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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MTR oder MTL- Ausbildung vor Studium?



medizinstudiumincoming
08.08.2025, 15:51
Hallo zusammen,

ich habe mich mittlerweile dazu "durchringen" können, eine 3-jährige Ausbildung vor dem Studium zu absolvieren.

Nun zu meiner Frage: Was mir an der MTR-Ausbildung gefällt, ist der Patientenkontakt und dass man in einer Klinik ist (die Kombi aus den beiden Sachen ist der Grund, weshalb ich das Ganze mache). Wie physiklastig (vlt nach Gefühl in Prozent angegeben) ist die Ausbildung? Wie viel Prozent sind Technik, Physik, Mathe und wie viel biologische und medizinische (vor allen Dingen) Inhalte? Allerdings war ich in der Schule in Physik und Mathe sehr schlecht, sodass ich befürchte, bei dem Stoff nicht mitzukommen oder dass auch das Interesse fehlen wird. Eine Bekannte meinte allerdings mal, dass die MTR-Ausbildung besser geeignet sei als die MTL-Ausbildung und man verschiedene Krankheitsbilder lerne (das ist auch das, was mich reizt und mir beim Durchgehen des Lehrplans so gefallen hat).

Bei der MTL-Ausbildung könnte man ja meinen, dass es inhaltlich dem Medizinstudium wegen des biologischen und chemischen Fokus näher steht. Allerdings geht es schon echt tief in die Analytik rein. An die, die es schon absolviert haben: Wie viel überschneidet sich letztendlich mit den Inhalten im Studium? Eine andere Sache, die dazukommt, ist, dass ich mit einigen Diagnostiken (bspw. Gentechnik i.S.v. Genmanipulation - Molekularbiologie und Gentechnik sind ein großer Block in der Schule) Probleme habe und Sorge habe, dass sie möglicherweise nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch durchgeführt werden. Natürlich finde ich es auch schade, dass man keinen Patientenkontakt hat.

Auf die MTF-Ausbildung bin ich auch noch gestoßen, die allerdings in meinem Bundesland garnicht angeboten wird und mir weniger tief erscheint als die anderen beiden Ausbildungen.

Wie seht ihr das? Danke euch!

hmp24
23.12.2025, 12:40
Ich habe meine MTLA Ausbildung 2012 beendet. Letztendlich konnte man sich bis auf klinische Chemie nichts anrechnen lassen. Thematisch hatte man aber Hämatologie, Histologie und klinische Chemie und teilweise Mikrobiologie schonmal lernen müssen. Gerade bei Histo war das praktisch.

In wieweit hast du Bedenken wegen Gentechnik? Wir haben damals PCR, FISH, ELISA gemacht und einen Gentest auf Laktoseintoleranz an uns selbst. Es ist jetzt nicht so, dass man sowas macht wie klonen oder so. Zellkultur war aber auch damals Thema, da aber eher das handling unter der Werkbank etc.

nonametoo
11.02.2026, 19:59
Die meisten medizinischen Schulen bieten eine Tag der offenen Tür, an dem man sich informieren kann. Der MTA Aktionstag ist meist nur einmal jährlich im November. Ich habe mal Unterricht für MTA-R gegeben, aber natürlich ärztlicherseits nur zu medizinischen Themen (Onkologie). Auf jeden Fall haben sie auch Medizinphysik und Gerätekunde. Technisches Verständnis sollte vorhanden sein. Dass reine Mathematik unterrichtet wird, kann ich mir eher nicht vorstellen, wobei jede Schule ihre Schwerpunkte setzen wird. Ich hatte jedenfalls nicht den Eindruck, dass in der Klasse übermäßig physikalisch/mathematisch talentierte Menschen saßen. Wenn du später in die Richtung Radiologie/Strahlentherapie oder Nuklearmedizin möchtest, ist das sicher die beste Wahl. Wenn es eher in Richtung Kardiologie, Innere Medizin, Algenmedizin gehen soll, dann ist MTA-F aber nützlicher- auch wenn du dafür in ein anderes Bundesland musst.

Locutus001
03.03.2026, 16:22
1. Warum machst Du das vor dem Studium?
Ich nehme an weil Du erst später einen Studienplatz bekommst?
Ansonsten --> direkt ab ins Studium

2. Warum findest Du es schade, dass es bei MTLA keinen Patientenkontakt gibt?
Ich würde das als Pluspunkt werten ;-)

Vor dem Medizinstudium heißt, Du weißt die spätere Fachrichtung eigentlich auch noch nicht...

Für die Nicht-Chirurgie-Fächer ist sicherlich Laborwissen, sprich MTLA interessant.
Dann weiß man auch später, wenn man in der Praxis oder Klinik sitzt, was da eigentlich so los ist im Labor.
Zumal Du später einen Facharzt für Laboratoriumsmedizin und/oder Mikrobiologie machen kannst.

Wofür MTR wirklich gut sein soll vor dem Hintergrund, dass Du es als Ausbildung vor dem Studium vor dem Facharzt... machen willst... kann ich nicht erkennen.

"Eine Bekannte meinte allerdings mal, dass die MTR-Ausbildung besser geeignet sei als die MTL-Ausbildung und man verschiedene Krankheitsbilder lerne (das ist auch das, was mich reizt und mir beim Durchgehen des Lehrplans so gefallen hat)."

Du darfst Dich während des Studiums netterweise mit den ganzen Krankheitsbildern auch noch auseinandersetzen... und in der Facharztweiterbildung ;-)
In Deiner Freizeit sicherlich auch... und als MTLA darf man das auch...

Bitte korrigiert mich gerne. Aber MTR ist doch vor allem im Bereich der Bildgebung beschäftigt?

Also wenn Du Deine Zukunft schon in der Radiologie siehst... ansonsten ist meiner Meinung nach die breitere Aufstellung bei der MTLA durch die Laborwerte.
In fast allen Fächern spielen die Laborergebnisse eine zentrale oder zumindest relevante Rolle.
Und auch die Technik dahinter und mögliche Fehlerquellen sind unter Umständen relevant.
Bildgebung in einigen Fächern... und die Technik dahinter... hm... "Präanalytik" oder "Heidelberger-Kurven-Effekt" gibt es da glaube ich so nicht.

Aber hey, ich bin als Laborarzt da auch voreingenommen.

Viel Erfolg und alles Gute!