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gipfeli
16.03.2006, 14:24
Ich denke nur, daß es nicht sein kann, sich dieses Ausbeuter-AIP zurückzuwünschen, nur weil man mal eine Bewerbung mehr schreiben muß.
@Hiddl: Kann mir ja auch wirklich sehr gut vorstellen, was es als AIPler bedeutet hat, für fast nichts aber mit voller Verantwortung zu arbeiten. Aber ich muß den Anderen wirklich Recht geben, es war bestimmt leichter, eine Stelle zu finden...und es geht ja auch nicht darum, mal eine Bewerbung mehr zu schreiben, sondern in meinem Falle z.B. um 60 (!!) Bewerbungen, quer durch Deutschland zu Bewerbungsgesprächen fahren, um mir dann dort anzuhören, daß man ja eigentlich lieber jemanden mit Erfahrung hätten. Und das frustriert natürlich schon ziemlich...

Tombow
16.03.2006, 14:29
Ich denke nur, daß es nicht sein kann, sich dieses Ausbeuter-AIP zurückzuwünschen, nur weil man mal eine Bewerbung mehr schreiben muß.

Mehr Arroganz und Ingoranz geht wohl nicht? Es geht nicht um "eine Bewerbung mehr", sondern um 10-15-20 und mehr Bewerbungen(BUNDESWEIT), die einfach unbeantwortet bleiben und einer Situation, wo Absagen die Regel sind. Und wie du schon sehen kannst, bin ich nicht der einzige, dem es so geht. Und es geht nicht um traditionell begehrte Fächer wie Pädiatrie, etc. Aber von deiner hohen Warte als erfahrene Assistentin, die jeden Job, den sie will, locker kriegen würde, hast du wohl den Kontakt zur Realität verloren. Schau' dich mal um und denk' nochmal.



Ihr ahnt vielleicht gar nicht, wie ätzend es war, den ganzen Tag zu arbeiten ohne Schonfrist und mit voller Verantwortung
Als ob es heutzutge anders wäre. Wieder einmal Scheinargument. Nur daß die "Schonfrist", die man (theoretisch) als AiP bekommen hätte, auch offiziell abgeschafft wurde.

Fraggle
16.03.2006, 15:02
als es das AiP noch gab, gabs auch nicht stellen wie sand am meer. auch damals gab es genauso fächer, in denen man schwierig stellen gefunden hat.

ausserdem hatte man während des aip ständig panik, ob man auch übernommen wird, denn meistens waren 2 oder 3 aip eingestellt, aber es gab nur eine assi-stelle.

fraggle

hiddl
16.03.2006, 15:11
Als ob es heutzutge anders wäre. Wieder einmal Scheinargument. Nur daß die "Schonfrist", die man (theoretisch) als AiP bekommen hätte, auch offiziell abgeschafft wurde.

Lieber Tombow,
es wäre nett, wenn Du mich vollständig zitieren würdest. Ich habe nicht behauptet, daß die Arbeitsbedingungen heute besser sind, das sind sie sicher nicht, ich habe nur behauptet, daß man für die schlechten Arbeitsbedingungen wenigstens ein halbwegs ordentliches Gehalt bekommt und nicht mehr wie zu AIP-Zeiten einen Hungerlohn.

Außerdem verklärt Ihr etwas die AIP-Zeiten. Es war ja durchaus nicht so, daß man mal eine Bewerbung geschrieben hat und sich dann gleich die Stelle aussuchen konnte.
15 Bewerbungen hab ich auch geschrieben, das finde ich nu nicht besonders außergewöhnlich.
Und nach dem AIP übernommen zu werden, war ja auch alles andere als selbstverständlich.

Also, ich halte die AIP-Abschaffung immer noch für das beste, was den Ärzten in letzter Zeit passiert ist.

Lg, Ute

hiddl
16.03.2006, 15:12
als es das AiP noch gab, gabs auch nicht stellen wie sand am meer. auch damals gab es genauso fächer, in denen man schwierig stellen gefunden hat.

ausserdem hatte man während des aip ständig panik, ob man auch übernommen wird, denn meistens waren 2 oder 3 aip eingestellt, aber es gab nur eine assi-stelle.

fraggle

Na, zwei Doofe, ein Gedanke ;-)

Tombow
16.03.2006, 15:31
Es war ja durchaus nicht so, daß man mal eine Bewerbung geschrieben hat und sich dann gleich die Stelle aussuchen konnte.

