Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bush bleibt.



Seiten : 1 [2] 3 4

cadoras
04.11.2004, 14:04
Mir ist es irgendwie auch ein Rätsel, warum Bush wiedergewählt wurde. Aber das zeigt mal wieder die Schwächen des demokratischen Systems. Wenn manche Wähler sich wirklich mit Politik auskennen sollten, sind sie durch den monatelangen Wahlkampf so verwirrt, dass sie keine Ahnung haben, wenn sie wählen sollen. Am Ende ist es reine Glückssache wer gewinnt - Denn dass Bush eine überzeugende Politik führte, kann man ja nicht behaupten. Und Fahrenheit 9/11 war ja auch in Amerika ein riesiger Erfolg.
Naja, im Endeffekt isses eigentlich auch Wurscht, denn auch als "mächtigster Mann der Welt" sind einem meist die Hände gebunden, und ich glaube kaum, dass der ganze Mist auf Bush jr. allein gewachsen ist - mal abgesehen davon, dass er dazu mental gar nicht in der Lage wäre...

Die Niere
04.11.2004, 14:55
Natürlich ist der ganze Mist nicht nur auf Bush gewachsen, aber durchaus auf seinen Leuten, die hinter ihm stehen. Und genau diese würde es nach einer Abwahl nicht mehr alle geben und eine andere Politik würde gemacht werden - nicht dramatisch anders, aber zumindest würden dramatisch Fehler vermieden.

gruesse, die niere

Evil
04.11.2004, 14:57
Ich mag Bush auch nicht, aber das bewahrt uns Europaeer vor viel Verantwortung und ich kann mir sogar vorstellen, dass einige in Berlin sich durchaus ueber den Ausgang der Wahl freuen werden, weil sie weiterhin saemtliche Probleme mit den USA auf den Amtsinhaber schieben koennen.

Nader haette ich zustimmen koennen, aber der Unterschied zwischen Bush und Kerry ist doch eher marginal, wenn ich Kerry doch fuer den faehigeren Menschen halte. Letztlich steht fuer beide Amerika an erster Stelle und daran wird sich auch nichts aender.
:-dafür

hobbes
05.11.2004, 23:07
Mir ist es irgendwie auch ein Rätsel, warum Bush wiedergewählt wurde. Aber das zeigt mal wieder die Schwächen des demokratischen Systems. Wenn manche Wähler sich wirklich mit Politik auskennen sollten, sind sie durch den monatelangen Wahlkampf so verwirrt, dass sie keine Ahnung haben, wenn sie wählen sollen. Am Ende ist es reine Glückssache wer gewinnt - Denn dass Bush eine überzeugende Politik führte, kann man ja nicht behaupten. Und Fahrenheit 9/11 war ja auch in Amerika ein riesiger Erfolg.


Es ist interessant dass sich die Europäer vereint über die Wiederwahl von Bush entsetzen. Bedenklich ist jedoch die Argumentation hier im Forum, in den Medien, aber auch von führenden Politikern. Der Hauptvorwurf an Bush scheint seine "Dummheit" zu sein. Ich erkenne eine alte primitive Politikwaffe, ungeliebte Gegner als dumm und einfältig hinzustellen um der inhaltlichen Argumentation zu entgehen. Bushs Politik in den letzten vier Jahren entsprach durchaus einer Idee, einer Ideologie und war äusserst konsequent. Ökonomisch sind die USA nach wie vor erfolgreich. Auch ist Bush längst nicht so umstritten, wie dies hingestellt wird. Die Zustimmung zum Irakkrieg war bei Kriegsbeginn über 80% in den USA.

Mich würde Wunder nehmen - nein ich weiss dass es nicht so ist - ob die Wiederwahl Schröders durch das "dumme verwirrte Deutsche Volk" als ähnliche "Katastrophe" in den USA kommentiert wurde.

Damit möchte ich nicht aussagen, dass ich die Politik der Bush-Administration teile; aber ich vermisse eine differenzierte inhaltliche Auseinandersetzung mit der Politik der USA.

