Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche med. Karriere lohnt sich finanziell überhaupt noch?
StuartProwerFaktor
04.06.2025, 17:24
Nur so aus persönlichem Interesse: Wie kommt es zu so einem Gehalt?
Nimmt man die VKA oder Uni-Tabelle zu Grunde, würde man doch annehmen, dass du als "frischer" FA in die OA-Stufe 1 eingruppiert wirst, und die beträgt ca. 9300 € / Monat.
Selbst mit Stufenvorweggewährung würde man in der OA-Stufe nicht auf 11k kommen.
Bist du so ein guter Verhandler oder in irgendeinem beneidenswerten MVZ/Konstrukt, dass man ohne Dienste und ohne Üst fast 2000 Euro zusätzlich bekommt?
Auf jeden Fall nice!
In dem du dich als Bedingung höher einstufen lässt. 11k sind gerundet, ich glaube es sind 10.800 oder 10.900 in der höchsten Stufe Uni. Das mit den Stunden und Diensten ist strukturell so, dass habe ich nicht verhandelt.
Edit: Ich sehe gerade ich hatte die neue Gehaltsstufe nächstes Jahr vor Augen. Dann korrigiere ich mich auf aktuell 10.600 gerundet.
Mich würde trotzdem interessieren, wie du das machst. Ich persönlich bin zwar nur fortgeschrittener Assistent, frage mich aber trotzdem, welchen Hebel man überhaupt hat. Kannst 30% mehr leisten als die Kollegen, es gibt aber trotzdem immer nen Dulli, der einigermaßen gleich qualifiziert ist (wenn das überhaupt jemanden interessiert) und es für weniger macht. Und wenn nicht, kommt das Totschlagargument Haushaltssperre...so zumindest an der Uni.
Nein, es gibt NICHT immer nen Dulli der einigermaßen gleich qualifiziert ist. In meinem Bereich wird teils per Head Hunter gesucht und ich kenn genug freie Stellen. Und dann sagt man halt "ich würd schon kommen, aber dafür müssten Sie mich von Beginn an einstufen wie OA mit 6 Jahren Erfahrung". Es gibt einfach krasse Mangelfächer.
Jukka666
04.06.2025, 20:06
In dem du dich als Bedingung höher einstufen lässt. 11k sind gerundet, ich glaube es sind 10.800 oder 10.900 in der höchsten Stufe Uni. Das mit den Stunden und Diensten ist strukturell so, dass habe ich nicht verhandelt.
Edit: Ich sehe gerade ich hatte die neue Gehaltsstufe nächstes Jahr vor Augen. Dann korrigiere ich mich auf aktuell 10.600 gerundet.
okay....ich freu mich ja für dich, auch wenn es mir grad schwerfällt, das zu glauben. Zumal du dein eigenes Gehalt anscheinend gar nicht kennst.. und jetzt wieder was anderes erzählst. Ich hab dann auch 15.000 "gerundet"...
Und wieso neue Gehaltsstufe nächstes Jahr? Gibts nen neuen Uni-Tarif, der aktueller ist als der ab Februar 25? Bist du jetzt Stufe 4 oder nicht? Nicht, dass mich das was näher angeht...
Aber ganze 10 Jahre (!) Oberarzt-Erfahrung knackig zu verhandeln, fällt entweder unter die Kategorie Seemannsgarn oder Hut ab. Ich habe selbst mehrere Stufenvorweggewährungen erreicht, noch unterm FA, das waren aber halt 2-3 Stufen und das als langjähriger Facharzt. Selbst jetzt als OA bin ich in Stufe 2 gelandet. Und das mit xyz-Zusatzbezeichnungen.
Also wie gesagt: Jackpot für das Ausbildungsniveau. Muss man schon sagen.
Nein, es gibt NICHT immer nen Dulli der einigermaßen gleich qualifiziert ist. In meinem Bereich wird teils per Head Hunter gesucht und ich kenn genug freie Stellen. Und dann sagt man halt "ich würd schon kommen, aber dafür müssten Sie mich von Beginn an einstufen wie OA mit 6 Jahren Erfahrung". Es gibt einfach krasse Mangelfächer.
Freut mich ehrlich gesagt, dass ich dann anscheinend irre. Oder aber, es ist in meinem Fach nicht so.
Wie fällst du denn als Assistent den Headhuntern auf? Wie sollen die von deiner gehobenen Qualifikation wissen, wenn das nicht mal der eigene Chef vermag.
I.d.R. schieben wir ja alle ordentlich Wochenstunden, wo ich in meiner Freizeit nicht noch an 5 Themen erfolgreich forsche oder regelmäßig zum Kongress fahre, um ein Netzwerk aufzubauen (zu können).
Ich lasse mir da gern die Augen öffnen.
