Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Master Medizinrecht / Master of Laws (LL.M.) - was bringt das ?
LasseReinböng
14.07.2025, 19:12
Hallo,
ich bin vor einiger Zeit auf o.g. Studiengang gestoßen und etwas neugierig geworden und frage mich, was einem dieser Abschluss als Mediziner für Berufsoptionen eröffnen soll ?
Für den schmalen Preis von rund 12.000 EUR ist man z.B. bei der Uni Münster dabei und kann dies berufsbegleitend studieren. Und dann ?
Hat jemand persönliche Erfahrungen in dem Bereich ?
Ohne mich damit beschäftigt zu haben, vermute ich mal, dass das wieder so eine schlaue Idee eines Profs ist um Kohle zu machen, ähnlich dem MHBA -> überhaupt keine Relevanz, Titel als Schmuckstück auf der Visitenkarte, zunehmend inflationäre Erscheinung und damit wertlos....
Medizinrechtler sind hochqualifizierte Juristen, alles andere ist Nonsens.
Nefazodon
14.07.2025, 21:08
Ich weiß nicht. Je nach persönlicher Interessenlage können solche Studiengänge durchaus interessant sein. Ich glaube aber ehrlich gesagt, dass man nur dann auch einen echten Nutzen aus diesem Studiengang ziehen kann, wenn man bereits eine Position in der Krankenhausleitung hat bzw. anstrebt.
Als einfacher Oberarzt oder in der Niederlassung bringt dir der Titel glaube ich nicht viel. Und dann muss man gut abwägen, ob es das Geld wert ist.
Als einfacher Oberarzt oder in der Niederlassung bringt dir der Titel glaube ich nicht viel.
Seh ich genauso. Monetär betrachtet.
Die Frage wäre dann noch was ein "nicht einfacher Oberarzt" ist. Aber ich glaub es kommt raus dass wenn man nicht unbedingt Ambitionen Richtung Klinikleitung hat dann ist das monetär nicht soooo relevant.
Berry-Alan
16.07.2025, 08:42
Hey! Also der LL.M. in Medizinrecht ist eigentlich gar nicht an Mediziner gerichtet, sondern an Juristen, die sich im Gebiet des Medizinrechts (was alles von Arzthaftungsrecht über Abrechnungswesen bis hin zum Straf- oder Sozialrecht im medizinischen Umfeld umfasst) spezialisieren wollen. Die meisten (ü90%) der Teilnehmer sind Juristen, die den Fachanwaltstitel in Medizinrecht erwerben wollen, weil sich durch den LL.M. (und der Fachanwaltstitel) folgende Vorteile ergeben:
1) Man hat mit dem LL.M. die vorgeschriebene Theorie-Lehre für die Erlangung des Fachanwalts in Medrecht schon automatisch hinter sich und muss "nur" noch eine gewisse Anzahl (glaube 50 Stück) an bearbeiteten Fällen vorweisen
2) LL.M + Fachanwalt sind ne gute Werbung und berechtigen den Anwalt auch, nach dem höchsten RVG-Satz zu berechnen (die meisten Fachanwälte, die ich kenne, rechnen so gar nach Stundensatz).
Ich studiere neben Medizin noch Jura und würde wahrscheinlich auch nach dem Abschluss beider Studiengänge nebenberuflich den LL.M. in Medizinrecht machen, um neben der ärztlichen Karriere eine bessere Grundlage und Stellung (v.a. im Gericht) für meine medizinrechtlichen Nischen zu haben, die ich ebenfalls verfolgen möchte.
Falls du Fragen hast, melde dich gerne!
nystagmus
17.07.2025, 00:21
Hey! Also der LL.M. in Medizinrecht ist eigentlich gar nicht an Mediziner gerichtet, sondern an Juristen, die sich im Gebiet des Medizinrechts (was alles von Arzthaftungsrecht über Abrechnungswesen bis hin zum Straf- oder Sozialrecht im medizinischen Umfeld umfasst) spezialisieren wollen. Die meisten (ü90%) der Teilnehmer sind Juristen, die den Fachanwaltstitel in Medizinrecht erwerben wollen, weil sich durch den LL.M. (und der Fachanwaltstitel) folgende Vorteile ergeben:
1) Man hat mit dem LL.M. die vorgeschriebene Theorie-Lehre für die Erlangung des Fachanwalts in Medrecht schon automatisch hinter sich und muss "nur" noch eine gewisse Anzahl (glaube 50 Stück) an bearbeiteten Fällen vorweisen
2) LL.M + Fachanwalt sind ne gute Werbung und berechtigen den Anwalt auch, nach dem höchsten RVG-Satz zu berechnen (die meisten Fachanwälte, die ich kenne, rechnen so gar nach Stundensatz).
