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Kackbratze
01.06.2025, 18:28
Die sprechende Medizin wird deutlich profitieren! Und das wird auch Zeit!

Endlich. Der sprachlich erfolgreich behandelte Appendix. Eindimensionale Medizin ist einfach besser. Und endlich bezahlt!
Ein weiteres erfolgreiches Ziel der Menschheit erreicht!

rafiki
01.06.2025, 19:17
Ja, es ist ein zweischneidiges Schwert. Gute sprechende Medizin ist unzweifelhaft wertvoll, aber es wird viel inhaltlicher und geschäftsmäßiger Unfug getrieben damit. Im Privatbereich sind mittlerweile Minutenpreise bis zu 10€ üblich, auch wenn nur die angestellte Heilpraktiker-Ehefrau am Telefon "spricht".

Kackbratze
01.06.2025, 20:12
Es funktioniert ja, divide et empere.
Die Einen freuen sich über mehr Geld für Gespräche, die Anderen k0tzen über Weniger und keinen Ausgleich für gestiegene Kosten.
PKV, GKV und Politik sitzen da und grinsen und wenn es zu wild wird, kommt das Totschlag-Argument der raffgierigen Ärzte.

Ich denke, es wird einen Knall geben, für Siechtum sind keine Ressourcen mehr da.

Evidence based
01.06.2025, 20:20
Der Kuchen wird nicht größer. Es wird Zeit, dass sich die Ärzteschaft an anderen Stellen für Kosteneinsparungen einsetzt, z.B. hier:
https://www.svr-gesundheit.de/publikationen/gutachten-2025/
https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/amnog-report-2025_133694

Einsparungen dort, ermöglichen adäquate Vergütung an anderer Stelle.

h3nni
01.06.2025, 20:34
Bratzes Expertise steht halt nur seinem Krankenhaus +100km zur Verfügung. Wenn dein Kind ne Appendix hat, hilft dir das nix.

Wenn dein Kind aber gaucher oder sma hat, kriegt es das beste Mittel. Oder du ein Melanom usw.

Lieber Arzneien zahlen statt Ärzte? Das skaliert...

Evidence based
01.06.2025, 20:37
Bratzes Expertise steht halt nur seinem Krankenhaus +100km zur Verfügung. Wenn dein Kind ne Appendix hat, hilft dir das nix.

Wenn dein Kind aber gaucher oder sma hat, kriegt es das beste Mittel. Oder du ein Melanom usw.

Lieber Arzneien zahlen statt Ärzte? Das skaliert...

Sorry, aber verstehe deinen Punkt hier nicht. Müsstest Du bitte noch mal ausführen.

h3nni
01.06.2025, 20:41
Wieso sollte man Ärzte gut zahlen, wenn es sie eh nicht braucht und wenn, sind sie weit weg.

Zolgensma gibt es immer und überall.

Arzneimittel sind halt verfügbarer und weniger magisch für den Einzelnen wie "der schneidet mich auf und alles wird gut"

Evidence based
01.06.2025, 20:49
Wieso sollte man Ärzte gut zahlen, wenn es sie eh nicht braucht und wenn, sind sie weit weg.

Zolgensma gibt es immer und überall.

Arzneimittel sind halt verfügbarer und weniger magisch für den Einzelnen wie "der schneidet mich auf und alles wird gut"

Es ist doch ein Irrglaube, dass diese Arzneimittel ohne adäquate ärztliche Expertise eingesetzt werden können und dürfen. Die qualitätsgesicherte Anwendung schreibt doch sogar gewisse Qualifikationen vor, damit diese Arzneimittel überhaupt verordnet werden dürfen. Ohne hochqualifizierte Ärzte geht es nicht. Zolgensma kostet aktuell rund 300.000 Euro, Einstiegspreis waren 2020 2.6 Millionen Euro. Dieses Geld geht an die Pharmaindustrie und fehlt im System, u.a. für die ärztliche Vergütung.

h3nni
02.06.2025, 05:38
Vor dem Hintergrund von PA, ANP usw denke ich eher, man will nicht mehr so viele und spezielle Ärzte brauchen, lieber günstiges Personal.

Dafür kann man die Pharma (die sich besser verteidigt) besser entlohnen.

Kackbratze
02.06.2025, 09:37
Apotheker sollen ja weiter als Gesundheitsberufe ausgebaut werden. Damit wird dann die Hausarztpraxis durch einen Apotheker im Nachbarort ersetzt.
Da sind dann auch Pauschalen besser abzubilden, da die weniger verlangen können.