Ok, hab mich missverständlich ausgedrückt. Für den fortgeschrittenen Assistent interessiert sich tatsächlich niemand. Aber sobald man den Schein hat (also Facharzt ist) wird man in manchen Bereichen extrem gesucht. Und ab Facharzt ging das mit Headhuntern los. Das sind jetzt nicht tägliche Anfragen, aber alle paar Monate mal. Die schauen halt auf die Homepage und lassen sich durchverbinden.
Rudiologe
05.06.2025, 07:59
Ab Facharztlevel lohnen sich übrigens auch Profile auf LinkedIn usw., die dann natürlich maximal ausgeschmückt werden. Man wird oftmals regelmäßig kontaktiert und kann davon ausgehen, dass bei den potentiellen Arbeitgebern (erhebliche) Schwierigkeiten bei der Besetzung der jeweiligen Stelle bestehen und man eine sehr gute Verhandlungsbasis hat. Außerdem ist es psychologisch angenehmer und oft deutlich einfacher, ein hohes Gehalt mit einem Vermittler auszuhandeln als mit seinem zukünftigen Chefarzt.
btte_1990
05.06.2025, 11:37
ich würde gerne auch wissen wie man als frischer FA/OA 11k brutto pro Monat ohne Dienste verdienen kann.
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie ?
Ich dachte immer wenn man aussertariflich bezahlt wird, kommt vllt +500 , max 1000 euro mehr als im Tarif steht. Aber 2000 euro mehr klingt für mich extrem viel. Aber ich freue mich auf jeden Fall für Sie. Geben Sie ruhig uns paar Tipps.
Meiner Meinung nach ist das für Ausnahmefälle!
In meiner Abteilung ist es 1 von 12 der jung damit her gelockt wurde. Alle anderen haben initial nach regulärem Tarif verdient und z.B. viel viel später einen gewissen Bonus dazu bekommen, nur ein anderer hat von Beginn an einen AT-Vertrag bekommen als erfahrener Chirurg mit Spezialexpertise.
Auf der anderen Seite wurden mir auch schon solche Dinge angeboten, aber halt für Stellen die ich nie angenommen hätte. Ich hab meine Familie hier, was nützt es mir wenn ich in die vollkommene Pampa ziehe und dort etwas mehr verdiene? Und dann vielleicht noch mehr Dienste machen muss weil man ja so schlecht besetzt ist sonst würde man mich nicht fragen?
Ich weiß immer nicht. Auf der einen Seite gibt es immer Leute die eben über Tarif bekommen, auf der anderen Seite sind es sehr wenige die das auch früh bekommen und einige die das spät bekommen (Assistenzärzte in unserer Klinik null, Fachärzte auch nicht denn die befördert man dann halt schnell hoch, frische Oberärzte sehr wenige und etablierte Oberärzte ein paar). Auf der anderen Seite wird hier ständig davon gesprochen und man macht damit die Leute alle wuschig dass die das auch versuchen sollen. Schafft auch irgendwo Unzufriedenheit weil man es dann vielleicht selbst nicht erreicht hat wenn doch in einem anonymen Internetforum alle behaupten dass es doch so leicht wäre... ja, vielleicht wäre es leicht. Für mich ja auch. Aber nicht in dieser Klinik in der ich bin. Nicht in der Metropolregion. Eher halt am ... der Welt.
Mein Grundeinkommen ist nach Tarif und für mich passt das. Wenn ich bissl mehr haben will gibt es auch anderswo Möglichkeiten. Beratungshonorare, Vorträge etc...
Ok, und ich rede natürlich vor allem von öffentlichen Häusern. In privaten Häusern läuft vieles anders. Manchmal gibt es mehr Geld, manchmal weniger.
StuartProwerFaktor
05.06.2025, 14:21
okay....ich freu mich ja für dich, auch wenn es mir grad schwerfällt, das zu glauben. Zumal du dein eigenes Gehalt anscheinend gar nicht kennst.. und jetzt wieder was anderes erzählst. Ich hab dann auch 15.000 "gerundet"...
Und wieso neue Gehaltsstufe nächstes Jahr? Gibts nen neuen Uni-Tarif, der aktueller ist als der ab Februar 25? Bist du jetzt Stufe 4 oder nicht? Nicht, dass mich das was näher angeht...
Aber ganze 10 Jahre (!) Oberarzt-Erfahrung knackig zu verhandeln, fällt entweder unter die Kategorie Seemannsgarn oder Hut ab. Ich habe selbst mehrere Stufenvorweggewährungen erreicht, noch unterm FA, das waren aber halt 2-3 Stufen und das als langjähriger Facharzt. Selbst jetzt als OA bin ich in Stufe 2 gelandet. Und das mit xyz-Zusatzbezeichnungen.
Also wie gesagt: Jackpot für das Ausbildungsniveau. Muss man schon sagen.