He-Man
06.11.2004, 00:42
Okay, messen wir den Mann an seinen Taten:
-Außenpolitik: katastrophale Vorgehensweise im Irak, internationale Isolierung, einerseits Bekämpfung des Terrorismus, andererseits Förderung infolge Radikalisierung antiamerikanischer Tendenzen
-Innenpolitik: schon zu Beginn seiner ersten Amtszeit hatte Bush die Überwindung von Gräben versprochen, hatte er versprochen, entsprechend der Wahlergebnisse Demokraten in sein Kabinett aufzunehmen-->die Realität sah dann so aus, daß er ein Kabinett gebildet hat, bei dessen Anblick der Papst einem wie ein Punk vorkommt
-Wirtschaft, Finanzen: die Amis haben mit den gleichen Problemen der Globalisierung und des Kapitalabflusses zu kämpfen wie wir auch; die Steuerpolitik begünstigt Vermögende und benachteiligt Arbeiter in niedrigen Lohnsektoren, und zwar in einer Weise, wie wir es uns hier in Deutschland nicht vorstellen können
-Ideologie: man, ich krieg gerade die Krätze

"Worüber man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen."

Rugger
06.11.2004, 00:42
Der Hauptvorwurf an Bush scheint seine "Dummheit" zu sein. Ich weiß nicht, ob seine oft geäußerte Abneigung gegen Bücher und differenzierte Beratung tatsächlich wahr oder nicht vielleicht kluge Koketterie zur Verbrüderung mit dem einfachen Volk ist. Genauso wenig bin ich mir nicht sicher, ob er eventuell doch eine Marionette seiner engen Vertrauten (Rove, Cheney, Rice) ist oder doch gar nicht so doof ist - glaube eigentlich nicht, das man ohne eine gewisse Grundintelligenz und / oder Bauernschläue das Ränkespiel bis zur Nominierung zum Kandidaten übersteht.
Wo ich mir aber sicher bin, ist die Tatsache, daß seine neokonservative, unilaterale und rückwärts gerichtete Politik eine massive Dummheit ist!!!
@ Hobbes: warum mußt Du denn eigentlich in jeder deratigen Diskussion einen Bezug zur deutschen Politik und insbesondere Schröder herstellen?

R.

Solara
06.11.2004, 01:34
Mich würde Wunder nehmen - nein ich weiss dass es nicht so ist - ob die Wiederwahl Schröders durch das "dumme verwirrte Deutsche Volk" als ähnliche "Katastrophe" in den USA kommentiert wurde.



In den USA kommentiert ?? Wen interessiert denn dort, was in Europa so abläuft?? Ich bezweifle, dass dort ausser der Regierung jemand großartig an der Politik des Auslandes interessiert ist.

1) Wie soll sich der "normale" Amerikaner denn eine vernünftige Meinung bilden, wenn Sender (z.B. FOX) dermaßen regierungstreu und republikanertreu berichten und kommentieren - leider auch nicht besonders objektiv ...
Nicht jeder hat Bock/Möglichkeit sich intensiv im Internet zu informieren ...das Fernsehen wird schon objektiv berichten ...

2) Religiösität spielt eine immens große Rolle - und da ist nun George W. klar im Vorteil! Mit dem kann sich der einfache Mann einfach identifizieren! Verheiratet, Kinder, (ausser der Zeit als Alkohliker) keine Skandale, und der "große" Glaube an Gott & die Kirche (mit samt sämtlicher konservativen Werte)!

3) 9/11, Irak und Herr bin Laden
Solange er immer noch glaubhaft versichern und verängstigen kann, mit seiner Behauptung das 9/11 und der Irak (und Saddam) zusammenhängen, hält der Großteil seiner Wähler diesen Krieg für richtig und "gut" ... und die Bilder, die der Zuschauer geliefert bekommt - das hatten wir ja oben schon!
Osama hat sein Video ja terminlich perfekt veröffentlicht, damit konnten wieder Ängste geschürt werden -> Bush sei der einzige, der Amerika vor dem Terror bewahren kann!!

Und: Kerry hatte viiiiiiiiiiieeeeeeeeellll zu wenig Ausstrahlung - mal schauen, wen die Demokraten 08 aufstellen (Hillary C. ?)

Hoffentlich greift der amtierende Präsident nicht noch ein paar "böse" Länder an - die Situation ist mir momentan schon instabil genug!!

