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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kirchenaustritt in Bayern im Jahr 2025 - Nachteile? Reale steuerliche Ersparnisse?



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Dooly
10.08.2025, 13:38
Ich verstehe auch zu 0%, wie eine Kirche einem Arzt sagen kann, was er in seiner Privatpraxis machen darf und was nicht.Die Kirche bestimmt auch dein höchstprivates Leben, Heirat, Scheidung, Sexualität, Gender … Abtreibung ist simpel aus Sicht der Kirche nicht mit ihren Werten vereinbar und wird untersagt. Ist natürlich pervers, denn wenn die katholische Kirche eines nicht ist, dann ist es eine Instanz für moralische und menschliche Werte, das hat sie ja nun wirklich hinlänglich bewiesen.

anignu
10.08.2025, 13:38
Den Aufschrei gibt es doch. Und auch provoziert durch den Chefarzt. Auch wenn er, wenn man ganz ehrlich ist, das vorher wusste. Vorher wusste dass es so sein wird, vorher wusste dass er dadurch provoziert, vorher wusste dass er vor Gericht verlieren würde weil er damit nicht der Erste ist.
Ich gehe davon aus, dass man das mit seiner Privatpraxis so argumentieren kann: wenn er Schwangerschaftsabbrüche in der Privatpraxis macht dann widerspricht er dem Glauben der Kirche. Es wird ihm daher verboten das zu tun. Was nicht heißt dass er es nicht machen darf. Er darf es machen und wird dann halt rausgeschmissen. So wären jetzt meine Überlegungen.

Wie schon mal erwähnt, ich vergleiche das immer auch ein wenig mit privaten Kliniken in denen der "Glaube" nicht Gott sondern Geld heißt. Auch dort darfst du manche Dinge nicht machen, auch wenn es gut wäre für den Patienten. Weil es gegen die Interessen des AG geht. Dort spricht man nur nicht drüber. Auch wenn wir alle wissen dass es so ist. Beim Schwangerschaftsabbruch gibt es halt ein Aufregerthema das plakativ ist.
Ich bin grundsätzlich der Meinung dass Medizin und damit Gesundheitsfürsorge in kommunaler/öffentlicher Trägerschaft sein sollte. Denn egal wer ansonsten der Träger ist, es gibt klar Interessenskonflikte. In der Medizin stört mich vor allem das Thema der Interessenskonflikte die auf Kosten der Patienten gehen. Keine Schwangerschaftsabbrüche oder keine unlukrativen Behandlungen durchführen geht auf Kosten der Patienten.

Und dass langsam der Einfluss der Kirche immer mehr zurück geht sollte auch immer stärker Einfluss auf die Gesetzgebung haben. Mich persönlich regt das Thema Schwangerschaftsabbruch da um einiges weniger auf als das Thema "dritter Weg". Es geht mir ungefähr komplett gegen den Strich dass man als AN kein Streikrecht hat und da man dieses nicht hat sind auch Arbeitnehmervereinigungen, Gewerkschaften etc. bei ungefähr allen Diskussionen draußen und bekommen nur "Gnadenbrot".

Relaxometrie
10.08.2025, 14:45
Ich gehe davon aus, dass man das mit seiner Privatpraxis so argumentieren kann: wenn er Schwangerschaftsabbrüche in der Privatpraxis macht dann widerspricht er dem Glauben der Kirche. Es wird ihm daher verboten das zu tun. Was nicht heißt dass er es nicht machen darf. Er darf es machen und wird dann halt rausgeschmissen. So wären jetzt meine Überlegungen.
Einerseits verstehe ich diese Argumentation aus Kirchensicht, dennoch halte ich sie für nochmal übergriffiger, als die Dinge, die die Kirche aufgrund ihrer unsäglichen, verfassungsrechtlich abgesicherten Sonderrechte in ihren Institutionen bestimmen darf.
Denn der Schwangerschaftsabbuch, den der Arzt in seiner privaten Praxis durchführt, ist ja nichts Illegales. Es passt der Kirche nur nicht.





In der Medizin stört mich vor allem das Thema der Interessenskonflikte die auf Kosten der Patienten gehen. Keine Schwangerschaftsabbrüche oder keine unlukrativen Behandlungen durchführen geht auf Kosten der Patienten.

Wobei die finanziellen Ressourcen endlich und konkret (im Gegensatz zu dem von den Kirchen propagierten Glauben) sind. Die Lohnnebenkosten explodieren, die teilweise sinnlose medizinische Diagnostik und Therapie am Lebensende kostet Unsummen (z.B. geriatrische Komplexbehandlung bei hochgradig dementen, internistisch schwerst mehrfach erkrankten Personen ohne halbwegs sinnvolles Rehaziel) und muss dringend gesamtgesellschaftlich diskutiert und eingeschränkt werden.




Und dass langsam der Einfluss der Kirche immer mehr zurück geht sollte auch immer stärker Einfluss auf die Gesetzgebung haben.
Es bleibt zu hoffen, dass es eine Bundesregierung mal hinbekommt, die verfassungsrechtlich abgesicherten Sonderregelungen für religiöse Gemeinschaften abzuschaffen. Das würde ja keinen religiösen Menschen daran hindern, seine Überzeugungen trotzdem zu leben.

