Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sonntagsfrage
Ich finde, wenn 70% aller Schüler Abitur machen würden, würde das diesen Schulabschluss entwerten. Aber warum nicht? Wir können ja ALLE 12 Jahre zur Schule gehen und ALLE den gleichen Abschluss machen und die Unis wählen sich dann selber aus. Z.B. nach Noten. Und damit wird das Studieren dann noch elitärer, weil nur die allerbesten auf die guten Unis gehen und der Rest eine drittklassige Ausbildung bekommt. :-nix
he hee, ich will nicht das abitur abwerten- im gegenteil, das soll unbedingt seinen status behalten!
allerdings hat d im vergleich zu fin auch deutlich weniger universitäten/pro einwohner! wenn wir mehr unis hätten, könnten wir mehr fachkräfte bilden, die dann der gesellschaft positiv zu gute kämen.
ok, jetzt sehen alle erstmal nur die investition in mehr universitäten (oh mein gott das kostet geeeeld!!!)
aber dass man danach finanziell wahrscheinlich großen benefit vom know-how all der leute hätte, wird dabei gar nicht berücksichtigt!
es wäre halt eine wegweisende investition, die sich später aber bestimmt lohnen würde! wenn d sein bruttosozialprodukt weniger mit potentiell ins ausland verlagerbaren fabrikjobs erwirtschaftet sondern mit weltweit exportierbarer spitzentechnologie-.
finnland hat 5 mio einwohner- so viele wie hier ein einziges bundesland!
und sie haben nokia...
ich würde mir hier die schrittweise verwirklichung und umstellung auf eine langfristige tendenz wünschen, eine weichenstellung eben
- (und nicht verlangen dass auf einen schlag 70% abi machen sollen oder 10 neue unis öffnen sollen)
Am Rande: was haltet ihr von der Mehrwertsteuererhöhung, die die CDU/CSU im Falle eines Wahlsieges plant? Gift für die Binnennachfrage oder Senker der Lohnnebenkosten?
Sebastian1
11.07.2005, 00:35
Ich halte das für volkswirtschaftlichen Blödsinn. Wir sind immer noch in einer Rezession, und ich halte eine antizyklische ("keynesiansiche") Staatspolitik für wesentlich sinnvoller. Geld in Umlauf bringen kann nur der, der welches hat. Und wer welches hat, tut das. Für das gros der Endverbraucher und Firmen bedeutet eine höhere Mehrwertsteuer lediglich höhere Anschaffungskosten für Materialien, Verbrauchs- und Konsumgüter.
Eine Senkung der Lohnnebenkosten sehe ich da nicht.
(Aber ich bin ja nun auch mal kein VWLer ;-) )
Ich sehe das auch so: Lohnnebenkosten bei lahmender Binnenwirtschaft durch Mehrwertsteuererhöhung zu subventionieren ist in meinen Augen der falsche Weg! :-dagegen Am Rande: Angie Merkels Bemerkung, dass die Ökosteuer nicht abgeschafft wird, ließ mich doch schmunzeln: was haben die Christdemokraten geschimpft, als sie eingeführt wurden. Und jetzt wird sie einfach stillschweigend akzeptiert: ohne Worte das ganze :-)
Ich sehe das auch so: Lohnnebenkosten bei lahmender Binnenwirtschaft durch Mehrwertsteuererhöhung zu subventionieren ist in meinen Augen der falsche Weg!
Wieso denn? Dadurch werden die Lohnkosten in D billiger, d.h. mehr Attraktivität zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Was ist daran schlecht?
astridos
11.07.2005, 16:49
Die rot-grüne Bundesregierung hat Deutschland in eine tiefe Krise geführt.
Schröder ist ökonomisch gescheitert. Alle wichtigen Indikatoren der wirtschaftlichen Lage unseres Landes stehen im roten Bereich: Angefangen von der Massenarbeitslosigkeit über das schwache Wachstum bis hin zur Überschuldung des Staates.
Rot-Grün hat keine Rezepte, um diese Probleme zu lösen. Von dieser Regierung ist nichts mehr zu erwarten.
Na wen wähle ich bloß? :-bee
Weil diese Mehrbelastung, die jeder einzelne zu tragen hat, zu einer Verstärkung der Rezession führen wird. Ist doch klar: wenn ich wenig Kohle habe und die Mwst ansteigt, werde ich doch beim Einkaufen noch mehr auf günstige Produkte achten, was für die Wirtschaft, insbesondere den Mittelstand, tödlich ist. Wir sparen uns regelrecht kaputt!
Besser: eine Kürzung der Eigenheimzulage, die immerhin knapp 11 Milliarden € verschlingt.
Rot-Grün hat keine Rezepte, um diese Probleme zu lösen. Von dieser Regierung ist nichts mehr zu erwarten.
Und wenn du dir das Wahlprogramm der CDU anschaust, wirst du schnell feststellen, dass auch sie keine großartigen neuen Ideen haben.
Pünktchen
11.07.2005, 17:03
Ansätze der Wahlprogramme auf www.spiegel.de nachzulesen...
