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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Furchtbare Famulatur durchstehen



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zarra
20.08.2024, 18:38
Hallo zusammen,

ich mache gerade meine erste Famu und könnte einfach nur heulen 😕 Heute war der bisher schlimmste Tag und bislang hab ich mich echt gut im Griff gehabt, aber nach dem heute geht’s mir echt scheisse. Ich bin wohl auch sehr sensibel und muss lernen, mit sowas umzugehen, aber es frustriert mich trotzdem so 😕

Bin bei einem Hausarzt für 5 Wochen, aktuell in der 3. Bisher habe ich 6 Semester Studium hinter mir und komme dann im Herbst ins 7.; vom 5. aufs 6. klinische habe ich noch keine Famu gemacht, weil da bei uns nur eine halbe möglich gewesen wäre und die wollte ich mir aufsparen.

Der HA, bei dem ich bin, kann an sich sehr viel erklären und ich lerne auch echt einiges bei ihm, dafür bin ich dankbar und das kommuniziere ich auch! Er nimmt mich zB auf Dienste mit und ich durfte mal schallen, ansonsten halt viel Blutdruck messen, bisher zweimal Blut abnehmen (er hat nur wenige Patienten, keine Durchlaufpraxis).
Aber leider ist er für mein Empfinden auch oft sehr ungerecht und böse zu mir. Er findet, dass ich für mein Semester viel (!) zu wenig praktisch kann und vielleicht hat er damit auch recht, ich weiß es nicht. Ich fühle mich mittlerweile auf jeden Fall so. Zwar gebe ich mir ehrlich Mühe, aber ich kann mir Sachen einfach auch nach zwei, drei, viermal zeigen manchmal nicht merken oder vergesse immer noch Einzel Aspekte einer kompletten Gesundheitsvorsorge (die soll ich immer alleine machen und dann kommt er zum Schallen rein, dann wird er sauer, wenn ich zB das zusätzliche Hautscreening vergessen habe oder zu langsam war, um alles zu untersuchen oder oder oder). Das Sauer-Sein äußert sich in Sticheleien und Seitenhieben, ich hätte noch rein gar nichts geschafft, würde mit den Patienten nur Smalltalk halten oder das sei typisch für junge Leute wie mich. Ich weiß, dass ich noch zu langsam bin und vielleicht stelle ich mich viel blöder an als alle anderen bisher bei ihm, aber ich meine es wirklich nicht böse und gebe mir ehrlich Mühe. Trotzdem mache ich jeden Tag Fehler, ich kann’s einfach nicht verhindern. Vergesse, die BE vorzubereiten oder ein Dokument mit in die Akte zu legen oder übersehe einen Vermerk in den Patientenkurven etc.

Der Höhepunkt war aber heute. Gestern hatte ich frei, weil ich am Feiertag gearbeitet habe und der Arzt Montag auch frei gemacht hat. Offiziell war ich die letzte Person, die Freitag in der Praxis war. Und anscheinend hat jemand zwischen Fr und heute Utensilien in der Praxis mit Blut verunreinigt und dann nicht gesäubert, sondern in eine teure Schale eingelegt, die nun beschädigt ist. Und der Arzt ist überzeugt, dass ich das war, aber ich habe weder die Schale noch die Utensilien jemals zuvor gesehen! Ich war es wirklich nicht. Wurde dafür heute Morgen total zusammengestaucht und den ganzen restlichen Tag für alles mögliche geschimpft. Das hat mich zugegeben auch durcheinander gebracht und ich habe noch mehr Fehler gemacht, aber auch nicht mit Absicht. Eine Patientin (wohnt 3 min von der Praxis weg) wollte zB ein Rezept holen und weil der Arzt mich ignoriert und aus seinem zweiten Zimmer ausgesperrt hat, habe ich der Pat. zunächst gesagt, sie solle im Wartezimmer warten, bis der Arzt Zeit hat (ich wusste ja auch gar nicht, ob die Pat. das Rezept dann bekommt). Nach einer halben Stunde war der Arzt immer noch nicht da / bei einem anderen Pat. und die Patientin kam zum zweiten Mal, um zu fragen, was jetzt ist. Dann hat sie vorgeschlagen, dass sie ja auch Donnerstag nochmal kommen könnte und da habe ich irgendwann ja gesagt, mit dem Vorhaben, dem Arzt halt Bescheid zu geben, dass das Rezept bis Do fertig ist.
Der Arzt hat wenige Minuten, nachdem die Pat. weg war, mitbekommen, dass sie gegangen ist (anscheinend wusste er die ganze Zeit, dass sie da war) und mich total runtergemacht, ich könne nicht einfach eigenmächtig so etwas entscheiden. Und damit hat er auch recht, aber es ist ja niemand gestorben und sie war nur nach Hause gegangen, konnte wenige Minuten später wieder da sein, und ich wusste einfach nicht, was ich machen soll, weil er mich so lange ignoriert hat.
Das Ignorieren und Sticheln ging dann den ganzen Tag weiter und dass ich das mit den schmutzigen Utensilien nicht war, glaubt er mir immer noch nicht.

