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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : *** INFO *** Demo gegen Studiengebühren



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Hessejung
19.05.2006, 09:25
Ach ja, die Corts Aussage mit dem Bier und den Zigaretten find ich einfach nur lächerlich!!!!!!!!!!!!!

Da sieht man mal wieder wie volksnah unsere Politiker stehen!!!

mc300
19.05.2006, 11:57
Was ist das eigentlich für ein bescheuertes Motto "Dumm ist Doof"?! Wogegen oder wofür sollen wir denn da demonstrieren? Soll ich dagegen sein daß Dummheit doof ist? Oder dafür? Hm. Welcher Germanist hat sich den Schwachsinn denn einfallen lassen? Aber immerhin zwar sinnloser aber um einiges niveauvoller als der geistige Dünnschiß, den meine demonstrierenden Kommilitonen da lautstark auf Autobahnen und der Zeil absondern... Was mich auch nervt ist dieser moralische Druck, der aufgebaut wird von der Studentenvertretung, daß man demonstrieren müsse! Die tun ja so als wäre es die selbstverständliche Pflicht jedes einzelnen Studenten zu demonstrieren. Wer vertritt bei denen eigentlich wenigstens halbwegs meine Meinung? Niemand. Und dann wundern die sich wenn die Wahlbeteiligung im Keller ist.
Ich glaube (Achtung bösartig reaktionäre politisch unkorrekte Unterstellung) die haben alle von Mami und Papi zu viel von den '68ern gehört und wollen auch mal böse sein. Auch mal Abenteuer erleben wollen oder so. Verwöhnte Kinder die daheim nicht rebellieren wollten/konnten und jetzt ihre Pubertät in der Öffentlichkeit nachholen müssen.
So. Entschuldigung aber ich musste mich mal auskotzen. :-kotz

Moorhühnchen
19.05.2006, 14:09
Aber immerhin zwar sinnloser aber um einiges niveauvoller als der geistige Dünnschiß, den meine demonstrierenden Kommilitonen da lautstark auf Autobahnen und der Zeil absondern...

Du meinst "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut" ?? :-))

Moorhühnchen
19.05.2006, 14:21
Und letzthin ist es für mich sowieso nicht nachvollziehbar, warum selbst ein geförderter Krippenplatz bis zu 150 Euro im Monat kosten soll (pro Semester als 900 Euro, nur mal so als Vergleich), aber jeder Trottel, der sein Abitur geschafft hat, kostenlos studiert? Chancengleichheit fängt nicht erst an der Uni an, sondern mit der Geburt. Daß Kinderbetreuung teuer sein muß, scheint für die meisten selbstverständlich zu sein. Aber das ist ein anderes Thema.

Ok, ich sehe ein: hier gibt es ein gewaltiges Mißverhältnis!! :peace:
Wenn man es so sieht ist es natürlich total unverständlich, warum es noch keine Studiengebühren gibt!!

Aber auch da (denke ich) ist es so:
Die hohen Kosten für die Kinderbetreuung sind unter anderem deswegen zustande gekommen, weil Kinder eben NICHT auf die Straße gehen können, um zu sagen: "Ich will nicht, daß meine Eltern so viel Geld für meine Erziehung zahlen müssen!" :-(

Die Demonstrationen werden die Gebühren nicht verhindern, aber ich nehme es auch nicht einfach so hin!
Auch wenn die Demonstrationen den Steuerzahler einen Haufen Geld kosten, aber wo kämen wir den hin, wenn beispielweise die kurdische Bevölkerung hier ihren Nationalfeiertag mit Riesen-Demo in Frankfurt feiern darf und ich mich dafür schämen muß, demonstrieren zu gehen! :-meinung

mc300
19.05.2006, 15:14
Naja schämen muß sich dafür natürlich niemand. Jeder wie er meint. Und wenn du denkst daß das sinnvoll ist dann mach et. :-top

Und: Ja genau den Spruch meinte ich. Aber auch "Koch - A***loch" (oder so) find ich wahnsinnig gut. Dieser kreative Reim! Dieses geschliffene Versmaß! Unglaublich. Da gibts noch viel mehr Beispiele. Aber total geil sind diese Möchtegern-Rudi-Dutschkes die hin und wieder das Megaphon an sich reißen und die Massen zu mobilisieren versuchen. Sehr unterhaltsam. :-sleppy
Sorry ich finds einfach nur peinlich. Wenn es dem Frustrationsabbau dient bitteschön. Aber geht da nicht vielleicht ein bißchen mehr Niveau? Es ist immerhin eine Studentenkundgebung und nicht der Aufmarsch der IG Metall Abteilung Castrop-Brauxel Ost...