Und die Arztpraxis im übernächsten Nachbarort darf dann mehr reden, die Apotheke misst die Standardwerte und gibt dann den Betablocker und die Statine als OTC-Medikamente raus während die Rhabdomyolyse im 150km entfernten Krankenhaus behandelt wird, aber erst nachdem die Laborwerte nach 48h wieder zurück sind, weil die in das Großlabor in Berlin oder Hamburg gebracht werden mussten, weil selbst das Krankenhaus sich kein eigenes Labor mehr leisten will.
Der Brief mit dem Befund der Rhabdomyolyse geht dann an den Hausarzt im übernächsten Nachbarort per KIM, wenn es denn gerade mal funktioniert und wird dann artig in die elektronische Patientenakte übernommen. Gelesen hat ihn keiner weil die Praxis mit der Menge an Patienten überfordert ist.
Und die Dialyse der Crush-Niere erfolgt dann wieder woanders, aber das Taxi fährt den Patienten regelmäßig dorthin.
Die psychische Aufbauarbeit wird dann durch den Taxifahrer durchgeführt, der dann den Patienten, wenn dann die perforierte Sigmadivertikulitis reinkickt, auch gleich weiterfährt, weil der Patient sich damit schon 5 Tage rumgequält hat, in der Apotheke nur Ibuprofen, beim Hausarzt keinen Termin und an der 116117 den Hinweis auf die nächste gastroenterologische Praxis bei V.a. Gastroenteritis erhalten hat.

So sehe ich die Zukunft der Medizin. Deutschland wird sich verändern und ich freue mich drauf!


Die ganzen Ärzte, MFA und Co werden durch unterbezahlte Arbeit gef1ckt, die, die nicht hinschmeissen brennen aus und gehen dann. In allen Fachrichtungen.

rafiki
02.06.2025, 10:39
Exakt, so ist es bzw. wird es kommen. Dazu wird die Korruption florieren, wie im Entwicklungsland.

Arrokoth
02.06.2025, 12:08
Hauptsache es ist weiter der Arzt, der verklagt wird!

Kackbratze
02.06.2025, 13:17
Der Hausarzt 2 Orte weiter wird mindestens verklagt, weil er die Statin-Medikation der Apotheke nicht einfach so überprüft hat, am Ende schließt er seine Praxis, da das lokale Käseblatt seine Abrechnungsdaten über die Gesprächstherapie mit dem Stundensatz mehrfach in einem Artikel bringt und dem Kollegen Arbeitsscheue und Abrechnungsbetrug anträgt. Letztendlich war ja allen klar, dass der Kollege nicht korrekt abrechnet aus Geldgier, weswegen dann ein AsHeklipos-MVZ vor Ort eröffnet wird mit einem Arzt, der 2x wöchentlich für 3 Stunden da ist und die Rezepte und Anordnungen der fest angestellten PAs unterschreibt. Und danach in die Lokalapotheke fährt um dort die BTM-Rezepte nachträglich auszufüllen, die die Apotheke auf Grund der neuen Gesetzeslage zwar inkl. Medikament ausgeben, aber nicht unterschreiben darf.

Im KIM wird vergessen die alte Praxis zu löschen (gleiches gilt für die 116117), weswegen an die alte Adresse weiterhin Befunde, Briefe und Patienten geschickt werden, aber das ist ja das Problem der Patienten an solche Sachen zu kommen.

Insgesamt floriert der lokale Heilpraktiker mit Chiropraktikerausbildung, der alte Hausarzt macht noch ab und zu schwarz was im Wohnzimmer bei alten Bekannten und das MVZ ist zwar nicht profitabel, aber die laufenden Kosten werden durch den "Sichere-Landversorgungs-Gesetz"-Fonds, den die BuReg aufgelegt hat, abgedeckt, weswegen sich das Risiko für AsHeklipos sehr arg in Grenzen hält.

Das MVZ ist da, nicht erreichbar und der lokale Taxifahrer (Texaco-Mike) ist neben Seelsorger, Krankentransporteur und Dermatologe auch ab dem Moment der inoffizielle Primärarzt für zwei Landkreise.

hebdo
02.06.2025, 14:02
Du scheinst ja gerade auf einem wilden Horrortrip zu sein. Es gibt immer Gewinner und Verlierer. Kannst ja schnell noch den Personenbeförderungsschein machen - nur um auf Nummer sicher zu gehen

Kackbratze
02.06.2025, 17:37
Den hab ich schon. AiT. Du erinnerst dich?

Cobalamin12
03.06.2025, 12:29
Das Problem ist, dass man unter den Gewinnern keine Ärzte findet. Selbst wenn du wirklich die ganze Zeit nur redest ist diese GOÄ nur ein Witz. Nach dreißig Jahren Inflation...

