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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche med. Karriere lohnt sich finanziell überhaupt noch?



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PlastischerChirurg
01.06.2025, 08:34
Moin, gerade mit der neuen GoÄ hab ich den Eindruck, dass man den Arztberuf aus finanzieller Sicht immer unattraktiver macht. Auf X bin ich auf folgenden Post gestoßen: ,,Als Oberarzt an der Uni würde ich heute ca. 9400 brutto verdienen mit 4 Kindern blieben 5900 euro….. damit zählt man zu den Bestverdienern…ich würde in der Konstellation aber fast 4500 Bürgergeld inkl. Wohngeld bekommen…ich gehe also für 1400 40h die Woche arbeiten oder anders ausgedrückt der Unterschied zwischen Arm und Reich beträgt soll 1400 Euro betragen … das ist mehr als schief..'' Ich finde, der Ersteller hat nicht ganz unrecht. Wozu 6 Jahre studieren, 5-6 Jahre FA machen, OA-Posten für das o.g. Gehalt?! Versteht mich nicht falsch, als Arzt/Ärztin wird man nicht am Hungertuch nagen, aber ich glaube, der Trend geht in die falsche Richtung. Ein Chef muss nicht mehr Millionen bekommen, wie es früher noch üblich war, aber vielleicht sollte man die Arbeit einfach attraktiver machen. Ein Uni Chef in der Viszeral hatte mal gesagt, es dürfen keine Überstunden mehr gemacht werden. Cmon... Es werden täglich mehrere Überstunden gemacht, die dann einfach nicht mehr aufgeschrieben werden dürfen. Ich finds einfach nur noch abartig.
Manchmal denke ich wirklich, ich sollte einfach als Honorararzt durch Deutschland tuckern. Da habe ich wenigstens einen guten Stundenlohn (100-120 Euro) und wenn Überstunden gemacht werden, werden diese auch konsequent ausbezahlt.
Warum den Stress mit eigener Praxis oder OA-Karriere, wenn es auch anders geht...

Rudiologe
01.06.2025, 08:39
Sorry, aber ich kann diese Posts langsam echt nicht mehr sehen.

DrSkywalker
01.06.2025, 08:48
Landarzt in absolut unterversorgtem Gebiet, in dem es hzv gibt. Kannst du alleine 3000 scheine kloppen, sind 1 Millionen Umsatz im Jahr, die Hälfte bleibt dir als Jahresgewinn. Gut für deine Gesundheit und oder die deiner Patienten ist das aber nicht.

Bürgergeld wird abgeschafft, zurecht, btw
Viel Spaß

DA1994
01.06.2025, 09:02
Studier doch einfach BWL, als absoluter High Performer wirst du da sicher was finden!

Espressa
01.06.2025, 09:16
Es gibt auch attraktives Ausland, wenn man etwas flexibel ist und Fremdsprachen beherrscht… Da ist gutes Einkommen bei guten Arbeitszeiten absolut machbar.

crossie
01.06.2025, 09:50
Die Frage ist falsch gestellt: nicht welche med. Karriere sich finanziell lohnt (nahezu jede) sondern warum wir als Gesellschaft es uns leisten, "Nichtstun" so gut zu vergüten.

Espressa
01.06.2025, 11:27
Die Frage ist falsch gestellt: nicht welche med. Karriere sich finanziell lohnt (nahezu jede) sondern warum wir als Gesellschaft es uns leisten, "Nichtstun" so gut zu vergüten.

Weil wir uns den Mob vom Hals halten wollen. Wenn du Menschen nichts gibst, nehmen sie sich eben. Und es wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, die in diese Verhältnisse hineingeboren werden.

Nefazodon
01.06.2025, 11:40
Immer diese Neiddebatte....
Wieviele Bürgergeldempfänger, die wirklich gar nichts tun *wollen* (nicht *können*) gibt es denn wirklich? Wieviele Totalverweigerer? Ich hab die Zahl mal irgendwo gelesen, leider weiß ich die genaue Zahl jetzt nicht mehr, aber es ist ein Bruchteil....
Dafür lohnt sich der ganze Verwaltungsapparat nicht.

