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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anerkennung in Deutschland?



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MinnieDoc
01.10.2006, 15:55
Hallo ihr lieben,

ich werde nächstes Jahr versuchen einen Studienplatz in Innsbruck oder Wien zu ergattern.
Ich habe allerdings gehört, dass ein österreichisches Studium in Deutschland nicht anerkannt wird. Ist das wahr?
Gilt das nur für Prüfungen? So das man das Studium in Österreich beenden muss oder insgesamt.
Kann man als Absolvent des österreichischen Medizinstudiums in Deutschland arbeiten?
Vielen Dank für eure Antworten.
Liebe Grüße
MinnieDoc

Dr. Pschy
01.10.2006, 16:07
Benutz mal die Suchfunktion oder sieh dich hier im Oesterreich-Forum um, da ist alles schon beantwortet.

Kurz zusammengefasst:

Waehrend des Studiums wechseln ist fast ausgeschlossen, aber wenn man hier den Abschluss schafft kann man ohne Probleme in Deutschland arbeiten.

Zadfrack
01.10.2006, 17:49
Ist das Studium denn von der Qualität her mit dem Deutschen auch vergleichbar? Ich könnte auch in Deutschland einen Platz bekommen, würde aber aus persönlichen Gründen lieber in Österreich studieren. Arbeiten würde ich dann aber eher in Deutschland, Traumziel ist USA. Will hier niemanden angreifen/beleidigen, kenne mich echt nicht so aus, wie der Stellenwert vom deutschen Medizinstudium in Europa so ist.

fliX
01.10.2006, 18:16
Also rein qualitativ gibt es da meiner Meinung nach wenig Unterschied. Ich kann allerdings nur den Vergleich München - Graz 1. Sem. ziehen und auch da nur mit Einschränkungen. =)
Was mir in München neg. aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass man beispielsweise die VL zum Teil nur auf der Videoleinwand bestaunen darf. Es gibt einfach zu viele Studenten. Im Sezierkurs bleibt sichs allerdings gleich: ~8 Studenten - max. 1 Leiche.
In Österreich endet der 1. Abschnitt nach dem 2. Semester und ab da
"ist" man in der "Klinik", in Dtl. ist das Physikum als Übergang von vorklinischem zu klinischem Teil nach dem 2. Jahr.

Alles in allem wirst du mit Sicherheit in Dtl. kein besserer Arzt als in Öst. und umgekehrt.

LG

Sackbauer
01.10.2006, 18:25
Waehrend des Studiums wechseln ist fast ausgeschlossen, aber wenn man hier den Abschluss schafft kann man ohne Probleme in Deutschland arbeiten.

Gut dass Herr 1.-Semester-Dr.Pschy da so kompetent Auskunft geben kann. Ob du in Deutschland (auch als Deutscher) mit einem oesterreichischen Studienabschluss arbeiten kannst, haengt mehr oder weniger vom Gutduenken der jeweiligen Landesaerztekammer ab. "ohne Probleme" - Pustekuchen!!


Ist das Studium denn von der Qualität her mit dem Deutschen auch vergleichbar?
In Anbetracht deiner Jugend vergeb ich dir diesen Fauxpas mal. Wer sagt dir denn, dass das Medizinstudium in Deutschland "gut" (was immer das auch ist) ist?

Ach, nachdem ich nun schon seit ueber einem Jahr tagtaeglich mit Leuten zusammenarbeite, die in allen nur erdenklichen medizinischen Universitaeten dieser Welt studiert haben, kann ich dir versichern, dass die alma mater nur eine untergeordnete Rolle in der "Qualitaet" eines Arztes spielt. Entscheidend ist das persoenliche Engagement und Verantwortungsbewusstsein.

Dr. Pschy
01.10.2006, 19:01
Ach der Sackbauer, lang nix mehr gehoert. War ja auch mal wieder Zeit :)

Ich geb zu, "ohne Probleme" ist optimistisch formuliert, de facto ist es aber moeglich, auch wenns von der jeweiligen Landesaerztekammer abhaengt. Wurde aber alles schon mehrfach durchgekaut hier.

Gruss an den Hausmeister!

Achja, erst informieren, dann provozieren: Ich bin viel, aber kein Erstsemester.

