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freak1
05.11.2023, 18:21
Hmm, vllt fragst du bei den falschen Praxen oder es sind Add-On Stellen. Also mit wenig anfallender Arbeit, und man ist quasi nur eingestellt für mögliche Mehrarbeit und Urlaubszeiten. Es gibt auch immer wieder Kollegen, für die Gehalt nachrangig ist, sich möglicherweise nicht informiert haben und die sowas dann akzeptieren.

Oder du bist wohnortmäßig einigermaßen gebunden und in deiner Großstadt + den drei drumherum gehören fast alle Praxen einer Großkette...

FirebirdUSA
05.11.2023, 18:37
Oder du bist wohnortmäßig einigermaßen gebunden und in deiner Großstadt + den drei drumherum gehören fast alle Praxen einer Großkette...
Da die meisten Radiologiesitze aktuell von entsprechenden Ketten aufgekauft werden, befürchte ich sind die 120k eher die Zukunft als die 150k

Tramaldol
05.11.2023, 18:48
Oder du bist wohnortmäßig einigermaßen gebunden und in deiner Großstadt + den drei drumherum gehören fast alle Praxen einer Großkette...

Gerade bei dem größeren Fach Radiologie gibt es in der Regel mehrere Optionen, wenn man bereit ist ca. 30-40 Min Anfahrt in Kauf zu nehmen. So spontan fiele jetzt keine Stadt ein. Gerade im Ruhrgebiet gibt es schon einige Auswahl.


Da die meisten Radiologiesitze aktuell von entsprechenden Ketten aufgekauft werden, befürchte ich sind die 120k eher die Zukunft als die 150k

Eher nicht, oder haben wir momentan eine FA-Schwemme in der Radiologie und Leute nehmen das, was sie kriegen können wie in den 80er Jahren...?
Das mit den Aufkauf durch kommerziellen Ketten sehe ich auch kritisch, wäre aber ein eigenes Thema für sich.

Tramaldol
05.11.2023, 18:51
Das war für mich ein Grund nicht in der Klinik OÄ werden zu wollen geschweige denn CÄ. Schlussendlich ist Geld nun einmal auch nicht alles. Die inhaltliche Entwickling der meisten Neurologien hier in der Umgebung zu Schlaganfall/Frühreha und die fachlich und/oder sprachlich mangelhafte Ausbildung vieler Assistenten war für mich ein Grund in die Niederlassung gehen zu wollen. Da bin ich eigenverantwortlich tätig, hab mehr Gestaltungsmöglichkeiten und muss keine gravierenden systemischen Mängel mittragen. Unsere wenigen Weiterbildungsassistenten suchen wir uns eben sorgsam aus. Die müssen aber auch im fortgeschrittener Weiterbildung sein und selbständig Arbeiten können. Anders ist es im niedergelassenen Bereich auch nicht möglich.

Nachvollziehbar. Aber anscheinend ist es bei der Gehaltshöhe sehr unterschiedlich je nach Region. Du berichtest eher von höheren Zahlen, während Popliteus in seiner Region ein scheinbar niedrigeres Gehaltsniveau vorfindet.

Reflex
05.11.2023, 19:25
Nachvollziehbar. Aber anscheinend ist es bei der Gehaltshöhe sehr unterschiedlich je nach Region. Du berichtest eher von höheren Zahlen, während Popliteus in seiner Region ein scheinbar niedrigeres Gehaltsniveau vorfindet.

Weil man zwischen Psychiatrie und Neurologie differenzieren muss. Psychiatrie ist im Vergleich inzwischen lukrativer als die Neurologie. Sowohl in der Klinik als auch in der Niederlassung.

Nefazodon
06.11.2023, 06:31
Weil man zwischen Psychiatrie und Neurologie differenzieren muss. Psychiatrie ist im Vergleich inzwischen lukrativer als die Neurologie. Sowohl in der Klinik als auch in der Niederlassung.

Ist das wirklich so? Dachte immer es sei anders herum. Wenn ja, warum hat sich das jetzt gedreht?
In der Psychiatrie kann man keine technischen Zusatzuntersuchungen anbieten.
Auch dürfte die Dichte an Privatpatient:innen nicht so hoch sein, aufgrund der langen chronischen Erkrankungen.

