Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einfach arbeiten ohne Prüfung?
Kuschelschaf
14.10.2024, 16:49
Hallo Zusammen,
ich brauche mal die Meinungen der Community.
Ich hab das Studium in einem Rutsch (aber ohne Diss) erledigt, dann sofort angefangen zu arbeiten und auf Drängen meines damaligen Chefs auch sofort die Facharztprüfung gemacht sobald es ging und auch bestanden.
Direkt danach habe ich woanders meine Neo-Weiterbildung begonnen und mein Chef möchte auch jetzt wieder, dass ich sofort nach 2 Jahren die Prüfung mache. Danach würde ich dann einen Vertrag kriegen für 2 Jahre Weiterbildung Intensivmedizin, sonst ändert sich nichts.
Ich bin im Moment sehr prüfungsmüde, gerade mündliche Prüfungen stressen mich sehr. Ich gehe sehr in meiner Arbeit auf und würde gerne einfach noch 1-2 Jahre so weiterarbeiten und dann die Prüfung machen. Da spielt mein Chef aber nicht mit, er sagt entweder ich mache die Prüfung oder ich gehe.
Ich hänge sehr an der Neo, aber nicht an der Stelle.
Wie seht ihr das? Zusammenreißen und die Prüfung machen oder es drauf ankommen lassen ob es in einem anderen Haus anders ist? Wie sind eure Erfahrungen?
Liebe Grüße :-))
Moonchen
14.10.2024, 18:12
Hättest du denn eine andere Klinik in der Nähe, wo du dich bewerben könntest/wolltest? Und was steht in deinem Vertrag drinnen? Ist der zeitlich befristet?
Ich würde mich nicht stressen lassen wenn ich ne realistische Auswahl an Kliniken hätte wo ich mich alternativ bewerben könnte. Der Chef kann dich ja nicht zwingen Prüfung zu machen. Zur Not kannste auch sagen dass du noch nicht alle Zahlen beisammen hast.
Was ich aber tatsächlich schon glaube (aber nicht sicher weiß) ist dass die einzelnen Abteilungen nur ein bestimmtes Kontingent an nicht zeitlich befristeten Ärztestellen haben - und die können dann eben „schön“ mit Weiterbildungen begründet werden.
Prüfung machen, natürlich! Sieh das einfach als guten Anreiz, deiner Tendenz zur Prokrastination nicht nachzugeben.
Prüfung machen, natürlich! Sieh das einfach als guten Anreiz, deiner Tendenz zur Prokrastination nicht nachzugeben.
Sorry davo, aber was ist das für ein bescheidener Rat? Man kann sich doch nicht zum Sklaven des Arbeitgebers machen. Man muss halt auch mal seinen Mann stehen, wenn es darum geht für sich einzustehen - natürlich mit allen Konsequenzen. Mir würde es alleine stinken, dass der Chef offenbar so Macht über mich ausübt. Mein Rat ist deshalb ein ganz anderer schildere deinem Chef warum du es nicht machen wirst und er soll damit leben oder dich feuern und zur Hölle fahren.
Kackbratze
15.10.2024, 22:09
Prüfung machen, da ja eindeutig auch eine Förderung vorliegt und mit Zeugnis dann in der Personalabteilung den Vertrag neu aushandeln. Der Chef will es ja so.
Bonnerin
16.10.2024, 00:15
Ich würde es jetzt auch machen, auch, wenn es nochmal abschließend 2 Prüfungen (Neo und spezielle Intensiv) bedeutet.
Falls dein Chef für dich langfristig ein OA-Stelle plant, wird daran sicherlich kein Weg vorbeigehen. Und nach den Prüfungen sollte es prüfungstechnisch ja eigentlich endgültig geschafft sein (von Dissertation bzw. Habilitation abgesehen).