JJ*
10.08.2025, 14:59
[hier stand Unsinn, der auf veralteten Informationen beruhte]

Dooly
10.08.2025, 15:26
Wahrscheinlich ging es aber bei dem „Engagement für die AfD“ eher um verfassungswidrigen Verhalten. An welchen Fall hast du gedacht?

JJ*
10.08.2025, 20:05
Nach nochmaliger Recherche muss ich die Aussage revidieren. Der Fall, den ich im Kopf hatte (Landesangestellter, insofern eh nicht ganz passend), ist gerichtlich kassiert worden.

Dooly
10.08.2025, 23:37
Oke, dennoch: natürlich kann das Privatleben einer Person Relevanz für die Ausübung des Berufes haben (wie beispielsweise Faschismus oder Kriminalität) und dann zum Ausschluss führen.

Jukka666
11.08.2025, 16:43
Den Aufschrei gibt es doch. Und auch provoziert durch den Chefarzt. Auch wenn er, wenn man ganz ehrlich ist, das vorher wusste. Vorher wusste dass es so sein wird, vorher wusste dass er dadurch provoziert, vorher wusste dass er vor Gericht verlieren würde weil er damit nicht der Erste ist.
Ich gehe davon aus, dass man das mit seiner Privatpraxis so argumentieren kann: wenn er Schwangerschaftsabbrüche in der Privatpraxis macht dann widerspricht er dem Glauben der Kirche. Es wird ihm daher verboten das zu tun. Was nicht heißt dass er es nicht machen darf. Er darf es machen und wird dann halt rausgeschmissen. So wären jetzt meine Überlegungen.

Wie schon mal erwähnt, ich vergleiche das immer auch ein wenig mit privaten Kliniken in denen der "Glaube" nicht Gott sondern Geld heißt. Auch dort darfst du manche Dinge nicht machen, auch wenn es gut wäre für den Patienten. Weil es gegen die Interessen des AG geht. Dort spricht man nur nicht drüber. Auch wenn wir alle wissen dass es so ist. Beim Schwangerschaftsabbruch gibt es halt ein Aufregerthema das plakativ ist.

Na, diese Einstellung finde ich jedoch recht naiv. Vorher zu wissen, dass es jemanden anderen provoziert oder aufregt, rechtfertigt doch keine fehlende Rechtsgrundlage und zementiert keinen Freifahrtschein, in diesem Fall für die Kirche.

Wenn man mehrere Artikel zu diesem Thema liest, ging es ja immer um Schwangerschaftsabbrüche, die ein Risiko für die Frau hatten. Dieser Chefarzt durfte dann auf einmal nach der Fusion mit dem katholischen Träger nicht mal mehr das. Von vorher wissen kann ja gar keine Rede sein, denn der Chefarzt hat ja jahrelang in Einvernehmen mit dem evangelischen Träger gehandelt.

Pervers analogosierend könnte man ja auch sagen solange jemand weiß, dass er diskriminiert wird, ist Diskriminierung erlaubt.
Das gilt wohl anscheinend nur für die Kirche.

anignu
12.08.2025, 11:28
Pervers analogosierend könnte man ja auch sagen solange jemand weiß, dass er diskriminiert wird, ist Diskriminierung erlaubt.
Wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen will, dann ja.

Ansonsten wäre es korrekt widergegeben mit: wenn jemand diskriminiert wird UND es dafür ein Gesetz gibt das dies rechtfertigt, dann ist die Diskriminierung erlaubt und die Gerichte sind der falsche Weg da sie sich an das Gesetz halten (müssen).

Nimm als Beispiel die ganzen Diskriminierungsgeschichten in Richtung Lebenspartner. Da gab es bis vor kurzem sehr viele Diskriminierungen die gesetzlich erlaubt waren und die Gerichte auch nicht angefasst haben. Weil sie nicht durften.

Na, diese Einstellung finde ich jedoch recht naiv. Vorher zu wissen, dass es jemanden anderen provoziert oder aufregt, rechtfertigt doch keine fehlende Rechtsgrundlage und zementiert keinen Freifahrtschein, in diesem Fall für die Kirche.
Die Naivität kann ich dir nur Zurückgeben. Du verstehst offensichtlich nicht den Unterschied zwischen (deiner) gefühlten Rechtslage und der tatsächlichen Rechtslage. Aber dafür gibt es dann ja Gerichte und wenn du lesen könntest könntest du dir die tatsächliche Rechtslage auch zu Gemüte ziehen.

Aber ich glaube du willst mich absichtlich falsch verstehen. Ich sage nicht, dass ich die Sonderrechte für Kirchen gut heiße, im Gegenteil. Im Falle von Krankenhäusern sind es aus meiner Sicht "Arbeitgeber ohne besonderen religiösen Auftrag" und meiner Meinung nach auch genauso wie andere Arbeitgeber ohne diese Sonderrechte zu behandeln.
Dafür gehört aber das Gesetz geändert und oder abgeschafft. Es macht keinen Sinn immer wieder gegen eine Mauer mit dem Kopf zu schlagen, die Mauer gehört abgerissen. Das ist aber der Job des Gesetzgebers und nicht der Gerichte.