Sind die Gehälter die rafiki aufruft wirklich realistisch? Oder sind das Ausnahmen für die 5% Creme del la Creme (@rafiki: ich will deine Worte nicht in Zweifel ziehen. Es fehlt mir nur an Erfahrung um das einschätzen zu können und wenn ich etwas höre, höre ich von niedrigeren Gehältern)

rafiki
06.11.2023, 06:55
Auch dürfte die Dichte an Privatpatient:innen nicht so hoch sein, aufgrund der langen chronischen Erkrankungen.

An dieser Aussage sieht man, wie verzerrt Vorstellungen sein können. Selbstverständlich gibt es in der Psychomedizin genauso viele Privatpat. wie in anderen Gebieten. Wieso sollte das auch nicht so sein? Psych. Störungen gibt es in allen sozialen Schichten. Dass nicht alle von denen in die "üblichen" öffentlichen Versorgungseinrichtungen strömen, dürfte klar sein.



Sind die Gehälter die rafiki aufruft wirklich realistisch? Oder sind das Ausnahmen für die 5% Creme del la Creme (@rafiki: ich will deine Worte nicht in Zweifel ziehen.

Mhm. Ich versuche hier immer wieder zu differenzieren, komisch, dass da wieder etwas Pauschales herausgelesen wird. Es steht nirgendwo jemand und winkt mit außergewöhnlichen Gehältern. Oder schlicht ausgedrückt: Es gibt keine Bring- sondern eine Hol"schuld" für den interessierten Arzt, die besteht in Informationsbeschaffung, eigener Qualitätssteigerung durch verschiedene Maßnahmen, Verhandeln, Flexibilität.

Medierror123
06.11.2023, 07:01
Ist das nicht ein wenig überzogen? 150k als Einstieg für einen Oberarzt und 150-200k im Verlauf sind realistisch? Von welchen Fachrichtungen reden wir hier?
Ich habe immer den Eindruck der normale OA im Krankenhaus wird nach Tarif bezahlt.

Nefazodon
06.11.2023, 07:31
An dieser Aussage sieht man, wie verzerrt Vorstellungen sein können. Selbstverständlich gibt es in der Psychomedizin genauso viele Privatpat. wie in anderen Gebieten. Wieso sollte das auch nicht so sein? Psych. Störungen gibt es in allen sozialen Schichten. Dass nicht alle von denen in die "üblichen" öffentlichen Versorgungseinrichtungen strömen, dürfte klar sein.

Sorry, aber da kann ich dir aus meiner Erfahrung heraus jetzt nicht zustimmen. Langjährige, chronische psychische Erkrankungen korrelieren mit einem niedrigen sozioökonomischen Status.
Insofern glaube ich schon, dass der Anteil an P-Patienten in der Psychiatrie geringer ist als in anderen Disziplinen.


Es gibt keine Bring- sondern eine Hol"schuld" für den interessierten Arzt, die besteht in Informationsbeschaffung, eigener Qualitätssteigerung durch verschiedene Maßnahmen, Verhandeln, Flexibilität.

Dass das keine Bring- sondern eine Holschuld ist, dürfte sich von selbst verstehen.
Den Rest betonst Du immer wieder, an verschiedenen Stellen, doch ich frage mich, wie realistisch das wirklich für den durchschnittlichen Mitleser ist.

rafiki
06.11.2023, 09:48
Sorry, aber da kann ich dir aus meiner Erfahrung heraus jetzt nicht zustimmen. Langjährige, chronische psychische Erkrankungen korrelieren mit einem niedrigen sozioökonomischen Status.


Wer wenig Erfahrung hat, baut sich daraus sein Weltbild....wie überall.

Wenn du nur die stationäre Kustodialpsychiatrie vor Augen hast, stimmt das.

Aber Psychiatrie ist weit mehr das: Im ambulanten Raum gibt es sehr viele Menschen mit Befindlichkeitsstörungen, außerdem gibt es etliche (Hoch)privatkliniken für psychische Gestörte im Hochsegmentbereich.