Zadfrack
01.10.2006, 20:59
In Anbetracht deiner Jugend vergeb ich dir diesen Fauxpas mal. Wer sagt dir denn, dass das Medizinstudium in Deutschland "gut" (was immer das auch ist) ist?

Ach, nachdem ich nun schon seit ueber einem Jahr tagtaeglich mit Leuten zusammenarbeite, die in allen nur erdenklichen medizinischen Universitaeten dieser Welt studiert haben, kann ich dir versichern, dass die alma mater nur eine untergeordnete Rolle in der "Qualitaet" eines Arztes spielt. Entscheidend ist das persoenliche Engagement und Verantwortungsbewusstsein.

Danke für deine Antwort. Ich hab keine echte Meinung dazu ob das deutsche Medizinstudium "gut" ist, kann das gar nicht beurteilen. Das Engagement und Verantwortung den größten Einfluss auf die Qualität eines Arztes haben glaube ich auch. Aber bevor man Arzt werden kann, muss man sich ja für eine Stelle bewerben... Bisher hab ich aber nichts negatives über das österreichische Studium gelesen, wäre auch verwunderlich, bei so einem relativ reichen Land.

Hast du irgendwelche Einschätzungen über die verschiedenen österreichischen Unis? Für mich kommen nur Wien,Innsbruck und Graz in Frage, das Konzept in Salzburg gefällt mir nicht. Wie hat dir dein Studium in Innsbruck gefallen? Würdest du es weiterempfehlen?

Sackbauer
01.10.2006, 21:09
Ach, jeder glaubt seine Uni ist die Beste..... Wie gesagt, unterm Strich ists komplett wurscht, wo man studiert. Such dir eine Stadt aus, die dir gefaellt. Innsbruck ist klein, uebersichtlich und du hast viel Natur, Wien ist halt eine Grossstadt, mit Kultur usw, Graz ist irgendwo in der Mitte. Salzburg wird als Uni in Oesterreich net ernst genommen.

Klar hat mir Innsbruck gefallen, sie ist natuerlich die beste Uni in Oesterreich :)

*Fli*
06.10.2006, 15:14
Das österreichische Medizin-Studium wird in Österreich anerkannt, wenn es abgeschlossen ist. Als abgeschlossen gilt es in Österreich (und somit auch in D) jedoch nur, wenn man den Turnus absolviert hat! Facharztausbildungen werden ebenfalls nur anerkannt, wenn sie den deutschen Richtlinien entsprechen! Es kann jedoch sein, dass es Ausnahmeregelungen seitens der Landesärztekammern gibt, gerade wenn wie im Osten beispielsweise Allgemeinmediziner fehlen!
Für genaue Auskünfte die entsprechenden Landesärztkammern kontaktieren.

Stand dieser telefonischen Auskunft seitens der Bundesärztekammer: 28.09.2006

Notfallsani
07.10.2006, 12:06
Salzburg wird als Uni in Oesterreich net ernst genommen.




oh das leidige thema...aber auch nur weil es keine Absolventen gibt die bezeugen können,dass sie auch etwas drauf haben.. - wie du ja sagst, es liegt nicht an der Uni sondern am persönlichen Engagement, und das haben, ganz objektiv, in Salzburg (was ich vergleichen kann) im Schnitt mehr Leute als in Innsbruck...das kannst du nicht abstreiten...reine Beobachtungswerte und sollen nicht für den Einzlnen pauschaliert gelten... :-top

McHotDog
07.10.2006, 13:14
Graz ist die Kulturstadt überhaupt in Österreich! :-top Nur wer dort wohnt(e), weiss vielleicht was ich meine. Eine perfekte Studentenstadt, die du in Österreich kein zweites Mal so findest! :-stud

Natürlich habe auch die anderen Städte auch ihren Reiz. Die PMU Salzburg ist als Privat-Uni wie Witten-Herdecke sicherlich eine Top-Adresse für Medizin. Nur wenn man es sich finanziell nicht leisten kann, ist das keine "Schande" an einer staatlichen Uni zu studieren. Es kommt außerdem auf viele weitere Sachen drauf an, ob man dort als Student aufgenommen wird. Klar, die PMU muss ihren bislang schon guten Ruf weiter ausbauen und weil es eine noch recht neue Uni ist, wird dies auch noch etwas dauern :-) Das die Universität in Österreich teilweise nicht "ernst genommen" wird, sehe ich als totalen Fehler der Unwissenheit an.

