Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geld oder Freizeit - Was ist euch wichtiger?



Seiten : 1 [2] 3

Halitosis
23.04.2006, 14:51
Wenn der Chef ebend das will, dann muss er es machen.
Dann müssen ebend Bulgaren, Russen usw. die Patienten behandeln

Feuerblick
23.04.2006, 14:55
Klasse, und ich beziehe dann Hartz IV. War nach über sechs Jahren Studium absolut mein Traum... *kopfschüttel* Die Alternative zu sagen "Wer mich nicht will, der hat halt Pech gehabt" zieht in dem Fall nicht wirklich. Die Klinik spart Geld und ich bin die Gelackmeierte. Ein wenig kurzsichtig... das ändert nichts und warten, bis das System zusammenbricht bzw. bis es sich nach dem Zusammenbruch aufrappelt, möchte ich auch nicht. Dann bin ich nämlich in einem Alter, in dem der Arbeitsmarkt mich nicht mehr haben möchte.

Na, egal... zurück bitte zur Umfrage. Mich interessieren nämlich auch noch andere Meinungen! :-dafür

Muriel
23.04.2006, 14:58
Na, egal... zurück bitte zur Umfrage. Mich interessieren nämlich auch noch andere Meinungen! :-dafür
ebenfalls :-dafür
Mich interessieren hier auch relastische Meinungen und kein Dummschwätzergewäsch, das vollkommen an der Realität vorbei geht.

Halitosis
23.04.2006, 14:59
Also wenn du alles nicht willst und für dich nichts in Frage kommt, dann musst du ebend das machen, was man die vorschreibt. Dann musst du ebend für das Geld arbeiten, was man dir bietet.

Und wenn man mit Harz 4 irgendwann mehr mehr verdient, als als Arzt, warum denn nicht harz 4 ?. Da haste dann beides Geld und Freizeit :-))

Feuerblick
23.04.2006, 15:01
Also wenn du alles nicht willst und für dich nichts in Frage kommt, dann musst du ebend das machen, was man die vorschreibt. Dann musst du ebend für das Geld arbeiten, was man dir bietet.

Und wenn man mit Harz 4 irgendwann mehr mehr verdient, als als Arzt, warum denn nicht harz 4 ?. Da haste dann beides Geld und Freizeit :-))Zu Punkt 1: Mach ich doch. ICH brauche nicht nen Haufen Kohle auf meinem Konto...

Und zu Hartz IV: Hast du JEMALS versucht, Geld vom Staat zu bekommen und dich mit dem Wust an Formularen und Bedingungen auseinandergesetzt? Nein? Dann solltest du das mal tun und wir reden nochmal.

Christoph_A
23.04.2006, 15:06
Ich hab mir jetzt die Diskussion etwas angeschaut und möchte nochmal meinen Senf abgeben. Unter 2000 Euro netto halt ich meinen Fuß sicher nicht aus dem Bett. Komme mit Diensten jetzt so auf 2300-2500 Euro netto, das liest sich unterm Strich ja erst mal gar nicht schlecht und ich weiß, daß viele hier weniger kriegen. Aber rechnet doch mal hoch, ich hab ne 70-90 Stundenwoche und dann nehmt mal den Stundenlohn-dafür würd kein Fließbandarbeiter bei ZF Kugelfischer an die Maschinen gehen, deshalb find ich 30% mehr sicher nicht zu hoch-oder, wenns denn gar nicht anders geht, mein jetziges Gehalt für ne reine 40h Woche.
Mit den ausländischen Arbeitern ist das so ne Sache-viele Patienten murren und motzen, wenn sie von Leuten behandelt werden, die a) oft nicht grad klasse deutsch und insbesondere Dialekt verstehen und b) auch in ihrem Ausbildungsstand nicht mit uns vergleichbar sind.
Denn die Länder in Europa, die wesentlich besser ausbilden als wir, zahlen auch alle besser ( Schweiz, Nordeuropa, Holland ), da würd keiner nach D zum Arbeiten gehen, weil hier die Bedingungen so toll sind.
Man kann es jetzt natürlich machen, wie einige Kollegen hier und immer von einer Stelle zur nächsten wegrennen und im frust versauern, oder man kann aggressiv nach vorn gehen und sagen: Jetzt reichts. Ich gehör zur letzteren Sorte. Sollte sich bis zum Ende meines aktuellen Vertrages nicht signifikant was ändern, dann werd ich meine nächste Unterschrift nicht in D setzen!