Tramaldol
06.11.2023, 21:24
An dieser Aussage sieht man, wie verzerrt Vorstellungen sein können. Selbstverständlich gibt es in der Psychomedizin genauso viele Privatpat. wie in anderen Gebieten. Wieso sollte das auch nicht so sein? Psych. Störungen gibt es in allen sozialen Schichten. Dass nicht alle von denen in die "üblichen" öffentlichen Versorgungseinrichtungen strömen, dürfte klar sein.


Offensichtlich hat Nefazodon ein verzerrtes Bild unserer Gesellschaft. Es gibt Privatkliniken, die sich ausschließlich auf dieses Klientel, gerne mit Sucht- und Depressionserkrankungen stürzen. Memo: Die Anzahl der psychiatrischen Erkrankungen nimmt stark zu! Nicht nur bei den Sozialschwachen. Da sind alle Gesellschaftsschichten betroffen. Ich empfehle dir nochmal die Psychiatrievorlesung aus dem Studium zu Hand zu nehmen. Damals wurde uns schon gesagt, dass die Fallzahl stark gestiegen ist und psychiatrische Erkrankungen kein reines Phänomen armer Bevölkerungsschichten ist. Was sein kann, ist ein sozialer Abstieg damit.
Warum die Anzahl der psychiatrischen Erkrankungen zunimmt, ist ein anderes Thema.



Mhm. Ich versuche hier immer wieder zu differenzieren, komisch, dass da wieder etwas Pauschales herausgelesen wird. Es steht nirgendwo jemand und winkt mit außergewöhnlichen Gehältern. Oder schlicht ausgedrückt: Es gibt keine Bring- sondern eine Hol"schuld" für den interessierten Arzt, die besteht in Informationsbeschaffung, eigener Qualitätssteigerung durch verschiedene Maßnahmen, Verhandeln, Flexibilität.

Das sehe ich auch so. Ich kenne zahlreiche Kollegen, die einen muckeligen Job an einer Uniklinik oder kommunalen Klinik haben als Facharzt und so auf deutlich höheres Gehalt verzichten. Kann ja jeder selbst nachrechnen wieviel. Klar es sind auch einige Kandidaten dabei, die Habil usw. anstreben und daher an der Uniklinik bleiben, aber sicher nicht alle. Es gibt auch einige Leute, die nach dem Facharzt einfach im TV bleiben an den kommunalen oder kirchenlichen Häusern a.e. aus Bequemlichkeit. Ist ja nicht verboten.
Du kannst dir generell merken NACH dem Facharzt: Jobwechsel bringt immer höhere Gehaltssteigerung mit sich. In einer Firma kriegst du mit viel Bitte, bitte tolle Sachen wie ein Fahrrad oder Rewe-Tankkarte, Betriebssport und einige %-Punkte mehr Gehalt. Wenn du aber zu jemand gehst, der wirklich sucht, wird er bereit sein deutlich draufzulegen. Daher lohnt es sich alle 3-5 Jahre mal über einen Jobwechsel nachzudenken. Mal den Markt abchecken, was geboten wird.
Bei Assis ist das nicht so. Da sollte man schauen die WB abzuschließen.


Ist das nicht ein wenig überzogen? 150k als Einstieg für einen Oberarzt und 150-200k im Verlauf sind realistisch? Von welchen Fachrichtungen reden wir hier?
Ich habe immer den Eindruck der normale OA im Krankenhaus wird nach Tarif bezahlt.

Ich kann deinen Eindruck nicht teilen außer an den Unikliniken, die zahlen nix Extra. Maximal Hochstufung. Dafür hat man die Option wissenschaftliche Karriere/Habilitation.
Womöglich bist du an Einrichtungen tätig, die keinen Personalmangel haben.

Moonchen
06.11.2023, 21:35
Ich bin Pädiaterin + Schwerpunktbezeichnung. Habe nun meine zweite OA-Stelle und in beiden Kliniken war „nur“ der Tariflohn drinnen. Denke dass man in Kliniken mit großer Personalnot bestimmt verhandeln kann; ist nur die Frage ob man da dann bleiben will.
Arbeite nebenher noch in einer Praxis in meinem Schwerpunkt, da liege ich hochgerechnet auf die Wochenarbeitszeit deutlich über Tariflohn.

