um Abrechnungen zu optimieren".

Bei uns geht es nur darum, Dinge zu tun, die medizinisch sinnvoll sind, das ist die Maxime. Wir versorgen eine sehr große Zahl an Patienten in einem unterversorgten Gebiet auf hohem Niveau, mit moderner Technik und einer Top organisierten Praxis, gleichzeitig zahlen wir über Tarif, unser Personalschlüssel ist so, dass keiner den ganzen Tag nur gehetzt oder genervt ackern muss.

Das alles geht aber nur, wenn man wirtschaftlich & effizient arbeitet. Gemütlichkeit und low-performance kann man hier nicht gebrauchen.

Und die Kritik an investorengeführten MVZs ist völlig berechtigt, weil es zunehmend so aussieht, dass die Ärzteschaft nicht mehr selbstständig arbeiten kann, selbst wenn sie es denn wollte. Die KV-Sitze sind nicht weg, sie hat nur jemand anderes....

Wenn sich jemand wie du mit seinem unterdurchschnittlichen Gehalt zufrieden gbit ist es ja ok, das Problem ist, dass es bald nur noch unterdurchschnittliche Gehälter geben wird, weil Leute, die Bock haben was zu reißen auch keine Möglichkeit mehr haben, eine eigene Praxis zu gründen/kaufen. Frag mal die Radiologen, Nephrologen, Augenärzte etc. Dort wird dann "verkauft", geigelt, etc.

Denk noch mal über den Unterschied nach...
Jetzt habe ich mein Gehalt noch mal nachgeschlagen und die einschlägigen Tarifverträge und stelle fest, dass es mindestens durchschnittlich ist, Du musst Dir um meinen Frust also keine Sorgen machen. Ich betrachte mein Gehalt sowieso primär danach, ob ich selbst es als ausreichend empfinde und nicht danach, ob andere mehr verdienen. Der Vergleich mit anderen macht selten glücklich im Leben.

Mir geht es darum, dass im Gesundheitssystem massive Fehlanreize gesetzt werden, das ist doch kein Geheimnis. Wir haben kein Einnahmen-, wir haben ein Ausgaben-Problem (nicht nur im ambulanten Sektor natürlich). Jeder persönlich fühlt sich selbstverständlich nicht verantwortlich, aber in der Summe wird einfach unfassbar viel Quatsch gemacht. Und das ist in meinen Augen völlig unabhängig davon, ob es sich um klassische Arztpraxen oder um Investoren-MVZs handelt. Ich sehe ja, was ich abrechne, wie viele Erlöse das erbringt und was ich machen müsste, um die Abrechnung, nicht aber die Patienten-Versorgung, zu optimieren.

Aber das führt vom Thema weg und müssen wir an dieser Stelle auch nicht weiter diskutieren.

Tramaldol
18.11.2023, 13:54
Das stimmt. Und auch im Krankenhaussektor gibt es dieses Ausgabenproblem. Es werden viele Sachen gemacht oder Strukturen bewahrt "wegen der Abrechnung" (Fehlanreize).

Bussard
26.11.2023, 23:15
Der Trend für OA in den Krankenhäusern (außer Uniklinik) ist irgendwo zwischen 150-180k im Einsteigersegment. Da sind hier 100k Jahresgehalt kein Top-Angebot, wenn selbst der Tarifvertrag OA im kommunalen Krankenhaus mehr bietet.


Uniklinik dann eher nach Tarifvertrag?

Tramaldol
27.11.2023, 05:23
Genau. Dafür kann man dann Promotion und Habil dort machen und da an Unikliniken viel Weiterbildung gemacht wird, findet sich einfacher ein jemand.

Bussard
27.11.2023, 07:58
Genau. Dafür kann man dann Promotion und Habil dort machen und da an Unikliniken viel Weiterbildung gemacht wird, findet sich einfacher ein jemand.

Alles klar, vielen Dank!