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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinnkrise, verdammt tief...



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Leisure Suit Alex
31.03.2007, 13:13
blind durch ein studium zu powern, wenn man das ziel nicht vor augen hat ist sicher keine gute Idee. Vielleicht kannst DU ja wirklich eine Auszeit nehmen. ! Semester faellt auch in D im Lebenslauf nicht boese auf und entweder mit neuer Motivation starten oder Dich umorientieren.

Ja, sehe ich auch so, besonders bei Medizin ist das nicht so schlimm, wenn man mal ein Semester aussetzt... Eine Bekannte hat auch 18 Semester für ihr Studium gebraucht und in Tübingen nen Assistenzarztjob bekommen - Angst vor einem Semester aussetzen ist wirklich völlig unbegründet, zumindest momentan, man weiss ja nicht, wie sich das mit den Jobs in Zukunft entwickeln wird.

Kilroy
01.04.2007, 18:56
Hallo Wintermensch,
ich habe gerade Dienst und etwas Zeit. Bin jetzt seit 3 Monaten Assistenzarzt und weiß noch, wie es damals war.

Zum Lernen: Wie so viele schon gesagt haben, muß man bei Medizin viel auswendig lernen. Und dabei auch vieles, das man bei seiner späteren Arbeit nicht braucht. (Warum müssen zukünftige Psychiater Chirurgie lernen oder zuk. Augenärzte Knochen). Das ist aber auch ein Vorteil, denn dadurch braucht man sich noch nicht so früh zu entscheiden, was man werden will.
Die Vorklinik war für mich eine notwendige Pflichtübung - Spaß gemacht hat sie mir nicht, Spaß hatte ich vor allem am "Studentsein". Und sie hat fast nichts mit klinischer Tätigkeit zu tun, sondern soll ja nur (vielleicht etwas ausgiebig) Grundlagen schaffen.
Übrigens fällt mir auch gerade kein Fach ein, bei dem "nur" auswendig gelernt wird (ein Sulcus wird niemals ein Vorsprung am Knochen sein), nur kann es oft bequemer sein anstelle den Hintergrund zu kennen.

Zu den Kommilitonen: Ich fand auch mind. 95 % meiner Mitstudenten nervig, besonders wenn sie sich in der Freizeit nur über Medizin unterhalten haben. Da war ich froh in einer Non-Mediziner-WG zu wohnen und Nichtmedizinerfreunde zu haben. Aber 5% sind bei 300 Leuten immer noch 15, die potentiell nett sind. Den Strebern wird es wahrscheinlich nicht anders ergehen und 80% sind unter ihrem Niveau. Na und?

Zu den "Intellektuellen" (nicht an Wintermensch): Was soll das denn bedeuten? Wer gilt denn als "intellektuell"? Der Großteil der Bevölkerung hat nicht studiert und bezeichnet die, die es haben pauschal als "Akademiker", unabhängig ob Soztialpädagoge oder Manager draus geworden ist. Ähnlich kommt mir das vor. Erstmal unterstelle ich, daß du nicht weißt, wieviele deiner Mitstudenten ein Instrument spielen (das wär doch auch intellektuell?). Vielleicht lesen sie auch alle ihren Adorno, reden darüber aber nicht nach der Physikvorlesung? Ich finde eher, daß die Mediziner weniger reden, wovon sie keine Ahnung haben (frag mal einen Theologiestudent zu Stamzelltransplantation - viel Gerede ohne Ahnung), aber ich fand auch, daß die Mediziner im klinischen Abschnitt netter wurden. Klingt komisch, aber war bei mir so.

Ich habe übrigens ein gezwungenes Wartesemester vor dem Physikum gemacht (Physio nicht geschafft) und habe als Altenpflegehelfer gearbeitet. War danach doch froh, wieder studieren zu können. Nach dem 7. habe ich noch ein Urlaubssemester gemacht und bin mit meiner frisch geheirateten Frau durch Australien gebackpackt. Unbedingt zu empfehlen, später hat man keine Zeit mehr!