San Pellegrino
07.10.2006, 15:23
Das österreichische Medizin-Studium wird in Österreich anerkannt, wenn es abgeschlossen ist. Als abgeschlossen gilt es in Österreich (und somit auch in D) jedoch nur, wenn man den Turnus absolviert hat! Facharztausbildungen werden ebenfalls nur anerkannt, wenn sie den deutschen Richtlinien entsprechen! Es kann jedoch sein, dass es Ausnahmeregelungen seitens der Landesärztekammern gibt, gerade wenn wie im Osten beispielsweise Allgemeinmediziner fehlen!
Für genaue Auskünfte die entsprechenden Landesärztkammern kontaktieren.

Stand dieser telefonischen Auskunft seitens der Bundesärztekammer: 28.09.2006

Nach meinem wissenstand ins daran so ziemlich alles falsch. sollte die bundesärztekammer diese auskunft gegeben haben, dann steht aber auf der homepage etwas völlig anderes.

Das österr. medizinstudium - auch der pmu salzburg - ist mit studienende abgeschlossen.

Grundsätzlich anerkennen sämtliche länder der eu sämtliche facharztausbildungen gegenseitig. die ist per richtlinie festgelegt und liegt nicht im ermessen des einzelnen landes.

Der knackpunkt nach dem studium außerhalb österreichs ist die erlangung einer approbation (in österreich bekommtm an die mit dem turnus). in deutschland bekommt man die approbation nicht (mehr), sodaß man in deutschland keine facharztausbildung mit österr. studium abschließen kann. das gilt natürlich auch für die pmu. man soll sich aber deutsche ausbildungszeiten in österreich und anderen eu-ländern anrechnen lassen können, diese anrechnung erfolgt freilich nicht automatisch, sondern nach vorhergehender prüfung im jeweiligen land! und dann muß man außerhalb deutschlands zur facharztprüfung antreten.

kompliziert, aber so ist es.

San Pellegrino
07.10.2006, 15:44
oh das leidige thema...aber auch nur weil es keine Absolventen gibt die bezeugen können,dass sie auch etwas drauf haben.. - wie du ja sagst, es liegt nicht an der Uni sondern am persönlichen Engagement, und das haben, ganz objektiv, in Salzburg (was ich vergleichen kann) im Schnitt mehr Leute als in Innsbruck...das kannst du nicht abstreiten...reine Beobachtungswerte und sollen nicht für den Einzlnen pauschaliert gelten... :-top


Die pmu bringt derzeit sehr viele unwägbarkeiten mit sich.
sie wurde bei einem massiven medizinerüberschuß in österreich ins leben gerufen, um den deutschen markt ein wenig zu beackern, weil man vor dem eugh-urteil als deutscher an der pmu keinen studienplatz in d nachweisen mußte (wie für die 3 alten medizinunis in ö).

richtig ist, daß es noch keine absolventen gibt und die eu noch prüft, ob ein fünfjähriges medizinstudium außerhalb österreichs überhaupt anerkannt werden darf. angeblich würde die pmu in diesem falle ein 6. jahr dranhängen. ist derzeit aber alles nicht klar.

außerhalb salzburgs (betrifft ö) dürften die pmu-absolventen in denselben topf wie alle anderen medizinabsolventen geworfen werden, also keinen vorteil haben. warum man dafür mehr als 40 000€ rein an studiengebühren aufbringt, wenn man dann genauso jahrelang auf den turnus wartet, muß jeder mit sich selbst oder den eltern ausmachen.
an der uniklinik selbst scheint es schon jetzt widerstand dagegen zu geben, daß pmu-absolventen künftig bei stellenvergaben für ausbildungsstellen zum fa wegen ihrer dissertation bevorzugt werden könnten.
denn damit bekäme in salzburg praktisch niemand mehr eine assi-stelle, der nicht einen pmu-abschluß hätte. manche sagen, daß dies auch der eigentlich grund dafür sei, daß arzteltern 40 000€ rein an studiengebühren aufwenden, um ihre kinder da durchzuschiebn.

