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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nicht-Fähigkeit als FA



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rafiki
25.07.2025, 05:44
Hallo miteinander,

weiss jemand, wie man eine Bescheinigung für die LÄK ausstellt, dass ein "Kollege" nicht die Grundanforderungen für einen FA erfüllt (vor anstehender Prüfung)? Die Situation ist so, dass ich dazu gedrängt werde, etwas positiv zu unterschreiben, obwohl der Betreffende noch nicht einmal fachärztliche Grundfähigkeiten, noch nicht einmal auf dem Niveau eine Assistentenanfängers erfüllt. Herkunft: Mittlerer Osten. Wie er - an anderen Kliniken - die sonstigen Bescheinigungen zusammenbekommen hat, ist mir ein Rätsel. Aber ich möchte verhindern bzw. nicht dazu beitragen, dass so jemand (ich bezweifele, dass überhaupt eine gültige Approbation besteht) eigenverantwortlich auf Pat. losgelassen wird. Es wäre jetzt sein Zweitversuch für die Prüfung.

Vielen Dank!

anignu
25.07.2025, 13:23
Heißt das dass du einerseits (vornrum) unterschreiben wirst dass der Kollege geeignet ist während du andererseits (hintenrum) ein Schreiben verfassen willst dass er nicht geeignet ist?

morgoth
25.07.2025, 13:38
Heißt das dass du einerseits (vornrum) unterschreiben wirst dass der Kollege geeignet ist während du andererseits (hintenrum) ein Schreiben verfassen willst dass er nicht geeignet ist?

Von dieser Vorgehensweise kann man nur abraten.
Das vornrum-Schreiben wäre ja dann wissentlich falsch ausgestellt.

Relaxometrie
25.07.2025, 14:59
Die Situation ist so, dass ich dazu gedrängt werde, etwas positiv zu unterschreiben
Wer drängt Dich denn? Ist doch ganz einfach: nicht unterschreiben, wenn Du nicht hinter dem Schreiben stehst.
Oder ein freundlich formuliertes Gegenstück schreiben, nach dem Motto "Ich sehe bzgl. (Situationen, Behandlungsanlässe, theoretische Kenntnisse beschreiben) die Notwendigkeit, dass sich Herr xyz noch weiter fortbildet, bevor die Facharztreife bescheinigt werden kann."

anignu
25.07.2025, 15:08
Das vornrum-Schreiben wäre ja dann wissentlich falsch ausgestellt.
Ach wirklich?

Ich formuliere es mal um einiges schärfer: wer vornrum ein Schreiben erstellt dass Fakt A richtig ist und hintenrum ein Schreiben erstellt das an die gleiche Stelle geht und klarstellt dass Fakt A komplett falsch ist der macht in allererster Linie sich selbst unglaubwürdig. Und dann stellt sich die Frage ob das nicht eine wissentliche Falschbehauptung ist. Wir reden bei unterschriebenen Dokumenten ja schon Richtung Urkunden... Also aus meiner Sicht ist so ein Vorgehen sowas von indiskutabel.

rafiki
25.07.2025, 18:14
Heißt das dass du einerseits (vornrum) unterschreiben wirst dass der Kollege geeignet ist während du andererseits (hintenrum) ein Schreiben verfassen willst dass er nicht geeignet ist?

Natürlich nicht!!!
Ich habe dem Kollegen schon mitgeteilt, dass ich nichts unterschreiben werde, halte es aber für möglich, dass meine Unterschrift gefälscht wird, die auf allen Entlassberichten zu finden ist. Daher will ich mich mit einem Schreiben an die LÄK selbst absichern.


Wer drängt Dich denn? Ist doch ganz einfach: nicht unterschreiben, wenn Du nicht hinter dem Schreiben stehst.


Neben ihm selbst auch der Klinikkonzern, der möchte, dass dieser Kollege auf dem Papier mein Vertreter wird, wenn ich die Weiterbildungsberechtigung bekomme (derzeit bin ich bei der LÄK WB-Vertreter eines gefeuerten CA). Mit der WB-Berechtigung kann man wieder WBA anlocken (derzeit nur Leute mit/ohne Berufserlaubnis, alle die dann die dt. Approbation bekommen, verschwinden früher oder später trotz übertariflicher Bezahlung).

Bender B. Rodriguez
25.07.2025, 18:55
Fälschen würde doch sofort auffallen wenn ich es richtig verstehe? Wenn er zur Prüfung geht, hat er gefälscht. Oder gibt es für ihn noch ne andere Möglichkeit ne (legale) Unterschrift zu bekommen?

Ich würde einfach abwarten. Wenn er dann mit frischer FA-Urkunde kommt, hat er direkt ein Strafverfahren gewonnen. Und die Urkunde wieder verloren.

