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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nach wieviele Monaten hattet ihr euren ersten Dienst?



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sternschnuppe
29.05.2006, 15:20
Ich wollte gerne mal wissen, wann ihr euren ersten Dienst als Anfänger hattet. Da mir jetzt wohl ein recht schneller Start bevor steht bin ich neugierig, wie es bei euch so ist/war/sein wird.

Bin gespannt!!!

Feuerblick
29.05.2006, 15:26
Ich stimme jetzt mal nicht mit ab, weil ich die Frage so nicht beantworten kann.

1. Stelle Augenheilkunde in einer Mini-Privatklinik: 1. Dienst nach 4 Wochen (aber auch wenig anspruchsvolle Dienste, in der Regel ein Pat. pro Nacht und fast ausschließlich Fremdkörper)
2. Stelle Chirurgie (sozusagen Übergangsstelle): 1. Dienst nach zwei Wochen, aber Rufdienst nur für nächtliche OPs, 1. eigenverantwortliche Wochenendvisite nach drei Wochen.
3. Stelle Augenheilkunde: Hier scheint man etwa ein halbes Jahr lernen zu dürfen, bevor man verantwortlich auf die armen Patienten losgelassen wird. Es gehört auch zur Vorbereitung, dass man vorher bei Diensten einfach mitläuft. Klingt angenehm...:-D

sternschnuppe
29.05.2006, 15:29
Wow, schnelle Antwort!!!

Oh Gott, schon nach vier Wochen, sind die denn irre????????? Wie soll man das denn meistern????????? Oh Gott, oh Gott.... Kann man echt nur hoffen, gutes Pflegepersonal und einen netten Hintergrund zu bekommen.

hypnotel
29.05.2006, 15:38
Nach meinen Kenntnissen wird man eher schnell ins Wasser geworfen.
Erfahrungen von Freunden: Unfallchirurgie 2 Wochen; Anästhesie 1 Woche; Neurologie wenige Wochen.

Ruhig Blut, die Kollegen haben's auch überstanden. ;-)

Die Niere
29.05.2006, 16:21
Notfall-Nachtdienst nach 5 Wochen. War ziemlich mulmig und mein Hintergrund musste halt auch ein wenig öfter geweckt werden als es heute der Fall ist :-))

gruesse, die niere

Evil
29.05.2006, 17:38
Anästhesie 1 WocheAber dann nicht als einziger Anwesenheitsdienst, oder? Wenn ich mir vorstelle, nach 1 Woche schon allein mit Not-Sectiones, Notfall-PTCA und Polytraumabereitschaft konfrontiert zu sein... und der oberärztliche Hintergrund mindestens 20 Minuten entfernt...

Daher hatte ich auch in der Anästhesie 1/2 Jahr Schonzeit, früher durften hier die AiPler überhaupt keine Dienste machen.

Demnächst in der Chirurgie werden es genau wie in der Inneren hier 4 Wochen bis zum 1. Dienst sein.

Muriel
29.05.2006, 17:48
Mittlerweile stehe ich ja auf dem Standpunkt, dass es tatsächlich die Dienste selber sind, die Dich dienstfit machen. Ob man zwei oder sechs Monate vorher gearbeitet hat, macht glaube ich relativ wenig aus. Dass man keinen so großen Schiss mehr hat, kommt nur dadurch, dass man mal Dienste gemacht hat (zumindest geht es mir so, wobei ich auch das Glück habe, mit klasse OAs zusammenarbeiten zu dürfen). Der größte Vorteil am späten Dienstbeginn ist meines Erachtens nach weniger das Fachliche als ganz einfach die mehr genossene Freizeit ;-)

Ach so, ganz vergessen: Ich musste nach drei Monaten ran

Evil
29.05.2006, 17:52
Mittlerweile stehe ich ja auf dem Standpunkt, dass es tatsächlich die Dienste selber sind, die Dich dienstfit machen. Ob man zwei oder sechs Monate vorher gearbeitet hat, macht glaube ich relativ wenig aus. Dass man keinen so großen Schiss mehr hat, kommt nur dadurch, dass man mal Dienste gemacht hat (zumindest geht es mir so, wobei ich auch das Glück habe, mit klasse OAs zusammenarbeiten zu dürfen).Da ist was dran, aber wenn es wirklich mal auf Minuten oder sogar Sekunden ankommt (Zugang legen, Intubation, Spinale vor Sectio), dann muß man es können.