Ich bin einfach so traurig und frustriert und auch sauer. Einfach hinschmeissen will ich irgendwie auch nicht, weil ich mir dann die 2,5 Wochen umsonst angetan hätte und das außerdem von ihm sicher als Schuldeingeständnis gewertet werden würde, aber ich habe nichts gemacht. Trotzdem graut mir so sehr vor den kommenden Wochen und ich weiß gar nicht, wie ich das weiter einfach immer runterschlucken soll😕

War jemand schonmal in einer so belastenden Famu und / oder hat Tipps? 😞

Danke und liebe Grüße

davo
20.08.2024, 19:01
Es ist ja eigentlich völlig normal, dass man Sachen vergisst oder übersieht. Gerade, wenn man keinerlei klinische Erfahrung hat.

Dass er das nicht versteht, liegt wahrscheinlich einfach daran, dass sein Studium schon lange her ist. Aber das sollte dich nicht weiter irritieren.

Und warum stressen dich diese Situationen eigentlich so? Klingt ja ehrlich gesagt alles eher nach Kleinigkeiten.

zarra
20.08.2024, 19:09
Es stresst mich, dass ständig vor Patienten gesagt wird “Und, was hat er schon gemacht? Ach so, gar nichts”, nachdem ich jemanden 20 min untersucht habe, so gut ich es konnte und halt vergessen habe, die BE-Röhrchen zu richten. Oder dass ständig entnervt der Kopf geschüttelt und ich die nächsten 10 min komplett ignoriert werde, weil ich halt keine MFA bin und nicht verstanden habe, wie man das Rezept aus dem Drucker lässt. Oder dass vor Patienten darüber geredet wird, dass ich dies und jenes ja nicht auf die Reihe kriege, aber es mir eben auch niemand vorher wirklich gezeigt hat.
Es sind natürlich eher Kleinigkeiten, aber wenn ich für jede Kleinigkeit angeschnauzt werde und nichts gut genug ist, obwohl ich 6 oder heute sogar 9 Stunden ohne eine einzige Pause durcharbeite - ich war nicht einmal auf Toilette oder etwas trinken -, dann summiert sich das. Und es kränkt mich auch einfach, zusätzlich dazu, dass es mich extrem frustriert, derart Wut für etwas zu kassieren, das jemand völlig anderes verbockt hat

zarra
20.08.2024, 19:10
Und er hat aber die letzten Jahre drei Studentinnen beschäftigt, die jetzt gerade M3 hatten. Also hatte er die letzten Jahre schon Bezug zum Studium, wahrscheinlich bin ich wirklich schlecht. Aber ich werde halt irgendwie unsicherer und unsicherer, je länger ich da bin

davo
20.08.2024, 19:15
Naja, es klingt halt nicht so als wäre er der angenehmste Zeitgenosse. Aber du musst ja nicht sein bester Freund werden, sondern einfach nur deine Famulatur absolvieren. Das kann man sicher auch bei jemandem, der nicht besonders angenehm ist.

Dass du viel weniger kannst als jemand, der im Studium weit fortgeschritten ist, ist völlig logisch.

Dass du zum derzeitigen Studienzeitpunkt noch nichts kannst, ist also kein schlechtes Zeichen, sondern einfach völlig normal.

Du solltest auch unbedingt lernen, auf dich selbst zu achten, dir Pausen zu nehmen usw. Denn wer keine Pausen macht, nichts trinkt, usw., ist logischerweise weder leistungsfähig noch gut gelaunt.

Und was das Vergessen anbelangt - dann machst du dir halt ein paar Checklisten, dann vergisst du beim nächsten Mal weniger.