Tramaldol
06.11.2023, 21:42
https://www.praktischarzt.de/magazin/aussertarifliche-vertraege-als-oberarzt-aerztin-vorteile-und-gehalt/

Hier mal der inzwischen auch veraltete Kienbaum-Report, der noch etwas niedrigere Zahlen in Petto hat.

Ja Pädiatrie hat leider keine gute Lobby im Gesundheitswesen. Das ist schade. Die Leistungen werden schlecht vergütet im Vergleich.

Cor_magna
07.11.2023, 13:39
Also aus meiner, wahrscheinlich doch eher geringen Erfahrung aus einigen Gesprächen mit verschiedenen Fach-und Oberärzten und dem einen oder anderen netten Chefarzt, der bereit war auch über monetäre Themen mit einem einfachen Studenten zu sprechen, hat sich eines rauskristallisiert:

Die, die deutlich mehr verdient haben als Tarifvertrag, hatten entweder ein extrem mit Fachärzten unterversorgtes Fach (z.b. Psychiatrie), waren in einer sehr unterversorgten Region (Pampa halt), auf beschissenen Stellen die ich für ne Million im Jahr nicht machen würde (also Höllenstress und kein Leben mehr, am Besten in Verbindung mit nur 70% besetzter Assistellen und die die da sind können kein deutsch), oder konnten was, was sonst überhaupt niemand in der Klinik sonst konnte (z.b. bei dem Fall den ich meine elektrophysiologsche Eingriffe am Herzen - anscheinend ist das insgesamt recht lohnend, zumindest war es das vor ein paar Jahren). Ach ja oder waren irgendwie selbstständig nebenbei tätig, z.b. viele Gutachten verfassen, Leuten irgendwelche privatzahlerische Eingriffe andrehen etc..

Da ich auf das meiste davon keinen Bock hab, bin ich mit Tarifvertraggehalt ganz zufrieden. Höchstens das mit den gefragten Skills aneignen wäre über die Jahre eine Option.

Aber ich denke als Durchschnittsleister sollte man auch nur Durchschnittsgehalt erwarten bzw. damit zufrieden sein.

Edit: Rechtschreibfehler

Nefazodon
07.11.2023, 14:26
Ich empfehle dir nochmal die Psychiatrievorlesung aus dem Studium zu Hand zu nehmen. Damals wurde uns schon gesagt, dass die Fallzahl stark gestiegen ist und psychiatrische Erkrankungen kein reines Phänomen armer Bevölkerungsschichten ist. Was sein kann, ist ein sozialer Abstieg damit.
Warum die Anzahl der psychiatrischen Erkrankungen zunimmt, ist ein anderes Thema.

Vielen Dank für den etwas altklugen Rat. Ich bin mir der Prävalenzen psychischer Erkrankungen sehr wohl bewusst.

Nur spiegelt das

Es gibt Privatkliniken, die sich ausschließlich auf dieses Klientel, gerne mit Sucht- und Depressionserkrankungen stürzen. Memo: Die Anzahl der psychiatrischen Erkrankungen nimmt stark zu! Nicht nur bei den Sozialschwachen. Da sind alle Gesellschaftsschichten betroffen.

nicht unbedingt die Versorgungsrealität wider, in der sich die meisten Ärzte wiederfinden, die in der Psychiatrie arbeiten.
Die überwiegende Mehrheit findet sich in diesem Fachbereich dann wohl in der "Custodialpsychiatrie" wieder, wie rafiki es genannt hat.

Klar gibt es diese Privatkliniken, die Du ansprichst, aber nicht jeder wird dort einen Job finden oder dort arbeiten wollen.
Und als Niedergelassener/r mit Kassenzulassung wird man sich seine Klientel nur begrenzt aussuchen können.

Also, das, was ihr da beschreibt, trifft auf die Arbeitsrealität der meisten Ärztinnen und Ärzte nicht zu, aus meiner Sicht.
Aus meiner Sicht bleibt damit das Gehalt, das rafiki aufruft, die absolute Ausnahme. Schön, dass es für dich geklappt hat!
Aber eher nichts, woran man sich in Gehaltsverhandlungen orientieren kann.