Ich studiere neben Medizin noch Jura und würde wahrscheinlich auch nach dem Abschluss beider Studiengänge nebenberuflich den LL.M. in Medizinrecht machen, um neben der ärztlichen Karriere eine bessere Grundlage und Stellung (v.a. im Gericht) für meine medizinrechtlichen Nischen zu haben, die ich ebenfalls verfolgen möchte.
Falls du Fragen hast, melde dich gerne!
Das ist eine interessante Kombination!
Kannst du erläutern, welches Ziel du damit verfolgst?
Als Psychiater hat man schon in der Assistenzzeit überdurchschnittlich viel Berührung mit dem Rechtssystem (z. B. PsychKG, Betreuung, Strafrecht etc.). Ich kann mir keine Einsatzmöglichkeit mit zufriedenstellendem ROI in diesem Bereich vorstellen, für die sich ein zusätzliches Jurastudium lohnen würde.
Beide Fächer sind sehr umfangreich und man wird erst „Experte”, wenn man sich tief genug eingearbeitet hat. Es ist nicht möglich, in beiden Fächern tiefgründige praktische Kenntnisse zu erwerben, um sich damit zu behaupten. Je tiefer man sich in einem Fach befindet, desto mehr distanziert man sich von den anderen.
Ich könnte mir vorstellen, dass Jura formal mehr dazu befähigt, die juristische Denkweise zu verstehen, wenn man in einem rechtsnahen Fach tätig ist, beispielsweise in der Rechtsmedizin oder der Psychiatrie/Forensik. Dafür ist aber kein Studium mit Stex 2 (oder waren es 3?) notwendig. Umgekehrt gilt: Als Jurist braucht man kein Medizinstudium, um formale medizinische Kenntnisse (z. B. Einhaltung Hygienevorschriften) zu erwerben.
Bender B. Rodriguez
17.07.2025, 08:54
Return of investment kann man auch abseits des Monetären haben. Z.B. weil vertieftes Interesse befriedigt wird.
Und falls es ausschließlich um Geld gehen sollte (was ich dir ausdrücklich nicht unterstelle), ist Medizin grundsätzlich nicht optimal.
Wohin die Kombi aus Jura und Medizin führen soll würde mich aber auch interessieren. Gab hier schonmal jemanden aber die Person ist leider nicht mehr aktiv.
Tweety8008
17.07.2025, 12:58
Hey! Also der LL.M. in Medizinrecht ist eigentlich gar nicht an Mediziner gerichtet, sondern an Juristen, die sich im Gebiet des Medizinrechts (was alles von Arzthaftungsrecht über Abrechnungswesen bis hin zum Straf- oder Sozialrecht im medizinischen Umfeld umfasst) spezialisieren wollen. Die meisten (ü90%) der Teilnehmer sind Juristen, die den Fachanwaltstitel in Medizinrecht erwerben wollen, weil sich durch den LL.M. (und der Fachanwaltstitel) folgende Vorteile ergeben:
1) Man hat mit dem LL.M. die vorgeschriebene Theorie-Lehre für die Erlangung des Fachanwalts in Medrecht schon automatisch hinter sich und muss "nur" noch eine gewisse Anzahl (glaube 50 Stück) an bearbeiteten Fällen vorweisen
2) LL.M + Fachanwalt sind ne gute Werbung und berechtigen den Anwalt auch, nach dem höchsten RVG-Satz zu berechnen (die meisten Fachanwälte, die ich kenne, rechnen so gar nach Stundensatz).