Recall8
19.05.2006, 16:09
@ mc300:

Sowas habe ich ja noch nie gehört bzw. gelesen.
In meinen Augen wissen viele Dt.Staatsbürger gar nichts mehr mit der einst errungenen Demokratie anzufangen. Die Studenten, die protestieren, protestieren bestimmt nicht, weil sie sich austoben wollen. Was fürn Phrasengedresche.Sorry. Und zudem geht es doch mittlerweile garnicht mehr nur um Studiengebühren.

Das Problem ist doch, dass sie viele zu fein sind um überhaupt per Demo auf sich aufmerksam zu machen.
Ich bin mir dafür nicht zu fein und werde weiterhin demonstrieren. Gerade als Mediziner sollte man wissen,dass der Mensch ein Rudeltier ist und der Deutsche ist dafür bekannt, dass er nen Führer braucht. ;-)
Ich bin froh,dass es noch Leute , sog.Möchtegern-Rudi-Dutschkes gibt, die hin und wieder das Megaphon an sich reißen um die Massen zu mobilisieren.

Natürlich dienen die Demos auch dem Frustrationsabbau, aber warum auch nicht? Wenn du jemanden brauchst,der deine Meinung vertritt, dann such dir deine Leute. ;-)
Es zwingt dich niemand zu demonstrieren.

Die allgem.Studiengebühren werden genauso wie die Langzeitstudiengebühren die Lehre verbessern. Nämlich von denen kommt NICHTS an den Unis an.
Zudem werden durch STudiengebühren weniger Studenten immatrikuliert sein und da letztendlich die Zuschüsse des Landes Hessen an die Studierendenzahl gekoppelt ist. werden Mindereinnahmen folgen.

PhineasGage
19.05.2006, 16:55
Wen es interessiert:
So geht unsere Staatsmacht mit Akademikern um(Beispiel einer StugebühDemo in Düsseldorf):

Audio (http://betonzeit.de/IMG/Audio-Dokumentation_-_Polizeiubergriff_Ddorf.mp3)

Hoffen wir, dass es morgen in Wiesbaden friedlicher wird und beide Seiten (!!!) besonnen agieren.
Ansonsten findet man auf www. asta-marburg.de noch einen Demoleitfaden...

LiQuiDsKy
19.05.2006, 17:41
Wer wirklich glaubt, dass die Studiengebühren eine Verbesserung der Bedingungen an den Universitäten bewirken, leidet wohl unter Realitätsverlust.

Nehmen wir mal an, dass die Einnahmen durch die Gebühren den Unis in vollem Umfang zufliessen. Was meint ihr wie schnell dann die Fördergelder von Bund und Land gestrichen werden, so das effektiv überhaupt keine Mehreinnahmen für die Unis vorhanden sind. (Wohl eher noch weniger Einnahmen aufgrund von ausbleibenden Immatrikulationen..)

Die Dummen sind doch dann wieder nur wir Studenten bzw. unsere Eltern. Das ganze läuft nur auf eine Umverteilung der Kosten hinaus, nicht mehr und nicht weniger..

:-meinung

Recall8
19.05.2006, 18:03
Wer wirklich glaubt, dass die Studiengebühren eine Verbesserung der Bedingungen an den Universitäten bewirken, leidet wohl unter Realitätsverlust.

Nehmen wir mal an, dass die Einnahmen durch die Gebühren den Unis in vollem Umfang zufliessen. Was meint ihr wie schnell dann die Fördergelder von Bund und Land gestrichen werden, so das effektiv überhaupt keine Mehreinnahmen für die Unis vorhanden sind. (Wohl eher noch weniger Einnahmen aufgrund von ausbleibenden Immatrikulationen..)