Muriel
23.04.2006, 15:10
Christoph,
um noch mal auf den eigentliches Sinn und Ausgangspunkt dieser Diskussion zurückzukommen, eine Frage: Was siehst Du denn jetzt als tatsächlich erstrebenswerter an: Dein jetziges Gehalt bei sagen wir mal 50h inkl Dienste (die 40h sind ja eh utopisch) und damit etwas mehr Freizeit oder sind prinzipiell 70-90h (mit entsprechendem Lohn) für Dich ok?

Halitosis
23.04.2006, 15:18
Ich hab mir jetzt die Diskussion etwas angeschaut und möchte nochmal meinen Senf abgeben. Unter 2000 Euro netto halt ich meinen Fuß sicher nicht aus dem Bett. Komme mit Diensten jetzt so auf 2300-2500 Euro netto, das liest sich unterm Strich ja erst mal gar nicht schlecht und ich weiß, daß viele hier weniger kriegen. Aber rechnet doch mal hoch, ich hab ne 70-90 Stundenwoche und dann nehmt mal den Stundenlohn-dafür würd kein Fließbandarbeiter bei ZF Kugelfischer an die Maschinen gehen, deshalb find ich 30% mehr sicher nicht zu hoch-oder, wenns denn gar nicht anders geht, mein jetziges Gehalt für ne reine 40h Woche.
Mit den ausländischen Arbeitern ist das so ne Sache-viele Patienten murren und motzen, wenn sie von Leuten behandelt werden, die a) oft nicht grad klasse deutsch und insbesondere Dialekt verstehen und b) auch in ihrem Ausbildungsstand nicht mit uns vergleichbar sind.
Denn die Länder in Europa, die wesentlich besser ausbilden als wir, zahlen auch alle besser ( Schweiz, Nordeuropa, Holland ), da würd keiner nach D zum Arbeiten gehen, weil hier die Bedingungen so toll sind.
Man kann es jetzt natürlich machen, wie einige Kollegen hier und immer von einer Stelle zur nächsten wegrennen und im frust versauern, oder man kann aggressiv nach vorn gehen und sagen: Jetzt reichts. Ich gehör zur letzteren Sorte. Sollte sich bis zum Ende meines aktuellen Vertrages nicht signifikant was ändern, dann werd ich meine nächste Unterschrift nicht in D setzen!


100 % ZUSTIMMUNG !!!!!!!!!!!! :-dafür

Hab ich auch so gemacht und bereue nichts
Und es wird sich nichts Signifikantes ändern
Die Metaller holen jedes Jahr große Zuwächse für ihre Mitglieder raus und ständig neue Einmalzahlungen.

Feuerblick
23.04.2006, 15:20
...und nachdem das geklärt ist....

ZURÜCK ZUM THEMA!!!!!!! :-dafür

macepaker
23.04.2006, 15:22
Bei solchen Diskussionen fallen mir immer wieder ein paar Sachen auf, die ich bei bestem Willen nicht verstehe:
1. Warum, verdammt nochmal, sind wir die einzige Berufsgruppe, die sich sorgen macht, woher unser Gehalt kommt? Jedes Mal, wenn über Gehaltsvorstellungen gesprochen wird, fängt jemand darüber an, zu debattieren, wie "man" denn nun das Gesundheitssystem reformieren müsse, um unsere Gehälter zu finanzieren und nebenher allen Anderen gerecht zu werden. Dafür gibt's Politiker, die im Übrigen nicht so grosse Probleme haben, der Bevölkerung die X-te Steuererhöhung zu eröffnen.
Glaubt _irgendjemand_, Straßenarbeiter, Müllmänner oder IG-Metaller diskutieren darüber, woher ihr Lohn kommt??
2. Wieso verfällt das Gros meines Berufsstandes dann meistens entweder in Fatalismus (wird ja eh alles nix, aber ich kann ja nich anders) oder so eine Art depressiven Zynismus?
Alle paar Wochen sind zehntausende Mediziner auf den Strassen und ... _streiken_. Ich persönlich kann mich nicht daran erinnern, dass es jemals vorher sowas gab.
Das hat nicht damit zu tun, dass jetzt plötzlich alle wacherden (stimmt, DAS ist traurig), sondern, dass es zu wenig Mediziner gibt, die sich das noch antun.
3. Wieso glaubt jeder, dass wir ein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn wir 30% mehr Lohn fordern, bzw. beharrt darauf, dass wir nicht damit durchkommen?
Stellt Euch vor, die ehemaligen "Götter in weiß" besitzen die Unverschämtheit zu streiken, die 30% zu fordern und die meisten (Ok, manchen muss man die 30 erklären) Patienten, bzw. Medien stehen hinter uns!
Ich hab nie vorher so viele Ärzte-arbeiten-sich-den-Hintern-weg-Dokus im Fernsehen gesehen, als in letzter Zeit & mit Pro-Ärzte-Patienten geredet.