Und wenn er das nächste Mal irgendeinen spöttischen Kommentar von sich gibt, dann versuch halt, es mit Humor zu nehmen. Ihn wirst du nicht ändern können - aber du solltest lernen, dich von solchen Kollegen nicht kränken zu lassen. Denn du wirst auch in jedem Krankenhaus immer wieder mit solchen Leuten zu tun haben. Da muss man also lernen, darüber zu stehen.

zarra
20.08.2024, 19:20
Er vergleicht mich aber nicht mit den fertigen, sondern war generell schockiert, als er erfahren hat, dass ich schon ins 7. Semester komme. Wusste er eigentlich schon bei meiner Bewerbung, aber hat er irgendwie erst letzte Woche realisiert und fand das total negativ überraschend. Er hat vor dem Studium halt schon ne KP-Ausbildung gemacht und war Notsani und meint, in meinem Alter hat er schon ganze Stationen im KH geschmissen, während ich zB nichtmal mit seinen Kurven klarkomme. Hat er ja auch recht, aber ich da dachte vor der Famu trotzdem, dass ich für nen reinen Studenten halbwegs ok bin, was meine Auffassungsgabe und so angeht
Und das würde ich gerne, aber wenn ich nicht alles drei Stunden erledigt habe, bevor er darauf kommt, werde ich auch angeschnauzt. Er gibt mir halt das Gefühl, ständig unter Strom stehen zu müssen und egal, wie viel ich erledige, ist alles zu langsam und nichts gut genug und alles macht ihm am Ende mehr Arbeit wegen mir
Und wenn ich mir was aufschreibe, verbietet er mir das oft und meint, ich muss mein Gedächtnis trainieren und mir das so merken. Versuche dann, mir die Sachen nach dem Dienst aufzuschreiben, aber gerade bei der Software zB reicht meine Merkfähigkeit für die Einzel Schritte dann nicht aus

davo
20.08.2024, 19:30
Es gibt viele Ärzte, die ihre eigenen Fähigkeiten maßlos überschätzen, besonders wenn sie über die Vergangenheit sprechen. Ignoriere diese Aussagen einfach.

Ich sag es zum dritten Mal: Es ist völlig normal, dass du zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts kannst. Das geht bzw. ging jedem so. Lass dich nicht von solchen Aussagen völlig unnötigerweise runterziehen.

Wenn du merkst, dass du Sachen vergisst, dann mach dir trotzdem Notizen. Er kann arbeiten, wie er will, aber du auch ;-) Und wenn er gerne unter Strom steht, dann darf er das ruhig auch, aber das heißt noch lange nicht, dass du das auch musst. Lerne, dich etwas zu emanzipieren, und nicht die Ideale, Vorstellungen und Wünsche anderer ungefragt 1:1 zu übernehmen.

Du hast die Hälfte der Famulatur schon hinter dir, also wirst du auch die zweite Hälfte überstehen.

Konzentrier dich nicht so sehr auf diese Sticheleien und (in Ermangelung eines besseren Begriffs) Schwanzvergleiche, lass dich nicht so leicht verunsichern, sondern versuche einfach möglichst viel mitzunehmen. Und zwar nicht im Vergleich zu tatsächlichen oder imaginierten Leistungen anderer, sondern einfach im Vergleich zu dem, was für dich persönlich realistisch ist.

zarra
20.08.2024, 21:40
Es gibt viele Ärzte, die ihre eigenen Fähigkeiten maßlos überschätzen, besonders wenn sie über die Vergangenheit sprechen. Ignoriere diese Aussagen einfach.

Ich sag es zum dritten Mal: Es ist völlig normal, dass du zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts kannst. Das geht bzw. ging jedem so. Lass dich nicht von solchen Aussagen völlig unnötigerweise runterziehen.

Wenn du merkst, dass du Sachen vergisst, dann mach dir trotzdem Notizen. Er kann arbeiten, wie er will, aber du auch ;-) Und wenn er gerne unter Strom steht, dann darf er das ruhig auch, aber das heißt noch lange nicht, dass du das auch musst. Lerne, dich etwas zu emanzipieren, und nicht die Ideale, Vorstellungen und Wünsche anderer ungefragt 1:1 zu übernehmen.

Du hast die Hälfte der Famulatur schon hinter dir, also wirst du auch die zweite Hälfte überstehen.

