Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit Epilepsie Arzt werden? (Anästhesie, Notfallmedizin)
Ich persönlich würde mit einer Symptomatik wie der oben beschriebenen weder als Anästhesist noch als Notarzt arbeiten wollen - selbst wenn ich dürfte. Und zwar nicht nur wegen haftungsrechtlicher Fragen, sondern auch aus moralischer Überzeugung.
Aber die Medizin hat ja auch noch viele andere Fachbereiche, die spannend sind. Und sicher auch einige, in denen man mit einer solchen Symptomatik arbeiten könnte.
Und eigentlich ist es jetzt ohnehin noch viel zu früh, um darüber im Detail zu reden. In den wohl mindestens sieben Jahren bis zum Studienabschluss kann sich hinsichtlich der Symptomatik ja noch viel tun - in beide Richtungen. Erster Ansprechpartner ist sinnvollerweise natürlich der eigene Facharzt.
Als mittlerweile Hobby-Neurologe würde ich mich an die Fahreignung der Klasse 2 für die Berufseignung orientieren. Du fährst ein Bus voller Patienten, für die du fit sein muss. Das heißt 5 Jahre anfallsfrei OHNE Medikamente. Vielleicht sind erfahrene Neurologen forscher und stellen dir die Bescheinigung über die berufliche Eignung auch eher aus, aber da muss du das Gespräch suchen....
Mit vorbekannter Epilepsie könnte der TE auch viele andere Berufe nicht ausüben, zum Beispiel auch kein Notfallsanitäter oder Polizist werden. Warum es ausgerechnet immer das sein muss, von dem man schon weiß, dass man dafür nicht geeignet ist, verstehe ich nicht. Allein flimmerndes Blaulicht könnte unter Umständen schon Anfälle triggern! Und Schlafmangel ist, soweit ich weiss, fast immer ein Trigger bei Epileptikern.
Ein ehemaliger Schulkamerad von mir (Epilepsie seit der Grundschule) arbeitet als Handwerker im Sanitärbereich; da ist ja zum Beispiel Höhenarbeit eher kein Thema, aber das Problem war eher die erforderliche Fahrtauglichkeit für den Außendienst. Die hat er nur bekommen, weil er mindestens 2 Jahre anfallsfrei war. Er macht keine Schichtarbeit und lebt sehr diszipliniert (null Alkohol etc.). Eine Bekannte hat seit Anfang 20 Epilepsie, unter Valproat stabil, sie hat seit Jahren keinen Grand Mal mehr gehabt, aber öfter Auren, gegen die sie dann Tavor nimmt. Sie arbeitet im Homeoffice in der Firma ihres Ehemannes. Wichtig ist also: Wenig Stress (meist das Gegenteil von ärztlicher Tätigkeit).
Der TE muss weder sich noch seinem Umfeld noch potentiellen Patienten was beweisen. Man sollte ausreichend Verantwortungsbewusstsein und Reife besitzen, um sich und andere nicht gefährden zu wollen.
Diese Ausreden wie „Ich weiß nicht, ob Schlafmangel wirklich ein Trigger ist“ oder „Medikation nur ein 3-4 Mal vergessen“ (abgesehen davon, dass es auch unter regelmäßiger Med zu Anfällen kommen kann) zeugen nicht sehr davon.
Es sind schon mehrfach in den letzten Jahren schwere Verkehrsunfälle passiert, weil vorbekannte Epileptiker nicht einsehen wollten, nicht fahren zu dürfen, zum Beispiel vor fast genau 5 Jahren in Berlin mit 4 toten Passanten, darunter ein Kleinkind.
Thatscrazy
03.09.2024, 08:47
Bro das ist halt mein Traum. Ich würde mal gerne deine Reaktion sehen, wenn dein Traum wegen einer Vorerkrankungen zerstört wird, für die du nichts kannst.