Aber besser als die heutigen Umstände im Bezug damit, wieviel Erfolg man mit seinen Bewerbungen gehabt hat. Denn bei 15 Bewerbungen hast du dir sicherlich auch die Stelle aussuchen können und nicht die erstbeste nehmen müssen, wie es heutzutage den meisten passiert. Ich verkläre hier nichts, sondern zeige nur die Tatsachen auf.

Und das Scheinargument mit der Übernahme ist wieder einmal eine Nebelkerze von Dir - wenn man nicht übernommen wurde, hat man doch garnicht so schlechte Chancen auf eine andere Stelle gehabt. Außerdem, ich kann mir denken, daß weitaus nicht jeder AiPler eine Übernahme angestrebt hat.

EDIT: Und wieder ein Beweis, das der satte den hungrigen nicht verstehen kann:

ich habe nur behauptet, daß man für die schlechten Arbeitsbedingungen wenigstens ein halbwegs ordentliches Gehalt bekommt und nicht mehr wie zu AIP-Zeiten einen Hungerlohn.
Wenn man eine Stelle innehat, kann man auch so philosophieren. Wenn man trotz Bewerbungsmarathons keine kriegt (und wie du siehst, ist das bei den meisten hier die Regel), dann kann ich wieder mal über dein Zynismus nur den Kopf schütteln.

FrederikMD
16.03.2006, 15:41
Ich denke, die AIP Abschaffung war nötig und wichtig, dass damit mehr Stellen unweit über dem Bafög Satz geschaffen wurden sollte einen vollausgebildeten Dr. med. da nicht wirklich freuen. ICh denke, das Problem liegt in der fehlenden Karriereorientierung vieler Mediziner. Oft wird das ganz breite Spektrum gelobt und propagiert, was passiert ist, dass die Chefs auf die Unterlagen gucken und sich fragen, was man eigentlich mit diesen "" Allroundern "" in einer Spezialisierung soll.

Ich verstehe ja Tombows Bewerbungsfrust, trotzdem sind die Art und Weise wie und was er sagt für mich völlig unverständlich.

Ach ja, von meinen ca. 20 Medizinerkollegen, bei denen ich einen Karriereüberblick habe, haben alle Stellen bekommen, vielleicht sollte man selbstkritisch mal über den eigenen Lebenslauf lesen und sich fragen, ob es vielleicht an einem selbst liegen könnte...

hiddl
16.03.2006, 15:45
Und das Scheinargument mit der Übernahme ist wieder einmal eine Nebelkerze von Dir


zum Glück ja nicht nur von mir, sondern zum Beispiel auch von Fraggle
:-))

Aber ich geb's auf:

Liebe Arbeitgeber,
hier ist ein junger, motivierter Kollege, der gerne voll arbeiten möchte für ein halbes Gehalt.
Interesse?


wobei mich wegen der Vergleichbarkeit ja jetzt doch mal interessieren würde: wie alt? wie lange studiert? Note? Doktorarbeit fertig?

Coxiella
16.03.2006, 16:00
wobei mich wegen der Vergleichbarkeit ja jetzt doch mal interessieren würde: wie alt? wie lange studiert? Note? Doktorarbeit fertig?

DAS würde mich auch mal interessieren..... :-)

Golfina
16.03.2006, 16:20
Ich wäre auch für das kleinere Haus aus o.g. Gründen. 4 Jahr WB sind doch ausreichend, dann will man vielleicht auch noch mal was anderes sehen? Wohnmöglichkeit findet sich auch immer irgendwie, zur Not wohnst du erst mal in einem kleinen Gasthof. Ernsthaft, das macht eine Kollegin von mir und ist so zufrieden, daß sie nix anderes suchen will.

Golfina
16.03.2006, 16:21
Ooops, seh gerade, daß da ja ein Schlafplätzchen dabei wäre. Na dann, umso besser! Guten Start!

Picknicker
16.03.2006, 16:32
Fertige Promotion, 12 Semester studiert, Note (vor 3.Stex) 2,5. Und trotzdem nix. Frustrierend....

Tombow
16.03.2006, 16:37
Dr.Arbeit eingereicht, 5 Paper, davon eins als Erstautor ( insgesamt um die 18 Impact Points), 2 Vorträge, 18 Poster, Medizinstudium von 2000 bis 2005, vorher 2 Jahre Zahnmedizin (Zugang als Ausländer erst über Fachwechsel möglich gewesen), Gesamtnote 2.83, HiWi-Arbeit während des gesamten Studiums, mittlerweile 29J, Empfehlungsschreiben und Arbeitszeugnisse vorhanden. Und dennoch fast nur Absagen. Meistens wird man nicht einmal zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Picknicker
16.03.2006, 16:41
Ähem... :-blush