Konzentrier dich nicht so sehr auf diese Sticheleien und (in Ermangelung eines besseren Begriffs) Schwanzvergleiche, lass dich nicht so leicht verunsichern, sondern versuche einfach möglichst viel mitzunehmen. Und zwar nicht im Vergleich zu tatsächlichen oder imaginierten Leistungen anderer, sondern einfach im Vergleich zu dem, was für dich persönlich realistisch ist.

Okay danke dir. Gerade fällt mir das einfach schwer; ich muss ihm gegenüber alles schlucken, weil er sonst nur noch wütender wird und das staut sich einfach auf. Mir graut extrem vor den kommenden 2,5 Wochen und ich hab einfach vor jedem Handgriff mittlerweile Angst, weil alles irgendwie falsch ist. Weiß auch nicht, hab vor ihm mittlerweile einfach fast Panik.

Kandra
21.08.2024, 07:47
Ich weiß nicht, was Davo geritten hat, aber ganz ehrlich? Geh da nicht mehr hin. Oder versuche einmal mit dem Arzt offen das anzusprechen, was du hier geschrieben hast und wenn dann keine Verbesserung des Verhaltens eintritt, brich die Famulatur ab. Du bist Famulantin, du bist am Anfang des klinischen Abschnitts, es ist deine erste Famulatur, du musst garnichts können. Er ist dafür da, dir was beizubringen. Alles was du beschrieben hast (Untersuchungen vorbereiten, Voruntersuchen, etc) sind natürlich wünschenswert, dass du das lernst, aber ich finde nicht, dass man voraussetzen kann, dass du das machst. Wenn du bleibst, bestehe darauf, dass er noch einmal mit dir alle Inhalte zB der Vorsorgeuntersuchung durchgeht, so dass du dir die einzelnen Schritte aufschreiben kannst. Er hatte sicher am Anfang auch ein Notizbuch, klar dass er das nach zig Berufsjahren nicht mehr braucht. Du aber schon, das ist auch ganz normal.

remix_
21.08.2024, 10:50
ich komme im winter nach dem m2 ins PJ. alles, was ich handwerklich kann, habe ich vorher aus in meiner pflegeausbildung gelernt (blutabnehmen, zugang usw usf). in allen famulaturen habe ich so gut es geht nichts gelernt. beim hausarzt hätte ich die möglichkeit gehabt etwas blut abzunehmen, alle anderen famulaturen waren im prinzip sinnlos. ich kann dir sagen, dass die allermeisten meiner kommilitonen kurz vor antritt des PJ nicht mal richtig blut abnehmen können, einige haben NOCH NIE einen zugang gelegt. ich hab sogar eine kommilitonin, die hat noch nicht einmal versucht blut abzunehmen. alles was man kann ist ggf. ne grobe körperliche untersuchung. ich frag mich deshalb oft, woher so viele studenten ihr selbstbewusstsein nehmen.

zarra
21.08.2024, 11:27
Ich weiß nicht, was Davo geritten hat, aber ganz ehrlich? Geh da nicht mehr hin. Oder versuche einmal mit dem Arzt offen das anzusprechen, was du hier geschrieben hast und wenn dann keine Verbesserung des Verhaltens eintritt, brich die Famulatur ab. Du bist Famulantin, du bist am Anfang des klinischen Abschnitts, es ist deine erste Famulatur, du musst garnichts können. Er ist dafür da, dir was beizubringen. Alles was du beschrieben hast (Untersuchungen vorbereiten, Voruntersuchen, etc) sind natürlich wünschenswert, dass du das lernst, aber ich finde nicht, dass man voraussetzen kann, dass du das machst. Wenn du bleibst, bestehe darauf, dass er noch einmal mit dir alle Inhalte zB der Vorsorgeuntersuchung durchgeht, so dass du dir die einzelnen Schritte aufschreiben kannst. Er hatte sicher am Anfang auch ein Notizbuch, klar dass er das nach zig Berufsjahren nicht mehr braucht. Du aber schon, das ist auch ganz normal.


