Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinnkrise, verdammt tief...



Seiten : 1 [2] 3

catgut
14.02.2007, 15:40
Was für ein Blödsinn! Sicher gibt's einige die nicht so besonders helle rüberkommen, aber der Großteil ist schon zumindestens recht intelligent. Warum sollte das denn so sein? Ich habe allerdings während des Studiums auch recht wenig Lust mich mit Kants Theorien auseinanderzusetzen, falls ihr das mit intellektuell meint.

Ich glaube, Du verwechselst intelligent und intellektuell.

mezzomixi
14.02.2007, 15:44
Roxane, gibt es überhaupt etwas an Deinem Studienfach, das Du gut findest?

Roxane
14.02.2007, 18:09
Roxane, gibt es überhaupt etwas an Deinem Studienfach, das Du gut findest?

Gäbe es hier einen Augenroll-Smiley, dann hätte der im Moment viel zu tun. Nur weil einem negative Dinge auffallen, heißt das noch nicht, dass man das Ganze infrage stellt. Und dass man sich Verbesserungen überlegt und seine Umgebung analysiert, heißt nicht, dass man gleich der größte Miesepeter ist. Aber Ihr könnt meinetwegen weiterhin gerne auf der 'Friede, Freude, oh Gott wie bin ich froh überhaupt studieren zu dürfen'-Welle reiten. Wir Europäer gehören zu den privilegiertesten Menschen der Welt, die Analphabeten-Quote ist verschwindend gering, Männer und Frauen sind weitgehend gleichgestellt und wir dürfen wählen. Trotzdem nehme ich mir das Recht heraus, mich über einiges zu beklagen - Innenpolitik, Rechtspolitik, etc. pp. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass es uns besser geht als 90% der restlichen Menschheit. Du musst da schön differenzieren, das eine schließt nicht das andere aus - genauso verhält es sich mit der Medizin. Warum sprichst Du mich in Deinem Beitrag an, wenn Du eh nur alles verdrehen willst?

Dr. Hyde
14.02.2007, 18:34
ich kann mich den vorrednern (zum teil ;-) ) nur anschließen:

es gibt einiges, was mich am studium ankotzt und wird wahrscheinlich genauso viel geben, was mich im job bald ankotzen wird. dennoch sehe ich einige möglichkeiten, wenn man nicht die "klassische" arztkarriere einschlagen will.
- nicht unbedingt nur die pharmaindustrie, auch andere wirtschaftsunternehmen suchen manchmal ärzte.
- internationale organisationen oder forschungsinstitute, bis hin zu NGOs.
- ein wechsel in die bzw. eine karriere in der politik sollte man nicht vernachlässigen, es gibt einige abgeordnete in parlamenten und auch politische führungspersonen, die ärzte sind.
- wissenschaftsjournalismus.
- hört sich vielleicht doof an, aber eine funktionärskarriere hat auch was für sich (kv, bäk, läk, standesorganisationen), geht wieder eher in die richtung politik.

insgesamt denke ich, dass die arbeitsbedingungen in krankenhäusern sich auch LANGSAM bessern werden, dass das nicht innerhalb eines jahres verordnet werden kann ist - meines erachtens nach - klar.
man muss jedenfalls auch heute schon nicht zwangsläufig ein helfersyndrom haben, um spaß an der medizin zu haben ;-)

das physikum würde ich mal mitnehmen, entscheide das lieber in der klinik. abbrechen kann man immer...

gruß
Hyde

P.S.: diese "intellektuellen"-Problematik ist mir auch schon aufgefallen: das ist für mich "über den tellerrand schauen" und interesse an problemen/zusammenhängen zu haben, auch wenn sie nicht eine eins mit sternchen im nächsten testat bewirken.
da bin ich ziemlich enttäuscht von den kommilitonen, was nicht heißt, dass ich mich für einstein halte.
aber es muss doch möglich sein, mal über etwas anderes als medizin im allgemeinen und das studium im besonderen zu reden. genauso, wie ich absolut kein verständnis dafür habe, dass man als zukünftiger arzt kein interesse an gesundheitspolitik (z.b.) hat.
naja, genug geflennt :-D

Roxane
14.02.2007, 18:35
Zum letzten Teil:

:-meinung

mezzomixi
14.02.2007, 20:09
Roxane ich habe Dir eine Frage gestellt. Mit einer Frage verdreht man nichts - zumal sie ernst gemeint war.
Natürlich kannst Du kritisieren so wie Du lustig bist, mir fällt nur die Menge an Kritik auf und eben der Umstand, dass ich von Dir quasi ausschließlich Gemäkel lese. Deshalb war ich mir da ein wenig unsicher, ob Du die guten Dinge bloß nicht so exzessiv zur Diskussion stellst.