an der pmu schließt nämlich jeder per definitionem mit einer "diss" ab, die allerdings in österreich schon jetzt nach dem neuen studienplan der anderen medizinunis ein 3jähriges phd-studium im anschluß an das grundstudium mit diplomarbeit erfordert.
ob dies rechtlich überhaupt dem gleichheitsgrundsatz und der verhältnismäßigkeit entspricht, wird derzeit diskutiert und wohl auch geprüft. kann sein, daß die "diss" zur diplomarbeit zurückgestuft wird an der pmu.

die wertigkeit dieser "diss" am markt wird sich zeigen, vermutlich wird sie in österreich außer in salzburg wenig wert sein und in d oder der eu wird es wohl auf die arbeit selbst und ihre betreuer ankommen. und da hat die pmu in salzburg halt keine österreichweiten namen zu bieten, sie hat sich auch keine eingekauft, nicht einmal aus österreich.
daß man in einem 3jährigen phd-studium nach dem grundstudium wie in österreich eine andere arbeit schreiben kann als nebenher in einem 5jährigen grundmedizinstudium, leuchtet aber schon ein.

man wird also sehen. ich kann aber den optimismus mancher hier nicht teilen, daß die pmu (in ö) einen guten ruf hätte. sie hat vielleicht garkeinen, aber das ist nicht gerade gleichzusetzen mit einem guten. außer sponsorenlob geht auch nicht viel über die presseticker, kann aber noch werden.

San Pellegrino
07.10.2006, 15:45
ach ja, eines vergaß ich noch: für pmu absolventen gilt natürlich auch, daß sie in d keine approbation bekommen und damit keine fa-ausbildung in d mehr abschließen können.

Zadfrack
07.10.2006, 16:37
An Diskussionen über die PMU Salzburg bin ich eigentlich nicht so interessiert, ich glaube dafür gibt es genug andere Threads.

Was mich vielmehr interessiert ist diese ganze Turnus-Situation. Ich hab mich jetzt schon hier und auf turnusarzt.com in bisschen eingelesen und verstehe das ganze so:
Nach dem Studium muss man in Österreich erst eine 3jährige Ausbildung zum Allgemeinmediziner machen, den "Turnus". Bevor der abgeschlossen ist, hat man keine Approbation und auch kein "ius practicandi". Wenn ich die EU Richtlinie korrekt interpretiere, wird es künftig immer schwieriger werden, nach dem österreichischen Studium ins Ausland zu gehen und sich den Turnus komplett zu ersparen und gleich seine Facharztausbildung anzufangen. Hinzu kommt, dass es für den Turnus lange Wartelisten gibt, die nicht nach Noten gehen sondern einfach nach Wartezeit richtig? Die Wartezeit dafür soll nochmal 2-3 Jahre betragen. Anscheinend gibt es nach dem Turnus auch eine Wartezeit für Facharztausbildungsstellen in Österreich, wie lang das ist, weiß ich nicht.

Was ich jetzt nicht verstehe: War nicht früher der Grund für den Turnus, dass das österreichische Medizinstudium sehr "theoretisch" ausgelegt war? Mit der neuen Studienordnung sollte doch ein höherer Praxisbezug hergestellt werden, man könnte meinen, dadurch wird der Turnus obsolet oder wenigstens verkürzt. Ich meine österreichischen Nachwuchsmedizinern entsteht doch ein riesiger Nachteil durch den Turnus, wenn Facharztausbildungen europaweit anerkannt werden müssen und die österreichische Facharztausbildung trotz Turnus etc... trotzdem nicht kürzer ist als z.b. die Deutsche. Für Österreicher die aufgrund ihrer Maturanoten auch in Deutschland studieren könnten, gibt es doch - außer Heimatgefühlen - objektiv gesehen keinen vernünftigen Grund um in Österreich zu studieren?
Langfristig wird das doch mit der hohen Mobilität der EU dazu führen, dass Österreich seine besten Nachwuchsmediziner erstmal ans Ausland verliert. Ich kann den ganzen Sinn des Turnus ohnehin nicht nachvollziehen, wenn doch in Österreich eher Ärzteüberschuss herrscht, der durch den Turnus natürlich noch verschärft wird.

