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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fremdjahr - ja oder nein?



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Pünktchen
28.12.2004, 22:14
Ich frage mich echt woher später das erweiterte Basiswissen kommen soll vor dem SpezialFachwissen für das jeweilige Fach und den Facharzt...von den 4 Monaten PJ-Zeit?



Außerdem sind wir alle Menschen ob Schweizer oder Deutsche und jeder ist so gut ausgebildet wie er es sich selbst engagiert aber immer im Rahmen seiner Möglichkeiten. Aber warum sollten wir nicht auch mal hier weiterdenken...das Studium wurde doch schon reformiert....mag jeder denken wie er will, aber nicht alles was im Ausland funktioniert, funktioniert auch hier und nicht alles was gut erscheint, ist auch schlussendlich gut.

Christoph_A
29.12.2004, 13:27
Erweitertes Basiswissen gibt es nicht-jeder nimmt seinen Stock an Erfahrungen,die er im Studium gemacht hat mit in die Praxis und dort sieht man ja auf Station das eine oder andere und damit hat sichs dann. Ausnahme: Man macht de Notarztschein,was ja doch viele von uns anstreben-dort hat man ja nochmal nen Überblick über die wichtigsten Notfälle und der hilft einem schon weiter, egal ,in welcher Fachrichtung man sich dann hauptsächlich tummelt.
In komplexen Fächern wie der Inneren muß ich NJR rechtgeben-da ist es schon schwer genug, einen allgemeinen Überblick über das Fach zu haben ohne nur zum Kardio-, Gastro- oder Rheumafachidi zu mutieren. Einen Ehrgeiz, jetzt auch noch ein guter Chirurg oder Dermatologe zusätzlich zu sein, ist, naja, irgendwie fehl am Platz, da unrealisierbar.
P.S.: Mal was ganz anderes-ich hab, als wir damals die Diskussion übers Punktesystem für Antworten hatten, schon gesagt,daß ich es nicht schätze und mich nicht daran beteiligen werde. Wer also meint,daß ihm ein Beitrag von mir mißfällt, aus welchem Grund auch immer, der soll mir das bitte persönlich, oder,wenn er das nicht im Thread selber machen will, über eine Message mitteilen, aber nicht mit diesen lächerlichen und sinnlosen Plus- oder Minuspunkten. Keine Angst, ich beisse nicht ( ausser auf Wunsch :-blush )

lala
29.12.2004, 17:41
[QUOTE= Ich will Innere machen und sonst nix-und meine Experimentierphase ist vorbei und das sollte sie eigentlich bei jedem approbierten Arzt in unserem Ausbildungsabschnitt sein![/QUOTE]

Hm....also auch wenn ich meine Approbation nun schon länger habe ist MEINE Experimentierphase noch lange nicht vorbei ;-)
Ich bin zwar auf dem bestem Weg zur Neuro-FÄ (und muss dafür sowieso ein Jahr Psychiatrie machen was bestimmt sinnvoll ist), trotzdem schaue ich meinen internistischen Kollegen gerne über die Schulter (habe da zum Glück zZ sehr gute Möglichkeiten einer internistisch-neurologischen Zusammenarbeit) und zeige denen wiederum alles was neurologisch spannend ist.
Und ICH bin froh, dass ich nicht mit jedem Notfall-EKG, bei jedem Asthmaanfall oder einer hypertensiven Entgleisung nachts im Dienst den Kollegen rausrufen muss :-top

Und ob ich nach dem FA in der Neuro bleibe weiß ich auch noch nicht -
zumindest sollte man NIE so eingeschränkt sein und immer wieder auch ein bißchen seinen Horizont erweitern (kein Problem, ich stehe auch gerne nachts für Internisten auf weil da mal einer gezuckt hat oder weil die nicht wissen was sie zur Sedierung von huschigen Patienten geben können....*gähn*) - nur sollte da die Ausbildungsordnung eben Möglichkeit bieten, dass mehr an "Fremdjahren" anerkannt wird!

