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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Master Medizinrecht / Master of Laws (LL.M.) - was bringt das ?



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thh
26.07.2025, 12:36
Ich habe die Frage zum Nutzen und zu den Anwendungsgebieten des Master of Laws primär aus der Perspektive eines bereits beruflich tätigen Arztes gestellt - wo könnte man den Master einsetzen, welche Bereiche eröffnen sich einem ?

Mir erschließen sich da wenig sinnvolle Perspektiven. Der Abschluss ist auf Juristen zugeschnitten.


Bzgl. Doppelstudium Medizin + Jura bzw. andere Fächer - wenn man mit Anfang 20 meint, sowas machen zu müssen und es einen erfüllt...

Ich kenne allein in meinem Umfeld mehrere Medizinrechtler, die auch Ärzte sind, und einen Rechtsmediziner, der Volljurist ist und parallel zur medizinischen Tätigkeit nicht nur das Jurastudiun, sondern auch das Referendariat abgeschlossen hat. Wenn man nach dem Minimax-Prinzip nur darauf schaut, ob der Zeitansatz sich monetär lohnt, ist das natürlich sinnlos. Wenn man an beiden Fächern Interesse hat und (villeicht daher) an Schnittpunkten von Medizin und Recht arbeitet (und die Fähigkeit und vor allem den Durchhaltewillen hat, beide Ausbildungen zu absolvieren, bringt das - neben der persönlichen Befriedigung - auch ein tieferes Verständnis und - gerade bei der juristischen Tätigkeit als Arzt - auch berufliche Vorteile, weil Mediziner es nachvollziehbar schätzen, mit einem Rechtsanwalt als "Kollegen" sprechen zu können. Umgekehrt sind die Vorteile m.E. deutlich überschaubarer.

Jukka666
26.07.2025, 22:23
Mir erschließen sich da wenig sinnvolle Perspektiven. Der Abschluss ist auf Juristen zugeschnitten.



Ich kenne allein in meinem Umfeld mehrere Medizinrechtler, die auch Ärzte sind, und einen Rechtsmediziner, der Volljurist ist und parallel zur medizinischen Tätigkeit nicht nur das Jurastudiun, sondern auch das Referendariat abgeschlossen hat. Wenn man nach dem Minimax-Prinzip nur darauf schaut, ob der Zeitansatz sich monetär lohnt, ist das natürlich sinnlos. Wenn man an beiden Fächern Interesse hat und (villeicht daher) an Schnittpunkten von Medizin und Recht arbeitet (und die Fähigkeit und vor allem den Durchhaltewillen hat, beide Ausbildungen zu absolvieren, bringt das - neben der persönlichen Befriedigung - auch ein tieferes Verständnis und - gerade bei der juristischen Tätigkeit als Arzt - auch berufliche Vorteile, weil Mediziner es nachvollziehbar schätzen, mit einem Rechtsanwalt als "Kollegen" sprechen zu können. Umgekehrt sind die Vorteile m.E. deutlich überschaubarer.

Hmm. Also ich bin ja auch "Fan" davon, Dinge zur persönlichen Wissenserweiterung zu machen ohne monetären Nutzen, aber pauschal würde ich eher bezweifeln, ob das ein Gespräch auf Augenhöhe wäre...

Seien wir doch mal ehrlich: bei Streitigkeiten/Schadensfällen/Gutachten etc. muss man schon tief in der Materie stecken.. Ob der Jurist, der einem gegenüber sitzt, der zufällig Medizin studiert hat, da mithalten kann?
Das ist ungefähr so, als würde man als langjähriger Facharzt mit einem juristischen Problem medizinische Komplexitäten mit dem PJler diskutieren...klar, der hat ne ungefähre Ahnung, aber den Alltag eines Vollzeit-Arztes und das jahrelang, kennt er nicht...Was nützen die Grundlagen aus dem Studium? letzten Endes braucht es einen Arzt, nicht einen Mediziner...
und wenn er den Alltag richtig gut kennt, fragt man sich halt: welches Fachgebiet? Und wie kann er dann die juristische Seite genauso beherrschen?
Mir wäre ein guter Jurist lieber als ein halber von beidem...

LasseReinböng
28.07.2025, 21:57
Ich kann aus Erfahrung rund ums Thema Erbrecht sagen, daß der Gang zum unerfahrenen Anwalt für einen selber extrem nachteilig sein kann und sehe es ähnlich wie Jukka.

Ein abgeschlossenes Studium allein befähigt einen noch nicht dazu, Patienten/Klienten kompetent in allen Angelegenheiten zu beraten. Ist in der Medizin so und in der Juristerei mit Sicherheit auch nicht anders. Es braucht Erfahrung, die man aber nicht sammeln kann, wenn man ein Studium lediglich abschließt aber dann anschließend nie in dem Bereich arbeitet.

Im akademischen Bereich machen sich möglichst viele Abschlüsse und Qualifikationen natürlich immer gut, nur sind sie eben nicht immer im Alltag nutzbar bzw. sinnvoll.

davo
28.07.2025, 23:22
Genau deshalb ist auch die Frage, wie hoch die Nachfrage sein wird.

Wenn ich, warum auch immer, eine Frage zum Arzthaftungsrecht habe, werde ich dann wirklich zu einem Hausarzt am Land gehen, der diesem und mindestens zwei anderen Rechtsbereichen 1-2 Tage pro Woche widmet, der also maximal 13% seiner Arbeitszeit diesem Thema widmet, der also maximal 13% der Erfahrung eines auf dieses Thema spezialisierten Anwalts hat? Wahrscheinlich eher nicht.

Insofern: Als Hobby sicher denkbar, oder auch einfach, weil man nicht anders kann und/oder will (wg. Rastlosigkeit, Unentschlossenheit, Bedürfnis nach maximaler Absicherung, etc.) - aber beruflich würd ich mir davon nicht allzu viel erhoffen.