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Relaxometrie
30.10.2006, 18:12
@Sealwolf
Hast Du Lust, ein paar schwedische Besonderheiten etwas genauer zu erklären? Was läuft in schwedischen Krankenhäusern anders als bei uns?
Ich bin gerade dabei, mich bzgl. Arbeitsmöglichkeiten in Skandinavien zu informieren, da freue ich mich über jede Insiderinformation :-)
Gibt es Deiner Beobachtung nach auch Stellenangbote für ausländische Berufsanfänger? Nach meiner bisherigen Rechereche werden Fachärzte zwar noch sehr gerne "importiert", aber für absolute Berufsanfänger scheint es schwieriger geworden zu sein, eine Stelle zu finden.

Sealwolf
30.10.2006, 18:53
gelöscht

Relaxometrie
30.10.2006, 19:06
Huiii, danke für die schnelle und ausführliche Antwort.

Wie lange dauert denn das Medizinstudium in Schweden? Und wie heißt die erste Stufe nach dem Studium? Ich bin noch etwas verwirrt.....AT? ST? Oder wie? Als was würde man denn als deutscher frisch approbierter Arzt in Schweden anfangen? Hat sich durch die AiP-Abschaffung etwas geändert?

Wie sieht denn der Wochen-/ Tagesarbeitsplan eines Krankenhausarztes aus? Gibt es dort auch 24-Stunden-Schichten, oder wie sieht der typische Dienstplan eines schwedischen Arztes aus?

Ersa
30.10.2006, 20:52
Das Studium in Schweden dauert 11 Semester, also 5,5 Jahre. Danach müssen alle ins AT, was gemeinhin mit AiP übersetzt wird, aber dem nicht wirklich entspricht. Im AT müssen, je nach Klinik, im Schnitt 6 Monate Innere, 6 Monate Chirurgie, 3 Monate Psychiatrie und 3-6 Monate in einer regionalen Allgemeinsarztpraxis absolviert werden. Meist sind das insg. 18-21 Monate. Erst danach haben die Schweden noch eine Prüfung und die volle Approbation! Anschließend wird sich auf eine ST-Stelle beworben, die allgemein rar sind. Dies ist dann die Facharztausbildung.

Meine Erfahrung aus Gesprächen mit Ärzten dort: ST-Stelle versuchen, ist aber nicht so einfach. Da prügeln sich schon auch die Schweden drum. Tendenziell im Norden des Landes besser, dann kriegt man häufiger auch ne Wohnung organisiert etc. Wenn das nicht klappt, auch mal ne AT-Stelle versuchen. Es gibt da zwar immer mal Diskussionen, ob wir das "dürfen", da wir ja schon voll approbiert sind. Aber was soll´s.

Lycka till!

Relaxometrie
30.10.2006, 20:57
Und was ist ein Vikariat? Wann und wielange macht man das?

Ersa
30.10.2006, 21:04
Um ein Vikariat kann man sich als Medizinstudent ab dem 9. Semester bewerben. Das machen ziemlich viele und arbeiten so den Sommer über, um sich das Studium mit zu finanzieren. Da arbeitet man quasi als Arzt (in den Bereichen, die man im Studium schon durchlaufen hat, beliebt sind Innere, Chirurgie, Ortho, Psychiatrie) mit der selben Verantwortung. Je nach Krankenhaus kann/ muss man Dienste machen.

Wie gesagt, ist nichts, was man machen muss, aber kann. Einige "jobben" nach dem Studium als Vikariat, wenn sie nicht gleich ne AT bzw. ne ST-Stelle (dann nach dem AT) bekommen. Gezahlt wird so um die 16500skr.

Relaxometrie
30.10.2006, 21:20
Wen könnte man denn mal nach den genauen Formalien fragen? Leider sind die wahrscheinlich guten Infoseiten, die ich bisher im Netz gefunden habe, alle auf Schwedisch. Mir ist völlig klar, daß ich die Landssprache lernen muß (und möchte), wenn ich auswandere. Aber um erste Infos zu sammeln, ist es etwas komlpiziert, erst Schwedisch zu lernen ;-)
So ein AT klingt ja interessant, um sich im Land einzugewöhnen und die Sprache richtig zu lernen. Aber was nützt es, wenn ich das wegen der dt. Approbation nicht mehr machen darf :-nix
Wäre man, mal abgesehen von sprachlichen Problemen und der Schwierigkeit, eine Stelle zu finden, nach dem PJ gut genug ausgebildet, um eine ST-Stelle zu meistern? Oder wäre es realistischer, erstmal mit eine AT-Stelle anzufangen?