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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Papst kriegt die letzte Ölung



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Gersig
02.04.2005, 21:38
Es ist eine sehr individuelle Frage. Be that as it may: ich wünsche ihm, dass er Erlösung gefunden hat und nun endlich in Frieden ruhen kann.

Sani
02.04.2005, 21:39
ich wünsche ihm, dass er Erlösung gefunden hat und nun endlich in Frieden ruhen kann.
dem kann ich mich nur anschliessen. Sein Leiden hat lange genug gedauert.

Lava
02.04.2005, 21:46
Meine Güte, millionen andere Menschen auch.... :-sleppy

Cassy
02.04.2005, 21:47
Es ist eine sehr individuelle Frage. Be that as it may: ich wünsche ihm, dass er Erlösung gefunden hat und nun endlich in Frieden ruhen kann.


Ich schliesse mich dir und Sani an. Zum Glück wurde er erlöst, denn kein Mensch hat es verdient so lange zu leiden.

Gersig
02.04.2005, 21:56
Meine Güte, millionen andere Menschen auch.... :-sleppy

Sicher! Aber der Tod bekommt immer eine andere Qualität, wenn es eine Person ist, zu der man eine wie auch immer geartete menschliche Beziehung hatte, z.B. der individuelle Glaube

Lava
02.04.2005, 22:03
Das mag sein... ich hatte halt nie eine zum Papst. ;-) Außer dass ab und zu was über ihn in den Nachrichten kam, wenn er mal wieder die Homo-Ehe oder Verhütung oder Abtreibung verteufelt hat. :-nix
Hab neulich einen Bericht über ihn auf einem Dritten gesehen und muss sagen, dass er früher schon irgendwie ganz anders wirkte als in den letzten Jahren. Ich hab ihn halt nur als diesen kränklichen Parkinson Patienten in Erinnerung, dem beim Sprechen immer der Sabber aus dem Mundwinkel lief. Aber früher schien er schon ein ziemlich charismatischer Mensch gewesen zu sein.
Über die Berichterstattung der Medien braucht er sich eigentlich auch nicht zu beschweren. Schließlich wird er immer als der "Medienpapst" bezeichnet. ;-)

Pünktchen
02.04.2005, 22:09
Sehr schön gesagt, deswegen sollte man Janine auch ihren Glauben lassen. Ich fand die Aussage eine RTL-Reporters eben sehr bedenklich, der sich zu den Geschehnissen vor dem Kölner Dom äusserte.

"Es wurden hier heute schon HipHopper hier gesehen, wo man doch denkt, daß sie am Samstag abend was anderes vorhaben."

Lasst jeden seinen Glauben oder NichtGlauben...verurteilt nicht diejenigen, die zum Papst nicht diese innige Bindung verspür(t)en und auch nicht jene, die sich zusammen finden um zu beten. Vorverurteilt nie Menschen nach ihrem Äusseren. Ob nen ein Hiphopper mit seinem Skateboard heute abend in die Kirche geht, weil er an "Gott" glaubt und grade den Zeitpunkt zum beten angemessen findet, dann sollte er das tun dürfen. Wenn Oma lieschen nach 50 Jahren Kirchgängen nicht mehr an "Gott" glaubt dann lasst sie, sie wird ihre Gründe haben.


Mir persönlich geht der Tod vom Papst nicht nahe. Er war alt und krank und es war seine Zeit gekommen. Wenn er einer meiner Patienten gewesen wäre, würde es mir näher gehen, nicht wegen seiner Position, sondern weil er ein Mensch ist. Und dann wäre er ein Opa wie all die anderen kranken Opas auf der Welt um die sich nicht Millionen von Menschen kümmern, die manchmal allein sterben.


Was mich gestört hat, waren die Gebete um das Weiterleben des Papstes. Ich denke selbst als Christ sollte man realistisch sein und einen totkranken Menschen in Würde sterben lassen.

Gersig
02.04.2005, 22:15
Außer dass ab und zu was über ihn in den Nachrichten kam, wenn er mal wieder die Homo-Ehe oder Verhütung oder Abtreibung verteufelt hat. :-nix

Liegt das nicht vielmehr am System der Katholischen Kirche? Ich finde, du machst es dir zu einfach, diese Problematik an Johannes Paul II festzumachen. Sicher: ich bin kein absoluter Verfechter der Katholischen Kirche (Abtreibungen, Verhütung, HIV, Rolle der Frau: da bin ich anderer Meinung), aber man sollte auch mal Johannes Paul II im Kontext seiner Vorgänger sehen, dagegen wirkt er sehr modern und offen. Außerdem war es auch der Papst, der sich massiv an der Demokratisierung in Afrika, am Friedensprozess im Nahen Osten und an der Abschaffung der Todesstrafe beteiligt hat :-meinung

Man mag glauben, an was man will. Man kann die Katholische Kirche ablehnen. Aber es ist meine tiefste Überzeugung, dass an jedermanns Grabe sämtlichen Konflikte und Kontroversen enden sollten. Egal ob es der Papst oder der komische Nachbar von nebenan ist!