Evil
16.03.2006, 16:46
Dr.Arbeit eingereicht, 5 Paper, davon eins als Erstautor ( insgesamt um die 18 Impact Points), 2 Vorträge, 18 Poster, Medizinstudium von 2000 bis 2005, vorher 2 Jahre Zahnmedizin (Zugang als Ausländer erst über Fachwechsel möglich gewesen), Gesamtnote 2.83, HiWi-Arbeit während des gesamten Studiums, mittlerweile 29J, Empfehlungsschreiben und Arbeitszeugnisse vorhanden. Und dennoch fast nur Absagen. Meistens wird man nicht einmal zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Du falsch machst, Tom.
Hier in Hagen rennen mir die Internisten, die Chirurgen, die Urologen und weiterhin die Anästhesisten die Bude ein, wo ich denn weiterarbeiten möchte (alls Allgemeinmediziner) und in Wuppertal hat ein Kumpel von mir auch sofort eine Stelle in der Anästhesie gefunden.

Wo's nach wie vor schwierig ist, sind Fächer wie Auge und Kinder.

Ach, und ich bin heilefroh, daß ich nicht mehr nach AiP-Status bezahlt werde!!



hast vielleicht recht aber im nachhinein beide threads zusammenzuführen überfordert mein iq :-)) du kannst gern übernehnen oder administrator
:-party Hab ich mal übernommen...

eatpigsbarf
16.03.2006, 16:56
Ich muss ganz erlich sagen, dass ich keinerlei Probleme hatte, Einladungen auf meine Bewerbungsgespraeche zu bekommen. Ich habe mich Anfang des Jahres (also Ende Januar) bundesweit fuer Innere beworben (nur Uniklinken oder grosse Lehrkrankenhaeuser) und habe -um nur einen Ueberblick ueber meinen "Verkaufswert" auf dem Stelenmarkt fuer Internisten zu erlangen- 20 Bewerbungen losgeschickt. Davon sind 3 Absagen gekommen, 11 Anrufe mit Einladungen zum Vorstellungsgespraech (sogar gleich am Telefon, wo ich direkt vom Chef angerufen wurde oder von Sekretaerin zwecks Terminvereinbarung, damit ich "nicht extra den weiten Weg von Hannover nach Muenchen fahren muss"). Und von den restl. Kliniken habe ich Schreiben bekommen von wegen "grad keine Stelle frei, wir werden uns aber bei Ihnen melden und moechten daher Ihre Unterlagen behalten" (was mich nicht interessiert, weil ich ja definitiv eine Stelle haben will und nicht Hartz IV-abhaengig werden moechte.
Auch ich hab kein 1er-Examen und keine Doktorarbeit in der Inneren. Auch kannte ich keinen der Profs und Chefs, da ich keinerlei Vit. B. in der Inneren habe. Blutiger Berufsanfaenger direkt von der Uni kommend bin ich auch...
Gut, allerdings hab ich so einige "Qualifikationen" in meinem Lebenslauf, die sich wohl sehr positiv ausgewirkt haben.
Aber so vom Stellenmangel habe ich gar nichts mitbekommen - eher das Gegenteil, denn ich musste absagen (mache jetzt keine Innere sondern gehe in ein anderes Fach).

Dr-Pizza
16.03.2006, 17:19
Das müssen aber sehr besondere Qualifikationen sein :)

Also bei mir siehts momentan so aus: ca. 18 Bewerbungen. davon 4 Vorstellungsgespräche, vielleicht 6 Absagen, von den anderen nichts gehört.

Eine Stelle wurde mir direkt nach dem Bewerbungsgespräch zugesagt, eine andere klärt sich erst noch (das wäre meine Wunschstelle, auch wenn es in einer anderen Stadt ist)...

Ingesamt gesehen hätte ich mir das einfacher vorgestellt und noch hab ich nix festes. Aber es ist doch durchaus möglich, was zu kriegen.

Trotzdem kann ich überhaupt nicht verstehen, wie man sich das AiP zurückwünschen kann :-((.

