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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 25 Jahre familienversichert…und nun? Welche gesetzliche Krankenkasse als Arzt?



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tragezwerg
26.08.2024, 05:01
Für mich hätte die Privatversicherung nur Nachteile. Ich habe zwei Kinder, die in der GKV kostenlos mitversichert sind, habe Anspruch auf Kinderkrankengeld ohne dafür im Monat 300€ extra zahlen zu müssen, etc..
Und bei der täglichen Arbeit im Krankenhaus stellt man schnell fest, dass Privatpatienten deutlich schlechter behandelt werden als andere (die Kuh wird gemolken... unnötige Diagnostik, unnötige Eingriffe, Chefärzte operieren Eingriffe, die sie gar nicht können, etc. pp.), und wenn es um relevante Dinge wie Hilfsmittelversorgung oder Kostenübernahme bei Standardtherapien wie Bestrahlung geht, ist die PKV die schlechtere Wahl. PKV ist nur die bessere Wahl, wenn man kinderlos und gesund ist.

Feuerblick
26.08.2024, 07:30
Kann ich so tatsächlich nicht unterschreiben. Ja, kinderlos ist natürlich sinnig, weil Kinder in der GKV mitversichert sind und in der PKT ziemlich viel kosten.
Aber schlechtere Behandlung (MRT Knie zwei Tage nach Trauma vs. „vielleicht in drei Monaten“) oder Diskussionen wegen Hilfsmitteln? Nö. Alles ohne einen Piep bekommen. Auch sonst wurde alles vertragsgemäß erstattet. Auch bei Familienmitgliedern war immer alles okay bis auf eine Rechnung, die nicht korrekt war und korrigiert werden musste. Als Arzt kann man ja auch selbst ein bisschen mitbestimmen, welche Diagnostik sinnvoll ist.
Ja, später sicherlich teuer. Das sollte man unbedingt in die Beurteilung einbeziehen. Nur… wir wissen halt auch alle nicht, wie die Krankenversicherung in 20 oder 30 Jahren wirklich aussieht. Vielleicht gibt es dann nur noch eine Bürgerversicherung für alle. Oder nur noch private Versicherungen für teures Geld.

h3nni
26.08.2024, 07:33
Ich bin bei der TK, habe noch eine Anwartschaft von den Eltern, weil Beamte. Bin stark am Überlegen, ob ich dann wirklich wechseln will.

TK ist ziemlich cool, guter Kundenservice, viele extra Leistungen.

Ein alter Kollege meinte mal zu mir, er würde sich nie mehr in der PKV versichern. Termine bekäme man sowieso (nicht 100% sicher, ob das stimmt, aber wenn man ein gutes Netz hat, geht das bestimmt). Er musste auf Reha oder so und meinte, bei der GKV hätte er einfach Widerspruch einlegen können und im Zweifel erstmal gehen (Verzögerung schadet oä) können. PKV war viel Streit, keine Übernahme zu Beginn und er musste alles auslegen.

Und GKV ist easy: Insulin für 600€, HIV-Medis für 3k, Rezept abgeben, 10 Euro zahlen, fertig.
PKV: Ah, könnten Sie vielleicht ne Rechnung schreiben, spätere Fälligkeit...? Ich hatte da mal nen Privatversicherten Beamten, der sich kaum getraut hat, sein Insulinrezept einzulösen, weil zu teuer...
Das frei verfügbare Vermögen, was fehlt, ist schwierig. Opportunitätskosten als Stichwort.

Back to topic:
TK hat viele Zusatzleistungen, finanztip hat ne gute Übersicht, was die günstigsten sind, es gibt auch Vergleichsseiten mit den Leistungen (Homöopathie ja nein, PZR Festzuschuss, Komplettübernahme bei PartnerZÄ usw.)
Die DAK hat sich bei mir (wie wohl Barmer vorher im Thread) ein paar Mal zögerlich bzgl Reha, Pflege usw gezeigt.
Am Ende sollte man vielleicht danach entscheiden, welche Farbe der Karte besser zum Geldbeutel passt ;)

Liebe Grüße!