Die Dummen sind doch dann wieder nur wir Studenten bzw. unsere Eltern. Das ganze läuft nur auf eine Umverteilung der Kosten hinaus, nicht mehr und nicht weniger..

:-meinung

Eine der wenigen Aussagen, die ich so und nur so 100% unterschreibe.
Sehr schön :-top


Leider vergißt die Bevölkerung wohl auch noch weitere Einschnitte,denn da gibt es so nette Sache wie:Haushaltsbegleitgesetz.
1.Anhebung der Pauschalabgabe auf Minijobs
2. eine Kürzung der Bundesmittel für den Personennahverkehr in den Ländern 3. Einschränkungen von Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschlägen usw

Somit werden die Studis mit Minijobs, die nebenbei arbeiten, nochmals dafür bestraft, dass sie Stud.-geb.zahlen müssen. Wie geil das doch alles ist.

Flemingulus
19.05.2006, 18:23
Das Problem ist doch, dass sie viele zu fein sind um überhaupt per Demo auf sich aufmerksam zu machen.
Ich bin mir dafür nicht zu fein und werde weiterhin demonstrieren. Gerade als Mediziner sollte man wissen,dass der Mensch ein Rudeltier ist und der Deutsche ist dafür bekannt, dass er nen Führer braucht. ;-)
Ich bin froh,dass es noch Leute , sog.Möchtegern-Rudi-Dutschkes gibt, die hin und wieder das Megaphon an sich reißen um die Massen zu mobilisieren.


Momentmal?! Wer spielt jetzt in Deinem Bild den "Führer"??? Die Dutschkes? Ich glaub nicht, dass Herr Dutschke über diesen Vergleich sehr amüsiert gewesen wäre...

Jedenfalls isses mit Demonstrieren alleine nicht getan und so sehr ich mit Deiner Missbiligung der derzeitigen Verhältnisse konform gehe, jetzt kann ich eine frühere Aussage von mir grad rumdrehen: dumpfe Totalopposition ist genauso schädlich fürs Gemeinwesen wie stumpfes Nichtstun.

Und mit "mobilsierten Massen", die einem "Führer" (!!!!!) hinterherlaufen kann ich weder die Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse assoziieren noch mich in irgendeiner Weise sympathisieren!

*und jetzt wieder abreg*

Vielleicht habe ich Dich ja da jetzt auch total missinterpretiert, dann bitte ich um Richtigstellung meiner Irrigkeit und such schon mal die Asche für mein Haupt.

Recall8
19.05.2006, 18:38
Ich habe diesen Begriff eigentlich geradezu mit der Gewissheit gewählt hier ein paar erregte Gemüter zu erhalten. ;-)

Natürlich zeigst du gerade vorbildlich wie das Wort Führer intrepretiert wird und was mit diesem Begriff assoziiert wird.
Ich möchte das hier auch mal beenden und mich von deiner Interpretaion distanzieren.

Letztendlich habe ich ein viel größeres Problem damit, dass manche Zeitgenossen es sich nicht nehmen lassen sich einen biederen Scherz über die Demonstranten zu erlauben.
Wie erwähnt geht es MIR persönlich nicht nur um völlig überflüssige Studiengebühren, sondern um einen maroden Staat. Und dafür trete ich auch ein.
Auf einen Polizeistaat in dem mit Tränengas & Gewalt gg.Studenten habe ich jedenfalls keine Lust, gerade deshalb, da ich in einem Selbigen schon ein paar Jahre meines jungen Lebens verbringen durfte.

Flemingulus
19.05.2006, 18:51
Auf einen Polizeistaat in dem mit Tränengas & Gewalt gg.Studenten habe ich jedenfalls keine Lust, gerade deshalb, da ich in einem Selbigen schon ein paar Jahre meines jungen Lebens verbringen durfte.