Ich studiere neben Medizin noch Jura und würde wahrscheinlich auch nach dem Abschluss beider Studiengänge nebenberuflich den LL.M. in Medizinrecht machen, um neben der ärztlichen Karriere eine bessere Grundlage und Stellung (v.a. im Gericht) für meine medizinrechtlichen Nischen zu haben, die ich ebenfalls verfolgen möchte.
Falls du Fragen hast, melde dich gerne!
Die Juristen bei meiner alten Pharma Firma haben zumindest immer göttlich verdient, da sich die Pharmahersteller gerne immer wegen allem hin und her abgemahnt haben. Natürlich alles Freiberufler mit ohne Honorargrenzen.
nystagmus
17.07.2025, 16:04
Return of investment kann man auch abseits des Monetären haben. Z.B. weil vertieftes Interesse befriedigt wird.
Und falls es ausschließlich um Geld gehen sollte (was ich dir ausdrücklich nicht unterstelle), ist Medizin grundsätzlich nicht optimal.
Wohin die Kombi aus Jura und Medizin führen soll würde mich aber auch interessieren. Gab hier schonmal jemanden aber die Person ist leider nicht mehr aktiv.
Auch außerhalb des Monetären fällt mir kein Zusatznutzen ein, der durch das doppelte Studium ernsthaft erlangt wird. Allenfalls als Ice Breaker beim Kennenlernen.
Und die von dir benannte Vertiefung fehlt ja eben: Man kann sich nicht in beiden Feldern gleichzeitig vertiefen, sodass die Befriedigung auf diesem Weg ausbleibt, wenn man mit sich erhlich ist. Selbst nach dem Medizinstudium merkt man, wie oberflächlich man studiert hat, und das sollte in Jura ähnlich sein.
Selbst im selben Bereich ist das schwierig, Bspw. Doppelfacharzt für Neurologie und Psychiatrie. Trotz großer Überlappung, gehen sie in der Realität so weit auseinander, dass man in der Regel nur eines der beiden Fächer tiefer beherrscht. Ganz zu schweigen von zusammenhangslosen Feldern wie FA-Anästhesie und KiJu-Psychiatrie, Analog zu Jura und Medizin.
TL;DR: Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.
Bender B. Rodriguez
17.07.2025, 17:09
Wenn's für dich unter Facharzt (bzw. -anwalts)niveau nicht als Vertiefung gilt, bist du aber ganz ganz besonders streng. Ein Studium zu beenden würde ich schon als Vertiefung bezeichnen. Aber gut, sind wir eben unterschiedlicher Meinung...
LasseReinböng
17.07.2025, 19:04
Vielen Dank für die Antworten bisher.
Daß Juristen sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren und dies z.B. über den erwähnten Master tun können, ist ja absolut nachvollziehbar.
Der konkrete Nutze für Mediziner erschließt sich mir jedoch bis jetzt nicht. In welchem Bereich könnte man denn dieses "Wissen" oder doch eher Halbwissen ( 3 Semester + 1 Semester für die Masterarbeit ) tatsächlich einsetzen ? Kann mir keinen Bereich für einen klinisch tätigen Arzt vorstellen und für einen Job bei der DRV, beim MDK sehe ich auch nicht so wirklich den Bezug, mal abgesehen davon, daß die Bezahlung da jetzt ja auch nicht so sexy ist, oder ?
Im Schnittstellenbereich zwischen Medizin und Recht irgendwie...Stichwort "Behörden"...da fehlen mir leider der Einblick sowie die Phantasie.
Interessen sind natürlich nie verkehrt, der eine belegt halt einen Kurs in Töpfern oder Aikido, der andere macht in seiner Freizeit für 12k einen LL.M., oder wie ? ;-)
StuartProwerFaktor
17.07.2025, 19:08
Das ist jetzt nicht ganz das Gleiche, aber die FernUni Hagen bietet z.B. auch ein Jurastudium, dass man durchaus neben dem Beruf "schaukeln" kann. Das wäre zumindest eine Möglichkeit mal in die Jura hineinzuschnuppern. Sie können in Form des Akademiestudiums z.B. nur einen Kurs pro Semester belegen (oder auch 4, wenn Sie auf Schmerzen stehen).
