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Praia-do-Forte
20.11.2025, 08:02
Hallo liebe Kollegen,

ich bin seit 2 Jahren in einem MVZ als FÄ für Allgemeinmed. angestellt. Unser Träger ist eine Krankenhausgesellschaft, weswegen wir zumindest an einen Tarif angelehnt sind.
Ich bin zwischenzeitlich zum Ärztlichen Leiter "aufgestiegen" da mein Vorgänger in den Ruhestand gegangen ist.
Das sollte Veränderungen am Gehalt nach sich ziehen, was natürlich :-dance nicht automatisch geschieht.

Ohne Gesamt- Gehaltszahlen zu debattieren, was haltet ihr für angemessen bzgl. der Anpassung des Gehalts? In Prozent oder als Festbetrag?

Mit mir (oder unter) arbeiten 1 FA, 1 Drittstaatler, 1 PA und natürlich die MfAs...

Danke für eure Ideen!

LG. Praia

Qwert1133
20.11.2025, 09:03
Wie bist du denn gerade eingruppiert? FA oder OA?

Praia-do-Forte
20.11.2025, 09:14
Das müsste OA sein ....

hebdo
20.11.2025, 16:05
Das Gehaltsniveau eines MVZ-Leiters hängt meist vom Praxisumsatz ab. Ich habe nur Zahlen für Fachinternisten. Da liegt der Einstieg bei etwa 200.000 (Umsatz etwa 800.000-1.000.000).

Man kann auch einen variablen Anteil, Wochenstunden, Urlaub, Fortbildungen, Dienstwagen usw. in die Verhandlung einbringen und sich ein angenehmes Individualpaket schnüren.

Praia-do-Forte
21.11.2025, 07:23
Puh, ich find das sehr komplex :-oopss
Die Umsätze sind auf jeden Fall mit uns als Grundversorger nicht zu vergleichen....

Aber es ist sicher ein guter Punkt noch mit anderen Vorteilen zu verhandeln, wenn das mit dem Gehalt zäh wird.
Danke für die Idee!

hebdo
22.11.2025, 20:31
Als MVZ-Leitung solltest du ja die Zahlen kennen. Wichtig ist es, die Verhandlung aktiv zu gestalten und selbst Argumente zu liefern.

Ich setze mich 35 Stunden pro Woche auf diesen Stuhl und ihr dürft an die Tür MVZ-Leitung schreiben, ist für so einen Durchschnitts-BWLer nicht so verlockend. Die haben meist selbst keine Ahnung. Also schon selbst mit einer Strategie und Zielen für das MVZ kommen.

Praia-do-Forte
24.11.2025, 05:31
Ja, das ist natürlich klar dass die anderen sich hauptsächlich für Zahlen interessieren :-oopss

milz
24.11.2025, 14:08
Das Gehaltsniveau eines MVZ-Leiters hängt meist vom Praxisumsatz ab. Ich habe nur Zahlen für Fachinternisten. Da liegt der Einstieg bei etwa 200.000 (Umsatz etwa 800.000-1.000.000).

Man kann auch einen variablen Anteil, Wochenstunden, Urlaub, Fortbildungen, Dienstwagen usw. in die Verhandlung einbringen und sich ein angenehmes Individualpaket schnüren.

Kann es evtl. sein, dass die CA-Gehälter immer miserabler werden oder ist das die gängige Preislage?
Bei einer Inflation von ca. 20% über die letzten 5 Jahre.

rafiki
25.11.2025, 06:27
Kann es evtl. sein, dass die CA-Gehälter immer miserabler werden oder ist das die gängige Preislage?
Bei einer Inflation von ca. 20% über die letzten 5 Jahre.

Ein MVZ-Leiter ist zwar kein CA, aber es stimmt: die CA-Gehälter stagnieren sehr. Ich müsste Einbußen hinnehmen, falls ich den Schritt wage, evtl. ausgleichbar durch Privatliquidation.

Kackbratze
26.11.2025, 13:49
Die Privatliquidation wird mit Freuden herausgekürzt aktuell. Ich würde meinen Hintern für das was geboten wird auch nicht mehr aus dem Fenster hängen.

