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Leijona
05.12.2004, 12:44
in den ganzen vorigen beiträgen wurden schon so viele super gute betrachtungen und denkanstöße gemacht, da kann ich gar nichts mehr hinzufügen.

ich kann nur schildern, wie es leuten in meinem bekanntenkreis mit dieser thematik so geht...

ich habe zb eine kommilitonin, die 23 ist, verheiratet und einen kleinen jungen hat. nach 3 jahren gemeinsamer zeit will ihr mann sich jetzt von ihr scheiden lassen. der kerl ist auch nicht älter als 24,25 und war wohl mit der situation familiendaddy komplett überfordert. er hatte das gefühl, das leben sei nun verplant und gelaufen und er sei für den rest seiner tage wie gefesselt.
meine kommilitonin war dann komplett fertig, weil sie glaubte, das sei die liebe ihres lebens gewesen, sie habe ja alles, das komplette glück, gehabt, wohnung im haus ihrer eltern, ein kind etc.
im nachhinein findet sie, dass sie viel zu blauäugig war.
und nun ist das alles vorbei...

ein kumpel von mir im semester plante schon im ersten semester, nach dem physikum kinder bekommen zu wollen. sehr kinderlieber typ, und er will auch unbedingt pädiater werden ;-) ;-) :-)) . seine freundin ist kinderkrankenschwester (zz noch in ausbildung) und er sieht sie schon seine 5 kinder erziehen und spintisiert vom vw-bus, den er ihr kaufen will. wenn das mit seinen kindern während dem studium hinhaut, dann auch nur, weil es da eine ganz klassische rollenverteilung geben wird: höherqualifizierter mann schafft das geld her, niedrigerqualifizierte frau bleibt zu hause, hat ihren beruf hauptsächlich erlernt um mal eine gute mutti zu sein...

eine andere bekannte von mir ist während der vorklinik schwanger geworden (mit 21), ungeplant, ein unfall sozusagen, und vom damaligen freund trennte sie sich dann auch. die ganze familie hat sich intensiv um die kleine gekümmert, nur so konnte sie das studium in regelstudienzeit durchziehen. die eltern und auch die geschwister müssen schon ziemlich ran.
aber trotz dieser unterstützung muss sie doch einige einschränkungen in kauf nehmen. sie wird darauf angewiesen sein, in der nähe ihrer familie zu bleiben, damit jemand auf die kleine aufpassen kann. ich glaube nicht, dass ihr das viel ausmacht, und sie macht es sehr gut mit der kleinen. sie sagt, die geburt der kleinen war der schönste moment in ihrem leben.

aber wenn ich darüber nachdenke, das sind einschränkungen, wie ich sie für mich nicht in kauf nehmen wollte.
ich bin 21. ich finde, das ist jetzt die zeit wo ich in der welt herumkommen und mich beruflich qualifizieren könnte. wann, wenn nicht jetzt?
ich finde, 20 etc ist auch noch ein alter, wo man sich oft persönlichkeismäßig noch ziemlich verändern kann.
ich möchte gerne auslandsfamulaturen und auslands-pj machen.
ich möchte gerne mal beruflich gut dastehen, mich spezialisieren
ich möchte nicht meine eltern mit ihren künftigen enkeln belasten
ich möchte nicht in der nähe meiner eltern bleiben oder von eventuellen schwiegereltern abhängig sein, sondern auch neues sehen, ich möchte nicht jetzt schon wissen, wo und wie ich die nächsten 30 jahre meines lebens verbringen möchte..
wie gesagt, wenn kinder erstmal da sind, dann sind sie da.
wenn ich irgendwann kinder habe, dann möchte ich mich auch um sie kümmern können. (ich glaube nun mal, dass persönlichkeitsentwicklung furchtbar stark von umfeld und erziehung abhängt)
für mich selbst kann ich mir während der studienzeit kinder keinesfalls vorstellen.
außerdem möchte ich mich lange genug meinem partner ohne einschränkung widmen können. ich möchte mit meinem partner viel erleben und viel sehen und reisen und sachen lernen.
Tina, du schreibst, du hättest schon seit jahren einen kinderwunsch "und nun auch den richtigen partner dafür".
für mich selber wünsche ich mir, es soll auf meinen partner mal nicht so wirken, als habe ich ihn nur ausgesucht, um meinen kinderwunsch erfüllen und finanzieren zu können!