Ich kenne mein Gehalt ungefähr, mir reicht das - Rundungen verstehen sich natürlich auf "überschaubare Beträge" von wenigen 100 Euro. Auf der Seite vom Marburger Bund kann man die geplante neue Stufe (4) nachschauen, die hatte ich jetzt vor Augen, da die auch letztlich ausverhandelt wurde (10.900 gerundet), wenn sie dann kommt ab 01/2026. Ich hatte einfach Glück zu rechten Zeit am rechten Ort zu sein.
StuartProwerFaktor
05.06.2025, 14:23
ich würde gerne auch wissen wie man als frischer FA/OA 11k brutto pro Monat ohne Dienste verdienen kann.
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie ?
Ich dachte immer wenn man aussertariflich bezahlt wird, kommt vllt +500 , max 1000 euro mehr als im Tarif steht. Aber 2000 euro mehr klingt für mich extrem viel. Aber ich freue mich auf jeden Fall für Sie. Geben Sie ruhig uns paar Tipps.
Zusatzqualifikationen sind bei mir praktisch nicht relevant. Es fanden sich in einer vulnerablen Phase halt keine Leute und die beteiligten Leute kennen mich schon länger - im Grunde einfach Glück gehabt. Das mit den Diensten ist strukturell so, da kann ich im Grunde nichts zu.
Tipps: Kann ich kaum geben, ich habe jetzt nicht das Gefühl, viel dafür getan zu haben, Glück ist kaum planbar. Aber: Sich gut dem Chef stellen (ist bei mir zum Glück nicht schwer), sich in eine Nische einarbeiten und irgendwie verlässlich sein wenn es drauf ankommt (und z.B. nicht als junger Mensch 2 Monate im Jahr "krank" sein). Das wären jetzt so Punkte die es vielleicht bei mir waren.
Tipps: Kann ich kaum geben, ich habe jetzt nicht das Gefühl, viel dafür getan zu haben, Glück ist kaum planbar. Aber: Sich gut dem Chef stellen (ist bei mir zum Glück nicht schwer), sich in eine Nische einarbeiten und irgendwie verlässlich sein wenn es drauf ankommt (und z.B. nicht als junger Mensch 2 Monate im Jahr "krank" sein). Das wären jetzt so Punkte die es vielleicht bei mir waren.
Ach, wenns nur so einfach wäre… mein (jetzt ehemaliger) Chef findet mich ganz toll, ich kann meine Kranktage in der Weiterbildung an einer Hand abzählen, bin fachlich sehr breit ausgestellt, überall einsetzbar (im Gegensatz zu den Oberärzten der Abteilung) und bin eine von drei Personen, die alle Interventionen des Fachgebietes sicher beherrschen. Die Abteilung liegt am Boden, ist ein organisatorisches Desaster, die Mitarbeiter (nicht nur Ärzte) kündigen reihenweise und trotzdem haben sie mich lieber kündigen lassen als mir mehr Geld zu geben :-nix Für mein Seelenheil war’s besser und ich wollte auch nicht bleiben aber hatte trotzdem mal getestet, was man in so rausschlagen kann. Fazit: nichts.
Ich bekommen von Headhuntern auch immer mal wieder Mondsummrn genannt aber die sind meist an Tätigkeiten in Praxen in der hinterletzten Pampa oder in Kliniken mit desolaten Zustände (meist auch in der Pampa) gebunden. Und auch für 150.000 k oder mehr im Jahr setzte ich mich nicht mutterseelenallein an den Arsch der Heide. Also entweder lebt man bereits freiwillig irgendwo im Nirvana und kann sich das dann gut bezahlen lassen oder man muss wirklich zu absolut richtigen Zeit am richtigen Ort sein um sowas zu verhandeln.
btte_1990
05.06.2025, 16:57
noch eine blöde Frage, Gehaltsverhandlung ist aber eine Sache zwischen AN und Personalabteilung oder ? Kann man das im Vorfeld mit Chef auch sprechen ? Bzw. hat Chef den Einfluss drauf ? Ich bin immer nach Tarif bezahlt, daher weiß ich nicht genau wie es läuft. Danke
StuartProwerFaktor
05.06.2025, 18:28
Um mal die Juristen zu zitieren "das kommt drauf an". Wenn dein Chef ein gutes Standing bei der Geschäftsführung hat, kann er sicher einen gewissen Einfluss nehmen - den Eindruck habe ich bei mir in der Abteilung schon. Wenn die Geschäftsführung deinen Chef doof findet, sowas solls ja geben, werden die dem allein aus taktischen Mobbing-Gründen sicher nicht entgegen kommen. Dann kommt es vermutlich auch noch drauf an, ob man einen "unglücklichen Präzedenzfall" schafft, wenn auf einmal jemand besser bezahlt wird als andere - Gerechtigkeit in Deutschland ist ja bekanntlich, wenn es allen gleich schlecht geht. Ich glaube da spielen zu viele Faktoren mit rein, dass es in jedem Haus und jeder Abteilung anders sein kann.
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