Njet. Der Einsatz von Tränengas bei (friedlichen) Demos ist zwar völlig inakzeptabel (ich könnt jetzt auch irgendwas ähnlich intelligentes schreiben wie 1 + 1 = 2) aber noch nicht hinreichend für die Definition Polizeistaat. Polemik ist ein schlechtes Mittel um bei Skeptikern für seine Positionen zu werben. Und sich in der Gewissheit, dass die eigene Position richtig ist, auf die Insel der Seeligen zurückzuziehen... das ist die Straße, die in die Hölle führt.

Recall8
19.05.2006, 19:07
Njet. Der Einsatz von Tränengas bei (friedlichen) Demos ist zwar völlig inakzeptabel) aber noch nicht hinreichend für die Definition Polizeistaat. Polemik ist ein schlechtes Mittel um bei Skeptikern für seine Positionen zu werben. Und sich in der Gewissheit, dass die eigene Position richtig ist, auf die Insel der Seeligen zurückzuziehen... das ist die Straße, die in die Hölle führt.

Ich werbe nicht für meine Position und habe auch nie behauptet, dass mein Standpunkt der Weisheit letzter Schluss ist.
Man muss meine standpunkte ja nun wahrlich nicht teilen, es geht in meinen Augen um eine gerechte Sache und zwar darum weiterhin massive Einschnitte nicht tatenlos hinnehmen zu wollen.

Natürlich haben wir keinen Polizeistaat im Sinne einer Unterdrückung Andersdenkender und absolut repressiver Staatsgewalt. Polizeistaat ist jedoch reine Definitionssache. Letztendlich haben wir eine in nahezu allen Lebensbereichen normierte REchtsordnung, die einem Gesetz XYZ folgen muss.
Ich denke schon,dass wir in einer Form des Polizeistaates leben, repräsentiert durch all die netten Ämter und Regelungen, die uns vorschreiben, wir wir leben sollen/müssen.

Flemingulus
19.05.2006, 19:22
Ich werbe nicht für meine Position und habe auch nie behauptet, dass mein Standpunkt der Weisheit letzter Schluss ist.


Du SOLLTEST aber für Deine Position werben, das ist doch ein wesentliches Element der Demokratie. Aber jetzt lass ich mal meine Klugscheisserei, in der Ausgangsfrage der Studengebühren sind wir ja immerhin nah beeinander :peace: wobei Dein allgemeines Unbehagen mit unserem Staat meines offenbar doch deutlich übersteigt. Na gut, ich hoffe mal Du lässt Dich in Deinem Engagement nicht entmutigen aber auch nicht verbittern. So und jetzt pack ich noch den Lyrikhammer (au weh!) aus und dann is aber gut:

Du, lass dich nicht verhärten
in dieser harten Zeit.
Die allzu hart sind brechen,
die allzu spitz sind stechen
und brechen ab sogleich.

(Wolf Biermann, Ermutigung)

See you!

F.

Sidewinder
19.05.2006, 19:38
Diese ganzen Positionen sind ja auch alle einleuchtend und akzeptabel, was mich aber stört, das ist ganz einfach, daß es irgendwie nicht toleriert wird, wenn man anderer Meinung ist oder andere Ansichten hat und diese auch ganz unprovokativ darlegt.
Es geht immer nach dem Schema: entweder du demonstrierst mit uns oder du bist ein biederer Konformist, der zu allem Ja und Amen sagt, der immer schön kuscht, nie aufmuckt und sich alles gefallen lässt, weil du passiv und geduldig alles erträgst und somit der Allgemeinheit durch einen Mangel an Solidarität schadest.

Wenn ich auch nur einmal an der Uni die FRECHHEIT besitze und mich für die Studiengebühr ausspreche, dann bin ich ganz schnell der realitätsferne Staatskonformist, der sich am besten gleich gesteinigt gehört.
Ich akzeptiere ja den anderen Standpunkt auch und ich höre mir auch gerne die vorgebrachten Argumente an, aber wenn ich selbst mal was sage, dann schlägt mir meist ungebremst Polemik und sogar blanke Agression entgegen.
Das verstehe ich nicht, es ist kein Verbrechen einer anderen Meinung zu sein, gerade dafür steht ja auch diese ganze "Bewegung".