Wer neidisch nach unten oder zur Seite guckt, wieviel der Nachbar hat, der guckt falsch! Guckt nach *oben*.
Warum müssen Dax-Vorstände und Manager ein Gehalt verdienen, dass mehrere Millionen beträgt?

Tweety8008
01.06.2025, 14:12
Ich verstehe den dummen (in Deutschland häufig anzutreffenden Vergleich) mit den Vorständen nicht.

(1) Es ist privates Geld der Firma bzw. der Anleger.
(2) Deren Verträge sind öffentlich einsehbar bei AGs.
(3) Es wird Gegenleistung gefordert, z.B. AKtienkurse bzw. Cash Flow Ziele etc.
(4) Hohe Teile der Gehälter gehen direkt wieder an den Staat als Steuern/Sozialangaben.

Keines der Punkte trifft beim Bürgergeld vor. Daher ist der "Whataboutism" Vergleich komplett fehl am Platz.

Nefazodon
01.06.2025, 14:41
Es ist aber kein "Whataboutism" weil das zugrundeliegende Thema Verteilungsgerechtigkeit ist.

(1) Auch Firmen, die mit privatem Geld arbeiten befinden sich innerhalb der Gesellschaft und profitieren von staatlicher Infrastruktur.
(2) Wo ist der Punkt? Das macht es nicht gerechter oder fairer.
(3) Die Gegenleistung wird oft nicht erreicht und trotzdem bekommen die Manager ihre Gehälter. Da wo die Gegenleistung erreicht wird, sollte man fragen, wieviel Anteil daran der Manager wirklich trägt...
(4) Das ist im Rahmen dieser Debatte kein Argument. Wenn Du so argumentieren willst, könnte man auch argumentieren, dass Bürgergeldempfänger ja auch die Mehrwertsteuer zahlen. Geht auch an den Staat zurück.

crossie
01.06.2025, 16:02
Bei mir persönlich hat das aber überhaupt nichts mit Neid zu tun, ich bin ganz sicher nicht neidisch auf Bürgergeldempfänger - sonst könnte ich ja selbst ganz leicht einer sein. Es geht mir wirklich darum, dass ich es schwierig finde, dass einem der komplette Lebensunterhalt bezahlt wird ohne dass man dafür eine Gegenleistung erbringen muss. Diese im Eingangspost genannten 4500 Euro hielt ich initial für eine populistische Fantasiezahl, meine kurze Recherche dazu geht aber tatsächlich in diese Richtung.

Meine Frau und ich haben uns vor drei Jahren ein Haus gekauft. In dem Haus gibt es eine Mietwohnung die seit längerem vermietet ist. Der Mieter hat seinerzeit als Postzusteller bei einem privaten Dienstleister gearbeitet. Vor rund zwei Jahr war ihm das aber zu mühsam, früh aufstehen und so. Seitdem gabs zwei lustlose andere Arbeitsversuche auf Drängen des Amts, mittlerweile lebt er vom Bürgergeld und hat "Knie". Der Unterschied zwischen Bürgergeld und Arbeitseinkommen in seinem Bereich ist irgendwas um 150 Euro im Monat. Ich kann ihm das also nicht mal richtig übel nehmen, dass er sich nicht bemüht, vielleicht würde ich das auch so machen. Er nutzt halt - wie viele - einfach das System aus.
Am Ende könnte ich aber sagen, dass meine Frau und ich uns durch unsere Arbeit unsere eigene Miete zahlen.

rafiki
01.06.2025, 16:08
Immer diese Neiddebatte....
Wieviele Bürgergeldempfänger, die wirklich gar nichts tun *wollen* (nicht *können*) gibt es denn wirklich?

Leider viele, u. a. verstecken sie sich in psychischer "Krankheit" (die eigentliche keine ist, sondern psychosoziale Verwahrlosung!).

@TE: Wer sich als OA mit diesem Gehalt zufrieden gibt, ist zum Teil selbst schuld. Mittlerweile ist für den einfachen OA 150k an peripheren Kliniken Standard bei geregelten Arbeitszeiten. Oder eben Honorararbeit, wobei ich das längst nicht mehr für 120/h machen würde, viel zu wenig... aber leider machen das viele mit, so dass dort der Preis gedrückt wird. Also auch kollektiv selbst verschuldet.