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,364757,00.html
CDU
http://www.cdu.de/doc/pdfc/05_07_11_Regierungsprogramm.pdf
astridos
11.07.2005, 17:07
http://www.csu.de/csu-portal/csude/uploadedfiles/Dokumente/Regierungsprogramm_05-09.pdf
Weil diese Mehrbelastung, die jeder einzelne zu tragen hat, zu einer Verstärkung der Rezession führen wird. Ist doch klar: wenn ich wenig Kohle habe und die Mwst ansteigt, werde ich doch beim Einkaufen noch mehr auf günstige Produkte achten, was für die Wirtschaft, insbesondere den Mittelstand, tödlich ist. Wir sparen uns regelrecht kaputt!
Besser: eine Kürzung der Eigenheimzulage, die immerhin knapp 11 Milliarden € verschlingt.
Falsch. Ich bin grundsätzlich gegen jede neue Steuer, aber wenn schon Steuern, dann Mehrwertsteuer - es ist die gerechteste Steuer. Günstigere Lohnkosten = mehr Arbeitsplätze = bessere internationale Konkurrenzfähigkeit und somit mehr Export. Der Aufschwung kommt über den Export. die Wirtschaft liegt nicht am Boden, weil die Leute bei Aldi einkaufen. Die Detailhandelspreise sinken auch in anderen Ländern, hier handelt es sich um eine Strukturbereinigung, auch aufgrund der Aufgabe von Handelshemmnissen, der Vereinheitlichung der Märkte innerhalb Europas. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Der Konsum wird gefördert, wenn die Leute Arbeit haben und wenn sie sich sicher fühlen an ihrem Arbeitsplatz - selbst dann wenn sie etwas mehr MWST bezahlen müssen.
Die Kürzung der Eigenheimzulage aber, heisst noch mehr Mieter, noch weniger Hausbesitzer. Hausbesitzer sind aber gerade jene Leute, die ihr Erspartes gerne ausgeben möchten für ein Haus, ein Garten, im Baumarkt, usw. Eigenheimbesitzer kurbeln die Wirtschaft durch ihren Ausgaberausch ungemein an. Wenn du sie nun benachteiligst, ihnen Vorteile wegnimmst, dann bleiben sie Mieter und lagern ihr Geld auf dem Sparbuch, ohne dass es in den Wirtschaftskreislauf eingeht. Falsches Konzept also.
Ich sehe das anders! Wieso ist die Mehrwertsteuer deiner Ansicht nach gerecht? Weil alle sie zahlen wahrscheinlich. Genau deswegen ist sie ungerecht, weil für einen Geringverdiener eine Mwst-Erhöhung eher zu Buche schlägt als für einen Besserverdiener. Dass geringere Lohnnebenkosten ein Standortvorteil darstellen, ist unbestritten. Dies lässt sich jedoch auch durch Subventionsabbau erreichen. Zum Thema Hausbesitz: sicherlich bedeutet Hausbau auch Investition. Allerdings lässt du außer Acht, dass mittlerweile am Bedarf vorbeigebaut wird (schau dir die leerstehenden Investitionsruinen an). Tatsache ist auch, dass die Eigenheimzulage überwiegend von Haushalten der oberen Einkommensbereiche in Anspruch genommen wurde. Von daher finde ich die Abschaffung durchaus okay
Ich sehe das anders! Wieso ist die Mehrwertsteuer deiner Ansicht nach gerecht? Weil alle sie zahlen wahrscheinlich.
Weil sie nur dann bezahlt wird, wenn man etwas zum Ausgeben hat, sprich alle die sie bezahlen, können sich das auch leisten. (Mal abgesehen von den Grundnahrungsmitteln).
Genau deswegen ist sie ungerecht, weil für einen Geringverdiener eine Mwst-Erhöhung eher zu Buche schlägt als für einen Besserverdiener.¨
Aber die Geringverdiener kurbeln die Wirtschaft ohnehin nicht an. Sie entrichten in jedem Fall sehr wenig Steuern, ganz egal welche Steuern.
Dass geringere Lohnnebenkosten ein Standortvorteil darstellen, ist unbestritten. Dies lässt sich jedoch auch durch Subventionsabbau erreichen.
Wie durch Subventionsabbau? Verstehe nicht, wie du das meinst
Zum Thema Hausbesitz: sicherlich bedeutet Hausbau auch Investition. Allerdings lässt du außer Acht, dass mittlerweile am Bedarf vorbeigebaut wird (schau dir die leerstehenden Investitionsruinen an).
na und? Hauptsache es wird investiert, der Rest ist jetzt mal rein wirtschaftstechnisch uninteressant.
Tatsache ist auch, dass die Eigenheimzulage überwiegend von Haushalten der oberen Einkommensbereiche in Anspruch genommen wurde. Von daher finde ich die Abschaffung durchaus okay
Nein, es sind gerade die sog. Besserverdienenden die die Wirtschaft auf Trab halten. Aber das begreifen die von der SPD nie, dass man das Land nicht gegen die Reichen sondern nur mit den Reichen regieren kann.