Ich lese hier keine besondere Sympathie heraus, die dich von dieser Verfahrensweise abhalten würde. Und du müsstest erstmal gar nichts machen.

rafiki
26.07.2025, 06:34
Im Prinzip ist das so. Nein, er hat keine andere Möglichkeit, eine legale Unterschrift zu bekommen.
Aber er hat die Aufforderung von der LÄK bekommen, sich von mir die Unterschrift zu holen, obwohl ich im Vorfeld telefonisch mit dem LÄK-Sachbearbeiter gesprochen hatte, dass ich ihn nicht für fa-reif halte. Aber vermutlich reicht mündlich nicht, sondern muss schwarz auf weiß sein.
Wenn er erstmal die Urkunde haben würde (falls er nicht erneut durchfliegen würde, aber man weiß ja, dass Kandidaten oft beim zweiten Mal durchgewunken werden), denke ich, wäre es schwierig, dagegen vorzugehen.

Relaxometrie
26.07.2025, 10:36
Aber er hat die Aufforderung von der LÄK bekommen, sich von mir die Unterschrift zu holen, obwohl ich im Vorfeld telefonisch mit dem LÄK-Sachbearbeiter gesprochen hatte, dass ich ihn nicht für fa-reif halte. Aber vermutlich reicht mündlich nicht, sondern muss schwarz auf weiß sein.
Dann schreibe es dem Sachbearbeiter, dann ist es immerhin mal beweissicher niedergelegt, dass Du den Kollegen nicht für FA-reif hälst.
Was sind denn seine Defizite?

Wer hat ihn eigentlich schonmal für FA-reif erklärt? Der gefeuerte Chef an dem Krankenhaus, an dem Du jetzt arbeitest? Oder hat der Kollege, um den es jetzt geht, erst nach vergeigter FA-Prüfung zu Euch gewechselt?

rafiki
26.07.2025, 13:51
Was sind denn seine Defizite?


Er kann einfachste Dinge nicht: Blutabnehmen, EKG lesen, vernünftige Pat.gespräche führen, Diagnosen und DD korrekt stellen, (Psycho)Pharmaka handhaben, psychopathologischen Befund stellen, Krisenintervention - nichts!
Er ruft den Hintergrunddienst an, wenn er eine Paracetamol verordnen will. Und er kann Anweisungen nicht umsetzen. Von Psychotherapie natürlich ganz zu schweigen. Es ist erschütternd. Maximal einsetzbar für somatische Aufnahmegespräche bei Pat., die körperlich nichts haben (also noch nichtmal Famulantenniveau). Und dafür und Pat. vorzustellen, ist er unendlich langsam. Grauenvoll. Und natürlich habe ich sowohl der Klinikleitung also auch der LÄK meine Zweifel an seiner Approbation kundgetan.



Oder hat der Kollege, um den es jetzt geht, erst nach vergeigter FA-Prüfung zu Euch gewechselt?

So ist es.

Bender B. Rodriguez
26.07.2025, 14:50
Da sieht man mal wieder wie sehr den Klinikleitungen an der Versorgungsqualität gelegen ist.

Welche Position hast du? LOÄ? Chefvertretung? Und er soll dich dann vertreten? Du hast dir dein großzügiges Schmerzensgeld wirklich verdient.

rafiki
26.07.2025, 19:02
Noch LOÄ. Und einzige Fachärztin für das Gebiet der Klinik (Psychosomatische Akutmedizin und Rehabilitationsmedizin, immerhin 200 Betten/Plätze). Mein Chef ist also nicht vom Fach, er kann mich also fachspezifisch nicht vertreten.

Das geschilderte Problem wird vermutlich zunehmen, auch in anderen Fächern. Allerdings ist die Psychomedizin besonders anfällig dafür.

Relaxometrie
26.07.2025, 19:38
Das geschilderte Problem wird vermutlich zunehmen, auch in anderen Fächern. Allerdings ist die Psychomedizin besonders anfällig dafür.
Das glaube ich beides auch.
Es gibt zwar in jedem Fachgebiet auch fachlich guten, ehrgeizigen und leistungsbereiten Nachwuchs. Aber ich glaube, die können den Wahnsinn auch nicht aufhalten.

Warum wurde der Chefarzt bei Euch denn gegangen?

rafiki
27.07.2025, 05:08
Warum wurde der Chefarzt bei Euch denn gegangen?

Schwere anhaltende Mitarbeiter- und Pat.schädigungen, und bevor das endlich an die Öffentlichkeit gegangen wäre, hat man in letzter Sekunde reagiert.

anignu
27.07.2025, 12:04
Ok, dann mal andersrum:

Wir sind uns einig, der Kollege kann nix. Passt, kann man ja mal so stehen lassen. Und dann kommen jetzt deine Fantasien, dass der Urkundenfälschung betreiben wird und du quasi prophylaktisch im Vorfeld einer Straftat (für die du welche Anhaltpunkte hast?) die noch zu planen wäre gleich schon mal reagieren willst? Also Reaktion auf eine Fantasie? Müsste man das dann nicht Aktion nennen? Dieses prophylaktisches Anschwärzen...

davo
27.07.2025, 12:56
Die eigentliche Antwort hat ja schon Relaxometrie gegeben:


Wer drängt Dich denn? Ist doch ganz einfach: nicht unterschreiben, wenn Du nicht hinter dem Schreiben stehst.
Oder ein freundlich formuliertes Gegenstück schreiben, nach dem Motto "Ich sehe bzgl. (Situationen, Behandlungsanlässe, theoretische Kenntnisse beschreiben) die Notwendigkeit, dass sich Herr xyz noch weiter fortbildet, bevor die Facharztreife bescheinigt werden kann."