Frisko
09.03.2026, 07:25
Moin, ich hole das Thema mal nach oben, weil ich jetzt in einer ähnlichen Situation bin und "gezwungenermaßen" befördert werden soll.

Hat sich da bei dir was ergeben? Gerne auch Antwort als PM.

Wir sind ein kommunales MVZ, haben, glaube ich 3,5 Sitze für Allgemeinmedizin, einen für Neurologie und haben einen für Psychiatrie gekauft, der aber noch nicht besetzt ist...

Viele Grüße!

Rudiologe
10.03.2026, 07:56
Lässt sich so pauschal nicht beantworten, aber nach meine Erfahrung als angestellter Facharzt in einem MVZ würde ich in deiner Situation wahrscheinlich bei Vollzeit sowas fordern wie 140-180k/Jahr. Alles unter 140k fände ich unangemessen, trotzdem gibt es vermutlich auch MVZs, die das nicht zahlen. Bei uns wäre der obere Bereich davon ein utopisches Gehalt, unser Leiter lässt sich aber auch offenbar mit sehr wenig Geld abspeisen, was sich negativ auf den Rest des MVZs auswirkt.

Parotis
31.03.2026, 11:18
Ich arbeite in einem MVZ als stellvertretender ärztlicher Leiter und bekomme pro Jahr genau 200k. Als Leiter dürfte es bei uns noch ein Stück mehr sein. Wie viel mehr weiß ich nicht.

Rudiologe
31.03.2026, 11:37
Ich arbeite in einem MVZ als stellvertretender ärztlicher Leiter und bekomme pro Jahr genau 200k. Als Leiter dürfte es bei uns noch ein Stück mehr sein. Wie viel mehr weiß ich nicht.

Welche Fachrichtung denn? Für Allgemeinmedizin fände ich das extrem gut bezahlt.

Rudiologe
31.03.2026, 11:39
Ich arbeite in einem MVZ als stellvertretender ärztlicher Leiter und bekomme pro Jahr genau 200k. Als Leiter dürfte es bei uns noch ein Stück mehr sein. Wie viel mehr weiß ich nicht.

Du machst Patho, oder? Glaube nicht, dass das in der Allgemeinmedizin drin wäre für den TE.

*sorry für den Doppelpost, hatte dann selbst recherchiert

Syntax1
02.04.2026, 12:13
Ich bin Nephrologe und verhandle gerade über die ärztliche Leitung eines Dialysezentrums (~80 Patienten). Die Angebote liegen bei ca. 200.000 € plus Benefits, aktuell verdiene ich 130.000 € als angestellter Facharzt. Ich bin motiviert und arbeite gerne viel – grundsätzlich reizt mich die Position.
Meine Sorge: Der Nephrologiemangel ist real und wird schlimmer. Viele Kollegen gehen in Rente, Nachwuchs mit echter Bereitschaft zu Diensten und Schichten ist kaum zu finden. Gleichzeitig versucht der Konzern, Kosten beim ärztlichen Personal zu senken. Ich fürchte, als ärztlicher Leiter am Ende faktisch alles alleine abzudecken – ohne Handhabe, daran etwas zu ändern.
Was sind eure Erfahrungen? Wie realistisch ist diese Sorge, und wie schätzt ihr das Verhältnis von Verantwortung und Gestaltungsspielraum in solchen Positionen ein?

Danteman123
17.04.2026, 10:15
Und wie ist es ausgegangen? Würde mich mal interessieren….

hebdo
17.04.2026, 12:11
Ich bin Nephrologe und verhandle gerade über die ärztliche Leitung eines Dialysezentrums (~80 Patienten). Die Angebote liegen bei ca. 200.000 € plus Benefits, aktuell verdiene ich 130.000 € als angestellter Facharzt. Ich bin motiviert und arbeite gerne viel – grundsätzlich reizt mich die Position.
Meine Sorge: Der Nephrologiemangel ist real und wird schlimmer. Viele Kollegen gehen in Rente, Nachwuchs mit echter Bereitschaft zu Diensten und Schichten ist kaum zu finden. Gleichzeitig versucht der Konzern, Kosten beim ärztlichen Personal zu senken. Ich fürchte, als ärztlicher Leiter am Ende faktisch alles alleine abzudecken – ohne Handhabe, daran etwas zu ändern.
Was sind eure Erfahrungen? Wie realistisch ist diese Sorge, und wie schätzt ihr das Verhältnis von Verantwortung und Gestaltungsspielraum in solchen Positionen ein?