Tweety8008
03.06.2025, 15:09
Endlich. Der sprachlich erfolgreich behandelte Appendix. Eindimensionale Medizin ist einfach besser. Und endlich bezahlt!
Ein weiteres erfolgreiches Ziel der Menschheit erreicht!

Bei OP Eingriffen wird doch eh jeder Patient (gegen seinen Willen) stationär einbehalten, um den vollen DRG Satz mit einer Verweildauer von 1-2 Tagen abzukassieren. Ambulant könnte man sonst "nur" den GOÄ Anteil abrechnen, welcher ja die viel geringere Rolle spielt.

Der Mist wird ja hoffentlich bald durch die ganzen Hybrid-DRGs eingesackt.

Im November wurde ich 45min am Knie operiert:
- 600€ für Orthopäden
- 300€ für Anästhesie
- 350€ Schiene und Krücken zur Miete
- 3400€ DRG Code inkl Pflegegeld für 1 Nacht im Zimmer, die "ganz dringend notwendig war", so halb gegen meinen Willen, nur um etwas Toast zu essen und paar mal Blutdruck zu messen.
Alle Rechnungen kamen per Post nach Hause.
Hätte ich direkt gehen können, hätte ich dem System 3400€ erspart.

Das Problem in der Chirurgie ist weniger die GOÄ, sondern Kliniken in Deutschland, die unser DRG System ausnutzen und unnötig belegte Betten erzeugen.

In den USA habe ich bilaterale Mastektomien nach der OP direkt ambulant mit ggf. Drainagen heimgeschickt, weil dort für die OP bezahlt wird und nicht für den Aufenthalt in der Klinik.

Kackbratze
03.06.2025, 16:32
Das ist wieder je nach Fachbereich anders. Wir schicken gerne postoperativ nach Hause, auch schon vor der HybridDRGs, müssen aber schauen ob der Patient das auch kann. Also Umfeld, Nebenerkrankungen, etc.
Ansonsten sind die HybridDRGs ein guter Ansatz, was aber fehlt sind die ambulanten Strukturen für die gezielte Nachkontrolle/Nachsorge. Da müsste man wieder Geld und Wissen in die Hand nehmen, was aber Politik und Kassen überfordert. Bei beiden Ressourcen.

Tweety8008
03.06.2025, 16:42
Da müsste man wieder Geld und Wissen in die Hand nehmen, was aber Politik und Kassen überfordert. Bei beiden Ressourcen.

Hier geht es doch um die GOÄ in dem Thread. Die Nachsorge zahlt der Patient bzw. die Beihilfe/PKV doch weiterhin nach GOÄ..... Was soll die Politik und die "Kasse" da ändern?

PS: "Ob der Patient es auch kann" ist aber nur die halbe Wahrheit, oder auch viel weniger. In Deutschland wird absichtlich viel zu viel stationär gemacht. Aus rein monäteren Gründen. Hier Daten aus 2019 zu Inguinalhernien OPs.
33712
Oder willst du sagen, US amerikanische Patienten "können es viel besser"?
Ich warte noch 1-2 Jahre und versuche die Daten neu zu bekommen. Ich wette, es wird in Deutschland dann schlagartig hochgehen....

Und diesen Schwachsinn der Kliniken bezahlen wir alle in Deutschland mit steigenden PKV- und GKV-Beträgen, während die Politik nur über die Pharmaindustrie und die niederglassenen Ärzte schimpft und die Sau durchs Dorf treibt.

Kackbratze
03.06.2025, 19:11
Wir haben bei unseren ambulanten Ops das Problem, dass die Hausärzte nicht gerne auf die Wunden schauen, es ehrlich gesagt auch eine geschulte MFA/Krankenschwester/PA machen könnte (wie z.B. in Österreich), aber es gibt weder strukturelle noch gesetzliche Grundlagen die das in einem zufriedenstellenden Maß zulassen.
Darum ging es mir.
Letztendlich ist die GOÄ nicht so verändert worden, dass der Beruf attraktiv bleibt.
Alle Kosten sind in der Niederlassung gestiegen, die GOÄ bildet es weiter nicht ab, aber man ist ja dankbar für die Brotkrumen.
Parallel erzählt die Kassenchefin, dass selbst das nicht finanzierbar ist, die Chefin der Hausärzte erzählt, dass 4-5 Patientenkontakte pro Arzt und Tag problemlos zu schaffen sind und dem Schutz der Demokratie dienen und der Chef der Kassenärzte ist weiterhin unzufrieden, aber eigentlich doch alles gut.
Wer solche Vertreter hat braucht keine Feinde mehr.