Haltet ihr es für wahrscheinlich, dass da in den nächsten Jahre eine Reform durchegeführt wird? Irgendwie schreckt mich diese ganze Turnus-Situation total von einem Studium in Österreich ab.

Dr. Pschy
07.10.2006, 16:53
Sowohl Zadfrack, als auch San Pellegrino haben in ihren postings die jeweilige Situation sehr treffend dargestellt.

Zur PMU enthalte ich mich, erstens tendiert mein Interesse daran gegen null, zweitens wurde da wirklich schon vieles gesagt.

Zum Turnus: Wie erwaehnt hat Zadfrack die Situation absolut richtig eingeschaetzt. Ich moechte anfuegen, dass ueber eine Abschaffung des Turnuses ANGEBLICH auf Regierungsebene schon nachgedacht wurde, allerdings heisst das in Oesterreich nicht viel. Die Muehlen hier mahlen langsam (wenn sie es ueberhaupt tun). Derzeit gibt es die Alternative, ins EU-Ausland zu gehen, vor allem Skandinavien ist hier interssant. Allerdings gibt es auch hier mit den gegenseitigen Anrechnungen Probleme, da teilweise Ausbildungszeiten etc. nicht uebereinstimmen.

Zusammengefasst laesst sich die Lage nicht sicher vorhersehen. Dass sich ueber einen langfristigen (!) Zeitraum was tut, denk ich aber schon.

San Pellegrino
07.10.2006, 18:57
Wenn ich die EU Richtlinie korrekt interpretiere, wird es künftig immer schwieriger werden, nach dem österreichischen Studium ins Ausland zu gehen und sich den Turnus komplett zu ersparen und gleich seine Facharztausbildung anzufangen.wie man es nimmt. deutschland mal ausgenommen, ist es kein problem, weil man überall in der eu und in der schwyz nach dem studium in ö die dortige approbation bekommt und auch den fa machen kann. fragt sich nur, wie man an sprachkenntnisse und die stellen kommt.


Hinzu kommt, dass es für den Turnus lange Wartelisten gibt, die nicht nach Noten gehen sondern einfach nach Wartezeit richtig? Die Wartezeit dafür soll nochmal 2-3 Jahre betragen.Man geht immer mehr von den reinen wartelisten nach anmeldedatum ab und macht hearings bzw. assesment center (nö, sazbg), ein verpflichtendes seminar (stmk) usw. bei den nicht-landeskrankenhäusern ist sowieso vit b am besten. die wartezeiten auf den turnus betragen in der tat jahre. für österreicher. ob eu-ausländer auch drankommen, sei einmal dahingestellt.


Anscheinend gibt es nach dem Turnus auch eine Wartezeit für Facharztausbildungsstellen in Österreich, wie lang das ist, weiß ich nicht.korrekt, kann je nach fach, region und vit b auch jahre betragen.


Mit der neuen Studienordnung sollte doch ein höherer Praxisbezug hergestellt werden, man könnte meinen, dadurch wird der Turnus obsolet oder wenigstens verkürzt.wieso ? man braucht willige arbeitskräfte in den spitälern. und jungmediziner taugen dafür sehr gut. im übrigen hat die studienreform nichts mit einer postpromotionellen ausbildungsreform zu tun, komplett unterschiedliche baustellen. und auch kompetenzen.


Ich meine österreichischen Nachwuchsmedizinern entsteht doch ein riesiger Nachteil durch den Turnus, wenn Facharztausbildungen europaweit anerkannt werden müssen und die österreichische Facharztausbildung trotz Turnus etc... trotzdem nicht kürzer ist als z.b. die Deutsche.sie ist sogar viel, viel länger im schnitt. weit mehr als 10 jahre brauchen die meisten vom studium ab bis zum fa in ö. dafür ist man aber auch allgemeinmediziner. und das hat nicht nur nachteile für die patienten.