Dr. Hyde
14.02.2007, 20:31
achja, vergessen hatte ich noch: bund
bin ich in letzter zeit öfter am überlegen.
bezahlung ist nicht schlecht, ich würde dann auf auslandseinsätze raus wollen. ist bei medizinischem personal nicht so gefährlich (im vergleich zu pionieren :-D ) und ich könnte da durchaus ne herausfordrung sehen.
mal guggn...

catgut
14.02.2007, 21:28
achja, vergessen hatte ich noch: bund
bin ich in letzter zeit öfter am überlegen.
bezahlung ist nicht schlecht, ich würde dann auf auslandseinsätze raus wollen. ist bei medizinischem personal nicht so gefährlich (im vergleich zu pionieren :-D ) und ich könnte da durchaus ne herausfordrung sehen.
mal guggn...


Jaja, verkauf ruhig Deine Seele.... :-wow

actin
14.02.2007, 21:30
achja, vergessen hatte ich noch: bund
bin ich in letzter zeit öfter am überlegen.
bezahlung ist nicht schlecht, ich würde dann auf auslandseinsätze raus wollen. ist bei medizinischem personal nicht so gefährlich (im vergleich zu pionieren :-D ) und ich könnte da durchaus ne herausfordrung sehen.
mal guggn...Such lieber die Herausforderung als Präsident der Bundesärztekammer oder als Gesundheitsminister. :-)

Dr. Hyde
14.02.2007, 21:49
Jaja, verkauf ruhig Deine Seele.... :-wow

hmmm...geht das auch zweimal? :-D

ehem-user-02-08-2021-1033
14.02.2007, 21:57
@WinterMensch

Mit welcher Einstellung hast du dein Medizinstudium begonnen ?
War Arzt dein Traumberuf ?
Oder hast du mit dem Medizinstudium aus wissenschaftlichem Interesse heraus begonnen ?


@Dr. Hyde

Auslandseinsätze sind super. Ganz klasse ist momentan Afghanistan.
24h rund um die Uhr Ziel für einen Raketenangriff oder einen Bombenanschlag zu sein ist schon ein tolles Gefühl und keine Angst bei solchen Waffen achtet auch niemand auf dein Rotes Kreuz,
wenn du Glück hast wird aber bei einem Hinterhalt drauf Rücksicht genommen. Sollte es dir im Lager zu stressig werden , kannst du auch schöne Touren mit dem Jeep durch vermintes Gelände unternehmen.
Aber mal im Ernst:
Die ist doch, dass der Spassfaktor im Auslandseinsatz momentan gegen 0 geht. Wenn du dich abknallen lassen willst , dann aus Idealismus , aber nicht aus Spas.
Nur meine Meinung. :peace:

Dr. Hyde
14.02.2007, 22:10
Die ist doch, dass der Spassfaktor im Auslandseinsatz momentan gegen 0 geht. Wenn du dich abknallen lassen willst , dann aus Idealismus , aber nicht aus Spas.


na, da scheint sich ja jemand richtig auszukennen ;-)
warst du schonmal da?

ich muss außerdem nochmal betonen, dass der "spassfaktor" nicht so ganz der ausschlaggebende faktor bei meiner berufswahl ist. das leben ist kein ponyhof, um mal bei billigen metaphern zu bleiben.
...und wer die allgemeinchirurgie in mainz kennt,
der lacht über afghanistan :-D

und nun: back to topic, WinterMensch wollte ja SEINEN lebensentwurf diskutieren und nicht meinen ;-)

WinterMensch
14.02.2007, 22:58
@WinterMensch

Mit welcher Einstellung hast du dein Medizinstudium begonnen ?
War Arzt dein Traumberuf ?
Oder hast du mit dem Medizinstudium aus wissenschaftlichem Interesse heraus begonnen ?


Ganz klar wissenschaftliches Interesse, gepaart mit Spaß am Umgang mit Menschen.

Nicht klar war mir, aus wieviel rausprügeln von vorgelernten Fakten dieses Studium besteht...

Solara
15.02.2007, 12:48
Kennt Ihr Leute, die nach dem Physikum noch aufgehört haben?

Ja ;-)!

Ich würde, wie schon mehrfach vorgeschlagen, das Physikum noch machen und danach noch mal überlegen.

Außer, ja außer du hast ne echte Alternative, von der du sagst: Das ist mein Traumjob, da will ich hin und genau das interessiert mich.