Leelaacoo
11.07.2005, 19:28
Nun ja...deine These, Leggo "Hauptsache, es wird investiert" hat uns ja die wunderbar blühenden Landschaften im Osten eingebracht, nicht wahr :-D
Man sollte schon Investitionen mit Sinn und solche um der Investition willen unterscheiden...denn davon profitieren letztendlich nur Kreditgeber, die sich teils auch nihct scheuen (und nicht gescheut haben), Gelder anzunehmen und unsinnige Dinge damit anzustellen, nur damit das Geld nicht woanders hingeht.
Und überdenke doch mal deinen Ausspruch: Die Wenigverdiener zahlen eh wenig Steuer...du mußt die Masse sehen. Gerade sehr Wohlhabende zahlen eben keinerlei oder wenig Steuern, weil die Möglichkeiten in unserem Steuersystem immer den begünstigen, der erstens das Geld für gute (oder auch windige) Steuerberater hat und andererseits du erst etwas absetzen kannst, wenn du genügend Kohle hast. Diese Möglichkeiten werden, seien wir ehrlich, derart genutzt, daß viele Wohlhabende nicht mal auf den Mindeststeuersatz kommen. Der geringverdiener hat jedoch keine Chance, diesen Weg zu gehen, und auch viele kleine Unternehmen können dies nicht.
Und dann kommt die Mehrwertsteuererhöhung...die trifft aber vor allem Geringverdiener, weil der prozentuale Anteil an den Ausgaben viel höher liegt...und auch Arbeitslose und Rentner müssen mal einkaufen...und haben so rein garnichts von der Senkung der Lohnnebenkosten.
...die Lohnnebenkosten...dieses unendliche Thema. Die versprochene Senkung des beitrags zur Arbeitslosenversicherung soll laut CDU 2,5% betragen....na, sind wir damit WESENTLICH konkurrenzfähiger??? Wiegt dies den negativen Effekt auf den Konsum auf??? Das ist Augenwischerei...aber dazu habe ich ja schon bereits genug geschrieben.
Zur Eigenheimzulage: Wieso kommt denn niemand auf die Idee, eine Einkommensgrenze dafür festzulegen??? Seltsam...ebenso für das Kindergeld...und die Pendlerpauschale...
Aber nun gut, einfache Lösungen scheinen ja nihct gefragt zu sein...
In diesem Sinne, willkommen merkel, gute Nacht, Deutschland ;-) :-D
LG lee
luckyblue
12.07.2005, 02:18
Aber die Geringverdiener kurbeln die Wirtschaft ohnehin nicht an. Sie entrichten in jedem Fall sehr wenig Steuern, ganz egal welche Steuern.
Und das ist ausreichend Legitimation für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer? Glückwunsch zu so viel Arroganz.
Und das ist ausreichend Legitimation für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer? Glückwunsch zu so viel Arroganz.
Ich stehe zu meiner Arroganz, wenn du das so siehst. Ich habe ausgesagt, dass es für die Geringverdiener, die ja demzufolge logischerweise auch nicht viel zum ausgeben haben (sonst sind es keine Geringverdiener) ganz egal wie die Steuern erhoben werden, nur wenig Steuern bezahlen.
80% des Steuervolumens werden von den 20% Bestverdienenden bezahlt. Trotz Steuerschlupflöchern, trotz HInterziehung, trotz Steuerberatern...das ist und bleibt so und es ist keine Lösung zu glauben, es werde besser wenn diese 20% gleich 100% bezahlen.
Hellequin
12.07.2005, 11:11
80% des Steuervolumens werden von den 20% Bestverdienenden bezahlt. Trotz Steuerschlupflöchern, trotz HInterziehung, trotz Steuerberatern...das ist und bleibt so und es ist keine Lösung zu glauben, es werde besser wenn diese 20% gleich 100% bezahlen.
Quelle?
Die Quelle würde mich auch mal interessieren, das kommt mir doch sehr hochgegriffen vor
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Wenn ihr es nicht glauben wollt, müsst ihr das selbst aus dem stat. Jahrbuch heraussuchen, dazu habe ich keine Zeit. Aber das habe ich nicht erfunden, das stimmt schon.
Ich bin erstaunt, ausgerechnet in einem Medizinerforum auf so viele Anhänger von Forderern einer Reichensteuer zu treffen. Ihr alle meine Lieben werdet zu den 20% Topshots gehören, ob ihr das wollt oder nicht, ob Mediziner nun gut oder doch subj. schlecht bezahlt werden. Nicht als Assi, aber später schon. Aber dann kann man ja seine Meinung revidieren - jede Meinung zu seiner Zeit? ...oder ist das inkonsequent??
In einem anderen Thread (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=146151&postcount=62) hat luckyblue mal von 68% der Steuerlast gesprochen, die von den "oberen" 28% der Steuerzahler aufgebracht werden.
Ob das jetzt 10% hin oder her sind sei mal dahingestellt, aber im Grundsatz ist das sicherlich schon so - das ist schließlich der (richtige) Grundgedanke der progressiven Einkommenssteuer, die wir haben: Daß die, die mehr verdienen auch mehr zahlen.
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