Zu den osteuropäischen Kollegen (denn aus Schweden kommt wohl keiner zu uns ;-) ) :
Richtig, etliche chirurgische Assistenten kleiner Häuser sind inzwischen osteuropäischen Ursprungs, aber das liegt sicher nicht daran, dass die Chefs die sich aussuchen, weil die ja so schön billig sind. Den Job will unter den Bedingungen keiner mehr machen!!! Inzwischen sagen doch schon etliche Politiker, dass man nicht deutsche Ärzte teuer ausbilden und dann die zumindest billiger (evtl. schlechter?) ausgebildeten Ärzte importiern kann.


...Sorry, das musste ich mal loswerden, weil mich (der durchs PJ auch zu Genüge desillusioniert worden ist) solche Debatten ziemlich runterziehen.
Naja, ich will beides
Umsetzten sollen die Politiker das, ich bin auf der Seite, die das Druckmittel hat. (wenig Ärzte->einfach Nachfrage&Angebot, Patienten wollen ausgeruhte und gut ausgebildete Ärzte) Sollte es nichts werden, schau ich mich im Ausland um. :-winky

EDIT:
UI, sorry Feuerblick (so lange geschrieben) :-blush . Ich also beides.

Halitosis
23.04.2006, 15:37
Ich wollte beides und habe beides bekommen.

Bin im übrigen auch der Meinung, die 30 % mehr sind ein MINIMUM. Bei anderen Berufsgruppen fragt und zweifelt keine SA... ob das geht, ob das überhaupt vertretbar wäre, ob man das eigentlich machen dürfe.

ES WIRD GEMACHT.

Und nochmals wiederhole ich, wo ich ein faires Gehalt für den Arzt sehe als Assi um die 2500-3000 netto , später 4500- 5000 netto bei einer 42-49 Stundenwoche. Da hat man beides Geld und Freizeit.

Und wenn andere sagen, das wäre nicht finanzierbar, kann ich nur müde lächeln, und sagen doch , wäre es....

In Deutschland wird das meiste Geld in die Gesunheitsprobleme hereingepumpt, nur beim Arzt kommt es nicht mehr an, aber alle anderen halten zwischendurch kräftig die Hand auf und sahnen ab.

Feuerblick
23.04.2006, 15:48
...und nachdem das geklärt ist....

ZURÜCK ZUM THEMA!!!!!!! :-dafürIch bin so frei und zitiere mich selbst...

Bier
23.04.2006, 15:57
Hallo,

also um mal konkret zu werden, würde ich z.B. eine 40 h Woche bei einem Gehalt von 2000 Euro akzeptieren. Wünschen würde ich mir z.B. eine 50 h Woche bei ca. 2500 Euro netto. Dies ist monetär betrachtet die absolute Untergrenze, da ich auch finde, dass der Arztberuf zu den besser bezahlten Berufen (Studiendauer, Verantwortung etc.) gehören sollte und zweitens das Gehalt im Rahmen der Globalisierung bzw. des freien Arbeitsmarktes in der EU an den Durchschnitt angepasst werden sollte. Mehr als 50 h pro Woche möchte ich nicht unbedingt arbeiten, alles jenseits von 60 h wäre für mich auch bei einem deutlich höheres Gehalt nicht akzeptabel.

Ich für meinen Teil bin ersteinmal gespannt, was der noch vor sich hinbrodelnde Streik "bringen" wird, ich werde wohl demnächst eine Stelle hier in D annehmen, falls sich jedoch in absehbarer Zeit nichts ändert, werde ich in alternative Berufsfelder (Pharmaindustrie) abwandern. Ich werde mich jedenfalls nicht für das marode Gesundheitssystem krummachen.

Gruss,

:-party

DoktorW
23.04.2006, 16:08
ich finde, dass das Eine auch das Andere bedingt! Wer viel arbeitet hat zwar viel Geld, aber wenig Zeit es auszugeben!

Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich nur wenige Dienste machen muss in Frankreich, die aber super bezahlt sind und mit denen ich schon fast auf mein Monatssoll komme.

Muriel
23.04.2006, 16:32
Was meinst Du jetzt genau mit Monatssoll?

DoktorW
23.04.2006, 16:38
an Stunden! Die 8 Dienste plus 2 "normale" Tage reichen aus.

