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Espressa
04.03.2024, 12:47
Um mal mit nackten Zahlen zu kommen: ich habe als Fachärztin (4. Jahr FÄ) bei ner 80 Prozent stelle 4200 Euro Brutto. Was sagt ihr dazu?

Das wäre netto akzeptabel. Bei einer 20h-Woche.

HeleneeneleH
04.03.2024, 12:52
Das verdiene ich circa bei 75% (über die KV halt ) als WBA im 1.(!!) WB-Jahr Allgemeinmed .. Oo

ehem-user-19-05-2025-1430
04.03.2024, 12:58
@biene88 welches fach machst du? Also sowas geht nur wenn man als Hausärztin so ne krankest ruhige Kugel schiebt und im Endeffekt jeden tag 30 min zu spät kommt wegen kinder und 30min früher geht wegen kids etc...aber selbst dann ist es schon echt viel zu wenig....

Reflex
04.03.2024, 14:05
Um mal mit nackten Zahlen zu kommen: ich habe als Fachärztin (4. Jahr FÄ) bei ner 80 Prozent stelle 4200 Euro Brutto. Was sagt ihr dazu?
Das ist ja deutlich untertarifliche Bezahlung.

Roadkiller
04.03.2024, 18:24
Ist das schon sittenwidrig?

JAK1
04.03.2024, 18:29
Kriminell schlecht.

Biene88
04.03.2024, 19:03
@ Espressa Echt? Bei 20 Stunden die Woche? Aber dann würde man ja von 4. Jahr Oberarzt oder so ausgehen oder?

Kandra
04.03.2024, 19:37
@ Espressa Echt? Bei 20 Stunden die Woche? Aber dann würde man ja von 4. Jahr Oberarzt oder so ausgehen oder?

4500€ entspricht der Förderung der KV für Weiterbildungsassistenten. Das kriegst du in Vollzeit im KH als Assi im 2. Jahr.
Als Fachärztin musst du mindestens das verdienen, was du laut Tarifvertrag als Facharzt bekommen würdest. Und wenn du schon 4 Jahre (!) Fachärztin bist und in der Praxis eigenständig und alleine arbeitest, dann kann man auch OA-Gehalt verlangen.

Edit: Rest entfernt

Espressa
04.03.2024, 19:42
Ich bin seinerzeit (vor 7 Jahren) als frischer FA aus der Klinik abgeworben worden; und der Deal war „ich leg 1000€ auf dein Gehalt drauf“. (Bei Teilzeit Anstellung!)
Also ja, ich finde schon dass man in der Niederlassung mehr verdienen darf und soll als in der Klinik. Auch als konservativer Kollege! Und mit der Zeit darf da gern auch eine gewisse Steigerung drin sein.
Also keinesfalls unter FA-Tarif, bei entsprechenden skills durchaus auch zum OA-Tarif.

Biene88
04.03.2024, 19:59
@kandra mein Chef rechnet bei 35 Stunden (mehr hat die Praxis nicht geöffnet) nicht Vollzeit sondern direkt 85 Prozent. Mir graut schon davor, wenn ich nach der Elternzeit auf 20 Stunden Basis erstmal wiederkomme. Aber ist ja cool, dass dein Chef bei 35 Stunden Vollzeit bezahlt. Darf ich fragen wieviel Stunden du bei 80 Prozent offiziell da bist?

Biene88
04.03.2024, 20:01
@ Espressa darf ich fragen wieviel du Teilzeit gearbeitet hast? Problem ist auch, dass die Praxis halt maximal 35 Stunden die Woche geöffnet hat und dann ist man direkt nur bei 85 Prozent. Und welche Fachrichtung machst du? Ich bereue es mittlerweile ein wenig nicht den Gastroenterologen noch oben drauf gesattelt bzw. fertig gemacht zu haben- dann könnte ich jetzt sicher mehr verdienen

Kandra
04.03.2024, 20:32
@kandra mein Chef rechnet bei 35 Stunden (mehr hat die Praxis nicht geöffnet) nicht Vollzeit sondern direkt 85 Prozent. Mir graut schon davor, wenn ich nach der Elternzeit auf 20 Stunden Basis erstmal wiederkomme. Aber ist ja cool, dass dein Chef bei 35 Stunden Vollzeit bezahlt. Darf ich fragen wieviel Stunden du bei 80 Prozent offiziell da bist?