Feuerblick
03.09.2024, 09:45
Echt jetzt? Wie alt bist du, „Bro“? Fünf? Ja, manchmal hat man halt Pech und das Leben spielt anders als man es sich beim Legospielen ausgemalt hat. Aber einen Traum leben, indem man Patienten gefährdet, nur weil man sich nicht damit abfinden will, dass es eben nicht geht? Möchtest du einen Piloten, der mit Epilepsie ein Flugzeug steuert, in dem du sitzt? Weil es ja doch sein Traum ist? Werd erwachsen und sieh ein, dass du dir einen anderen Traum suchen musst.
Übrigens: Weder die Anästhesie noch das Notarzt-Sein ist so cool, wie man anhand von TV-Serien oder TV-Dokus denken könnte. Echt nicht. Eher uncool. Die TV-Serien zeigen dir nämlich nicht die fiese, eklige Seite z.B. der Arbeit als Notarzt (Kotze, Leichen, Kacke, Urin, Blut, stänkernde, aggressive Patienten und Schaulustige… und du mittendrin… YAY!).
@Feuerblick: Danke für Deine klaren Worte!
@Thatscrazy: So ist das eben. Das Schicksal ist fies. Ich habe zum Beispiel allergisches Asthma und habe erst nach dem “okay” meiner Lungenärztin das Studium begonnen. Tierärztin hätte ich zum Beispiel wegen der Pollen und Tierhaare nicht werden können.
Bender B. Rodriguez
03.09.2024, 10:29
Bitte nicht Lego. Es sind Bricks oder Klemmbausteine. Wir müssen das Quasimonopol durchbrechen.
@TE: hast du dich mit dem Traum einmal wirklich auseinander gesetzt? Hast du einen Überblick über Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen? Mich würde interessieren wie es zu diesem doch sehr spezifischem Traum gekommen ist. Gerade Anästhesie ist vor dem Studium nach meiner Erfahrung eher der Traum von Leuten die schon im Bereich gearbeitet haben. Als Normalbürger hat man da doch weniger Berührungspunkte in Form von Filmcharakteren o.ä..
Feuerblick
03.09.2024, 10:57
Nein, es ist Lego! Ich bin ein Kind der 80er… für mich gibts keine Bricks oder Klemmbausteine.
Bender B. Rodriguez
03.09.2024, 11:52
Ich auch. Aber Lego ist soo unsympathisch geworden. Ich bin aber zusätzlich auch noch ein Kind der 2020er (und 2010er, Nuller und Neunziger).
Thatscrazy
03.09.2024, 11:54
Digga was bist du eigentlich für ein Kek. Der andere rastet aus weil ich bro schreibe. Ist das hier Kindergarten oder was. Ich akzeptier doch, dass es nicht geht.
Anne1970
03.09.2024, 12:07
Ich bitte dringlich, die Netiquette zu beachten.
Mit Gruß
Anne1970, Medilearn-Mod.
Bender B. Rodriguez
03.09.2024, 12:35
Er hat ja Recht. Ich bin wirklich manchmal etwas keck. Dafür hab ich nen Notarztschein. :-P
@TE: zusätzlich hatte ich auch ein paar Fragen gestellt...
Thatscrazy
03.09.2024, 12:58
Ich hab nicht dich gemeint, sondern den Feuerwerk Nutzer. Er war ohne Grund respektlos geworden. Glückwunsch zu deinem Schein
Feuerblick
03.09.2024, 13:07
Jo, Bro, voll respektlos, wenn ICH „Bro“ schreibe… :-)) BTW: „War geworden“ muss aber arg lang her sein.
Thatscrazy
03.09.2024, 13:16
Wie kann man so komisch sein
Bender B. Rodriguez
03.09.2024, 13:30
Du hattest geschrieben, "der andere" habe sich über "Bro" aufgeregt. Da hatte ich das keck auf mich bezogen.
Sorry für das Missverständnis.
Der Ursprung deines Traums interessiert mich aber immer noch (s.o.)
Thatscrazy
03.09.2024, 13:47
Alles gut, es war von mir schlecht formuliert.