Tweety8008
26.08.2024, 11:50
Termine bei Ärzten zu bekommen ist m.E. gut oder schlecht unabhängig von der Versicherung.

Ich habe mir im Juli mein Knie verletzt. MRT konnte ich am gleichen Tag organisieren. Auf den Orthopäden warte ich aber 2 Monate.

Kackbratze
26.08.2024, 12:08
PKV: Ah, könnten Sie vielleicht ne Rechnung schreiben, spätere Fälligkeit...? Ich hatte da mal nen Privatversicherten Beamten, der sich kaum getraut hat, sein Insulinrezept einzulösen, weil zu teuer...
Das frei verfügbare Vermögen, was fehlt, ist schwierig. Opportunitätskosten als Stichwort.

Es gibt (auf Nachfrage meist erst) die Möglichkeit, dass die Apotheke bei teuren Medikamenten direkt mit der Kasse abrechnet. Das muss man erst in der Apotheke nachfragen ob die das wollen, dann nochmal bei der eigenen Versicherung.
Bei der Rezepteinlösung muss man dann jedesmal (zumindest bei der mir bekannten Kasse) einen Zettel mit abgeben, dass die Apotheke das abrechnen darf, aber dann fehlt die Vorkasse weg.

h3nni
26.08.2024, 17:19
Ah spannend. Das war mir nicht bekannt, war bisher auch nicht nötig bei mir.
Meine Datenpunkte waren eben der (der dann knuffig im Sprechzimmer saß und zu seiner Frau sagte " ich bin das doch noch wert?") Und eine Lehrerin, die immer 2 Packungen Entresto rezeptiert bekam für ca 2000 Euro und auch sagte, dass das immer knapp wird, weil die Beihilfestelle erst ab 4000 Euro schneller bearbeitet.
Klar kann das bei gewissen PKVen besser laufen, wünschenswert wäre es, aber einfacher und günstiger für die Versicherung schon, dass ausgelegt (und ggf vergessen einzureichen) wird.

JJ*
27.08.2024, 07:40
Kennst du Beispiele für Kapitalerträge auf die man beitragspflichtig ist UND wo die KdR die Beiträge bezuschusst?

Bezuschusst wird nicht, aber als Pflichtmitglied (!) der Krankenversicherung der Rentner (sobald man irgendeine Form von Rente der DRV erhält und >90% der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens gesetzlich versichert war) sind Kapitalerträge gar nicht beitragspflichtig. Das wurde unter anderem in diesem Thread (https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?108545-Das-leidige-Thema-Versicherungen-welche-und-lohnt-sich-ne-Anwartschaft-f%FCr-die-PKV) schon mal aufgedröselt.

Bender B. Rodriguez
27.08.2024, 13:40
Danke.

Aber in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens pflichtversichert dürfte hier auf niemanden zutreffen denke ich.

h3nni
27.08.2024, 13:55
Es geht darum, dass du, wenn du in der zweiten Hälfte 90% gesetzlich versichert warst (egal ob gesetzlich oder freiwillig, ggf sogar familienversichert), du dann Pflichtmitglied der KVdR werden kannst/musst und dann nur GKV auf die DRV-Rente zahlen musst bzw nicht auf Kapitalerträge.

Bender B. Rodriguez
27.08.2024, 14:32
Also auf DRV-Rente und Bezüge aus dem Versorgungswerk.

D.h. ab Renteneintritt wären dann meine Mieteinnahmen unschädlich?

Es ist aber auch kompliziert...

ehem-user-19-05-2025-1430
27.08.2024, 15:33
Bei den Diskussionen hier bzgl Krankenkasse (was ja repititiv ist) wird fast nie eine poltisch-ethische Dimension mitdiskutiert. Meine Frau und ich zahlen beide Höchstbeitrag GKV, sind aber vor allem aus politischer Überzeugung weiterhin in der GKV. (Dass die Kids kostenlos sind und ich auch bei Drillingen nicht denke "scheiße wird teuer" ist natürlich nett, auch dass bei Krankheit und Einkommensverlust keine Armut droht ist top, aber hauptsache politisch/moralische motivation...und ob ich jetzt 300 euro netto mehr hab (das Delta an kosten bei der GKV bekommt man als gut verdiener ja zu bis zu 42% über die steuer zurück, weil absetzbar)....sorry ist bei >10k netto montaseinkommen als Familie doch scheiß egal....).