Peter_1
16.03.2006, 17:36
Lieber Tombow,

natürlich ist es momentan wieder schwieriger Stellen zu bekommen, wobei es immer noch relativ einfach bei uns ist (kommt natürlich aufs Fach darauf an) im Vergleich zu anderen Berufsanfängern. Hast Du Dir vielleicht mal überlegt das es auch an den Umstrukturierungen der Krankenhauslandschaft liegen kann, ich meine viele kleine Häuser machen zu und größere bauen Betten ab, dies ist ja auch politisch gewollt, hat aber rein gar nix mit der Abschaffung des AiP zu tun. Abgesehn davon gab es z.B. vor ca. 10-15 Jahren große Probleme überhaupt AiP Stellen zu bekommen, die Ära der völlig problemlosen Stellensuche wärte also (leider) nur kurz. Die "goldenen Zeiten" die Du so verklärst haben auch mit AiP nicht Jahrzehnte angehalten. Das AiP hatte null Vorteile sondern war eine erbärmliche Ausbeutung, Stellen nach dem AiP waren lange nicht sicher. Ausbildung? Da kann ich nur hohl kichern, wenn man Pech hatte wurde man als Blutabnehmer und Patientenaufnehmer weiter missbraucht, man war ja schließlich noch kein "Vollarzt". Rechte? Schonfrist? Gesetzliche Vorschriften? Als ob sich da irgendjemand drum geschert hätte, bzw. heute drum scheren würde. Ich jedenfalls habe noch nie jemanden von der Gewerbeaufsicht unsere Arbeitbedingungen im Krankenhaus überprüfen sehen, Du etwa?

Doc Hollywood
16.03.2006, 17:53
Auch wenn ich eigentlich noch nicht mitreden kann, weil meine Bewerbungen erst in 2 Wochen rausgehen:

1. Ich habe lange nebenbei in nem kleinen Krankenhaus gearbeitet, da sind viele AiPs gekommen und gegangen, übernommen wurden nur wenige. Geblieben sind häufig die "Gurken", die schon lange Assistenten waren, die jungen Aips sind, gerade als sie nach 1 1/2 Jahren so richtig fit wurden, rausgeschmissen worden. Insofern haben da viele das "Schlüsselloch", was wir jetzt als Anfänger erleben, nach 18 Monaten erfahren.

2. Ich bin heilfroh, dass ich von Beginn an voll verdiene. Ich denke meine Eltern/das Arbeitsamt/meine Bank/Ommas kümmerliche Sparbuchreste sind da meiner Meinung. Lieber zwei, drei Monate länger suchen und dafür auf soliden Beinen stehen, wenn man denn ne Stelle hat, statt sich nochmal 18 Monate von o.g. Instanzen subventionieren lassen zu müssen!

3. 20-40 Bewerbungen halte ich in Einzelfällen für normal, ein guter Freund von mir ist Soziologe mit hervorragendem Abschluss und einer Latte von Zusatzqualifikationen und Erfahrungen aus dem Studium... 250 Bewerbungen, 18 Monate arbeitslos, jetzt in einem Callcenter angestellt, um sich (nach 6 Jahren Studium) zu finanzieren. Sooo schlecht gehts uns da net!

4. Ich bin bestimmt kein Träumer, der jetzt mit 30% mehr Gehalt für 38,5h/Woche rechnet, aber ich bin schon - sagen wir mal guten Mutes - dass der aktuelle Arbeitskampf sich positiv auswirken wird. Jedenfalls werden diesmal die Arbeitgeber nicht damit davonkommen, einigen mehr zu zahlen und auf der anderen Seite noch mehr Stellen abzubauen... (will das hier nicht vertiefen, das gehört nicht in diesen Thread).


Das AiP war Ausbeutung pur und gehört für immer in den Orcus der Krankenhauspolitik. Was in den nächsten Jahren kommt, muss sich zeigen, aber wenn man was verändern will helfen Schwanzeinziehen und Buckeln nicht weiter, das haben wir Jahrzehntelang gemacht - mit welchem Resultat, sieht ja jeder.

:-meinung

morbidAngel
16.03.2006, 18:52
:-((

ich finde es auch gelinde gesagt völlig unverständlich aus irgendeinem bewerbungsfrust heraus erstens auf eine gesamtsituation zu schliessen und sich vor allem zweitens das unsägliche aip "zurückzuwünschen" oder schönzureden.

ärztemangel hin oder her, fest steht nunmal, dass es im moment recht einfach ist - v.a. verglichen mit anderen berufszweigen - eine stelle zu bekommen. im einzelfall mag das anders sein, dann sollte man aber auch vielleicht mal eine eigenanalyse starten. ich für meinen teil kenne fast nur leute, die weit unter 10 bewerbungen und das oftmals sogar regional begrenzt, geschrieben haben, und die haben alle recht flott etwas bekommen.

ich habe bisher 4 bewerbungen verschickt und vier vorstellunggespräche (innere, gastro, alles baden-württembergische unikliniken) bekommen, zwei bisher besucht, zwei zusagen.

:-dagegen

lichtbild beim fotografen gemacht? mit füller unterschrieben? :-D :-D