Hat sich aber bisher nicht so angehört, als gäbe es da was anderes, das dich dermaßen reizen würde - also doch Physikum :-top !

Danach ne Famulatur und in die klinischen Fächer reinschnuppern - und wenn's alles trotzdem nicht passt, hast bis dahin ja lange genug Zeit zu überlegen, was dich denn alternativ ansprechen würde!

KingLoui
15.02.2007, 13:20
Hab' mal gehört, dass man sich mit dem Physikum bei diversen Beraterfirmen bewerben kann. Ist aber absolut ohne Gewähr.

yzBastian
15.02.2007, 14:58
Also das Physikum würde ich auch auf jeden Fall machen. Ist ja ein Teilerfolg an dem man ggf. weiter anknüpfen kann, wenn man doch mal wieder einsteigen wollte.

Mach das mal auf jeden Fall -- egal, was deine Planung sonst sagt!

alley_cat75
16.02.2007, 13:45
Hallo Wintermensch,

ich schließe mich mal allen an, die Dir empfehlen, das Physikum hinter Dich zu bringen. :-dafür Vom Pflegepraktikum auf den Arztberuf zu schließen, halte ich für eine schlechte Idee. Und dann noch aufgrund einer einzigen Erfahrung zu schlußfolgern, halte ich noch für viel schlechter. In diversen Foren kannst Du nachlesen, dass es auch anders als 80 h/Woche geht. Die vielen, vielen alternativen Berufsfelder für Mediziner wurden ebenfalls bereits genannt. Ich an Deiner Stelle würde Physikum machen (oh, hatten wir schon) und danach ein Päuschen: gehe Pizza ausfahren oder in einem Großraumbüro Kaffee kochen oder kopieren. Wie wäre ein Auslandssemester, um normale Leute kennenzulernen? Oder eine gaaannz lange Famulatur in einer netten, kleinen Klinik mit relaxten Ärzten? Ich denke, erst dann kannst Du für Dich entscheiden, ob Du als Arzt Perspektiven hast oder nicht.

immandra
23.03.2007, 19:21
Hi Wintermensch, hab heute meine letzten Tag PJ, aber wenn ich 5 Jahre zurueckdenke ging es mir mal genauso wie Dir. Ich hab das 3. und das 4. Semester eigentlich nur gemacht, weil meine Eltern es so wollten, hab gedacht vielleicht kann ich spaeter mal Forschung oder aehnliches machen und hab im PJ festgestellt: Ich will wirklich Aerztin werden und klinische Medizin machen. Weil es mir Spass macht!
Ich habe mein letztes Tertial hier in Amerika absolviert. Was mir hier besonders aufgefallen ist, ist die Offenheit fuer Quereinsteiger. Viele Studenten haben schon was anderes studiert oder die seltsamsten jobs gehabt. und eine auszeit zu nehmen wird hier oft als pluspunkt gesehen. ich finde, davon sollten wir uns mal eine scheibe abschneiden. blind durch ein studium zu powern, wenn man das ziel nicht vor augen hat ist sicher keine gute Idee. Vielleicht kannst DU ja wirklich eine Auszeit nehmen. ! Semester faellt auch in D im Lebenslauf nicht boese auf und entweder mit neuer Motivation starten oder Dich umorientieren. Ich wuensche Dir auf jeden Fall viel Erfolg

Schamane
31.03.2007, 11:03
einem kommilitonen von mir geht es ähnlich. er hat vor sein physikum zu machen, da er damit die möglichkeit hat in anderen Studiengängen quereinzusteigen.
weiß nicht mehr genau welche das waren, glaube neurobiologie war dabei. ok sicherlich auch ein paukfach, aber sicherlich gibt es noch andere alternativen. jedenfalls ist das physikum auch ohne fertiges medizinstudium etwas wert.
das eine semester überstehst du auch noch!

Leisure Suit Alex
31.03.2007, 13:09
Was hälst du denn von Psychiatrie, Neurologie und solchen Sachen?
Ansonsten mach halt einfach wie schon erwähnt nach dem Physikum ein Urlaubssemester und setz dich mal in andere Vorlesungen, wenn dich logische Dinge so interessieren, wieso dann nicht Jura? Mache das ein bisschen nebenher und mit logischen Denken kommt man da echt weit... Jobaussichten ist wieder ne andere Sache, aber wenn man wirklich gut ist, dann findet man eigentlich in jedem Fach nen Job.
Fächer bei denen sich ein paar Scheine von Medizin anrechnen lassen sind sicher auch ne Überlegung wert.