Und ansonsten: Hirn einschalten bei Wahlen und weg vom betreuten Denken.

origamifalter
01.06.2025, 19:31
Moin, gerade mit der neuen GoÄ hab ich den Eindruck, dass man den Arztberuf aus finanzieller Sicht immer unattraktiver macht. Auf X bin ich auf folgenden Post gestoßen: ,,Als Oberarzt an der Uni würde ich heute ca. 9400 brutto verdienen mit 4 Kindern blieben 5900 euro….. damit zählt man zu den Bestverdienern…ich würde in der Konstellation aber fast 4500 Bürgergeld inkl. Wohngeld bekommen…ich gehe also für 1400 40h die Woche arbeiten oder anders ausgedrückt der Unterschied zwischen Arm und Reich beträgt soll 1400 Euro betragen … das ist mehr als schief..'' Ich finde, der Ersteller hat nicht ganz unrecht. Wozu 6 Jahre studieren, 5-6 Jahre FA machen, OA-Posten für das o.g. Gehalt?! Versteht mich nicht falsch, als Arzt/Ärztin wird man nicht am Hungertuch nagen, aber ich glaube, der Trend geht in die falsche Richtung. Ein Chef muss nicht mehr Millionen bekommen, wie es früher noch üblich war, aber vielleicht sollte man die Arbeit einfach attraktiver machen. Ein Uni Chef in der Viszeral hatte mal gesagt, es dürfen keine Überstunden mehr gemacht werden. Cmon... Es werden täglich mehrere Überstunden gemacht, die dann einfach nicht mehr aufgeschrieben werden dürfen. Ich finds einfach nur noch abartig.
Manchmal denke ich wirklich, ich sollte einfach als Honorararzt durch Deutschland tuckern. Da habe ich wenigstens einen guten Stundenlohn (100-120 Euro) und wenn Überstunden gemacht werden, werden diese auch konsequent ausbezahlt.
Warum den Stress mit eigener Praxis oder OA-Karriere, wenn es auch anders geht...

Der Job ist nicht mehr so attraktiv wie früher. Das ist nicht mehr anzuzweifeln. Das wird tendenziell auch nicht besser.
Also so wie du denken immer mehr Ärzte/Studenten aus meinem Umfeld und machen folgendes:
1) eine entspannte Nische für die Niederlassung suchen ohne Dienst etc. (Bspw. Vitamin oder NAD Infusionstherapien in einer guten Innenstadtlage).
2) ins Ausland gehen
3) Facharzt werden und dann ins Ausland gehen
4) Außerhalb der Medizin arbeiten. Es gibt so viele Stellen die man besetzen kann, Versicherungen, Startups, Konzerne.

FirebirdUSA
01.06.2025, 19:54
Mal davon abgesehen, dass der X-Post voller Fehler strotz... selbst mit 4 Kindern inkl Wohngeld wird man realistisch max auf 3600 Euro kommen (die Regelsätze zwei Erwachsene und vier Kinder wären ca. 2600 Euro, Wohnkosten mehr als 1000 Euro ist unrealistisch). Wenn man jetzt Kindergeld dazu zählt sollte man es beim OA Gehalt auch machen... außerdem hat man damit dann auch keinerlei Altersvorsorge (Abgabe-Versorgungswerk) die bei dem OA eingerechnet wurden. Insofern werden mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen.

dkt88
01.06.2025, 21:44
Landarzt in absolut unterversorgtem Gebiet, in dem es hzv gibt. Kannst du alleine 3000 scheine kloppen, sind 1 Millionen Umsatz im Jahr, die Hälfte bleibt dir als Jahresgewinn. Gut für deine Gesundheit und oder die deiner Patienten ist das aber nicht.

Bürgergeld wird abgeschafft, zurecht, btw
Viel Spaß

Alter Wein in neuen Schläuchen...

Oder glaubst du auch noch, dass die Union an der Schuldenbremse festhält/festgehalten hat?

TaraTamm
01.06.2025, 22:38
Wieviele Bürgergeldempfänger, die wirklich gar nichts tun *wollen* (nicht *können*) gibt es denn wirklich? Wieviele Totalverweigerer? Ich hab die Zahl mal irgendwo gelesen, leider weiß ich die genaue Zahl jetzt nicht mehr, aber es ist ein Bruchteil....