Lg,
Solara

Rugger
06.11.2004, 11:00
Und: Kerry hatte viiiiiiiiiiieeeeeeeeellll zu wenig Ausstrahlung [...]Kerry hat vor allem dummerweise viel zu sehr die Annäherung an Busch gesucht (wer erinnert sich zB. nicht an die Bilder im Jägeroutfit, die sagen wollten: "ich bin auch ein ganzer Kerl"...). Das haben ihm die Wähler (zurecht!) einfach nicht abgenommen; da ist Kerry leider ein Opfer seiner Wahlkampfstrategen geworden. Im Populismus war Bush einfach nicht zu schlagen, Kerry hätte im Wahlkampf viel mehr die Abgerenzung zu Bush suchen müssen und seine Stärken betonen müssen. Was ist denn zB. Beispiel dabei, auch mal seine Meinung zu ändern und entgegen seiner ursprünglichen Einstellung abszustimmen?! Diese ganze "Flip- Flop"- Geschichte hätte nicht sein müssen!

R.

Rugger
06.11.2004, 11:09
Ach ja, und was das angeht:
[...] mal schauen, wen die Demokraten 08 aufstellen (Hillary C. ?)Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!!! Dieses Land ist noch weniger bereit für einen weiblichen (Hillary) oder gar schwarzen Kandidaten (Obama) als vor vier Jahren. Leider habe ich leider auch den Eindruck, das die Demokraten jetzt erneut in eine Art Duldungsstarre verfallen (sind ja alles Patrioten...) und in vier Jahren erneut einen Kandidaten aufstellen, der versucht, die Neocons auf ihrem eigenen Gebiet zu schlagen. Der Mut, einen Kandidaten aufzustellen, der den Job nicht nur ein wenig anders macht, sondern eine echte Alternative darstellt, scheint ihnen zu fehlen, leider!

R.

Die Niere
06.11.2004, 11:19
Kerry hat vor allem dummerweise viel zu sehr die Annäherung an Busch gesucht (wer erinnert sich zB. nicht an die Bilder im Jägeroutfit, die sagen wollten: "ich bin auch ein ganzer Kerl"...). Das haben ihm die Wähler (zurecht!) einfach nicht abgenommen.Hatte er denn in einem Land, in dem die Angst vor Terror geschürt wird und jedem klargemacht wird, dass ein Präsident ohne "Durchsetzungkraft" (positiv formuliert) für das heutige USA der Weg in die Hölle ist, jemals eine Chance seine anderen Fähigkeiten als Joker auszuspielen?

Ich denke nicht!

In allen Fragen ausser Sicherheitspolitik (man stelle sich vor, die nennen es trotz zweier Angriffkriege noch immer Sicherheitspolitik tststs) hatte Kerry die Nase vorn...und es hat ihm nichts gebracht. Den Amerikaner wurde zu lange eingebläut, dass die Frag der Sicherheit in ihrem Land die entscheidende für ihr weiteres Leben ist. Warum sie das geglaubt haben, ist mir schleierhaft. ist die Angst vor Terror wirklich grösser als die Angst davor, kein Geld, keinen Job und keine Krankenversicherung zu haben???

@Hobbes: Ich denke die anfängliche platte Argumentation beruht einfach auf dem Umstand, dass dieses Thema uns Forenteilnehmer zu wenig spaltet - wir sind uns ja nun wirklich fast alle einig. Und gerade in diesen Konstellationen kommen selten differenzierte Kommentare, weil es ja "eigentlich" nichts zum "diskutieren" gibt. Aber welcher Politiker hat Bush denn als dumm dargestellt?

gruesse, die niere

questionmark
06.11.2004, 11:44
ist die Angst vor Terror wirklich grösser als die Angst davor, kein Geld, keinen Job und keine Krankenversicherung zu haben???
gruesse, die niere