Ich sag dir halt ehrlich, ich will nicht, dass er das als Schuldeingeständnis auffasst. Natürlich ist das auch irrational und kindisch, weils mir dann ja eigentlich egal sein könnte, aber nach der gestrigen Behandlung will ich eigentlich aus Prinzip nicht, dass mir das von der anderen Mitarbeiterin / Studentin einfach so in die Schuhe geschoben werden kann. Und wenn ich jetzt gehe und sie dann in ein paar Wochen nach ihrer Krankheit (die schon komisch gut gelegen kommt) wieder da ist, glaubt ihr der Arzt zu 1000%.
Und mit ihm drüber reden hab ich schon versucht, vielleicht mache ich das auch nochmal, aber ich habe nicht so viel Hoffnung, dass das hilft. Würde sagen, dass meine Menschenkenntnis nicht so schlecht ist und er wirkt auf mich wie jemand, der sich von sowas aus Prinzip angegriffen und nur weiter provoziert fühlt 🙃
Ich hab gestern schon vorsichtig angefragt, ob er mir eine bestimmte Sache der Software erklären könnte (nicht einmal das komplette System, wirklich Aspekt x), und nicht mal dafür war Zeit. Also alle Sachen durchgehen wird er mit mir never ever, das gehört eben auch zu seiner Devise “Das lernst du schon so”, und dann ist er wieder stocksauer, wenn ich’s noch nicht oder nur zu langsam kann 🫠
Aber danke für die Bestärkung, ich war gestern einfach super super niedergeschlagen, weil ich 9h ohne Pause in dieser Praxis war und jede Minute für irgendwas runtergemacht wurde (und primär eben von Anfang an für etwas, an dem ich keinerlei schuld habe). Versuche glaub ich trotzdem, die Zeit rumzukriegen, weil ich einfach keine Alternative Praxis für die 2. Famuhälfte finde und die HA-Famu ja eigentlich sowieso nicht teilen kann… versuche jetzt einfach, das irgendwie rumzubekommen

zarra
21.08.2024, 11:34
ich komme im winter nach dem m2 ins PJ. alles, was ich handwerklich kann, habe ich vorher aus in meiner pflegeausbildung gelernt (blutabnehmen, zugang usw usf). in allen famulaturen habe ich so gut es geht nichts gelernt. beim hausarzt hätte ich die möglichkeit gehabt etwas blut abzunehmen, alle anderen famulaturen waren im prinzip sinnlos. ich kann dir sagen, dass die allermeisten meiner kommilitonen kurz vor antritt des PJ nicht mal richtig blut abnehmen können, einige haben NOCH NIE einen zugang gelegt. ich hab sogar eine kommilitonin, die hat noch nicht einmal versucht blut abzunehmen. alles was man kann ist ggf. ne grobe körperliche untersuchung. ich frag mich deshalb oft, woher so viele studenten ihr selbstbewusstsein nehmen.

Das beruhigt mich etwas, danke. Ja, ich dachte halt wie gesagt auch, dass ich zumindest nicht der schlechteste / am wenigsten wissende Student bin. Dass es mir an praktischen Fähigkeiten im Vergleich zu Leuten mit Ausbildung oder Leuten mit nem medizinischen Nebenjob mangelt, wusste ich, und ich brauche vielleicht länger als andere, um mir praxisinterne Routinen anzugewöhnen, aber in den UaKs an der Uni wurde ich zB schon manchmal gelobt und ich habe bspw. auch Kommilitonen, die im Ultraschall noch gar nichts erkennen - darauf hatte ich mich vor der Famu dagegen schon vorbereitet und wenigstens ein bisschen Wissen in dem Bereich hab ich daher schon. Nichts, womit ich mich brüsten würde oder könnte, aber ich finde so Aussagen wie “Dass du das noch immer nicht kannst…”, “Im 7. ist das schon zu erwarten” uvm. daher halt nicht so fair.
Aber ich bin keinesfalls abgehoben oder maße mir an, irgendwas zu können. Stattdessen hatte ich halt gehofft, einfach fleißig sein zu können und erstmal vorrangig nett zu den Patienten zu sein und eben alles so gut ich es kann zu erledigen, aber es kommen eher Sticheleien, nachdem viele Patienten mich gelobt haben, ich sei so super freundlich.
Na ja, aber danke dir auch

Nilani
21.08.2024, 11:40
Ich sehe das wie Kandra ... man muss sich nicht alles gefallen lassen und du bist Anfänger und musst noch nichts praktisch können. Aufschreiben ist völlig normal und eigentlich auch gut. Da würde ich mich nicht von abhalten lassen. Er kann dir doch nicht verbieten, was aufzuschreiben. Ich hab immer noch mein Notizbuch, was ich im PJ angefangen habe. Jetzt nutze ich es noch, wenn ich irgendwo eine neue Stelle anfange, um mir die wichtigsten Standards aufzuschreiben. Aktuell liegt es seit 5 Jahren hier im Schrank.