sorry leute, ich möchte nun nicht als kinderfeindlich dastehen. ich bewundere es aufrichtig, wenn jemand in meinem alter schon die reife aufbringt, kinder zu bekommen und sie gut erziehen zu können.
jedem das seine. ich kanns mir halt einfach nicht für mich selbst vorstellen.
vielleicht geht es manchen von euch hier ja genauso...

so weit...
gruß die löwin

test
05.12.2004, 12:59
Ich kann Leijona nur zustimmen. Ich kenne auch in meinem Bekanntekreis Leute, die sehr früh ein Kind bekommen haben. Erstaunlicherweise sind das alles allein erziehende Mütter bzw. getrennt lebende Eltern. Also irgendwie scheinen diese frühen Beziehungen häufig doch nicht so optimal zu halten. :-nix

Ich meine warum der Drang so früh ein Kind in die Welt zu setzen. :-nix Warum nicht erstmal selber leben und "reifen" seine Ausbildung abschließen, vielleicht die Welt etwas kennen lernen und dann sich eine echte Auszeit für Kinder nehmen, in der man sie dann auch selber betreut und sie nicht irgendwo rein quetschen muß. :-meinung

Hoppla-Daisy
05.12.2004, 13:17
Ich kann diese sehr frühen Kinderwünsche so gar nicht nachvollziehen! Bin zwar selbst auch Mutter einer süßen Tochter, aber um keinen Preis der Welt hätte ich sie bereits mit 20 - 25 bekommen wollen (bin mit 28,5 Jahren Mutter geworden, und das war OK)!!! Es war mir zunächst wichtiger, eine Berufsausbildung zu absolvieren und mir einen sicheren finanziellen Background zu schaffen, damit ich - auch mit einem "Unfall-Kind" - nicht völlig qualifikationslos und auch mittellos dastehen müsste.

Manchmal hab ich so das Gefühl, als würden einige meiner Mitmenschen die wahnsinnig große Verantwortung, die man für einige lange Jahre für ein Menschenleben übernimmt, mächtig unterschätzen!!! Und selbst wenn die Kinder dann selbst groß sind, leiden Eltern ganz schlimm unter der Irrungen ihrer Kinder...

Ich erlebe die Schwierigkeiten, mit Kind zu studieren, am eigenen Leibe. Wenn es sich vermeiden lässt, sollte man sich das wirklich ersparen!!! Hinzu kommt das ständig gegenwärtige schlechte Gewissen dem Kind gegenüber, man hätte evtl. doch zu wenig Zeit für die Betreuung. Neeeee....

Mädels, lasst Euch doch um Himmels willen Zeit mit diesen Dingen!!!

Daisy

Hoppla-Daisy
05.12.2004, 13:21
Uuuuuups, ich hab ja schon einmal zu diesem Thema was gepostet! Ja ja, das Alter... :-))

Sweti
05.12.2004, 15:33
Hi an alle,

tja bei solch brisanten Themen muß ich mich auch mal äußern...
Also ich bin jetzt gerade mal im dritten Semester, mein Sohn kommt nächstes Jahr zur Schule und ganz ehrlich, es ist zumindest während des Semesters zum Haareraufen. Mein Problem ist, daß ich irgendwie alles nur halb mache, das heißt in der Uni bin ich nur zur Vorlesung etc, mit dem tollen Studentenleben sieht es schlecht aus...Zu hause bleibt alles liegen und für Luca habe ich immer nur ein Minimum an Zeit. Und irgendwie habe ich immer ein superschlechtes Gewissen...Machbar ist es trotzdem, aber man muß wirklich sehr tapfer und belastbar sein :-) Sonst wird es nix. Und der Partner muß eine echte Engelsgeduld haben !! Also, wenn es planbar ist, auf jeden Fall bis nach dem Physikum warten, und mit 20 sogar bis nach dem Studium ! Kinder sind wirklich zauberhaft, aber es ist sehr stressig und so ein Kind kostet eine Menge Kraft...Das muß frau einfach ganz realistisch einschätzen. ( und mein Mann wollte auch mal 6 Kinder mit mir, da müßt ihr ihn jetzt mal fragen, hi, hi...)

Also, nicht falsch verstehen, ich würde den Kleinen auch nicht mehr hergeben, aber trotzdem, so eine Entscheidung sollte man auch von allen Seiten (und möglichst ohne rosarote Brille) betrachten .