Fino
29.05.2006, 18:36
Ich hatte meinen ersten Dienst am allerersten Arbeitstag :-notify

erbserl
29.05.2006, 18:55
Mein erster Dienst war nach einem Monat, Hintergrund war ausser Haus (telefonisch zu erreichen), ausser mir nur die Chirurgin im ganzen Haus und ich zuständig für 3 Stationen, Notaufnahme, ITS und Schlaflabor. Nachdem ich den Dienstpieper in die Hand bekommen hatte, saß ich erst einmal mit schöner Magenverstimmung (rein psychosomatisch :-blush )am KLo und überlegte, was wohl wäre, wenn gerade an so einem Moment Reanimationslarm los ginge.

Im Dienst hab ich gleich ein disseziertes Aortenaneurysma gehabt mit Hubschrauberverlegung etc, dazu gleichzeitig ein Lungenödem am sich-verabschieden und Vd. a. Apoplex, welches sich als Hyperkapnie mit pCO2 von 11 herausstellte..dazwischen der obligate Herzinfarkt, Unmengen an Blutzucker und der übliche Ambulanzkram. Insgesamt vielleicht 2 Stunden im Bett gelegen, vom Schlaf nicht die Rede, zuviel Adrenalin nach all dem... In unserem Haus meinten aber viele, der erste oder der zweite Dienst seien bei allen die Schlimmsten gewesen, dann legts sich wieder. Obwohl Hammer-Dienste an unserem Haus bereits meinen Namen als Synonym tragen (seufz, manche ziehen es eben an) muss ich sagen, man/frau gewöhnt sich an alles und irgendwann haut dich nichts mehr aus den Schlapfen!

In diesem Sinne Kopf hoch, was uns nicht umbringt, macht uns stärker! :-top

grep
29.05.2006, 19:14
Mein erster Dienst in der Unfallchirurgie nach zwei Wochen. Und? Superglueck!(?) Am Abend gab es Katastrophenalarm mit voller Bereitschaft des Krankenhauses aufgrund eines Schiffsungluecks vor der Kueste. Na toll, dachte ich. Und ich im ersten Dienst. Mein diensthabender Oberarzt musste in den Leitungsstab und konnte nicht in der Notaufnahme sein. Mann, hatte ich Muffensausen. Aber
Glueck gehabt. Die meisten Patienten sind in die Innere gegangen (wg. unterkuehlung) und nur wenige Unfallchirurgische, und nix ernsthaftes. Haette aber auch anders ausgehen koennen......

Pünktchen
29.05.2006, 19:23
darf ich eure dienstberichte verschieben in diesen thread?
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=27932

Hubschrauberfanatike
29.05.2006, 19:30
Im Dienst hab ich gleich ein disseziertes Aortenaneurysma gehabt mit Hubschrauberverlegung etc, dazu gleichzeitig ein Lungenödem am sich-verabschieden und Vd. a. Apoplex, welches sich als Hyperkapnie mit pCO2 von 11 herausstellte..dazwischen der obligate Herzinfarkt,

Und diese ganzen Dinge hast du dann einfach so alleine nach einem Monat erledigt? Hut ab, ich denke mal du bist in der Inneren oder? Hast du dann auch die Patienten intubiert und alles alleine geregelt? Oder stand dir ein Anästhesist zu Seite der den Patienten am Leben gehalten hat :-))