Das hat sich bei mir so ergeben, da ich meine Weiterbildung ja in Vollzeit absolviert habe und das auch so im Vertrag stand. Dafür sind Überstunden mit dem Gehalt abgegolten, durch die gute Organisation unserer MFAs gabs die aber eh kaum. Maximal mal ne halbe Stunde länger wenn es viele Telefonate zu erledigen gab nach Praxisschluss etc. In der Klinik war ich täglich mindestens eine Stunde länger da.

80% wäre eine 4-Tage-Woche (da ich einen langen Tag nicht da wäre, effektiv 27h). Aber wie gesagt, ist noch nicht Realität und ob die Gehaltsverhandlungen erfolgreich gewesen wären, weiß ich nicht :-oopss
Mittel- bis Langfristig ist evtl die Übernahme eines Sitzes in der Praxis geplant.

Carnivore
05.03.2024, 06:23
Als völliges Greenhorn stelle ich mal noch eine Frage in den Raum: Wie viel kann man als angestellter HNO Arzt in einer mittelgroßen Stadt in Ostdeutschland erwarten? Worauf kommt es als HNOler an, wenn man in der Niederlassung mehr verdienen möchte?

Espressa
05.03.2024, 07:02
@ Espressa darf ich fragen wieviel du Teilzeit gearbeitet hast? Problem ist auch, dass die Praxis halt maximal 35 Stunden die Woche geöffnet hat und dann ist man direkt nur bei 85 Prozent. Und welche Fachrichtung machst du? Ich bereue es mittlerweile ein wenig nicht den Gastroenterologen noch oben drauf gesattelt bzw. fertig gemacht zu haben- dann könnte ich jetzt sicher mehr verdienen

Ich bin Augenarzt. Initial war ich 3 Tage/ Woche in der Klinik, das wurde ziemlich genau auf Stunden aufgedröselt mit 60%.

In der Praxis waren es auch 3 Tage, inzwischen sind es zwei ganze und ein halber, also 50%. Wobei ein ganzer auch mal ein 7h-Tag sein kann, wenn ich zügig durchkomme. Das ist nicht mehr so pedantisch.
KV-Dienste kommen dazu, aber da fällt nicht so viel an.

Biene88
05.03.2024, 07:32
@espressa, darf ich fragen, was du bei 50% brutto hast? Und du operierst wahrsch auch oder?

Cor_magna
05.03.2024, 09:54
Ich möchte ergänzen, dass in sehr vielen Firmen 35 h als Vollzeit zählt.

Biene88
05.03.2024, 10:04
Ja das stimmt. Es ist halt blöd, weil man so garnicht die Chance hat auf 100 Prozent zu kommen bzw wenn man einen Tag weniger da ist (weil man Kinder hat z.B.), weil das Maximum in der Praxis dann 35 Stunden, sprich automatisch 80 Prozent sind.

Syntax1
05.03.2024, 21:40
Hallo, ich brauche euren Rat:

Was würdet ihr als Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie in einem grossen MVZ verlangen? Die Praxis war inhabergeführt und wurde vor kurzem an einen Investor verkauft. Einer der Gründer ist immer noch geschäftsführender Teilhaber. Ländliche Gegend, strukturschwach, schlechte Versorgungslage, Niedergelasse Kollegen überaltert, finden keinen Nachfolger. Insgesamt die klassische Todesspirale: keine Bewerber, sodass das erforderliche Qualitätsniveau immer weiter nach unten revidiert wird.
Der Arbeitgeber wird sicher Schwierigkeiten haben, mich zu ersetzen. Wegen Probezeit aus neuem Vertrag besteht eine Kündigungsfrist von 2 Wochen bis Mitte des Jahres.

Ich haben den Internisten schon seit mehr als 5 Jahren und den Nephrologen seit ein paar Monaten. Ich habe die Weiterbildung in der Praxis zu Ende gebracht und wurde für ein Jahresgehalt von ca. 100.000 Euro brutto ohne Extras übernommen.

Positive Seiten: Arbeitsbelastung wirklich sehr gering, insgesamt 35h Woche ohne Dienste, ca. alle 4 Wochen den halben Samstag. Dienstag und Donnerstag um 14:00 Uhr zu Hause. Im Vergleich zur Uniklinik, in der ich vorher war, wirklich ein Traum. Zeit für Hobbys und Sport bleibt auch. Gefühlt 70% Stelle. Kollegen grösstenteils nett. Patienten dankbar.