Man kann sich doch nicht zum Sklaven des Arbeitgebers machen. Man muss halt auch mal seinen Mann stehen, wenn es darum geht für sich einzustehen - natürlich mit allen Konsequenzen. Mir würde es alleine stinken, dass der Chef offenbar so Macht über mich ausübt. Mein Rat ist deshalb ein ganz anderer schildere deinem Chef warum du es nicht machen wirst und er soll damit leben oder dich feuern und zur Hölle fahren.
Meine Kinder verhalten sich genauso. Einfach mal Dinge nicht machen die sie nicht machen wollen und testen ob und welche Konsequenzen das hat. Vielleicht mit dem Unterschied dass man seine eigenen Kinder doch noch echt mag und die Konsequenzen doch nicht immer so durchzieht.
Hat nichts mit infantilem Verhalten zu tun. Als Erwachsener hat man das Recht Dinge nicht zu tun, die man nicht möchte, wenn man die Konsequenzen trägt. In deiner Analogie schlagt ihr dem armen Kind vor doch bitte seinen Spinat zu essen, weil der ja soooo gesund ist. Ich sehe es auch als sinnvoll an, die Prüfung zu machen, aber der TE hat sich offensichtlich dagegen entschieden. Wenn man das jetzt auch noch als Fürsorglichkeit des Arbeitgebers verkauft, damit die Prokrastination nicht so schlimm wird wie davo - das ist nicht in Ordnung.
Sowohl Kuschelschaf hat mehr oder weniger neutral über den AG geschrieben. Dieser "drängt zwar zur Prüfung" usw. aber Fürsorglichkeit, Sklaventreibertum, Machtausübungen usw. werden erst und ausschließlich von dir erwähnt. Ausschließlich von deiner Seite kommt eine Emotionalität rein und es wird empfohlen "auch mal seinen [zu] Mann stehen".
Das kannst du nun selbst aufarbeiten, willst du aber offensichtlich nicht.
"Infantil" hast übrigens auch du reingebracht. Ich hab nur beschrieben wie sich meine Kinder verhalten. Das Verhalten meiner Kinder würde ich als präpubertär oder pubertär bezeichnen. Weißt schon, wenn man in eigentlich relativ neutrale Angelegenheiten, wie irgendwelche Aufgaben die die Kinder im Haushalt übernehmen sollen, eine maximale Emotionalität bis Sklaventreibertum reininterpretiert und sich dann weigert diese zu machen, um auch zu schauen was die Konsequenzen sind. Auch wenn neutral von außen betrachten bei Haushaltsaufgaben diese einfach für einen funktionierenden Haushalt erforderlich sind. Meine Kinder werden nicht gezwungen Dinge zu essen die sie nicht essen wollen. Das waren andere Generationen die das gefordert haben. Aber interessant dass du das Beispiel bringst.
Und wie im Haushalt kann es ja in der Klinik auch sein. Dass die Prüfung für den Chef oder die Klinik aus irgendwelchen Gründen (stellentechnisch, aus Gründen der Befugnisse, was weiß ich) dringend erforderlich ist und er daher drängt und es vielleicht tatsächlich auch für ihn bzw. die Abteilung Konsequenzen hat die er halt vermeiden will.
Dann ist es doch schön, dass du bereits so eine geistige Reife besitzt und dich nicht durch andere triggern lässt. Ich lasse mich jedenfalls durch interessante Vergleiche mit deinen Kindern nicht beleidigen.
Die Grundsituation ist „mach die Prüfung oder du fliegst“, das ist eine Drohung und somit eine Machtausübung. Natürlich steht man als Arbeitnehmer in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis, aber deshalb muss man nicht immer bei allem in die Deckung gehen. Der TE schreibt klar, dass er prüfungsmüde ist, der allgemeine Rat darauf ist „mach einfach die Prüfung“ - das ist doch ein schlechter Scherz. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass hier das Forum eigentlich generell bei jedem Scheiß zur Kündigung rät.