Also ich habe Morgen meinen ersten Dienst nach genau 6 Monaten und ich bin froh das wir bei uns in der Abteilung soviel Zeit haben, denn dann hat man wenigstens einen kleinen Erfahrungsgrundstock von dem man leben kann.
Erschwerend kommt ja noch die gängige Rechtsprechung hinzu, dass es in der Anästhesie gar nicht erlaubt ist als nicht Facharzt alleine Narkosen zu machen. Es muss ständig Ruf und Sichtkontakt gewährleistet sein. Von daher ist man Tagsüber schon auf sehr dünnem Eis. Da Frage ich mich wieso es in anderen Fachrichtungen so einfach möglich ist alleine rumzudoktern :)
Zum Glück passiert ja eher selten etwas :-top

actin
29.05.2006, 20:06
Mein erster Dienst war nach einem Monat, Hintergrund war ausser Haus (telefonisch zu erreichen), ausser mir nur die Chirurgin im ganzen Haus und ich zuständig für 3 Stationen, Notaufnahme, ITS und Schlaflabor. Nachdem ich den Dienstpieper in die Hand bekommen hatte, saß ich erst einmal mit schöner Magenverstimmung (rein psychosomatisch :-blush )am KLo und überlegte, was wohl wäre, wenn gerade an so einem Moment Reanimationslarm los ginge.

Im Dienst hab ich gleich ein disseziertes Aortenaneurysma gehabt mit Hubschrauberverlegung etc, dazu gleichzeitig ein Lungenödem am sich-verabschieden und Vd. a. Apoplex, welches sich als Hyperkapnie mit pCO2 von 11 herausstellte..dazwischen der obligate Herzinfarkt, Unmengen an Blutzucker und der übliche Ambulanzkram. Insgesamt vielleicht 2 Stunden im Bett gelegen, vom Schlaf nicht die Rede, zuviel Adrenalin nach all dem... In unserem Haus meinten aber viele, der erste oder der zweite Dienst seien bei allen die Schlimmsten gewesen, dann legts sich wieder. Obwohl Hammer-Dienste an unserem Haus bereits meinen Namen als Synonym tragen (seufz, manche ziehen es eben an) muss ich sagen, man/frau gewöhnt sich an alles und irgendwann haut dich nichts mehr aus den Schlapfen!

In diesem Sinne Kopf hoch, was uns nicht umbringt, macht uns stärker! :-top wow :-?

hypnotel
29.05.2006, 20:34
Aber dann nicht als einziger Anwesenheitsdienst, oder? Wenn ich mir vorstelle, nach 1 Woche schon allein mit Not-Sectiones, Notfall-PTCA und Polytraumabereitschaft konfrontiert zu sein... und der oberärztliche Hintergrund mindestens 20 Minuten entfernt...
Nein, nicht allein, handelt sich um eine doch größere Abteilung. Denke auch dass seine Vertrautheit mit selbiger dazu führte dass er so früh eingespannt wurde.
Der Kollege in der Trauma hingegen hatte quasi keine Schonfrist, Personal war knapp... lief wohl auch alles andere als schön ab inkl. letaler Embolie auf Station, er war mehr als überfordert. Denke aber eher dass letzteres ein unglücklicher Fall war, wie er an einem kleineren, schlecht organisierten Haus eintreten kann.

Was red ich, mir stehts selbst noch bevor... *verdräng ;-)

die chondropathia
29.05.2006, 20:37
<1 Monat. Begründung: Du bist ja kein AiPler mit Schonfrist...*seufz*