Negativ: Chef cholerisch, Wutanfälle bleiben ohne Konsequenz. Langfristig möchte ich mir das nicht geben. Fachlich bestehen kaum Entwicklungsmöglichkeiten, ich habe den Eindruck, dass ich mich zurückbewege. Führungs- oder Leitungsaufgaben werden durch den Chef nicht abgegeben. Richtige Digitalisierung ist nicht vorhanden und auch nicht gewünscht. Ich habe allerdings die mündliche Erlaubnis, die Praxisinfrastruktur für eigene privatärztliche Tätigkeiten zu nutzen und könnte mir hier in der Freizeit etwas nebenher aufbauen.

Hinzu kommt, dass mein Partnerin schwanger ist und ich 2025 für 4-5 Monate in Elternzeit gehen will. Wie kommt der Wunsch nach Elternzeit im ersten Jahr bei alternativen Arbeitsgebern an? Wir wollen uns ebenfalls nicht auf die Region festlegen und evtl. in 2 Jahren als Familie weiterziehen, deshalb kommt in den nächsten 2 Jahren eine Neugründung oder eine Sitzübernahme nicht in Frage. Finanziell können wir auch eine längere Durststrecke überbrücken.

Einerseits ist im Moment die Work-Life Balance sehr gut, allerdings möchte ich mich nicht unter Wert verkaufen und weiss, dass das Potential für mehr vorhanden ist. Ich habe von Kollegen mit ähnlicher Profil und Erfahrung gehört, die auf mehr als 120.000 Euro kommen.
Was meint ihr? Sich der Beamtenmedizin fügen, eine ruhige Kugel schieben und die ersten Jahre mit dem Kind geniessen oder nochmal hart verhandeln mit potenziellen Wechsel und möglicherweise deutlich höherer Arbeitsbelastung?

Espressa
06.03.2024, 13:01
Hättest du denn eine alternative Stelle?

Im Grunde könntest du schon versuchen, dir Konditionen etwas auszureizen; mehr Geld oder evt bei gleichem Geld weniger Stunden. Letzteres wäre mit einem Kind auch absolut praktisch!
Und es könnte gut gehen - wenn wie du sagst eine nachbesetzung nicht so einfach wäre.

Allerdings ist eben die Frage was passiert wenn der Chef nicht drauf eingeht, ob du dann kündigst bzw. was du sonst machen könntest.

hebdo
06.03.2024, 22:10
Ich glaube ich weiß, bei welchem privatwirtschaftlichem Unternehmen du bist. Die 35h Woche in der ambulanten Nephrologie klingt nach einem kleinen Zentrum, wahrscheinlich <60 Dialysepatienten. Da ist der Verhandlungsspielraum nicht so groß. Seid ihr nur zwei Ärzte? Denke, dass du zwischen 110.000 bis 120.000€ verhandeln könntest.

Die Ambulanz bringt in der Nephrologie nichts - auch Privatversicherte sind im Vgl. zum Aufwand und dem Erlös durch die Dialyse ein Witz.

Das einzige was du als nutzenbringendes Argument in die Verhandlung bringen kannst, wäre der Aufbau oder wenn bereits vorhanden Ausbau der Heimdialyse (PD und HeimHD) oder Apherese. Da sind allerdings bei den Heimverfahren die Einstiegshürden relativ hoch.

Ich kann dir ein paar Zahlen für Praxen mit 60-90 Dialysepatienten mal zum Vergleich nennen:
Privates MVZ, >40h/Woche: ~120.000€, in Anstellung auf dem Weg zur Teilhaberschaft bis 160.000€.

Privatwirtschaftlicher Träger, 40h/Woche: ~130.000€; Leitung 150.000-180.000€

Gemeinnütziger Träger, 40h/Woche: 100.000-110.000€, Leitung 125.000-140.000€

Regionale Unterschiede können natürlich die Gehälter beeinflussen. In deinem Fall scheinen die Entwicklungsmöglichkeiten wirklich begrenzt, aber für den Einstieg klingt das gediegen. Wenn du deinen Chef erträgst, ist es bestimmt für 2 Jahre eine gute Stelle.

Das mit der Elternzeit wird deinem Chef ernste Probleme bereiten, wenn ihr wirklich nur zu zweit sein solltet. Aber das gehört zu seinem Risiko.