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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kein 3-dimensionales Sehvermögen?



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legend
17.03.2009, 14:09
Hallo. Hab den Beitrag hier gerade per Zufall gefunden und hab dazu mal eine Frage.

Gewöhnt man sich (das Gehirn) an diese Belastung? Also wenn man nur 2-dimensional sehen kann, müsste Autofahren, Tennis Spielen etc. eigentlich doch unmöglich sein, wieso geht das trotzdem?

Ist man dann zB im Tennis auf Lebenszeit eingeschränkt?

Freu mich auf Antworten,

mfG, legend

Muriel
17.03.2009, 14:26
Ich habe mir diesen alten Thread nicht mehr durchgelesen jetzt, so dass es sein kann, dass ich Dinge schreibe, die längst erläutert wurden, aber es war jetzt zu viel ;-) Du musst immer unterscheiden, ob ein Mensch von Geburt an aus welchem Grund auch immer kein räumliches Sehen hat oder ob er es erwirbt. Ein Kind, das es nicht anders kennt, als zweidimensional durch die Gegend zu laufen, wird im Allgemeinen keine wirklichen Probleme damit haben. Sollte man durch den Verlust eines Auges jedoch im fortgeschrittenen Alter mit der Zweidimensionalität konfrontiert werden, sieht es schon anders aus. Auch dann wird man sich daran gewöhnen, aber ich denke, die meisten dieser Personen werden ein Leben lang merken, dass es anders ist und zumindest unterschwellig Probleme haben (so zumindest meine Erfahrung bei Patienten, die nach zwei Jahren z.B. noch sagen, dass sie bei gewissen Sportarten z.B. nicht klar kämen). Letztendlich wird aber jeder eine andere Schwelle der Akzeptanz oder Gewöhnung haben, so dass allgemeingültige Aussagen schwierig sind.

Feuerblick
17.03.2009, 14:32
Nein, das Gehirn entwickelt Ausweichstrategien und bis auf minimale Einschränkungen bei Tätigkeiten, für die ein extrem gutes Dreidimensionales Sehen erforderlich ist (Tennis, Autofahren etc. gehören nicht dazu) kann auch jemand ohne 3-D-Sehen problemlos im Alltag bestehen.
Ein Beispiel: Warum wissen wir auf einem Foto, welche Dinge vorne im Bild sind und welche weiter entfernt sind? Weil unser Gehirn weiß, dass kleinere Gegenstände in der Regel weiter weg sind, Linien, die von anderen überschnitten werden, weiter hinten liegen etc. Genau diese Mechanismen perfektioniert das Gehirn bei fehlendem 3-D-Sehen. Das ist dann keine Mehranstrengung sondern lediglich eine andere Art der Verrechnung. 3-D-Sehen fordert ja vom Gehirn auch Rechenleistung...
Natürlich wird es einem Kind, das niemals dreidimensional gesehen hat, leichter fallen als dem Erwachsenen, der sein 3-D-Sehen aus irgendeinem Grund verloren hat (wobei der schon durch den "Grund" wie z.B. Schielen, Verlust eines Auges etc. deutlich gestört ist). Und natürlich wird der Erwachsene zeitlebens merken, dass ihm etwas fehlt und wird auch sicherlich bei schwierigeren Sehaufgaben Probleme bekommen. Prinzipiell aber kann sich das Gehirn gut anpassen. Einfach ein toller Computer, den Mutter Natur da gebaut hat! :-love

EDIT 1: Ich bin zu langsam für Kollegin Muri...

EDIT 2: Auch hier ist alles Übungssache. Wer nie oder selten Tennis spielt und gespielt hat, der wird natürlich zeitlebens Probleme haben, sein fehlendes 3-D-Sehen dabei zu kompensieren, wenn es ihm aus irgendeinem Grunde verlustig geht. Wer aber mehrfach wöchentlich trainiert, der wird irgendwann keine Einschränkung mehr bemerken.

hennessy
17.03.2009, 14:34
ein Kollege von mir hat von Geburt an kein 3-dimensionales Sehen. Er schlägt mich im Tennis nach Belieben und setzt auch nach der 4. Halben sein Bier exakt auf den Deckel.

legend
17.03.2009, 18:07
Vielen Dank für eure Antworten.

Also ob ich das schon von Geburt an habe, weiß ich nicht 100%, da müsst ich meine Eltern mal befragen ;) Spätestens aber seit dem 4. Lebensjahr. Nun bin ich fast 20 und kann mich eben auch nicht erinnern, irgendwann mal anders gesehen zu haben ;).

Tennis habe ich früher zum Spaß gespielt und wollte nun wieder anfangen und es auch etwas ernster betreiben. Daher hatte ich Bedenken, ob ich dort mögliche Einschränkungen habe und mir möglicherweise gleich etwas anderes suchen sollte ;)

mfG