Nun gut, ich komm da einfach nicht ganz so dahinter, was ich aber immer sehe, das ist diese ganze Agression und Wut, die einem entgegenschlägt, und das von Leuten, die wollen, daß man sich ihre Argumente ruhig und besonnen anhört.
Ein Dialog kann nur stattfinden, wo auch die Bereitschaft dazu herrscht.

Hiermit verabschiede ich mich aus diesem Thread.

Rumpelstilzchen
20.05.2006, 07:18
Ihr Lieben, der Staat, auf den ihr jetzt schimpft, hat euch bis jetzt eine Menge Möglichkeiten eingeräumt, die ich mal kurz aufzählen will.

- Krippe, Kindergarten
- Schulbildung bis hin zum Abitur, und das kostenlos
- die Wahl zwischen Bundeswehr und Zivildienst
- ein Studium der Medizin, das bekanntermaßen sehr teuer ist und in letzter Zeit immer mehr Pharmareferenten hervorbringt anstatt Ärzten
- die meisten dürften auch während ihres Studiums kostenlos über die Eltern krankenversichert sein und trotzdem genießen sie die volle Versorgung

Einige hier haben eine Berufsausbildung absolviert, so auch ich. Das bedeutet, daß alle, aber auch wirklich alle, hier Anwesenden vom Gemeinwesen profitieren. Und dafür sollten wir dankbar sein und uns nicht am laufenden Band beschweren.

Deswegen bin ich für Studiengebühren: sie kommen (hoffentlich) den Universitäten zugute, verbessern damit die Lehre und unsere Ausbildung. Man kann nicht immer nur die Hand aufhalten und sich pampern lassen, sondern sollte bereit sein, auch mal was für die Gemeinschaft zu tun.

Dann bleibt noch die ultima ratio: Wem dieses Land mit seinen Stärken und Schwächen nicht gefällt, soll woanders hingehen, aber hier nicht Sozialkundeunterricht und Westentaschenrevolution spielen. Ein Studium ist genauso eine Berufsausbildung wie eine betriebliche Lehre, sei es nun zum Bankkaufmann oder Friseur, und keine Selbstverwirklichung.

Moorhühnchen
20.05.2006, 13:59
Ein Studium ist genauso eine Berufsausbildung wie eine betriebliche Lehre, sei es nun zum Bankkaufmann oder Friseur, und keine Selbstverwirklichung.

Wobei für mich eine Berufsausbildung (also hier: mein Studium) immer noch ein Ausdruck meiner Selbstverwirklichung ist...

Ich denke immer noch mit Schrecken daran, was gewesen wäre, hätte ich damals in der 11. Klasse die Schule abgebrochen, so wie mein Vater es von mir verlangt hatte.
Er war der Meinung, ich solle auf meinen eigenen Füßen stehen und nun Geld mit einer Ausbildung verdienen, da er mich nicht länger unterstützen könne!! (Dies geschah zu einem Zeitpunkt als er gerade das 2. Mal innerhalb kurzer Zeit arbeitslos wurde)

Ich weiß, das gehört nicht in die "Studiengebühren-oder-nicht-Diskussion" rein, aber das ist mein Beitrag zum Thema Selbstverwirklichung! :peace:

Recall8
20.05.2006, 18:20
Ihr Lieben, der Staat, auf den ihr jetzt schimpft, hat euch bis jetzt eine Menge Möglichkeiten eingeräumt, die ich mal kurz aufzählen will.

- Krippe, Kindergarten
- Schulbildung bis hin zum Abitur, und das kostenlos
- die Wahl zwischen Bundeswehr und Zivildienst
- ein Studium der Medizin, das bekanntermaßen sehr teuer ist und in letzter Zeit immer mehr Pharmareferenten hervorbringt anstatt Ärzten
- die meisten dürften auch während ihres Studiums kostenlos über die Eltern krankenversichert sein und trotzdem genießen sie die volle Versorgung

Einige hier haben eine Berufsausbildung absolviert, so auch ich. Das bedeutet, daß alle, aber auch wirklich alle, hier Anwesenden vom Gemeinwesen profitieren. Und dafür sollten wir dankbar sein und uns nicht am laufenden Band beschweren.