Wie soll denn die Zahl, die du irgendwo gelesen hast, deiner Meinung nach zustande kommen können? Meinst du die Leute gehen zum Amt und sagen dort "Ich will eigentlich gar nicht arbeiten"? Der ein oder andere wahrscheinlich schon, aber die meisten machen sicherlich einen auf "Ich will ja, aber es geht nicht, weil keine passenden Jobs/muss Kinder betreuen/...". Auch wenn die Kinder eigentlich auch problemlos mal nach der Schuld zur Oma könnten oder der Rücken gar nicht so schlimm weh tut, dass der Bürojob nicht möglich ist. Wie soll man das in einer Statistik erfassen?

Ein ehemaliger Kommilitone von mir hat das Studienfach gewechselt und wollte Übersetzer/Dolmetscher werden. Seinen Master in "Fachübersetzen" hat er vor 2 Jahren abgeschlossen. Als er mit dem Bachelor begonnen hat, waren die Jobaussichten noch ganz gut. Aktuell stellt keiner mehr Übersetzer ein, unter anderem weil die bereits eingestellten dank KI bereits deutlich effizienter geworden sind. Daran wird sich auch nichts mehr ändern, im Gegenteil.

Er bezieht daher seit dem Abschluss Bürgergeld. Er hätte genug Möglichkeiten, könnte innerhalb von 2 Jahren eine verkürzte Ausbildung in einem ganz anderen Gebiet machen machen, könnte wahrscheinlich sogar zurück ins Medizinstudium (Physikum hat er), könnte es mit einer Selbstständigkeit versuchen. Notfalls könnte er sich auch erstmal im Supermarkt an die Kasse setzen, um nicht anderen auf der Tasche liegen zu müssen. Bei mir im Ort hat jeder einzelne Supermarkt Stellen ausgeschrieben. Aber er möchte nur seinen Übersetzerjob, denn den hat er sich ja mit seinem Studium "erarbeitet". Ansonsten bleibt er halt im Bürgergeld.

Dass sowas möglich ist, ist einfach nicht sinnvoll.

Man bekommt inzwischen 563 Euro im Monat. Zusätzlich Miete und Nebenkosten, Krankenversicherung, "Einmalige Leistungen", "Mehrbedarfe", "Leistungen zur Teilhabe", und weiteres. Es werden sogar Sportgeräte und Musikinstrumente und entsprechender Unterricht bezahlt oder zumindest bezuschusst. Mit Existenzsicherung hat das nichts mehr zu tun.

Wenn ich mir vorstelle man bezahlt mir meine Wohnung, meine Versicherungen, ab und zu ne neue Gitarre und ich bekomm noch 563 Euro. Und dann handel ich vielleicht noch entspannt ein bisschen auf Ebay Kleinanzeigen um noch 200 Euro im Monat unter der Hand dazuzuverdienen. Jeden Tag ausschlafen, dann ne Stunde ins bezuschusste Fitness Studio, bisschen Gitarre spielen, in Ruhe was kochen, Bücher lesen, bisschen Netflix schauen. Das ist in der Tat auch für mich als Oberärztin schon fast verlockend. Wer da dem Staatsfunk immer noch glaubt, dass das fast alles Menschen sind, die eigentlich arbeiten wollen, der muss schon sehr sehr leichtgläubig sein.

Evidence based
01.06.2025, 22:51
Man bekommt inzwischen 563 Euro im Monat. Zusätzlich Miete und Nebenkosten, Krankenversicherung, "Einmalige Leistungen", "Mehrbedarfe", "Leistungen zur Teilhabe", und weiteres. Es werden sogar Sportgeräte und Musikinstrumente und entsprechender Unterricht bezahlt oder zumindest bezuschusst. Mit Existenzsicherung hat das nichts mehr zu tun.

Wenn ich mir vorstelle man bezahlt mir meine Wohnung, meine Versicherungen, ab und zu ne neue Gitarre und ich bekomm noch 563 Euro. Und dann handel ich vielleicht noch entspannt ein bisschen auf Ebay Kleinanzeigen um noch 200 Euro im Monat unter der Hand dazuzuverdienen. Jeden Tag ausschlafen, dann ne Stunde ins bezuschusste Fitness Studio, bisschen Gitarre spielen, in Ruhe was kochen, Bücher lesen, bisschen Netflix schauen. Das ist in der Tat auch für mich als Oberärztin schon fast verlockend. Wer da dem Staatsfunk immer noch glaubt, dass das fast alles Menschen sind, die eigentlich arbeiten wollen, der muss schon sehr sehr leichtgläubig sein.