Mir geht es hauptsächlich um die Notfallmedizin. Mein Traum ist es halt Leben zu retten. Da die Menschen auf der Straße oder zu Hause eben am hilflosesten sind, fand ich den Notarzt immer faszinierend, da man denen Menschen in Not unmittelbar auf der Straße helfen kann. Mir ist natürlich bewusst, dass der Beruf auch seine Schattenseiten hat. Ich wäre aber trotzdem sehr gerne NA geworden.
Wie gesagt, ich akzeptiere, dass es nicht geht und es tut mir leid, dass die Nummer hier etwas aus dem Ruder geraten ist.
Bender B. Rodriguez
03.09.2024, 14:50
Sowas hab ich mir gedacht. Ohne dir zu Nahe treten zu wollen, aber du hast anscheinend eine eher romantische Vorstellung vom (Not-)arztsein.
Die spannenden Einsätze sind in Wirklichkeit die Ausnahme. Oftmals wird man aus formellen Gründen nachgefordert und begleitet Standardkram. Oder sogar absoluten Blödsinn.
Die Anästhesie prädestiniert auch nicht zwingend zum Notarzt. Ich bin selbst Internist und kenne Chirurgen und Pädiater die fahren. Im Kurs damals saß sogar ein HNO-Arzt. Hast du eine Vorstellung vom Alltag eines Anästhesisten?
Ich würde dir wegen der Epilepsie gar nicht abraten Medizin zu studieren. Vielleicht nicht mit dem Ziel interventionell oder eben notärztlich tätig zu werden. Aber auch andere Ärzte retten Leben (vielleicht weniger akut) und helfen Menschen. Auch patientenferne oder nichtinterventionelle Fachrichtungen können sinnstiftend sein.
Wozu ich dir aber auf jeden Fall raten würde ist sich mit der Aus- und Weiterbildung von Ärzten und v.a. mit deren Alltag auseinander zu setzen. Da gibt es nämlich viele Dinge die einem die Tätigkeit vermiesen können und wenn dann auch noch eine realistische Einschätzung der eigentlichen Tätigkeit fehlt kann man die Entscheidung Arzt geworden zu sein auch bereuen.
Lies ruhig mal einige Threads hier durch. Da wirst du auf sehr viel Frust treffen.
Matzexc1
03.09.2024, 15:13
Alles gut, es war von mir schlecht formuliert.
Mir geht es hauptsächlich um die Notfallmedizin. Mein Traum ist es halt Leben zu retten. Da die Menschen auf der Straße oder zu Hause eben am hilflosesten sind, fand ich den Notarzt immer faszinierend, da man denen Menschen in Not unmittelbar auf der Straße helfen kann. Mir ist natürlich bewusst, dass der Beruf auch seine Schattenseiten hat. Ich wäre aber trotzdem sehr gerne NA geworden.
Wie gesagt, ich akzeptiere, dass es nicht geht und es tut mir leid, dass die Nummer hier etwas aus dem Ruder geraten ist.
Ich hab den Schein(als Anasthesst)eit letztem Jahr und kann Bender nur zustimmen, extrem viel romantische Vorstellung das meiste ist Geriatrie, innere Kleinkram und viel Blödsinn
Richtige Lebensrettung ist maximal 5-10 %
Feuerblick
03.09.2024, 16:37
Das unterschreibe ich genau so. Zwar nicht als NA, aber lange Zeit als Sani gefahren. Die NA-Einsätze waren selten wirklich mega lebensrettend. Eher Begleitung von Omma Brömmelkamp nach Synkope ins KH oder einmal Analgesie bei Fraktur. Selbst Verkehrsunfälle sehen oft schlimmer aus als sie sind. Wie oft wir mit unseren Notärzten „Leben gerettet“ haben? Sehr viel seltener als man es anhand von TV-Beiträgen jedweder Art glauben mag. Ich empfehle auch dringend den Abgleich mit der Realität. Vielleicht mal ehrenamtlich bei einer Hilfsorganisation anheuern?
Übrigens: DIE (!) andere hat sich nicht über das „Bro“ sondern über das trotzige Beharren „Das ist aber mein Traum“ trotz so vieler valider Gegenargumente aufgeregt. Das „Bro“ fand ich nur albern in einem Forum mit erwachsenen Menschen.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.