Christoph_A
17.10.2024, 16:30
Na, mal gespannt, ob Du im realen Leben auch so mutig den "Rücken gerade" machst, wenn die Konsequenzen dann nicht bloß dritte treffen. Ich denke, anignu hat hier weder die Absicht gehabt, jemanden zu beleidigen noch tatsächlich jemand beleidigt. Also, alles in allem kein Grund für so einen rant.
Daß die Standardantwort in diesem Forum der Rat zur Kündigung ist, ist jetzt auch nicht gerade der Weisheit letzter Schluß. In diesem Fall würde ich auch klar dazu tendieren, die Prüfung zu absolvieren. Ansonsten könnte sich der Wind dem TE gegenüber seitens des Chefs ziemlich schnell drehen und es geht von der Förderung non Stop aufs Abstellgleis. Würde es persönlich anders mach: Klar kommunizieren, daß ich jetzt noch diese Prüfung mache, danach jedoch für eine gewisse Zeit in Ruhe gelassen werden will. Der TE ist doch kein Anfangsassi, ein bisschen Marktwert hat er dann doch auch. Chefs sind nicht vollkommen verblödet, etwas tit for tat verstehen die normalerweise schon ganz gut ab einem gewissen Ausbildungsstand.
Feuerblick
17.10.2024, 16:50
Hallo Zusammen,
ich brauche mal die Meinungen der Community.
Ich hab das Studium in einem Rutsch (aber ohne Diss) erledigt, dann sofort angefangen zu arbeiten und auf Drängen meines damaligen Chefs auch sofort die Facharztprüfung gemacht sobald es ging und auch bestanden.
Direkt danach habe ich woanders meine Neo-Weiterbildung begonnen und mein Chef möchte auch jetzt wieder, dass ich sofort nach 2 Jahren die Prüfung mache. Danach würde ich dann einen Vertrag kriegen für 2 Jahre Weiterbildung Intensivmedizin, sonst ändert sich nichts.
Ich bin im Moment sehr prüfungsmüde, gerade mündliche Prüfungen stressen mich sehr. Ich gehe sehr in meiner Arbeit auf und würde gerne einfach noch 1-2 Jahre so weiterarbeiten und dann die Prüfung machen. Da spielt mein Chef aber nicht mit, er sagt entweder ich mache die Prüfung oder ich gehe.
Ich hänge sehr an der Neo, aber nicht an der Stelle.
Wie seht ihr das? Zusammenreißen und die Prüfung machen oder es drauf ankommen lassen ob es in einem anderen Haus anders ist? Wie sind eure Erfahrungen?
Liebe Grüße :-))
Ich würde jetzt mal vermuten, dass du mit der Zusatzbezeichnung nach der Prüfung für andere Häuser in der Neo attraktiver wärst und entsprechend mehr Optionen (OA, Gehaltsverhandlungen etc.) hättest. Und du hättest die Prüfung nicht noch vor dir.
Deshalb würde ich vermutlich die Prüfung durchziehen, den neuen Vertrag annehmen und dann entspannt meinen Marktwert auf anderen Neos ausloten. Muss man dem Chef ja nicht auf die Nase binden. Ich denke, das ist besser als ohne ZB auszusteigen und einen neuen Neo-Job zu suchen. Vermutlich ist bei Neo-Stationen die Klinikwelt auch eher klein…
Edit: OT, Posting war doch zu hohl, besser Fresse halten
Der Vergleich mit den Kindern ist total bescheuert und fehlplaziert. Das ist einfach nur Selbstdarstellung und hilft überhaupt nicht. Oder soll ich jetzt das Maß an Konsequenz in der Kindererziehung einer mir unbekannten Person auf Entscheidungen im Berufsleben übernehmen? Natürlich darf man nein sagen. Es ist einfach eine individuelle Entscheidung und man muss eben die Konsequenzen ertragen. Das ist eben Erwachsen sein - Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Ist die Aversion die Prüfung zu machen zu groß - mach sie nicht und trage die Konsequenzen. "You're fired". Ansonsten mache die Prüfung. Das bringt dich auf dieser Stelle und überall anders in eine bessere Position. Ein Grund für die Prüfungsweigerung, ist wahrscheinlich der Druck vom Chef. Das geht immer auf eine persönliche Ebene und führt zu Wiederstand und Blockadehaltung. Eine andere Gesprächsfühung hätte dich wahrscheinlich schon eher zur Prüfung bewegt. Wenn du einen Schritt aus der Situation trittst und Pro und Contra unabhängig vom Verhalten deines Chefs abwägst, kannst du wahrscheinlich besser eine Entscheidung treffen. Führung scheint nicht die Stärke des Chefs zu sein.