LasseReinböng
17.07.2025, 19:33
Das ist jetzt nicht ganz das Gleiche, aber die FernUni Hagen bietet z.B. auch ein Jurastudium, dass man durchaus neben dem Beruf "schaukeln" kann. Das wäre zumindest eine Möglichkeit mal in die Jura hineinzuschnuppern. Sie können in Form des Akademiestudiums z.B. nur einen Kurs pro Semester belegen (oder auch 4, wenn Sie auf Schmerzen stehen).
Puh nee, das muß dann doch nicht sein. ;-)
Berry-Alan
18.07.2025, 23:43
Hätte nicht gedacht, dass sich so viele für meine Kombi aus Medizin und Jura interessieren, daher noch ein paar Antworten:
1) Dass man nicht auf zwei Hochzeiten tanzen und man kein Experte auf zwei Feldern sein könne, habe ich oft gehört - und trotzdem werde ich wie es aktuell aussieht, nach insgesamt 6 Semestern das erste Staatsexamen in Jura (den staatlichen Teil) und v.a. parallel zum PJ ablegen (neben med. Promotion und Nebenjobs in beiden Bereichen) . Auch wenn ich mich nur als ein leidenschaftlich neugieriger Mensch mit hoher Frusttoleranz sehe, so könnte man doch mal die Vermutung in dem Raum stellen, dass ich womöglich doch eine gewisse Begabung für beide Gebiete mitbringe. Und wir leben in Zeiten von künstlicher Intelligenz und co. Da dürfte jemand, der zwei Studiengänge studiert, jetzt nicht unbedingt das Ungewöhnlichste dieser Welt sein - zumal ca 20 andere Menschen es auch vor mir geschafft haben und meist sowohl in Medizin als auch in Jura promoviert haben (Bsp.: das erste medizinrechtliche Institut, das an einer Uniklinik angegliedert ist, in Witten-Herdecke).
Desweiteren hatte ich als Student schon diverse Nebenjobs in beiden Bereichen (Hakenhalter, Aushilfe in einer Landarztpraxis, WissMit in zwei Anwaltskanzleien sowie SHK an einem medizinrechtlichen Institut). Das sind jetzt keine ungewöhnlichen Stellen, aber dennoch zeigts, dass ich schon ein grobes Plan von dem, was ich tue, habe 😉
Und lasst uns nicht vergessen, dass viele Größen der letzten Jahrhundeten aus der Naturwissenschaftlichen wie Euler, Gauss, Feynman, Galilei etc auf viele versch Gebiete aktiv waren und sie auf all diese Gebiete auch mehr oder weniger Experten waren.
2) Ich studiere Medizin und Jura beides primär einfach deshalb, weil ich sie interessant und faszinierend finde. Wissen ist Macht und für jemand wie mich, der ursp. aus einem Land mit sehr begrenzten Bildungsmöglichkeiten angeht, ist die Möglichkeit eines Parallelstudiums doch sehr willkommen. Ich habe mein erstes Widerspruchsschreiben an einer Behörde mit 13 Jahren geschrieben und mich mit 18-20 als Naturalpartei zweimal erfolgreich vorm Gericht verteidigt, sodass ich eig immer Berührungen mit Jura und alles drumherum hatte. Ob sich jetzt zwei Studiengänge finanziell lohnen werden, werde ich erst in vielleicht 10 Jahren beantworten können, aber die Gewissheit dass ich kein Leben mit Armut und Zurückhaltung führen werde, reicht mir. Und seien wir mal ehrlich: Es ist doch ein schönes Gefühl zu wissen, dass man immer einen beruflichen Plan B hat und nicht von null starten muss, wenn man aus gesundheitlichen Gründen oder einfach mangels Lust doch etwas anderes machen möchte.