Christoph_A
29.12.2004, 18:56
Tja,wer gerne Zeit und Energie vergeudet,dem sei das durchaus vergönnt. Ich konzentrier mich da lieber auf das Wesentliche, damit bin ich eigentlich immer gut gefahren ( nicht nur in der Medizin ). Wie sagte doch schon Friedrich der Grosse: Jedem Tierchen sein Plaisierchen.
P.S.: Patienten zu sedieren is ja jetzt auch wirklich kompliziert,besonders,wenn man auf Intensiv jeden Tag damit zu tun hat :-top

hobbes
29.12.2004, 19:55
Außerdem wird man nicht jünger... Und das Ziel des Universalarztes kann es nicht sein!

:-top Das ist doch sehr richtig. Letztlich ist die Einsicht, dass man selbst nicht alles kann und nie alles können wird, geschweige denn auf jedem Gebiet up-to-date bleiben können wird, wichtiger!

Fino
29.12.2004, 23:50
Wer mit Scheuklappen durchs Studium gegangen ist und auch sonst durchs Leben und meint, damit gut gefahren zu sein bzw. zu fahren - nun, dem sei's vergoennt.
Die kompetentesten Aerzte jedenfalls, die ich erlebt habe, waren Leute, die fast alle etwas "fachfremde" Zeit verbracht hatten. Die "ich konzentrier mich nur auf mein Ding, ich brauche das andere nicht"-Fraktion jedenfalls schien oft noch nicht einmal in der Lage, die eigenen Defizite zu realisieren (womit ich als Defizit nicht meine, dass man alle Faecher auf Facharztniveau beherrschen muss).
Wir haben hier in England Studenten aus D. erlebt, die genau mit dieser Einstellung kamen und sogar die Pflichttertiale in Innere und Chirurgie unnoetig fanden und vor allem durch katastrophales Wissen und mangelnde praktische Fertigkeiten auffielen.

hobbes
30.12.2004, 00:00
Klar man kann sich dem Wissen, das ausserhalb der eigenen Zielgerade liegt, nicht verschliessen. Auch Desinteresse an allem Fachfremden wäre falsch. Doch beinahe in jedem Gebiet kommt man in Kontakt mit angrenzenden Fächern und der Interessierte und Aufmerksame kann sich auch so eine Menge, für ihn am Rande nützliches Wissen, aufschnappen.
Letztlich stellt sich auch immer die Frage, was man denn am Ende wirklich tun will und was man dazu braucht. Eine gewisse Zielstrebigkeit jedoch scheint mir angebracht, denn wer seine Energie auf allzu vielen Schienen verzettelt, der weiss zu allem etwas aber zu nichts alles. Und letztlich muss ein Facharzt zu einem (sehr) spezifischen Thema alles wissen und vom Angrenzenden viel und vom Rest etwas bis wenig und am allerwichtigsten, er muss wissen was er weiss und was er nicht weiss.

Rugger
30.12.2004, 08:47
Naja, ich war in Sachen WBO nicht so ganz informiert. Aber was mich ja an der ganzen Sache schonmal beruhigt, ist die Tatsache, daß ein Fremdjahr /- semester durchaus möglich ist und anscheinend nicht ausschließlich vom Wohlwollen des Chefs abhängt. So kann ich, auch wenn es mich vollends auf die operative Seite verschlägt, dennoch die Anforderungen für den (heiß erwarteten) Notarztschein erfüllen.

R., :-top

Freibi
15.02.2005, 16:10
Was braucht man denn für den Notarztschein (wird wohl in jedem Bundesland anders sein, aber so ungefähr) für Erfahrungen/Untersuchungen/OPs?
Ich finde übrigens allgemeine Innere für Leute, die z.B. Gastroenterologe werden wollen, oder Allgemeinchirurgie für Unfallchirurgen gut und wichtig - ist aber leider gerade an der Uniklinik nicht unbedingt gegeben. Und falls man an einem kleineren Krhs. angefangen hat, ist es anscheinend auch schwierig, später zur weiteren Spezialisierung an eine Uniklinik zu wechseln (Forschungserfahrung, Prestige etc.).
... Folglich habe ich gleich in der Uni angefangen :-keks