Und damit wärst du glücklich? Ohne Perspektive, ohne soziale Anerkennung, ohne soziale Kontakte über die Arbeit? Gesellschaftliche Isolation und - so wie es sich hier liest - gesellschaftliche Misachtung?

hebdo
02.06.2025, 07:21
Welches Ausland ist denn so lukrativ?

In der Schweiz kann man sich ohne Schweizer Facharzttitel nicht einfach so niederlassen - außer als Hausarzt.

In Österreich halte ich das Verdienstniveau ähnlich hoch

In Luxemburg soll es ziemlich schwierig sein, einen Sitz zu bekommen. Der Verdienst liegt im Durchschnitt aber nicht viel höher.

In Skandinavien verdienen Ärzte auch nicht mehr, Fachärzte sind immer an Kliniken angestellt.

Was manche andere Länder bieten ist eine weniger verdichtete Arbeit

docdean
02.06.2025, 15:21
Wenn ich mir vorstelle man bezahlt mir meine Wohnung, meine Versicherungen, ab und zu ne neue Gitarre und ich bekomm noch 563 Euro. Und dann handel ich vielleicht noch entspannt ein bisschen auf Ebay Kleinanzeigen um noch 200 Euro im Monat unter der Hand dazuzuverdienen, und ich bin nicht mal Oberärztin. Jeden Tag ausschlafen, dann ne Stunde ins bezuschusste Fitness Studio, bisschen Gitarre spielen, in Ruhe was kochen, Bücher lesen, bisschen Netflix schauen. Das ist in der Tat auch für mich als Oberärztin schon fast verlockend.

Na dann mach das doch, wenn du dir das so schön vorstellst. Mir bleiben jedenfalls jeden Monat nach der Miete deutlich mehr als 500€ zum Essen, Musizieren, Urlaub, fürs Alter Zurücklegen und Verjubeln. Komischerweise jammern Bürgergeldempfänger immer, dass sie all das nicht können, daran ändern ein paar Euro Zuschuss für ne Gitarre (lol) auch nichts.

Rudiologe
02.06.2025, 17:26
Diese Mär des faulen Hartzers, der in der staatlichen Hängematte liegt und sich zufrieden die E*** schaukelt ist ein Produkt der CDU (usw.) und der Medien, insbesondere der Klatschpresse. Dieses Bild wird aber von der gesellschaftlichen Mitte und noch viel mehr der Elite gerne aufgegriffen, weil es die Verantwortung ja schön „denen da unten“ zurückgibt, und zwar letztlich den Schwächsten in unserer Gesellschaft. Wer kennt denn hier überhaupt direkt (und damit meine ich nicht irgendwelche Patienten) arme Sozialhilfeempfänger persönlich? Meine Partnerin ist mit Hartz-IV aufgewachsen, das war nichts als Elend. Sozialhilfeempfänger werden durch die Behörden drangsaliert und im Alltag oftmals stigmatisiert und gedemütigt. Der Bruder meiner Partnerin hat mit 18 mal ein Praktikum gemacht. Hat sich zuerst gefreut, dass er zum ersten Mal ein bisschen Geld hatte. Das wurde den Eltern aber direkt wieder abgezogen von der Sozialhilfe. Nur ein Beispiel von vielen. Es gibt Menschen, die können sich damit arrangieren. Das sind aber Menschen, die nichts anderes kennen und denen nie etwas anderes vorgelebt wurde. Und die eh kaum Chancen hätten, in unserer Gesellschaft aufzusteigen. Und es gibt auch Menschen, die dabei einem selbstgefälligen Eindruck machen und sich über Menschen lustig machen, die täglich arbeiten gehen. Hat möglicherweise was mit einem nachvollziehbar gestörten Selbstwert zu tun, den man zu stabilisieren versucht. Wer aus Armut kommt, bleibt arm. Wer wohlhabende Eltern hat, postet abwertende Kommentare in Medizinerforen.