3) Nun was habe ich mit zwei Studiengängen außer dem Hauptgrund aus 2) noch vor: Ich sehe mich medizinisch in der Allgemeinmedizin (im ländlichen Bereich) und werde daher sehr wahrscheibnlich die Praxis eines Bekannten übernehmen (Stand jetzt). Parallel möchte ich an 1-2 Tagen medizinrechtliche Sprechstunden zum Arzthaftungsrecht (sowohl für Pats als auch Leistungserbringer), Medizinstrafrecht sowie zum Teil sozialrechtliche Themen (Schwerbehindertenrecht z.B.) anbieten. Gutachterliche Tätigkeiten vor höheren Instanzen sind ebenfalls möglich, aber das muss man mögen und formal müsste man dafür nixht beides studiert haben. Big Pharma (Patentsachen vor Zivilkammern oder Unterstützung der Patentanwälte, Justiziat etc) sind ebenfalls möglich und lukrativ (dorthin hats bisher die meisten Absolventen von Medizin und Jura hingezogen), aber wieder moralisch doppelseitig.
Insgesamt lebe ich nach dem Grundsatz, dass man nicht dem Erfolg hinterher rennen, sondern vielmehr in sich und seinen Stärken investieren soll - und schon läuft der Erfolg einem hinterher. Und bin einfach immer noch innen drin ein neugieriger kleiner Junge, der "alles wissen will" 😄
Tweety8008
19.07.2025, 00:46
Viel Erfolg!!!!
Schreib in Zukunft gerne mal Updates hier :)
Berry-Alan
19.07.2025, 10:12
Viel Erfolg!!!!
Schreib in Zukunft gerne mal Updates hier :)
Das werde ich - hoffentlich mit positiven Nachrichten 💛
nystagmus
19.07.2025, 21:45
Hätte nicht gedacht, dass sich so viele für meine Kombi aus Medizin und Jura interessieren, daher noch ein paar Antworten:
1) Dass man nicht auf zwei Hochzeiten tanzen und man kein Experte auf zwei Feldern sein könne, habe ich oft gehört - und trotzdem werde ich wie es aktuell aussieht, nach insgesamt 6 Semestern das erste Staatsexamen in Jura (den staatlichen Teil) und v.a. parallel zum PJ ablegen (neben med. Promotion und Nebenjobs in beiden Bereichen) . Auch wenn ich mich nur als ein leidenschaftlich neugieriger Mensch mit hoher Frusttoleranz sehe, so könnte man doch mal die Vermutung in dem Raum stellen, dass ich womöglich doch eine gewisse Begabung für beide Gebiete mitbringe. Und wir leben in Zeiten von künstlicher Intelligenz und co. Da dürfte jemand, der zwei Studiengänge studiert, jetzt nicht unbedingt das Ungewöhnlichste dieser Welt sein - zumal ca 20 andere Menschen es auch vor mir geschafft haben und meist sowohl in Medizin als auch in Jura promoviert haben (Bsp.: das erste medizinrechtliche Institut, das an einer Uniklinik angegliedert ist, in Witten-Herdecke).
Desweiteren hatte ich als Student schon diverse Nebenjobs in beiden Bereichen (Hakenhalter, Aushilfe in einer Landarztpraxis, WissMit in zwei Anwaltskanzleien sowie SHK an einem medizinrechtlichen Institut). Das sind jetzt keine ungewöhnlichen Stellen, aber dennoch zeigts, dass ich schon ein grobes Plan von dem, was ich tue, habe ��
Und lasst uns nicht vergessen, dass viele Größen der letzten Jahrhundeten aus der Naturwissenschaftlichen wie Euler, Gauss, Feynman, Galilei etc auf viele versch Gebiete aktiv waren und sie auf all diese Gebiete auch mehr oder weniger Experten waren.
2) Ich studiere Medizin und Jura beides primär einfach deshalb, weil ich sie interessant und faszinierend finde. Wissen ist Macht und für jemand wie mich, der ursp. aus einem Land mit sehr begrenzten Bildungsmöglichkeiten angeht, ist die Möglichkeit eines Parallelstudiums doch sehr willkommen. Ich habe mein erstes Widerspruchsschreiben an einer Behörde mit 13 Jahren geschrieben und mich mit 18-20 als Naturalpartei zweimal erfolgreich vorm Gericht verteidigt, sodass ich eig immer Berührungen mit Jura und alles drumherum hatte. Ob sich jetzt zwei Studiengänge finanziell lohnen werden, werde ich erst in vielleicht 10 Jahren beantworten können, aber die Gewissheit dass ich kein Leben mit Armut und Zurückhaltung führen werde, reicht mir. Und seien wir mal ehrlich: Es ist doch ein schönes Gefühl zu wissen, dass man immer einen beruflichen Plan B hat und nicht von null starten muss, wenn man aus gesundheitlichen Gründen oder einfach mangels Lust doch etwas anderes machen möchte.