Das sehe ich auch so. Ich kenne zahlreiche Kollegen, die einen muckeligen Job an einer Uniklinik oder kommunalen Klinik haben als Facharzt und so auf deutlich höheres Gehalt verzichten. Kann ja jeder selbst nachrechnen wieviel. Klar es sind auch einige Kandidaten dabei, die Habil usw. anstreben und daher an der Uniklinik bleiben, aber sicher nicht alle. Es gibt auch einige Leute, die nach dem Facharzt einfach im TV bleiben an den kommunalen oder kirchenlichen Häusern a.e. aus Bequemlichkeit. Ist ja nicht verboten.

Das spricht für mich für eine verzerrte Sicht der Realität: Nicht jeder kann einen der wenigen hochdotierten Jobs haben.
Und dabei rede ich nicht von der persönlichen Befähigung. Oft spielen bei solchen Jobs auch der Zufall und Beziehungen eine wichtige Rolle, wenn sich entscheidet wer sie bekommt.

Nicht jede und jeder hat Zeit und Muße sich grenzenlos auf eigene Kosten weiterzuqualifizieren. Nicht jede/r ist frei und ungebunden um alle Jobangebote, die es auf dem Markt gibt zu nutzen.

Moorhühnchen
07.11.2023, 17:42
Gut, Anästhesie ist jetzt auch nicht unbedingt ein Mangelfach, aber zumindest in meiner Gegend im Ballungsraum Rhein-Main werden teils händeringend Kollegen mit der ZB Intensivmedizin gesucht, weil das ja erlösrelevant ist, bzw. weiter werden wird.
Dennoch war es mir nicht möglich, mehr als Tarifgehalt auszuhandeln bei meiner OA-Stelle, wenn ich einigermaßen erträgliche Arbeitsbedingungen haben will.

Letztlich war das am Ende aber auch der Grund, die OA-Stelle recht zügig wieder zu verlassen, weil es sich einfach nicht gelohnt hat und in eine Praxis zu wechseln, wo mir die ZB so rein gar nichts bringt und daher auch für die Gehaltsverhandlungen nicht förderlich war. Und egal, was einige hier sagen, ich habe immer noch das Gefühl, dass das weibliche Geschlecht von vornherein schlechtere Chancen bei Gehaltsverhandlungen hat, auch wenn man bereits dem vorrangig gebärfähigen Alter entkommen ist.

Wie sagte mein Ex-Chef so schön: "Hier werden alle nach dem gleichen Tarif bezahlt!"
Meine Antwort, da ich von mehreren männlichen Kollegen wusste, die Höherstufungen erreicht hatten: "Ja, manche mehr und andere weniger."

Manchmal ist es echt frustrierend, wenn man ein wenig Ahnung vom Tarifwerk hat und die Kollegen einem freiwillig ihre Abrechnungen unter die Nase halten. Ich sehe da ja auf den ersten Blick, was sie ausgehandelt haben, auch wenn sie die Endsumme schwärzen.

Tramaldol
07.11.2023, 19:25
Klar gibt es diese Privatkliniken, die Du ansprichst, aber nicht jeder wird dort einen Job finden oder dort arbeiten wollen.
Und als Niedergelassener/r mit Kassenzulassung wird man sich seine Klientel nur begrenzt aussuchen können.


Diese Kliniken (zumindest die mir bekannten) sind etwas abgelegen und die suchen genauso händeringend Personal wie andere Psychiatrien. Aber gut, ich bin kein Psychiater und habe nur Einblick über Aussagen Dritter.



Also, das, was ihr da beschreibt, trifft auf die Arbeitsrealität der meisten Ärztinnen und Ärzte nicht zu, aus meiner Sicht.
Aus meiner Sicht bleibt damit das Gehalt, das rafiki aufruft, die absolute Ausnahme. Schön, dass es für dich geklappt hat!
Aber eher nichts, woran man sich in Gehaltsverhandlungen orientieren kann.