Und, wie Kandra auch sagte, achte auf dich und deine Bedürfnisse ... unbedingt Pausen machen, trinken zwischendurch. Ich denke, er hat gar nicht so viele Patienten? Wie kann man da 9h durcharbeiten ohne Pause? Mach das nicht, gewöhn es dir von Anfang an.
Wenn es keine Alternative gibt, dann versuch durchzuhalten, mach, was geht. Hauptsache, am Ende gibts den Wisch, der dir den Kram bescheinigt. Es gibt auch tolle Famulaturen, bloß nicht davon abschrecken lassen. Ich war froh, dass bei uns 14-Tage-Blöcke erlaubt waren. Ich hab meist 3, manchmal auch nur 2 Wochen gemacht und mir dadurch viel angeschaut. Versuch ein paar Sachen mitzunehmen, die dir wichtig sind, z.B. Untersuchung, BE. Aber ich weiß, wie das ist, wenn man immer nur eins drauf bekommt, ist da nicht wirklich förderlich fürs Selbstbewusstsein.

Carnivore
21.08.2024, 12:48
Muss bei euch die Hausarzt Famu 5 Wochen sein? Mach dich da nochmal schlau. Bei uns sinds 4 Wochen.

nie
21.08.2024, 15:20
Hat der Hausarzt eigentlich in seiner Praxis keine MFAs? Irgendwie hört sich das so an, als solltest du einfach eine Art gratis MFA sein, die nebenbei auch noch bisschen als Assistenzarzt aushilft. Und das möglichst perfekt ab Tag 1 ohne dass er dir irgendwas beigebracht oder erklärt hat.

Duke Nukem
21.08.2024, 16:32
Das beruhigt mich etwas, danke. Ja, ich dachte halt wie gesagt auch, dass ich zumindest nicht der schlechteste / am wenigsten wissende Student bin. Dass es mir an praktischen Fähigkeiten im Vergleich zu Leuten mit Ausbildung oder Leuten mit nem medizinischen Nebenjob mangelt, wusste ich, und ich brauche vielleicht länger als andere, um mir praxisinterne Routinen anzugewöhnen, aber in den UaKs an der Uni wurde ich zB schon manchmal gelobt und ich habe bspw. auch Kommilitonen, die im Ultraschall noch gar nichts erkennen - darauf hatte ich mich vor der Famu dagegen schon vorbereitet und wenigstens ein bisschen Wissen in dem Bereich hab ich daher schon. Nichts, womit ich mich brüsten würde oder könnte, aber ich finde so Aussagen wie “Dass du das noch immer nicht kannst…”, “Im 7. ist das schon zu erwarten” uvm. daher halt nicht so fair.
Aber ich bin keinesfalls abgehoben oder maße mir an, irgendwas zu können. Stattdessen hatte ich halt gehofft, einfach fleißig sein zu können und erstmal vorrangig nett zu den Patienten zu sein und eben alles so gut ich es kann zu erledigen, aber es kommen eher Sticheleien, nachdem viele Patienten mich gelobt haben, ich sei so super freundlich.
Na ja, aber danke dir auch

Für mich klingt das auch anstrengend und wenig hilfreich für eine erste Famulatur. Die Hausarzt-Famu ist ja häufiger mal sehr abhängig von der Persönlichkeit des Arztes und ob man so menschlich miteinander klar kommt. Ich würde mir da an Deiner Stelle weniger Gedanken machen. Wenn Du meinst, dass Du irgendwo Schwächen hast, dann kannst Du natürlich was nachlesen. Trotzdem wäre es für mich normal, dass Du klinisch nicht alles kannst. Auch dieses "aber im 7. Semester" würde ich da innerlich weit von mir weisen. Meistens kann man die Sachen genau dann gut, wenn man gerade eben die Prüfung gemacht hat. Danach kommt dann wieder das nächste und man vergisst die alten Sachen eher, wenn man sie nicht braucht.
Abbrechen würde ich allerdings nicht. Mach Deine Zeit und dann geh in Frieden und gut ist es. Niemand zwingt Dich, da wieder hinzugehen oder selbst Hausarzt zu werden.

Bonnerin
21.08.2024, 17:06
Das ist nicht normal. Die meisten Leute, die ich kenne (mich eingeschlossen) hatten eine sehr gute, lehrreiche Hausarztfamulatur.