Deswegen bin ich für Studiengebühren: sie kommen (hoffentlich) den Universitäten zugute, verbessern damit die Lehre und unsere Ausbildung. Man kann nicht immer nur die Hand aufhalten und sich pampern lassen, sondern sollte bereit sein, auch mal was für die Gemeinschaft zu tun.

Dann bleibt noch die ultima ratio: Wem dieses Land mit seinen Stärken und Schwächen nicht gefällt, soll woanders hingehen, aber hier nicht Sozialkundeunterricht und Westentaschenrevolution spielen. Ein Studium ist genauso eine Berufsausbildung wie eine betriebliche Lehre, sei es nun zum Bankkaufmann oder Friseur, und keine Selbstverwirklichung.

PAH, was ne Argumentation.
Hätte glatt von Roland Koch kommen können.

Ein Krippen-und Kindergartenplatz ist heute schon lange nicht mehr garantiert, geschweige denn kostenlos und wenn, dann sind die Öffnungszeiten für Berufstätige oft unzureichend. Das ist irreführend, was oben geschrieben wurde.

1.Und wie kostenlos und überproportional "gut" Schulbildung (PISA rulez) doch war: Büchergeld, wodurch direkt die Lernmittelfreiheit abgeschafft wurde.Auch wenn es für viele unvorstellbar ist, aber die unsoziale Entwicklung ist schon heute für viele Eltern ein Kriterium ihren Kindern eine 8-9 jährige Gymnasialschulbesuch zu verwehren.
2.Stundenausfälle fast täglich.
3.Die An-und Abfahrt zur Schule und wieder zurück durfte selbst bezahlt werden.

Gottlob, ich habe eine Schulbildung genossen und das kostenlos.
Die Wahl zwischen Bundeswehr und Zivildienst als etwas hinzustellen, was mir die Gemeinschaft ermöglicht, ist absolut lächerlich.
Die Einberufungspraxis der Ersatzämter ist rechtlich höchst bedenklich, da de fakto nur noch Leute unter 23 Jahre angeschrieben werden/wurden.
Zudem ist es so,dass gerade studierwillige Abiturienten sehr viel öfter direkt den Dienst ableisten müssen,was vielen Azubis nach ihrer Ausbildung nicht tun müssen, da sie aufgrund Heirat,Tauglichkeitsstufe 3, Vater gesondert behandelt werden und verschont sind. Selbst Arbeitslose werden von dieser Zwangsrekrutierung oftmals verschont, allein 25% eines Jahrgangs werden gar nicht erst gemustert.Mittlerweile ist dies reine Willkür und gerade Zivildienstleistende besetzen in vielen Bereichen Fulltimejobs.
So viel zur praktizierten Wehrgerechtigkeit. Oh wie dankbar ich doch gegenüber dieser fairen Gesellschaft bin!

Ein Studium der Medizin ist zwar recht nah an einer Berufsausbildung dran, aber Studium bleibt Studium und somit im genuinen Sinne etwas, was dazu dient seinem persönlichen Interesse nachzukommen.

Unsere Gesellschaft basiert nun mal irgendwo auf dem Gemeinwesen.
D.h. noch lange nicht, dass man nicht kritisieren bzw. in Frage stellen darf.

Wenn ich überlege, welche Steuerbelastung auf dem Berufstätigen lastet ,frage ich mich schon, wo all diese Gelder hinfließen.


Studiengebühren sind natürlich super,wenn sie den Universitäten zu gute kommen. Aber dies ist doch einfach nur irrwitzig.
Wo kommen denn die Langzeitstudiengebühren an, etwa an den Hochschulen?

Und wenn ich sowas lese


Dann bleibt noch die ultima ratio: Wem dieses Land mit seinen Stärken und Schwächen nicht gefällt, soll woanders hingehen, aber hier nicht Sozialkundeunterricht und Westentaschenrevolution spielen

kann ich nur müde schmunzeln? Was möchtest du damit vermitteln?
Ist es nicht völlig weltfremd und irrrational sowas in den Raum zu stellen?
Entschuldige, aber ich bin mir sicher,dass du bei diesem Satz nicht nachgedacht hast.