Will hier wirklich nicht judgen. Frage mich nur ob wir solche exoten sind....weil es ja nicht mal diskutiert wird....freue mich über leute die ähnlich denken und sich mal oute... bin einsam :)

Bender B. Rodriguez
27.08.2024, 15:43
Bist nicht einsam. Zumindest nicht allein.

Ich bin damals auch aus Solidarität in der GKV geblieben.

Allerdings muss ich gestehen dass mir damals nicht klar war dass sich die Beiträge als Rentner verdoppeln würden. Und ich mich heute ein bisschen darüber ärgere.

nie
27.08.2024, 17:08
Noch schlimmer, ich bin wohl die Person, der man hier mangelnde finanzielle Bildung vorwirft.

Ich bin seit dem Tag meiner Geburt in derselben Krankenkasse. Aus einem einfachen Grund: hatte bisher einfach kein Bock mich um einen Wechsel zu kümmern. Und sehe auch nicht, dass das in diesem Leben noch passiert.

Matzexc1
27.08.2024, 17:10
Bei mir gibt es mehrere Gründe, erstens bin ich mit der TK super zufrieden, der Chefarzt ist nicht immer die beste Wahl und ich habe einen MRT Befund der mich komplett sperrt, zum Glück viel mir das auf bevor mich mein Finanz und Karriereplünderer...äh Berater in die PKV steckt.

Die Solidargemeinschaft hier zu fördern ist für mich nachrangig, aber ich kann hier jeden verstehen der sich so entscheidet.

anignu
28.08.2024, 19:16
Ich hab mich auch aus viel zu vielen Gründen gegen die PKV entschieden. Aus politischen Gründen, weil ich das Gefühl hab dass man PKV-Patienten viel zu viele Tests einredet, weil ich es nicht mag x Rechnungen zu bekommen um mich dann um irgendwas kümmern zu müssen usw... Und es GIBT die Extremfälle die Horror sind. Wenn die Klinik tausende Euro verlangt für irgendwas und die PKV das nicht übernimmt. Die kann man nicht wegdiskutieren, vor allem nicht wenn man solche Fälle persönlich kennt. In der GKV kommt das nicht vor.

Ganz ehrlich: vielleicht zahl ich aktuell bissl mehr. Wobei ich das nicht mal glaube aufgrund meiner vielen Kinder. Aber im Alter wird es mit der KdR weniger. Wenn ich kein aktives Einkommen mehr hab muss ich wenigstens nicht noch hohe KV-Kosten tragen. Wieviel mein passives Einkommen dann sein wird weiß ich noch nicht sicher, aber es wird eher aus Kapitalerträgen und Mieten bestehen und dafür zahl ich nach aktueller Regelung keine Beiträge.

Feuerblick
29.08.2024, 13:13
Dochdoch, in der GKV kommen solche Fälle auch vor. Z.B. wird dem Patienten eine teure Strahlentherapie eingeredet, die nicht GKV-Leistung ist, gute 5-8k kostet und DIREKT gemacht wird, weil dringend und sonst bekommt der arme Patient keinen Termin dafür (wird den Patienten so gesagt). Dass es vertragliche Alternativen gäbe, wird nicht erwähnt bzw. dem kranken Menschen Druck gemacht, dass nur die teure Therapie ihn retten kann. Nachträgliche Beantragung der Kostenübernahme verläuft negativ und der Patient hat neben seinem fortgeschrittenen Malignom die Rechnung an der Backe.

anignu
30.08.2024, 00:59
Das grenzt ja schon fast an Betrug...

Ich meine so Fälle wie schwerer Unfall dadurch langwieriger ITS-Aufenthalt und die Kasse behauptet dann danach das hätte nicht so lange auf ITS sein müssen und zahlt das nicht. Und wir reden hier über größere fünfstellige Summe die dem Selbständigen fast die gesamte Existenz zerstört hätte. Sowas gibt es bei der GKV nicht.