Rugger
15.02.2005, 18:05
Was braucht man denn für den Notarztschein (wird wohl in jedem Bundesland anders sein, aber so ungefähr) für Erfahrungen/Untersuchungen/OPs?Ich wollte es jetzt auch mal genau wissen und habe mal nachgesucht, aber keine eindeutigen Aussagen gefunden. Dabei war ich eigentlich der Ansicht, das es eine bundesweit gültige Empfehlung / Mindestanforderung durch die BÄK geben sollte...
Was ich jedenfalls gefunden habe: Artikel (http://www.thieme.de/viamedici/weiterbildung/weiterbildung/planer2.html) auf den Thieme- Seiten, zwar etwas älter, aber die Anforderungen, die für Ba-Wü beschrieben werden, dürften nach allem, was ich so in Erinnerung habe, auch ungefähr bundesweit Mindestanforderungen werden. Außerdem noch: Artikel (http://www.band-online.de/index.php?aktiv=32&menuoffen=3&bereich=&inhaltvon=43) der BAND, der allerdings auch keine Aussage bezüglich Gültigkeit in Hinsicht auf Lokalität und Zeit macht.
Vielleicht weiß ja sonst jemand etwas genaueres? :-???

Rugger

Dr. Pschy
15.02.2005, 18:39
In Bayern ist es mittlerweile so, dass es den alten "Fachkundenachweis Rettungsdienst" nicht mehr gibt. Meines Wissens ist mittlerweile ein halbes Jahr Intensiverfahrung Pflicht, von den "ueblichen" Regelungen wie bestimmte Anzahl an Mitfahrten als "NA-Praktikant", bestimmte Anzahl an Zugaengen / Intubationen etc. mal abgesehen.

Ich frag morgen mal unseren neuen NA, wie die derzeitigen Regelungen fuer Bayern genau sind.

blanko
17.02.2005, 18:43
Finde ein Fremdjahr durchaus sinnvoll und keinesfalls verschwendet. Eigentlich wäre ein jahr Innere Pflicht für jeden das beste, da man immer mit internischen Problemen zu tun haben wird (hätte aber zugegebener Maßen selber auch kein Bock drauf).

Ich denke ich werde auch nicht direkt in mein Wunschfach (HNO) einsteigen, weil
1. die Stellensituation in der HNO eh sehr angespannt ist
2. ich meinen Facharzt schon mit 30 haben könnte und daher gut noch 1-2Jahre in meiner Planung über (will eh nicht mit 30 vor der Entscheidung stehen Praxis oder Oberarztstelle).
3. Die HNO ist in ihren Abläufen schon sehr speziell und ich möchte doch noch etwas mehr Erfahrung in den "normalen" Stationsabläufen" sammeln.

Plane momentan vielleicht ein Jahr Neurochirurgie (1/2 anrechenbar auf HNO) oder auch Allgemeinchirurgie.

ehemaliger User 0712
08.07.2008, 19:46
Ich möchte den Thread aus gegebenem Anlass mal wieder aufgreifen...

Ich spiele mit dem Gedanken, eventuell mal für mindestens sechs Monate (gegen Ende der WB) in ein mir anrechenbares anderes Fach "reinzuschnuppern". Allerdings stellt sich mir die Frage, wie sowas denn letztlich ablaufen würde: Es wäre ja nun äußerst praktisch, wenn ich nach den sechs Monaten gerade so wieder an meiner alten Stelle tätig sein könnte. So quasi, dass ich halt weiter irgendwie im Team aufgeführt werde und meine Stelle auch auf mich "wartet", bis ich dann wieder da bin. :-oopss :-)) Soviel zu meinem Wunschdenken...

Ich traue mich allerdings nicht, im Kollegenkreis zu fragen, wie das laufen könnte, da es sicherlich nicht allzu sinnvoll ist, wenn sich das Gerücht bildet, dass Kollegin XY die große Flatter planen könnte und mein Chef das Ganze in den falschen Hals bekommt. :-nix

Ich hätte gerne mal von euren Erfahrungen gehört bzw. wie mit solchen Fällen in eurer Abteilung umgegangen wurde/wird. Behält man "chefabhängig" seinen Platz oder sucht man sich generell was Neues?
Danke!

John Silver
08.07.2008, 21:07
Kann man so etwas nicht als Rotation betrachten? Fachfremde Rotationen kann es ja auch geben. Letztlich aber, so scheint es mir, kommst Du um ein Gespräch mit dem Chef nicht herum.