Ganz Deutschland sollte auswandern....
Leider ist es für viele unverständlich,dass es nicht nur um läppische Studiengebühren geht, sondern auch um ständige zunehmende Steuerlast (auch für Studenten) durch Mwst., Erhöhung der Steuerbelastung auf Minijobs usw.

Ich finde es absolut NICHT im Sinne des angesprochenen Gemeinwesens derart zu argumentieren. Wenn ich demonstriere dann nicht nur wegen mir, sondern auch für die Leute, die sich ein Studium nicht mal eben leisten könne, die hunderte vol Kilometer von einer Uni entfernt wohnen, die in einer Familie mit 3,4,5 Kinder leben, die ALLE das gleiche Recht auf Bildung haben.

Rumpelstilzchen
20.05.2006, 18:54
Damit wäre ich auch aus dieser Diskussion raus.

FrederikMD
20.05.2006, 19:01
Ein Krippen-und Kindergartenplatz ist heute schon lange nicht mehr garantiert, geschweige denn kostenlos und wenn, dann sind die Öffnungszeiten für Berufstätige oft unzureichend. Das ist irreführend, was oben geschrieben wurde.
Wir leben ja auch nicht im Sozialismus, wo Kindererziehung ab Geburt von Staatswegen reguliert wird.


1.Und wie kostenlos und überproportional "gut" Schulbildung (PISA rulez) doch war: Büchergeld, wodurch direkt die Lernmittelfreiheit abgeschafft wurde.Auch wenn es für viele unvorstellbar ist, aber die unsoziale Entwicklung ist schon heute für viele Eltern ein Kriterium ihren Kindern eine 8-9 jährige Gymnasialschulbesuch zu verwehren.
2.Stundenausfälle fast täglich.
Liegt der Grund nicht darin, dass wir über 30 % des Haushaltes für Soziales ausgeben. Ich denke, unser System erlaubt jeden Eltern ein Kind bis zum Abitur zu bringen, wenn sie es nur wollten. Alles andere ist für mich ein herbeigezogenes Argument. Wenn wir andere Prioritäten hätten, würde Deine Schulbildung auch besser aussehen.


3.Die An-und Abfahrt zur Schule und wieder zurück durfte selbst bezahlt werden.
Warum sollte die Allgemeinheit dafür bezahlen, dass Du Dich ausbilden darfst?


Wenn ich überlege, welche Steuerbelastung auf dem Berufstätigen lastet ,frage ich mich schon, wo all diese Gelder hinfließen.
Vielleicht gehen 200.000 Euro davon in Dein kostenloses Medizinstudium!



Studiengebühren sind natürlich super,wenn sie den Universitäten zu gute kommen. Aber dies ist doch einfach nur irrwitzig.
Wo kommen denn die Langzeitstudiengebühren an, etwa an den Hochschulen?
Da Hochschulen in Deutschland ausnahmslos staatlich sind, und das Landesbudget den Hochschulrahmen trägt, ist es doch eigentlich relativ egal. Wenn man mit Studiengebühren Kürzungen des Haushaltes der Universitäten verhindert, gehört das zum Geschäft. Ausserdem, 500 Euro sind doch kein Geld für diesen Gegenwert!



Wenn ich demonstriere dann nicht nur wegen mir, sondern auch für die Leute, die sich ein Studium nicht mal eben leisten könne, die hunderte vol Kilometer von einer Uni entfernt wohnen, die in einer Familie mit 3,4,5 Kinder leben, die ALLE das gleiche Recht auf Bildung haben.
Jedes dieser 5 Kinder hat Anspruch auf Bafög, auf volle Unterstützung bis zum 27 (25) Lebensjahr. Wenn Du hunderte Kilometer von der Uni wegwohnst, ist doch was falsch gelaufen.

In meinem Umfeld hier sieht es so aus: Du bezahlst für Kindergarten, Schule und Uni. Viele 10.000e jedes Jahr. Dafür bekommt man Qualität. Für 500 Euro pro Semester ist da leider nicht viel zu erwarten...