Das Gefangensein in Gedankenkreisen bei wichtigen Entscheidungen kenne ich auch. Aber manchmal frage ich mich, was für einen Sinn es hat persönliche Entscheidungen in einem anonymen Forum zu diskutieren. Irgendwann keifen sich die Teilnehmer nur an, keiner weicht von seinem Standpunkt ab. Für einen richtigen Input sollte man auch die Frage anders formulieren.
Druck vom Chef [...] führt zu Wiederstand und Blockadehaltung.
Nichts anderes wird hier dauernd geschrieben. Die Frage ist halt ob die Komplettverweigerung (manche würden das vielleicht auch als "Trotzreaktion" bezeichnen) die "erwachsenste" Reaktion darauf ist. Und eben das seh ich nicht so. Ich finde Vorschläge wie von Christoph_A oder Kackbratze da schon besser.
Ist ja nicht so dass ich solche Dinge nicht kennen würde. Den Druck vom Chef. Aber es gibt sehr sehr viele andere Möglichkeiten als die direkte Konfrontation. Manchmal braucht es die Konfrontation, manchmal nicht, manchmal in Teilen.
Und man sollte sich auch immer 2 Dinge klar werden:
- Chefs in der Medizin sind auch nur Mittelsmänner zwischen Verwaltung und den OA/FA/AA, sie sind in ihren Entscheidungen oft stark gebunden
- Sie werden in den allerseltensten Fällen Chefs weil sie gute Führungskräfte sind...
Na klar, aber dein Vergleich passt nicht.
Nein zu sagen ist erwachsen und sei es aus Prüfungsangst.
Wer sich in eine leitende oder öffentliche Position begibt, sollte damit umgehen können und nicht in der Radfahrermentalität nach oben buckeln und nach unten treten. Trotz Personalmangel ist es oft besser sich von Mitarbeitern zu trennen und Engpässe überstehen, als ständig jemanden mitzuschleifen, der hauptsächlich eigene Interessen ohne Rücksicht durchbringen will.
Lies nochmal nach was ich zitiert hab und schreib ob du das Zitierte erwachsen findest.
Erwachsen vs. kindisch - das ist genau das, was ich an deinem Vergleich mit deiner Erziehung falsch finde. Das Ausgangsproblem hat nichts mit kindisch-erwachsen zu tun. Eine Blockadehaltung ist per se nicht kindisch, zeigt aber das der Sachverhalt wahrscheinlich wegen der Gesprächsführung des Chefs nicht auf einer sachlichen sonder eher persönlichen Ebene geführt wird. Die Lösung wäre die Argumente des TE zu akzeptieren und einen Kompromiss zu suchen. Auch wenn es mit der Kündigung endet, weil der Vorgesetze keine andere Möglichkeit sieht.
Klar kannst du jetzt mit Worten wie Trotz, Dickköpfigkeit und Sturheit wieder einen entsprechenden Ton einbringen. Passt aber nicht.
Feuerblick
20.10.2024, 17:40
Ihr Lieben, mit eurer Diskussion helft ihr dem TE wirklich nicht weiter. Kommt doch bitte zurück zum Thema. Danke!
Gruß
Feuerblick
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