Leider ist keine Famu stärker vom Zwischenmenschlichen abhängig (gerade, wenn man in eine Einzelpraxis geht). Und in deinem Fall scheint das nicht zu passen.

Ich sehe akut 2 Möglichkeiten:
- Durchziehen, um die 30 Tage voll zu bekommen
- schauen, ob es als gesplittete ambulante Famulatur (15 Tage) möglich wäre

Wie bist du denn auf diesen Arzt gekommen? Persönliche Empfehlung? Google?

Dass man nach dem 2. klinischen noch wenig kann ist normal. Oft hat man da ja so Sachen wie Mibi, Patho etc.

Humani9019
21.08.2024, 19:27
Hallo,

ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich habe die Famulaturen vorgezogen (Physikum im Ausland absolviert und in DE zurückgestuft worden). Die erste Famulatur war auch meine Hausarzt-Praxis-Famulatur.
Die Praxis besteht aus einem Ehepaar. Sobald ich kurz auf Toilette war, waren beide schon im Zimmer.
Was ich dann gemacht habe: Später mit ins Zimmer gegangen, im PC über den Patienten recherchiert oder bei den MFAs Blut abgenommen.

Meine Empfehlung:
Werde selbstbewusster. Bitte um einen Gespräch am Ende des Dienstes und sprech unbedingt die Themen an, die dich stören. Erklär nochmal deine Situation. Wenn nix hilft: "Augen zu und durch".

Ich mache aktuell meine vierte und letzte Pflichtfamulatur und mache mir seit der ersten Famulatur Notizen. Ein kleines Notizblock (für die Kliniktasche) kann ich nur empfehlen und könnte Dir helfen zu Hause die Themen nochmal zu studieren. Ja, Nacharbeit ist meines Erachtens auch in einer Famualtur Pflicht. Ansonsten hilft die App "Amboss" um kurz etwas nachzulesen.

Wirst Du nicht selbstbewusster, wirst Du in den nächsten Famulaturen in den Kliniken "untergehen"! Versuch soviel wie möglich aus der Famulatur mitzunehmen.


Viel Glück ;)

PS. Abbruch? Auf gar keinen Fall. Zieh das durch!
Unbedingt den Arzt schlecht bewerten auf Famulatur-ranking.de und damit andere Studierende vor diesem Typen warnen.

Ich komme im WS 24 ins 5 Semester und habe somit alle Famualturen absolviert und kann dann, wenn ich denn möchte in den nächsten Ferien, immer noch freiwillige Famulaturen absolvieren. Für mich war das die beste Lösung. Da ich in die PCH will, hat mich die Hausarztfamulatur nicht wirklich interessiert. Ich hätte sie nicht absolviert, wenn ich nicht müsste :)

Interfect
22.08.2024, 12:33
ich komme im winter nach dem m2 ins PJ. alles, was ich handwerklich kann, habe ich vorher aus in meiner pflegeausbildung gelernt (blutabnehmen, zugang usw usf). in allen famulaturen habe ich so gut es geht nichts gelernt. beim hausarzt hätte ich die möglichkeit gehabt etwas blut abzunehmen, alle anderen famulaturen waren im prinzip sinnlos. ich kann dir sagen, dass die allermeisten meiner kommilitonen kurz vor antritt des PJ nicht mal richtig blut abnehmen können, einige haben NOCH NIE einen zugang gelegt. ich hab sogar eine kommilitonin, die hat noch nicht einmal versucht blut abzunehmen. alles was man kann ist ggf. ne grobe körperliche untersuchung. ich frag mich deshalb oft, woher so viele studenten ihr selbstbewusstsein nehmen.

@remix_ Da würde ich gern mal wissen, wo du famuliert hast, dass du nirgends etwas lernen konntest. Dann weiß man zumindest, wo man nicht hingehen sollte.

abcd
22.08.2024, 13:09
Hat der Hausarzt eigentlich in seiner Praxis keine MFAs? Irgendwie hört sich das so an, als solltest du einfach eine Art gratis MFA sein, die nebenbei auch noch bisschen als Assistenzarzt aushilft. Und das möglichst perfekt ab Tag 1 ohne dass er dir irgendwas beigebracht oder erklärt hat.

So wirkte das auf mich beim Lesen auch - also dass ein größerer Anteil auf Praxisorga entfällt.