Lief aber prima! :-bee

Werwolf
29.05.2006, 21:02
Ich hatte meinen ersten Dienst nach einem Monat. War insofern blöd, als ich vor dem Dienst noch nicht auf der Ambulanz gearbeitet hatte und deswegen die Abläufe, Zettel, Formulare, etc. noch nicht so kannte. Ansonsten aber kein Problem, weil unser Haus zu groß ist, um einen armen Assi ganz einsam und alleine die ganze dunkle lange Nacht schuften zu lassen. Ist immer noch einer da... Dienst als Mannschaftsspiel! :-top
"Neeeee, da kann ich jetzt nicht hingehen. Der Patient braucht einen einfühlsamen, warmherzigen Arzt! Dich!!!!" - "Na gut! Aber dann gehst Du zu der Oma, die immer "Schwester" schreit!" :-wow :-))

Dr-Pizza
30.05.2006, 16:32
Bei mir in der Anästhesie gibt es 6 Monate Schonfrist. Und dann mal gucken, wohin es sich mit den Diensten entwickelt :)

erbserl
30.05.2006, 16:39
Und diese ganzen Dinge hast du dann einfach so alleine nach einem Monat erledigt? Hut ab, ich denke mal du bist in der Inneren oder? Hast du dann auch die Patienten intubiert und alles alleine geregelt? Oder stand dir ein Anästhesist zu Seite der den Patienten am Leben gehalten hat :-))

Also ich habe Morgen meinen ersten Dienst nach genau 6 Monaten und ich bin froh das wir bei uns in der Abteilung soviel Zeit haben, denn dann hat man wenigstens einen kleinen Erfahrungsgrundstock von dem man leben kann.
Erschwerend kommt ja noch die gängige Rechtsprechung hinzu, dass es in der Anästhesie gar nicht erlaubt ist als nicht Facharzt alleine Narkosen zu machen. Es muss ständig Ruf und Sichtkontakt gewährleistet sein. Von daher ist man Tagsüber schon auf sehr dünnem Eis. Da Frage ich mich wieso es in anderen Fachrichtungen so einfach möglich ist alleine rumzudoktern :)
Zum Glück passiert ja eher selten etwas :-top

Stimmt, bin Internistin :-)Also intubieren muss ich schon selbst und auch die wichtigsten intensivmedizinischen Dinge regeln, Anästhesist ist auch ausser Haus, aber in 5 min. da, wenn man ihn wirklich braucht (Man darf sich aber nachts bei Patienten ohne Druck mit Notwendigkeit eines ZVK schon mal anhören "dann stechen Sie eben die jugularis" oder "DEN reanimiere ich aber nicht!"). Und ich wurde den ersten Monat in die Chirurgie gescheucht zum Intubieren, trotzem wars ziemliche Glückssache. "Einfach so" hab ichs natürlich nicht geregelt *g* hab als erstes geplärrt "Holt den Chirurgen" *lol* weil die Diernsthabende war gerade zufällig (Gott-sei-dank)erfahrene Notärztin. und als die Dinge immer schlimmer wurden, ist halt der Hintergrund angekommen und hat mitgemacht. Für mich sind aber gerade in der allerersten Nacht sämtliche Anfänger-Alpträume wahrgeworden :-) Aber mittlerweile hab ich wirklich schon alles durch bis zu Leitung von Reanimationen bis zum I-Tüpfelchen der CPR-Standards, diverse Magensonden bei Ösophagusblutunhgen und Leute-am-Leben-halten und so ein zugegebermaßen hartes training on job beschert mir mittlerweile ruhigen Schlaf, wenn man weiß, egal was kommt, es wird schon klappen."rumdoktern" würd ich nicht dazu sagen, denn wenn man nicht weiterkommt, dann wird der Hintergrund angerufen und es läuft wirklich nichts schief, zumindest kann ich das von meiner bisherigen Zeit hier behaupten. Und ich denke, in allen kleineren Häusern läuft es gleich ab.

sassi80
30.05.2006, 20:33
ich htte fünf Wochen Schonfrist in der Neuro. Dann aber auch alleine mit Hintergrund 20 Minuten entfernt. Lief aber alles gut, ich fand's auch nicht zu früh... im Dienst lernt man eben doch am meisten!