In diesem Sinne viele Grüße
Swetlana

hamtaro
16.12.2004, 22:31
Es gibt kein richtiges Alter, um ein Kind zu bekommen. OK, vor 18 vielleicht wirklich nicht. Aber das Problem hast du nun wirklich nicht. Ich für mich weiß auch micht so ganz genau, wie ich das mit der Kinderplanung machen sollte. Im Grunde habe ich nichts dagegen einzuwenden, ein Kind während des Studiums zu bekommen. Ich plane selbst eventuell während des Studiums noch ein Kind zu bekommen.

synosoph
17.12.2004, 11:33
Ich zitiere einfach nur den Kaiser:

"Der Herrgott freut sich über jedes Kind."


Der richtige Zeitpunkt für ein Kind wird nie kommen, da Kinderkriegen und Erziehen immer mit Opfern verbunden bleibt.

Und da Liebe vielleicht die Einzige ist, die freiwillig und freudig opfert, und genügend Kräfte mobilisiert, denke ich, daß der beste Zeitpunkt fürs Kinderkriegen, jener ist, wenn die Liebe am stärksten gefühlt wird.

Sweti
17.12.2004, 20:09
Sehr philosophisch, aber wahr...Hast du selbst Kinder ??

Gruß,Sweti.

die chondropathia
18.12.2004, 00:43
Der Ansatz mit dem "Reproduktionswettbewerb" gefällt mir...IMHO hat der Kinderwunsch bei Tina doch deutlich den Charakter einer überwertigen Idee, da ich annehme, dass sie lediglich etwas ganz besonders Schönes mit dem Kinderkriegen konnotiert, was, wie jeder und auch sie in einer ruhigen Minute erkennen sollte, nicht des Pudels Kern trifft.

Und was weiterhin bedacht werden sollte: Ist das ein guter Start/ eine geeignete Motivation für eine Studium???

echelle, die sich fragt, warum sie nie so viele Antworten auf ein Thema bekommt...*schnüff*

monserat
06.01.2005, 17:22
Hehe...sechs Seiten zu lesen war mir jetzt dann doch zuviel, deswegen kann es jetzt gut sein, dass ich was schreibe, was hier schon irgendwo steht, aber ich wollte hier unbedingt was einfügen...
Also, liebe Tina ;-) ich bin auch zwanzig und hätte auch gerne ein Kind...bin momentan im dritten Semester, kann dich deswegen gut verstehen. Was ich dir nur zu bedenken gebe, ist, dass es einige Kurse gibt, bei denen Schwangere aus Schutz zum Kind nicht teilnehmen dürfen (z.B. Präp-Kurs wg. Formalin und Biochemie wg dem ganzen stinkigem Kram), das hieße eben, dass du während deiner Schwangerschaft keine dieser Kurse machen könntest(und ich habe gesehen, du bist im 1. da hast du nämlich noch einige davon vor dir, oder?) und deine Vorklinik würde sich dann vielleicht ziehen wie Kaugummi. Ansonsten finde ich, kann man ruhig schwanger werden im Studium...ich finde alt sein als Eltern ist doch furchtbar und wie schon alle geschrieben haben: ein richtigen Zeitpunkt gibt es eh nie, trennen könnte man sich auch nach 10 Jahren Ehe und mit 40 und es tut dann trotzdem genauso weh und die Kinder leiden ebenso.
:-dafür

Morbus dubius
11.01.2005, 17:56
das optimale Gebäralter liegt statistisch zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr... und ab 30 gehört man dann zur Risikoschwangerschaft.... :-lesen... tolle Aussichten!!! ;-)

Leijona
14.01.2005, 18:30
naja, vor 35 ist eigentlich noch alles im grünen bereich, gottseidank ;-)
ok die fruchtbarkeit mag schon etwas zurückgegangen sein, aber noch nicht so sehr.
und immer mehr frauen bekommen auch mit 40 noch kinder... das wäre noch vor 30 jahren noch undenkbar gewesen bzw man hielt die frau mit dem kinderwagen dann für die großmutter :-))

sunrise10086
14.01.2005, 19:18
das optimale Gebäralter liegt statistisch zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr... und ab 30 gehört man dann zur Risikoschwangerschaft.... :-lesen... tolle Aussichten!!! ;-)
Sowas ist mir ehrlich gesagt sowas von egal.
Ich möchte lieber meinem Kind eine ordentliche Perspektive bieten bzw. es nicht in der asozialsten Gegend der Stadt aufziehen nur weil ich im Studium kaum Geld habe um über die Runden zu kommen.
Oder noch ein anderes Szenario: Bin nur am Ackern wie irre in der Klinik und hab dann auch keine Zeit. Da lieber erst nach der Facharztausbildung.