Für Österreicher die aufgrund ihrer Maturanoten auch in Deutschland studieren könnten, gibt es doch - außer Heimatgefühlen - objektiv gesehen keinen vernünftigen Grund um in Österreich zu studieren?naja, österreicher habe doch vit b eher in ö als in d. außerdem ist die pendelei teurer nach d als innerhalb ö. und man bekommt leichter einen überblick in ö über das gesundheitswesen. und in d geht`s bergab - weiß man auch hier, ganz zu schweigen von der besseren bezahlung in ö.


Langfristig wird das doch mit der hohen Mobilität der EU dazu führen, dass Österreich seine besten Nachwuchsmediziner erstmal ans Ausland verliert. wenn, dann aber nicht nach d, sondern dahin, wo besser als in ö bezahlt wird.


Ich kann den ganzen Sinn des Turnus ohnehin nicht nachvollziehen, wenn doch in Österreich eher Ärzteüberschuss herrscht, der durch den Turnus natürlich noch verschärft wird.logik dahinter ? ich nix verstehen.


Haltet ihr es für wahrscheinlich, dass da in den nächsten Jahre eine Reform durchegeführt wird?nein. :-top

Zadfrack
07.10.2006, 19:42
wie man es nimmt. deutschland mal ausgenommen, ist es kein problem, weil man überall in der eu und in der schwyz nach dem studium in ö die dortige approbation bekommt und auch den fa machen kann. fragt sich nur, wie man an sprachkenntnisse und die stellen kommt.


Bist du dir da sicher? Ich hatte auf turnusarzt.com eher den Eindruck, dass es mittlerweile fast unmöglich ist, mit dem österreichischen Studium im Ausland seinen Facharzt zu machen. Man kann vielleicht im Ausland arbeiten und die Jahre als Teil des Turnus anerkannt bekommen und so wenigstens die Wartezeit überbrücken...



Man geht immer mehr von den reinen wartelisten nach anmeldedatum ab und macht hearings bzw. assesment center (nö, sazbg), ein verpflichtendes seminar (stmk) usw.


Das habe ich nicht gewusst, ist sicherlich eine sehr lobenswerte Entwicklung :-top



sie ist sogar viel, viel länger im schnitt. weit mehr als 10 jahre brauchen die meisten vom studium ab bis zum fa in ö. dafür ist man aber auch allgemeinmediziner. und das hat nicht nur nachteile für die patienten.


Mag ja sein, dass es für den Patienten ganz gut ist, aber ist es nicht für den Arzt eine Katastrophe? Man verliert doch mehrere Jahre Facharzteinkommen, in denen man stattdessen auf einen Turnusplatz arbeitet oder als Turnusarzt nicht wirklich toll bezahlt wird. Außerdem müssen doch ausländische Facharzttitel in Österreich nach EU-Recht auch anerkannt werden. Das ist im vereinten Europa für österreichische Mediziner dann schon ein gewaltiger Wettbewerbsnachteil.



logik dahinter ? ich nix verstehen.

Stimmt es nicht, dass Österreich einen Ärzteüberschuss hat? Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, etwas in der Richtung gelesen zu haben. Meine Aussage ist nur logisch, wenn es stimmt, dass man mit österreichischem Studium im Ausland ohne Turnus keinen Facharzt machen kann. So wird doch der Mobilität eine unglaubliche Grenze gesetzt und viele Ärzte werden gezwungen im Land zu bleiben, was den Überschuß sicher verschärft. Es ist sicherlich volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, Mediziner teuer auszubilden, die dann im Ausland arbeiten, aber es kann doch auch nicht sinnvoll sein, junge Ärzte jahrelang auf Ausbildungsplätze warten zu lassen.