Muriel
23.04.2006, 16:41
ok, ich blick da noch immer nicht ganz durch die französischen Bedingungen durch. Bedeutet das, dass Du eine Stundenzahl hast, die Du abarbeiten musst, wann auch immer (also normaler Tagdienst in der Woche bzw. WE, Nächte...) und dann je nach At des Dienstes dafür bezahlt wirst? Hört sich nicht verkehrt an, glaub aber kaum, dass es so ist, ansonsten frische ich mein Französisch doch noch mal auf ;-)

Picknicker
23.04.2006, 17:04
Ehrlich gesagt hab ich mich schon seit den ersten Semestern damit abgefunden, mal viel zu arbeiten. Mehr als 50 Stunden sollten es aber nicht sein, auch wenn das relativ utopisch ist. Aber dafür würde ich dann auch ein geringeres Gehalt in Kauf nehmen. Aber es sollte schon reichen, um ein einigermaßen passables Leben zu führen. Ein Nettogehalt von 2000-2500 Euro würde mir vollauf reichen und das fände ich auch angemessen. 5000 Euro netto würde ich auch nehmen, aber das ist nun doch völlig überzogen, das kommt hier in D nie durch. Man muß auch sehen, daß unsere Situation soo schlecht nicht ist: wir sind vom kaputten Rentensystem abgekoppelt, unsere Jobaussichten sind relativ rosig und der Verdienst ist einigermaßen OK. Andere Berufsgruppen (z.B. Biologen u.Ä.) sind richtig besch*ssen dran, die arbeiten auch bis zu 80 Wochenstunden, bekommen ein absolut lächerliches Pseudogehalt und die Arbeitsbedingungen sind auch mies.
Insgesamt ist es in D doch so, daß nur die sogenannte "ehrliche" Arbeit (was für ein Blödsinn) was zählt, man wird ja schon als Student schief angesehen und darf sich die diversen Vorurteile anhören, und als fertiger Uniabsolvent badet man ja sowieso in Geld, so die landläufige Meinung. Als Türenmonteur bei Audi oder VW bekommt man 3-4000 Euro, für nicht mal 40 Wochenstunden Arbeit und findet das sogar noch zu wenig. Die Politik sollte sich mal um einige akademische Berufsgruppen kümmern und deren Bedingungen verbessern, die Ausbildung ist teuer genug. Aber bei der Bildzeitung rennt man damit keine offenen Türen ein...Deswegen sind "unsere" Streiks absolut wichtig und richtig. Mal schauen, was dabei rauskommt, viel Hoffnung hab ich ja nicht...Ach ja, zum Thema: Freizeit!

turinep
23.04.2006, 17:19
Mehr als 50 Stunden sollten es aber nicht sein, auch wenn das relativ utopisch ist. Aber dafür würde ich dann auch ein geringeres Gehalt in Kauf nehmen. Aber es sollte schon reichen, um ein einigermaßen passables Leben zu führen. Ein Nettogehalt von 2000-2500 Euro würde mir vollauf reichen und das fände ich auch angemessen.

Realistisch sind 60-80 Stunden für 1800-2300 € netto...

Werwolf
23.04.2006, 17:21
... Mehr als 50 Stunden sollten es aber nicht sein, auch wenn das relativ utopisch ist. Aber dafür würde ich dann auch ein geringeres Gehalt in Kauf nehmen. Aber es sollte schon reichen, um ein einigermaßen passables Leben zu führen. Ein Nettogehalt von 2000-2500 Euro würde mir vollauf reichen und das fände ich auch angemessen....

OK. Du möchtest also für 50h Arbeit 2000-2500 Tacken verdienen. Klingt vernünftig und angemessen. Wirst Du aber (zumindest momentan in D) nicht kriegen. :-((

Ich möchte am Ende des Monats gute 2000 € auf meinem Konto haben. Mein Grundgehalt liegt bei 1700€. Die Differenz will (und muß) ich mir auf Kosten meiner Freizeit durch Überstunden und Dienste dazuverdienen. In Anbetracht der Tatsache, daß Dienste unter der Woche mies bezahlt werden, mache ich dann auch mal´n WE mehr. Das werde ich nicht ewig durchziehen können und wollen. :-nix Früher oder später wird mich aber eh der Schichtdienst heimsuchen. Bis dahin schaffe ich ein bißchen mehr -auch auf Kosten der Freizeit- und kann mir lauter Dinge kaufen, die ich schon immer dringend nicht gebraucht habe.:-)) :-D (By the way: braucht man ´n PDA? *liebäugel* :-)) )

Nichtsdestotrotz ist mir die Freizeit, die ich habe, extrem wichtig. Ebenso meine sozialen Kontakte. In diesem Sinne... :-party ... wird das sauer verdiente Geld in den nächsten Kneipenbesuch investiert :-D