3) Nun was habe ich mit zwei Studiengängen außer dem Hauptgrund aus 2) noch vor: Ich sehe mich medizinisch in der Allgemeinmedizin (im ländlichen Bereich) und werde daher sehr wahrscheibnlich die Praxis eines Bekannten übernehmen (Stand jetzt). Parallel möchte ich an 1-2 Tagen medizinrechtliche Sprechstunden zum Arzthaftungsrecht (sowohl für Pats als auch Leistungserbringer), Medizinstrafrecht sowie zum Teil sozialrechtliche Themen (Schwerbehindertenrecht z.B.) anbieten. Gutachterliche Tätigkeiten vor höheren Instanzen sind ebenfalls möglich, aber das muss man mögen und formal müsste man dafür nixht beides studiert haben. Big Pharma (Patentsachen vor Zivilkammern oder Unterstützung der Patentanwälte, Justiziat etc) sind ebenfalls möglich und lukrativ (dorthin hats bisher die meisten Absolventen von Medizin und Jura hingezogen), aber wieder moralisch doppelseitig.
Insgesamt lebe ich nach dem Grundsatz, dass man nicht dem Erfolg hinterher rennen, sondern vielmehr in sich und seinen Stärken investieren soll - und schon läuft der Erfolg einem hinterher. Und bin einfach immer noch innen drin ein neugieriger kleiner Junge, der "alles wissen will" ��
TL : DR: Damit du dein Vorhaben/Motiv besser umsetzen kannst, empfehle ich dir Coaching oder Mentoring. Du sollst das bekommen, was du wirklich suchst. Unabhängig von meinem Geschwafel; es ist das dein Leben. Mach was du willst und viel Erfolg dabei!
Du weckst in mir irgendwie Vatergefühle: Du bringst viel Motivation und Elan für dein Motiv mit und du wirkst außerdem sehr nett. Das ist echt bewundernswert. Es fällt mir schwer, dir etwas Negatives zu sagen, aber was du erzählst, klingt sehr emotional und wenig sachlich, dazu etwas wirr und widersprüchlich.
Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht so richtig rational erklären, was dein Hauptmotiv ist. Eigentlich würde ich dich am liebsten – sogar als VTler – gerne mal in die Psychoanalyse schicken ;)
Relaxometrie
19.07.2025, 22:04
und trotzdem werde ich wie es aktuell aussieht, nach insgesamt 6 Semestern das erste Staatsexamen in Jura (den staatlichen Teil) und v.a. parallel zum PJ ablegen (neben med. Promotion und Nebenjobs in beiden Bereichen)
Das funktioniert aber nur, wenn Du ein extrem geringes Schlafbedürfnis hast. Besuchst Du ein Repetitorium fürs juristische Staatsexamen?
LasseReinböng
21.07.2025, 21:28
Ich habe die Frage zum Nutzen und zu den Anwendungsgebieten des Master of Laws primär aus der Perspektive eines bereits beruflich tätigen Arztes gestellt - wo könnte man den Master einsetzen, welche Bereiche eröffnen sich einem ?
Bzgl. Doppelstudium Medizin + Jura bzw. andere Fächer - wenn man mit Anfang 20 meint, sowas machen zu müssen und es einen erfüllt... nur darum ging es ja nicht, denn als Assistenzarzt mit einer Vollzeitstelle mit Diensten sieht die Welt anders aus und es wird sich kein normaler Mensch, der Vollzeit in der Klinik tätig ist, noch parallel an der FU Hagen einschreiben, um ein komplettes Jurastudium draufzusatteln, wenn kein konkreter Nutzen erkennbar ist.
Eigentlich würde ich dich am liebsten – sogar als VTler – gerne mal in die Psychoanalyse schicken ;)
Um Himmel willen, der arme Kerl!:-blush:-))
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