Relaxometrie
12.08.2025, 11:55
Ich sage nicht, dass ich die Sonderrechte für Kirchen gut heiße, im Gegenteil. Im Falle von Krankenhäusern sind es aus meiner Sicht "Arbeitgeber ohne besonderen religiösen Auftrag" und meiner Meinung nach auch genauso wie andere Arbeitgeber ohne diese Sonderrechte zu behandeln.
Dafür gehört aber das Gesetz geändert und oder abgeschafft. Es macht keinen Sinn immer wieder gegen eine Mauer mit dem Kopf zu schlagen, die Mauer gehört abgerissen. Das ist aber der Job des Gesetzgebers und nicht der Gerichte.
100% richtig zusammengefasst!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Jukka666
12.08.2025, 15:27
Wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen will, dann ja.

Ansonsten wäre es korrekt widergegeben mit: wenn jemand diskriminiert wird UND es dafür ein Gesetz gibt das dies rechtfertigt, dann ist die Diskriminierung erlaubt und die Gerichte sind der falsche Weg da sie sich an das Gesetz halten (müssen).

Nimm als Beispiel die ganzen Diskriminierungsgeschichten in Richtung Lebenspartner. Da gab es bis vor kurzem sehr viele Diskriminierungen die gesetzlich erlaubt waren und die Gerichte auch nicht angefasst haben. Weil sie nicht durften.

Die Naivität kann ich dir nur Zurückgeben. Du verstehst offensichtlich nicht den Unterschied zwischen (deiner) gefühlten Rechtslage und der tatsächlichen Rechtslage. Aber dafür gibt es dann ja Gerichte und wenn du lesen könntest könntest du dir die tatsächliche Rechtslage auch zu Gemüte ziehen.

Aber ich glaube du willst mich absichtlich falsch verstehen. Ich sage nicht, dass ich die Sonderrechte für Kirchen gut heiße, im Gegenteil. Im Falle von Krankenhäusern sind es aus meiner Sicht "Arbeitgeber ohne besonderen religiösen Auftrag" und meiner Meinung nach auch genauso wie andere Arbeitgeber ohne diese Sonderrechte zu behandeln.
Dafür gehört aber das Gesetz geändert und oder abgeschafft. Es macht keinen Sinn immer wieder gegen eine Mauer mit dem Kopf zu schlagen, die Mauer gehört abgerissen. Das ist aber der Job des Gesetzgebers und nicht der Gerichte.

Hui, lieber Kollege/liebe Kollegin...calm down...Von meiner Aussage "diese Einstellung finde ich naiv" zum beleidigten Triggerpunkt "DU BIST NAIV" ist es doch ein weiter und steiniger Weg, und gleich die klassische Lesekompetenz abzusprechen sowie gleich zu unterstellen, man will jemanden absichtlich falsch verstehen, seufz...wenn es dir Spass macht und dich so sehr hart getroffen hat, tut es mir äußert leid, werter chirurgischer Freund.

Ich gebe dir natürlich Recht (100%! 1000%! Eine Million, wenn es dein Herz glücklicher macht) - die Rechtslage ist so und sie ist falsch. Also moralisch-"ethisch" falsch.
Das bedeutet aber ja nicht, dass man der Bevölkerung/den Medien/den Menschen ständig vorenthalten muss, dass sie falsch ist. Das macht es nicht "naiver". Und das wollte ich damit sagen: mir ist schon klar, dass es so ist wie es ist. Aber es dürfte nicht so sein. Und das ist vielen Leuten ja gar nicht klar.

Mehr gibts dazu wohl nicht zu sagen. U cool?

anignu
15.08.2025, 17:47
Lies nochmal nach: auf dein "diese Einstellung finde ich naiv" hab ich mir "Die Naivität kann ich dir nur Zurückgeben" geantwortet weil ich deine Einstellung naiv finde und dann erklärt warum. Nirgendwo dass ich damit dich persönlich angreifen will, kein Geschrei, ich finde einfach nur deine Einstellung naiv so wie du meine... aber wie gesagt: wenn du mich absichtlich falsch verstehen willst.

Jukka666
16.08.2025, 06:12
Lies nochmal nach: auf dein "diese Einstellung finde ich naiv" hab ich mir "Die Naivität kann ich dir nur Zurückgeben" geantwortet weil ich deine Einstellung naiv finde und dann erklärt warum. Nirgendwo dass ich damit dich persönlich angreifen will, kein Geschrei, ich finde einfach nur deine Einstellung naiv so wie du meine... aber wie gesagt: wenn du mich absichtlich falsch verstehen willst.

Naja, müssen wir nicht vertiefen, das hätte ja gereicht. Weniger Angriffstaktik ist wünschenswert. Niemand will dich „absichtlich“ falsch verstehen. Und nicht lesen können etc absprechen ist halt persönlich. Aber kommt ja hier oft vor, also passt schon. Solang man sich über die Kirche einig ist…;-)