Pünktchen
02.04.2005, 22:23
Falls die Menschen, die sich zum Beten zusammen gefunden haben, wirklich das alles so strikt auslegen wie der Papst gepredigt hat, dann bekomme ich Panik davor wie die nächsten Jahrzehnte auf der Welt verlaufen.

An der Stelle halte ich Janines Vergleich mit Verblendung gerechtfertigt. Denn wenn man ohne Nachzudenken das glaubt was der Papst sagt hat, ist man verblendet. Man ist blind für die wissenschaftlichen Tatsachen.
Das ist meine Meinung als Atheistin mit dem Glauben an die Wissenschaft.


Ich will hier keine Glaubensdiskussion anregen, die würde eh im Unendlichen enden :-oopss

Gersig
02.04.2005, 22:30
Denn wenn man ohne Nachzudenken das glaubt was der Papst sagt hat, ist man verblendet. Man ist blind für die wissenschaftlichen Tatsachen.

Blinder Glaube und Fanatismus sind immer schlecht :-)

THawk
03.04.2005, 08:03
Ich habe in den letzten Tagen einen Kommentator gehört, der die Einstellung des Papstes wie ich finde sehr treffend bezeichnet hat:
"In der Außenpolititk war er sehr fortschrittlich [Verhältnis zu anderen Religionen, Krieg und Frieden, Polen 1979, ...], in der Innenpolitik [Glaubensfragen] aber äußerst traditionell."

Ich habe vor seinem Auftreten in der Weltpolitik größten Respekt, auch wenn ich sicher nicht mit allem was die Kirche an sich angeht übereinstimme (Frauen, Verhütung,...). Wir bräuchten jetzt einen Papst, der halt auch die "Innenpolitik" modernisiert. Hoffentlich wirds was.... ;-)

DoktorW
03.04.2005, 08:04
ich kann das Theater gestern Abend auch nicht verstehen.

Er war alt, krank und dann darf auch der Papst sterben. Und überraschend war es auch nicht.

Naja, wie auch immer....

Lava
03.04.2005, 09:58
Liegt das nicht vielmehr am System der Katholischen Kirche? Ich finde, du machst es dir zu einfach, diese Problematik an Johannes Paul II festzumachen.

Ich mich mit den Strukturen in der katholischen Kirche nicht aus, aber ist es nicht der Papst, der die Richtlinien mehr oder weniger festlegt? Als Oberhaupt bestimmt er doch, wo es lang geht und alle anderen haben sich ihm zu beugen. :-nix
Du hast auch recht, dass er viel Gutes getan hat. Seine vielen Reisen und treffen mit den Oberhäuptern und Vertretern anderer Religionen haben viel Symbolkraft und verbreiten die positivste und beste aller Botschaften: Frieden und Toleranz. Ich kenne mich auch mit er Bibel nicht aus, aber ich denke schon, dass sie die Möglichkeit einer "inneren Reform" nicht unmöglich macht. Ein bisschen mehr Toleranz den eigenen Gläubigen (Frauen und Homosexuelle beispielsweise dürften ja auch darunter sein) gegenüber wäre wünschenswert.
Vielleicht ist es in 50 Jahren so weit, wenn jemand Papst wird, der in der heutigen Zeit aufgewachsen ist. ;-)

Dr.Nemo
03.04.2005, 10:37
Hmmmm....

Ich fühl mich ein bißchen komisch... Bin nicht von Trauer ergriffen, wie man sie bei den Menschen / Pilgern oder so in den Reportagen sieht..
Ich bin nicht religiös, nicht getauft, etc.. Aber dennoch ist mir bewußt, welche Größe dieser Mann hatte!!!
Aber dann seh ich Bilder im TV...., manche junge Menschen, die auch überhaupt nicht religiös aussehen, wie sie trauern und weinen..
Aber mir gehts gut.. :-???

Ich hoffe man wird es mir an meinem Todestag verzeihen.. :-blush

Dedi
03.04.2005, 10:39
Angesichts der überwältigenden Resonanz der Gläubigen und Nicht-Gläubigen (!) in aller Welt sieht man, dass es eben doch etwas mehr war, als nur ein armer alter kranker Mann, der da gestorben ist.

