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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fall 08/2004



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Pünktchen
10.05.2004, 10:09
Eine Frage an die Kliniker....so ne Kapselendoskopie ist recht teuer....kann man die an jedem Krankenhaus machen? Ist das gerechtfertigt?

Ich dächte mich zu erinnern, daß man ne Angio/Arteriographie macht, da man da eine genaue Lokalisation hat und auch gleich durch Embolisation therapieren kann. Also nach Endoskopie möglichkeiten versteht sich und auch meist nur bei UGI-Blutungen.

hiddl
10.05.2004, 12:52
Meckel-Divertikel??
Oder hab ich da in meinem neurologischen Gehirn was verwechselt? Mir war so, als wäre das eine häufige Blutungsquelle bei Jugendlichen (so von wegen Magenschleimhaut und Säureproduktion und so) :-???
Gruß, Ute

FataMorgana
10.05.2004, 17:27
Original geschrieben von Pünktchen
Eine Frage an die Kliniker....so ne Kapselendoskopie ist recht teuer....kann man die an jedem Krankenhaus machen? Ist das gerechtfertigt?

Bisher gibt es die Kapselendoskopie längst nicht überall (z. B. auch in unserer Klinik nicht, obwohl wir gastroenterologisch spezialisiert sind).

Es gibt aber neuere Studien, die zeigen, dass die Kapselendoskopie z. B. die Blutungsquelle bei GI-Blutungen mit hoher Sensitivität und Spezifität identifizieren können, wenn ÖGD und Coloskopie unauffällig waren. Insofern wäre der Aufwand evtl. schon zu rechtfertigen, zumal eine Szintigraphie bzw. Angiographie sicher auch nicht ganz billig und die letztere auch relativ invasiv ist.


Ich dächte mich zu erinnern, daß man ne Angio/Arteriographie macht, da man da eine genaue Lokalisation hat und auch gleich durch Embolisation therapieren kann.

Manchmal ist ja auch eine andere Therapie als die Embolisation nötig, z. B. Laparotomie. Insofern kann eine Kapselendoskopie schon sehr sinnvoll sein. Außerdem muss die Blutungsrate relativ hoch sein (ca. 0.5-1 ml / min), damit man die Blutungsquelle mit der Angiographie überhaupt lokalisieren kann. Die Szintigraphie kann auch geringere Blutungen identifizieren (ca. 0.1 ml/min). Mit der Kapselendoskopie kann man hingegen evtl. auch eine bereits zum Stillstand gekommene Blutungsquelle finden.


Original geschrieben von hiddl
Meckel-Divertikel??
Oder hab ich da in meinem neurologischen Gehirn was verwechselt? Mir war so, als wäre das eine häufige Blutungsquelle bei Jugendlichen (so von wegen Magenschleimhaut und Säureproduktion und so)

Vollkommen richtig, das wäre noch eine gute Differentialdiagnose. Häufig ist es insgesamt gesehen nicht, denn die allermeisten GI-Blutungen sind obere GI-Blutungen, und von den unteren sind auch bei jungen Menschen Hämorrhoiden-Blutungen am häufigsten (über 60%). Doch die ist ja in diesem Fall schon ausgeschlossen. Was allerdings gegen ein Meckel-Divertikel als Ursache spricht: Bei der Coloskopie wurde kein Blutaustritt aus der Bauhinschen Klappe beschrieben. Dies würde man bei einer so starken Blutung aus einem Meckel-Divertikel schon erwarten, da dieses ja fast immer in den letzten 100 cm des Ileums liegt. Häufig geht man ja auch bei der Coloskopie auch noch ein Stück ein das Ileum hinein (Ileocoloskopie).