Ich finde die Fälschungsphantasien auch etwas übertrieben. Separat an die LÄK zu schreiben, wirkt IMHO seltsam und könnte für böses Blut sorgen. Die sinnvollere und transparente Variante: Wenn du dem Kandidaten das (negative) Schreiben gibst, steht in diesem, dass eine Kopie an die LÄK ergeht, und die sendest du dann auch zeitgleich dorthin. Problem solved.



Nein, er hat keine andere Möglichkeit, eine legale Unterschrift zu bekommen.
Aber er hat die Aufforderung von der LÄK bekommen, sich von mir die Unterschrift zu holen, obwohl ich im Vorfeld telefonisch mit dem LÄK-Sachbearbeiter gesprochen hatte, dass ich ihn nicht für fa-reif halte. Aber vermutlich reicht mündlich nicht, sondern muss schwarz auf weiß sein.

Das kann doch bitte ganz schnell mal passieren. Vielleicht hat der Kandidat nicht mal gesagt, wer er ist, und worum es geht. Vielleicht war der Sachbearbeiter, der abgehoben hat, jemand, der mit dem Fall nicht vertraut ist. Vielleicht hat der Sachbearbeiter, selbst wenn es derselbe war, mit dem du telefoniert hast, in diesem Moment nicht parat gehabt, dass er bereits mit dir telefoniert hat. Usw. Aus der Aussage, dass ihm das ein Sachbearbeiter am Telefon gesagt habe (!), würde ich deshalb überhaupt nichts weiter machen.

Und selbst wenn es sich um eine schriftliche Aufforderung seitens der LÄK handeln sollte, die auch tatsächlich existiert: Du musst ja trotzdem nicht unterschreiben. Zur rechtlichen Absicherung Gedächtnisprotokoll anlegen, falls du, warum auch immer, kein negatives Schreiben ausstellen möchtest, ggfs. der LÄK schreiben, warum du die Unterschrift verweigerst (damit dir nicht Arbeitsverweigerung vorgeworfen werden kann), etc.

rafiki
27.07.2025, 18:22
Ok, dann mal andersrum:

Wir sind uns einig, der Kollege kann nix. Passt, kann man ja mal so stehen lassen. Und dann kommen jetzt deine Fantasien, dass der Urkundenfälschung betreiben wird und du quasi prophylaktisch im Vorfeld einer Straftat (für die du welche Anhaltpunkte hast?) die noch zu planen wäre gleich schon mal reagieren willst? Also Reaktion auf eine Fantasie? Müsste man das dann nicht Aktion nennen? Dieses prophylaktisches Anschwärzen...



Wenn du es für dich so braucht, darfst du das selbstverständlich so sehen!

Ich habe bereits zu viel erlebt im Medizinsystem, als das ich so naiv wäre, mir sehr ungute Machenschaften nicht vorstellen zu können, einschließlich des gefeuerten CA, wofür ich gesorgt habe.
Und wenn du meine Beiträge richtig gelesen hättest, wüsstest du auch, weshalb ich erwäge, dies zu tun.

@davo: ich weiss, du liebst viele Worte, die wären hier aber gar nicht nötig gewesen - dem Sachbearbeiter, der derselbe war, mache ich keinen Vorwurf.;-)

davo
27.07.2025, 19:03
Freut mich, dass ich dir weiterhelfen konnte - nichts zu danken! ;-)

rafiki
31.07.2025, 21:04
Hier ein kleines Update:
Dem Kollegen habe ich mitgeteilt, dass ich ihn für nicht facharztreif halte (dass ich eine Approbation für unwahrscheinlich halte, behalte ich natürlich für mich) und sie deshalb nicht bestätigen werde (das ist übrigens das Entscheidende, wie ich in Erfahrung gebracht habe: Man kann alle Bescheinigungen und Zeiten beisammen haben, wenn keine FA-Reife bescheinigt wird, erfolgt keine Prüfungszulassung. So hat das ja früher auch funktioniert, als es noch keine FA-Prüfungen gab). Außerdem trat mal wieder eine fachliches Fehlverhalten auf, das ich anmerkte und um Unterlassung dieses Tuns bat.
Daraufhin folgte eine Beschwerde über mich beim Betriebsrat.

Nun, es scheint nicht ganz unproblematisch zu sein, als Frau einem deutlich älteren Mann aus dem mittelöstlichen Kulturkreis als Vorgesetzte deutliche Worte zu sagen. Solange man nett beim Kaffeekränzchen sitzt und "mitspielt" ist alles in Ordnung, aber wehe, wenn nicht....

Bender B. Rodriguez
01.08.2025, 04:52
Worüber hat er sich konkret beim BR beschwert?

Rassismus oder Altersdiskriminierung doch hoffentlich nicht?