Scrotum
03.04.2005, 11:42
Ich mich mit den Strukturen in der katholischen Kirche nicht aus, aber ist es nicht der Papst, der die Richtlinien mehr oder weniger festlegt? Als Oberhaupt bestimmt er doch, wo es lang geht und alle anderen haben sich ihm zu beugen. :-nix
Du hast auch recht, dass er viel Gutes getan hat. Seine vielen Reisen und treffen mit den Oberhäuptern und Vertretern anderer Religionen haben viel Symbolkraft und verbreiten die positivste und beste aller Botschaften: Frieden und Toleranz. Ich kenne mich auch mit er Bibel nicht aus, aber ich denke schon, dass sie die Möglichkeit einer "inneren Reform" nicht unmöglich macht. Ein bisschen mehr Toleranz den eigenen Gläubigen (Frauen und Homosexuelle beispielsweise dürften ja auch darunter sein) gegenüber wäre wünschenswert.
Vielleicht ist es in 50 Jahren so weit, wenn jemand Papst wird, der in der heutigen Zeit aufgewachsen ist. ;-)

Liebe Janine

Der Papst als Oberhaupt der Kirche wird ja von den Kadinälen gewählt. Dadurch ist schon mal gegeben, dass niemals ein Liberaler diese Position bekleiden wird. Ich denke, dass sein Handeln und seine Einstellung nur im Zusammenhang mit seiner eigenen Biographie verstanden werden kann.

Er repräsentiert einfach die bedingungslose Bekenntnis zum Leben und zu den traditionellen christlichen Werten. Seine Angriffe gegen die "Kultur des Todes" kann ich sehr gut nachvollziehen. Für ihn ist der Teufel eine reale Figur, dass kann man verstehen, wenn man 6 Jahre unter Deutscher Besatzung gelebt hat und viele Freunde dem Holocaust zu Opfer fielen.

Gersig
03.04.2005, 14:39
Er repräsentiert einfach die bedingungslose Bekenntnis zum Leben und zu den traditionellen christlichen Werten. Seine Angriffe gegen die "Kultur des Todes" kann ich sehr gut nachvollziehen. Für ihn ist der Teufel eine reale Figur, dass kann man verstehen, wenn man 6 Jahre unter Deutscher Besatzung gelebt hat und viele Freunde dem Holocaust zu Opfer fielen.

Genau so isses! Man darf nicht vergessen, dass Johannes Paul II eine ganz andere Generation repräsentiert (Holocaust, Leben im Untergrund). Soweit ich weiß, hat er das Priesterseminar in Kraukau im Untergrund besucht (d.h. unter ständiger Lebensgefahr). Von dieser Perspektive ausgehend, versteht man vielleicht seine erzkonservative Haltung bezüglich Homosexualität und Geburtenregelung (auch wenn man sie nicht unterschreiben mag, das tue ich auch nicht).

THawk
03.04.2005, 14:53
Der Papst als Oberhaupt der Kirche wird ja von den Kadinälen gewählt. Dadurch ist schon mal gegeben, dass niemals ein Liberaler diese Position bekleiden wird.

So absolut seh ich das nicht. Vor der Wahl von Johannes Paul II. hat auch niemand mit einem so jungen Nicht-Italiener gerechnet - und trotzdem ist er es letztendlich geworden. Klar hat er sich in inneren Angelegenheiten als sehr konservativ erwiesen, aber in äußeren auch sehr fortschrittlich. Warum sollte der nächste Papst nicht auch die Kirche von innen umgestalten? Ich halte das nicht für so abwegig.

Gersig
03.04.2005, 15:08
Vor der Wahl von Johannes Paul II. hat auch niemand mit einem so jungen Nicht-Italiener gerechnet - und trotzdem ist er es letztendlich geworden

Dies hängt damit zusammen, dass die Kurie nach dem Tod von Johannes Paul I nach nur 30 Tagen Amtszeit unter massivem Zugzwang stand. Johannes Paul I (auch der "lächelnde Papst" genannt), weckte in den Menschen Hoffnungen auf eine offenere und modernere Kirche, welche Johannes Paul II ja auch in vielen Bereichen verwirklichte

THawk
03.04.2005, 16:46
Ja klar, aber steht das Konklave diesmal nicht unter ähnlichen Zwängen?
Durch die lange Amtszeit kennen viele junge Leute gar keinen anderen Papst, sodass sie den neuen besonders stark mit J.P. II messen werden und ähnliche "Fortschritte" erwarten werden, wenn auch teilweise auf anderen Gebieten. Deshalb hätte es wohl ein sehr konservativer Papst besonders schwer.