San Pellegrino
07.10.2006, 20:01
Bist du dir da sicher? Ich hatte auf turnusarzt.com eher den Eindruck, dass es mittlerweile fast unmöglich ist, mit dem österreichischen Studium im Ausland seinen Facharzt zu machen. Man kann vielleicht im Ausland arbeiten und die Jahre als Teil des Turnus anerkannt bekommen und so wenigstens die Wartezeit überbrücken... gilt mit ö studium nur für d, weil man da keine approbation mit dem ö studienabschluß mehr bekommt. da meines wissens nach kein anderes europäisches land so wahnwitzig ist wie d, studienabsolventen "eigenverantwortlich" und ohne fachärztlichen hintergrund im hause als mögliche soforthilfe an den patienten zu lassen (die qualität sowohl der ausbildung als auch für den patienten kann man sich ausmalen, wenn man keinen hat, der einen unmittelbar anleiten muß), kann man in jedem eu-land + schwyz + norwegen wie ein dortiger studienabsolvent in die postpromotionelle ausbildung einsteigen und auch den fa machen ( und vorher das approbationsäquivalent).
man kann sich natürlich auch zeiten für turnus oder fa im ausland erwerben und dann nach ö zurückkehren, in d kann man bloß den fa nicht mehr erwerben ohne in ö schon den turnus zu haben.


Das habe ich nicht gewusst, ist sicherlich eine sehr lobenswerte Entwicklung Naja, ob intransparente wartelisten oder intransparente hearings und so.....ich weiß nicht....


Mag ja sein, dass es für den Patienten ganz gut ist, aber ist es nicht für den Arzt eine Katastrophe? Man verliert doch mehrere Jahre Facharzteinkommen, in denen man stattdessen auf einen Turnusplatz arbeitet oder als Turnusarzt nicht wirklich toll bezahlt wird. Außerdem müssen doch ausländische Facharzttitel in Österreich nach EU-Recht auch anerkannt werden. Das ist im vereinten Europa für österreichische Mediziner dann schon ein gewaltiger Wettbewerbsnachteil.
nun, als stationsarzt und allgemeinmediziner in ö verdient man nicht schlechter als als angestellter fa in d. und als allgemeinmediziner am land in ö wahrscheinlich deutlich besser als die meisten fä in d.
es werden nur zaghaft eu-fä in ö angestellt - und dann nur meist da, wo ohnehin kein ö hinwill. und das hat seine gründe. heikel wird es erst ab 2011 (öffnung für osteurop. ärzte) werden. aber bis dahin: fä-mangel gering.


Stimmt es nicht, dass Österreich einen Ärzteüberschuss hat? Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, etwas in der Richtung gelesen zu haben. Meine Aussage ist nur logisch, wenn es stimmt, dass man mit österreichischem Studium im Ausland ohne Turnus keinen Facharzt machen kann. So wird doch der Mobilität eine unglaubliche Grenze gesetzt und viele Ärzte werden gezwungen im Land zu bleiben, was den Überschuß sicher verschärft. Es ist sicherlich volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, Mediziner teuer auszubilden, die dann im Ausland arbeiten, aber es kann doch auch nicht sinnvoll sein, junge Ärzte jahrelang auf Ausbildungsplätze warten zu lassen.ö hat einen überschuß an studienabsolventen und allgemeinmedizinern. und ? nur wenige hauen ab. muß also irgendwie gehen. es zwingt dich kein mensch, in ö oder in der medizin zu bleiben, wenn es der abreitsmarkt nicht hergibt. volkswirtschaft und ausbildungspolitik ? lieber eine hohe zahl an studenten und absolventen als arbeitslose leute zwischen 18 und 27. deutschland exportiert doch auch massenweise ärzte - und nimmt die zahl der studienplätze nicht zurück, oder ? :-)
in ö wie d machen jungärzte vielfach arztfremde tätigkeiten. und dafür, nur dafür braucht man sie. sonst wären die warteschlangen noch viel viel länger in ö. in wien messen die rr, spritzen heparin und machen die infusionen. und ? die leute sind zufrieden, also.

madniki
07.10.2006, 20:36
muss mich mal einmischen, ich bin eine der österreichischen maturanten - so heißt das bei uns - bei der der notenschnitt stimmt, und ich beginne nächste woche mein medizinstudium in regensburg. das hat für mich mehrere vorteile, u.a. ist regensburg eher näher als wien und nur etwa halb so weit weg wie innsbruck, es ist eine kleine uni mit gutem ruf und sehr wichtig, für mich, ich spare mir, falls ich in D meine facharztausbildung anhänge, den österreichischen turnus.
ps. ich hatte auch den ems test gemacht und einen studienplatz für innsbruck gehabt, ich hatte also die wahl und habe mich für den umgekehrten weg vieler forenmitglieder hier entschieden.