Leijona
14.01.2005, 20:28
oh ja nach der facharztausbildung wäre optimal :-)) :-))
naja mit regelzeiten ist man da auch so ca. 32,33- passt doch ;-)

Cranium
15.01.2005, 03:45
Ich denke auch, dass du besser erst dein Studium beenden solltest.
Wie du sicherlich weißt sind Ehen bzw. Beziehungen in unserer "modernen" Gesellschaft immer schnelllebiger.
Um so wichtiger ist es als Frau nicht auf den Mann finanziell angewiesen zu sein. Viele Männer sind Schweine und lassen ihre Frauen irgendwann einfach sitzen ohne Unterstützung.
Aber wenn du meinst jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dann mach es.
Risiko hat man überall im Leben.

Nur ein Gedanke.

Dr. Weissnix
17.01.2005, 15:18
Mach das was Dein Herz Dir sagt!

Ich habe vor einer weile einen Sohn bekommen und ich bereue es, dass ich es (besser: ihn) nicht schon viel früher gemacht habe. Jeder tag ist ein kleines Wunder!
Sei Dir nur bewusst, auf welchen Beinen Deine Partnerschaft steht, denn ewige Liebe gibt es nur mit viel Arbeit und moralischen Grundsätzen! Wenn ihr ein christliches Werteverständnis habt und für euch klar ist. dass Sex und kribbeln im Bauch nicht alles im Leben ist. dann kann es klappen. Nur wenn man eine Partnerschaft für die Ewigkeit anlegt sollte man bewusst eine Familie Gründen, denn ein Kind braucht immer Eltern, Vater und Mutter, die sich gegenseitig in allen Lagen des Lebens unterstützen!

Nicht jeder frosch den man küsst wird ein prinz, aber viele Prinzen sind frösche! :-top

die chondropathia
18.01.2005, 23:30
Mach das was Dein Herz Dir sagt!

Nicht jeder frosch den man küsst wird ein prinz, aber viele Prinzen sind frösche! :-top

Ahso. Den muß ich mir bei einer (oder 2?) guten Flasche Wein durch den Kopf gehen lassen, dann seh ich vll klarer...

IMHO ist die Sache schlicht so zu betrachten: Wenn ich den Kinderwunsch als oberste Priorität setze, wird es mir im Falle der Erfüllung desselben sehr egal sein, was mit Partner (richtiger: Erzeuger), Studium etc. passiert, zumindest insofern diese ja sekundären oder tertiären Ranges sind...

echelle

hobbes
18.01.2005, 23:36
IMHO ist die Sache schlicht so zu betrachten: Wenn ich den Kinderwunsch als oberste Priorität setze, wird es mir im Falle der Erfüllung desselben sehr egal sein, was mit Partner (richtiger: Erzeuger), Studium etc. passiert, zumindest insofern diese ja sekundären oder tertiären Ranges sind...


Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder?

Leijona
19.01.2005, 02:44
hallo echelle...
natürlich, wenn man parout kinder will, dann kann man das machen- es ist nur die frage ob das sinn macht!
was bringt es wenn man aufgrund mangelnder berufsausbildung kein geld hat sich selbst geschweige denn ein kind zu ernähren.

und wäre es nicht viel besser wenn man einen partner hat, der dem kind ein guter vater ist und mit einem die belastungen teilt?

die sozialämter müssen leider schon allzu viele arme junge frauen finanzieren, die außer einem kind nichts haben..
und, außerdem, mal ganz uneigennützig: ist es nicht fies, ein kind "absichtlich" in so schlechte umstände hineinzugebären?
wäre es nicht viel schöner, wenn man dem kind eine gute zukunft, finanzielle sorglosigkeit, eine intakte familie etc bieten könnte?
das wäre man einem kind eigentlich schon beinahe schuldig.
dafür sollte man im zweifel auch warten können, finde ich!
und es ist immer noch ein privileg, dass wir studieren dürfen...

ehec
19.01.2005, 09:12
es wird immer gruende geben, die gegen ein kind sprechen - zu jung, zuviel studium, zuviel arbeit, zuviel facharztausbildung, zuviel stress, zuviel unsicherheit... klar waere es am besten, wenn man einem kind optimale oder besser gesagt dem ueblichen schema entsprechende rahmenbedingungen bieten koennte, aber es geht - mit natuerlich viel mehr muehen - auch anders, z.b. ohne partner oder mit wenig geld. natuerlich funktioniert sowas nicht ohne intaktes soziales netzwerk, wie z.b. den eigenen eltern oder freunden, die einen da unterstuetzen. das wichtigste, das man dem kind geben sollte waere liebe, und die kostet nichts.