Bist du überhaupt Facharzt? Hast du dich auf FA-Stellen beworben?
Klar mag es von Fach zu Fach verschieden sein. Aber selbst in großen Fächern ist mehr rauszuholen als TV.




Das spricht für mich für eine verzerrte Sicht der Realität: Nicht jeder kann einen der wenigen hochdotierten Jobs haben.
Und dabei rede ich nicht von der persönlichen Befähigung. Oft spielen bei solchen Jobs auch der Zufall und Beziehungen eine wichtige Rolle, wenn sich entscheidet wer sie bekommt.


Kannst du das beurteilen? Bist du FA?
AT ist durchaus möglich und zahlreiche FÄ hier haben in verschiedensten Fächern Zahlen genannt, die außerhalb der TV lagen. Selbst in Gehaltsreports werden diese Zahlen genannt.
Nur Rafiki ist mit seinen Zahlen außerhalb der Reihe. Dass es extreme Personalnot in der Psychiatrie gibt, dürfte außer Frage stehen. Da ich mich nicht als FA für Psychiatrie bewerben kann, kann ich da leider (wie du) nicht mitreden.
Beziehungen haben meiner Erfahrung bisher überhaupt keine Rolle gespielt. Oft gibt es garkeinen anderen Bewerber.



Nicht jede und jeder hat Zeit und Muße sich grenzenlos auf eigene Kosten weiterzuqualifizieren. Nicht jede/r ist frei und ungebunden um alle Jobangebote, die es auf dem Markt gibt zu nutzen.

Das verlangt auch niemand. Dafür gibts TV.

Nefazodon
07.11.2023, 21:11
@Tramadol: Dass man als FA außerhalb der Klinik für gleiche Arbeitszeit (bzw. umgerechnet auf gleiche Arbeitszeit) in der Regel besser bezahlt wird, ist so und das habe ich nie bestritten.
Aber die Zahlen die rafiki angibt, entsprechen sicherlich einem Ausnahmegehalt und sind daher ein Extrembeispiel und für die Meisten nicht erzielbar. Was auch die Posts der anderen Forenteilnehmer belegen.
Mehr wollte ich dazu gar nicht aussagen.

Dafür, dass Du kein Psychiater bist, hast Du einige Posts vorher ziemlich selbstsichere Aussagen über die Zusammensetzung des Patientenklientels und der Versorgungslandschaft getätigt....

Btw.: Ja, ich habe einen Facharzttitel. Und selbst?

Reflex
08.11.2023, 06:28
Dafür, dass Du kein Psychiater bist, hast Du einige Posts vorher ziemlich selbstsichere Aussagen über die Zusammensetzung des Patientenklientels und der Versorgungslandschaft getätigt....


"Von nix ne Ahnung, aber zu allem eine Meinung!" Die rigiden Argumentationsstrukturen erinnern einen so an die tausendste Wiedergeburt des Herrn DaCapo.

Und ja, was Rafiki immer wieder betont, halte ich auch für Ausnahmegehälter, die man nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt erzielen kann.

Tramaldol
08.11.2023, 15:52
Ich habe einige Bekannte, die in der Psychiatrie arbeiten.




Die, die deutlich mehr verdient haben als Tarifvertrag, hatten entweder ein extrem mit Fachärzten unterversorgtes Fach (z.b. Psychiatrie), waren in einer sehr unterversorgten Region (Pampa halt), auf beschissenen Stellen die ich für ne Million im Jahr nicht machen würde (also Höllenstress und kein Leben mehr, am Besten in Verbindung mit nur 70% besetzter Assistellen und die die da sind können kein deutsch), oder konnten was, was sonst überhaupt niemand in der Klinik sonst konnte (...)

Aber ich denke als Durchschnittsleister sollte man auch nur Durchschnittsgehalt erwarten bzw. damit zufrieden sein.


Wie gesagt: das spiegelt nicht meine Realität und Erfahrung wieder. Man verdient im MVZ oder auch als OA in vielen Fächern AT. Und da werden so Summen wie 150-160k für Starter nach dem Facharzt genannt im Jahr 2023, was weit über den TV liegt.