Ich bin Nephrologe und verhandle gerade über die ärztliche Leitung eines Dialysezentrums (~80 Patienten). Die Angebote liegen bei ca. 200.000 € plus Benefits, aktuell verdiene ich 130.000 € als angestellter Facharzt. Ich bin motiviert und arbeite gerne viel – grundsätzlich reizt mich die Position.
Meine Sorge: Der Nephrologiemangel ist real und wird schlimmer. Viele Kollegen gehen in Rente, Nachwuchs mit echter Bereitschaft zu Diensten und Schichten ist kaum zu finden. Gleichzeitig versucht der Konzern, Kosten beim ärztlichen Personal zu senken. Ich fürchte, als ärztlicher Leiter am Ende faktisch alles alleine abzudecken – ohne Handhabe, daran etwas zu ändern.
Was sind eure Erfahrungen? Wie realistisch ist diese Sorge, und wie schätzt ihr das Verhältnis von Verantwortung und Gestaltungsspielraum in solchen Positionen ein?

Ich möchte gleich betonen, dass ich dir nicht von der Stelle abraten würde. Aber deine Einschätzung ist total realistisch.

Ich hatte die Leitung einer kleineren nephrologischen "Konzern"-Praxis und kann alles bestätigen. Alle Leitungspositionen, auch im Krankenhaus, haben einen massiven wirtschaftlichen Druck bei minimalem Handlungsspielraum. Ärzte haben nur in medizinischen Bereich Weisungsbefugnis. Alles andere liegt in kaufmännischer Hand: Personal, Einkauf, Organisation ...
Und das ist der eigentliche Unterschied zu einer Partnerschaft in einem inhabergeführtem Nierenzentrum. Da gibt es natürlich andere Fallstricke. Da kenne ich auch extrem negative aber eben viele positive Beispiele.

Viel gravierender als der Arztmangel ist der Mangel an Assistenzpersonal in der Ambulanz und Dialyse. Das ist für viele ein Genickbruch, weil alles mit den Dialysezahlen steht und fällt.

Syntax1
19.04.2026, 19:15
Ich habe den Job angenommen – das All-in-Angebot liegt bei circa 200K. Mal schauen, wie sich das entwickelt; was Hebdo sagt, scheint ja realistisch zu sein. Mal sehen, ob ich für diese Leitungsposition geeignet bin und wie sich das im Verhältnis zum übrigen Stress auswirkt. Am Ende kommt man als Angestellter ja auch wieder schnell raus – man verpflichtet sich nicht auf Lebenszeit. Als Inhaber wäre es natürlich besser. Diese Positionen sind allerdings selten, und das Risiko ist groß, dass man sich mit den Kollegen zerstreitet – davon gibt es ja genug Fälle. Außerdem ist die Vergütung extrem von den Dialyseleistungen abhängig, und dabei sind wir alle mit hohen Overheadkosten auf ein klammes Gesundheitssystem angewiesen, das keinerlei Interesse daran hat, den niedergelassenen Nephrologen mehr Geld zuzuschustern. Die Gründer, die um 2018 verkauft haben, sind wahrscheinlich am besten dabei weggekommen. Leider bin ich einer anderen Generation, für die die fetten Jahre vorbei sind.

Frisko
21.04.2026, 07:38
Also, um den Schlenker nochmal zur Allgemeinmedizin zu machen:

Ich verdiene momentan angelehnt an TV Kommunal letzte Stufe Facharztgehalt und das Angebot ist jetzt 800 Euro brutto mehr im Monat. Wäre dann so bei 115 - 120 k im Jahr, wobei ich dann eigentlich überlege die Stunden zu reduzieren und 4-Tage Woche zu machen.

Es schlaucht komplett anders als die Klinik und nicht unbedingt besser.