Ich habe dazu mal gelesen, dass die Amerikaner wirklich ein anderes Sicherheitsverständnis haben als die Deutschen. Sie fühlen sich sicher, wenn sie eine gut ausgebildete Armee haben, die sie verteidigen kann, während die Deutschen sich sicher fühlen, wenn das soziale Netz ausgebaut ist. Ich persönlich kann es nun nicht wirklich nachvollziehen, dass man eine Armee haben muß, um sich sicher zu fühlen, denn wir leben nicht mehr im Kalten Krieg und eigentlich hatte ich angenommen, dass Angriffskriege nicht mehr "einfach so" geführt werden. Aber ich denke, dass es auf die verschiedenen Mentalitäten der Amerikaner und der Deutschen zurückzuführen ist. Bei denen ist doch auch die Mittelschicht nicht so starr wie in Deutschland, sondern es ist dort viel leichter möglich "sozial" aufzusteigen. Da ist auch die Erwartung an den Staat, das der etwas in der Beziehung Sozialstaat für den einzelnen Bürger tut, niedriger als in Deutschland.

Rugger
06.11.2004, 12:28
Aber ich denke, dass es auf die verschiedenen Mentalitäten der Amerikaner und der Deutschen zurückzuführen ist. Bei denen ist doch auch die Mittelschicht nicht so starr wie in Deutschland, sondern es ist dort viel leichter möglich "sozial" aufzusteigen. Da ist auch die Erwartung an den Staat, das der etwas in der Beziehung Sozialstaat für den einzelnen Bürger tut, niedriger als in Deutschland.Der Traum vom "Tellerwäscher zum Millionär" ist erwiesener maßen ausgeträumt! Das mag in einzelnen Fällen zwar hin- und wieder noch passieren, aber eigentlich ist es vielmehr so, daß die Diskrepanz zwischen den wenigen Superreichen und denjenigen vielen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, immer größer wird. Der American Dream ist nur noch ein Mythos.

R.

zaffaro
06.11.2004, 14:43
apropos demokratie in den USA...

es wird nirgendwo erwähnt dass die USA ein demokratisches land sind - wohl eine präsidiale republik. aber mehr auch nicht...
nachzulesen in jeder verfassung :-lesen

Evil
06.11.2004, 14:54
Aussenpolitisch hat Bush die USA ziemlich isoliert, diplomatisches Verhandlungsgeschick kann man ihm nun wirklich nicht nachsagen, ausserdem halte ich es fuer taktisch falsch, die muslimische Welt mehr oder weniger ueber einen Kamm zu scheren, anstatt den Dialog mit den gemaessigten zu suchen. Der Irak-Krieg schuert doch bloss den Antiamerikanismus.

Innenpolitisch hat Bush es geschafft, durch den Krieg ein Rekorddefizit in den Haushalt zu reissen (zur Erinnerung: gegen Ende von Clintons Amtszeit war der Haushalt meines Wissens ausgeglichen), und die neokonservative Revolution, in dessen Rahmen z.B. der oberste Gerichtshof mit ziemlich rechtslastigen Richtern besetzt wird ( http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,326510,00.html ), ist fuer mich auch kein gutes Zeichen.

Interessant finde ich allerdings, dass die meisten US-Studenten, die ich hier in Irland treffe, eindeutig gegen Bush sind (muss was mit dem erweiterten Horizont zu tun haben :-D ).

@ Hobbes
Die Wiederwahl von Schroeder war eine Katastrophe, noch viel schlimmer ist allerdings, was die Union und die Liberalen zu bieten haben...

"Unter Blinden ist der Einaeugige Koenig"

:-( :-( :-(

Evil
06.11.2004, 15:57
Das hier is noch besser:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,326816,00.html

:-D :-D :-D :-D

luckyblue
07.11.2004, 00:14
Und wie geil ist das bitte! http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,326686,00.html

questionmark
07.11.2004, 00:27
SEHR GEIL!

PEACEKEEPER
07.11.2004, 05:16
Gebt mal bei Google "miserable failure" ein und schaut mal welche Seite da als erstes kommt :-top

Vystup
07.11.2004, 06:36
http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/3298443.stm

und hier die erklaerung dazu...

Neujahrsrakete
07.11.2004, 09:04
Gibt es eigentlich schon Zahlen über die Absolutzahl der Stimmen, die Bush und Kerry jeweils bekommen haben?
Bei der Wahl von 2000 war es doch so, daß Al Gore landesweit 500.000 Stimmen mehr als Bush hatte, der nur gewinnen konnte, weil erstens das Wahlmännersystem herrscht und zweitens.............ich sage nur "Florida".