Zum Beruf: Wie so viele schon sagten: Mit Medizin muß man nicht Arzt werden, der Prozentsatz derer, die nach dem 3. anfangenm, als Arzt zu arbeiten liegt bei etwa 50% Da haben es Zahnis schon schwerer. Aber: Wenn du Freude an Medizin hast und mit Menschen zu tun haben willst, dann wirst du in der Forschung fehl am Platz sein, da gibt es nur deinen Labortisch und dich stundenlang. Dann vielleicht eher Gesundheitsamt? Egal, mußt du wissen.

Aber du schreibst, du willst morgens nicht 124x Blut abnehmen: Das mußt du einfach als Patientenkontakt verstehen, das Blut ist Nebensache. Du fragst dabei den Pat., wie es ihm geht, wie er geschlafen hat, was die Kinder machen, ob Besuch kommt - außer in der Visite sehe ich meine Patienten sonst kaum. Dann kann man sich entscheiden, ob man Karriere machen will oder ein begehrtes Spartenfach machen will - und dafür schlechtere Arbeitsbedingungen in Kauf nimmt - oder ob man einfach ein Arzt an einer kleinen freundlichen Klinik sein will, erste Anlaufstelle für Bauer Herrmann mit der COPD. Das mache ich lieber, und will dabei vielleicht auch wissen, wie es der Tochter von Bauer Herrmann geht, die neulich da war usw. An so einer Klinik hast du auch eine normal gute Bezahlung (4000 Brutto im ersten Jahr nach VKA/TV-Ärzte, macht etwa 2200 netto), aber ich habe eine normale 40h-Woche, unter der Woche von 8.00 bis 16.30, jedes zweite WoEnde einen Dienst (den Tag danach frei). Nur: berühmt wirst du damit nicht, und den neuen Rezeptor triffst du auch nicht. Dafür brauch ich alle Grundlagen der Inneren Medizin und nicht nur Kardio oder nur Endokrino, und das bin ins Kleinste.

Egal, ich schreib schon viel zu viel und zu lange, weil so wenig los ist. Ich will bloß sagen:
- Vorklinik hat nichts mit Arztsein zu tun.
- mach ein Urlaubssemester, AUCH wenn du weitermachst
- wer Medizin studiert muß nicht Arzt werden
- es gibt Ärzte und es gibt Ärzte, und es gibt solche und solche Arbeitsplätze

Roxane
01.04.2007, 19:25
Nicht intellektuell gleich kein substantielles Wissen und Interesse bzgl. Politik, Literatur, Philosophie, Musik und Kunst. Gut, kann man sagen, Medizin ist ja eher ein naturwissenschaftlich angehauchtes Fach. Also vielleicht geniale Physiker, Chemiker, Biologen? Auch eher nicht, vielleicht Leute, die das gut lernen, aber niemand, der wirklich Substantielles davon kann. Und das nervt mich an den Medizinern schon. Das sind vor allem der Streber- und der Tussityp (letzterer: Reiterstiefel, gebügelte Haare, angelernte Shoppingsucht etc.; kein Interesse an Medizin, aber Papi hat es ja auch gemacht und es rentiert sich...).

Kilroy
01.04.2007, 20:38
@roxane: Du hast schon recht, daß Medizinstudenten anders sind. Und da sind auch viele dabei, die einfach ein gutes Abi hatten, nicht wissen was sie wollten und Medizin (oder Jura) studiert haben. Und viele "Denker und Herleiter" schreckt auch der Ruf des Studiums als Paukfach und die (angebliche) Auschließlichkeit der Berufswahl. Aber da kann man sich ja an die anderen 5% halten. (Aber ich war auch immer stolz, bei "Laß mich raten, was du studierst" nicht für einen Mediziner gehalten zu werden). Nur: Bei den Germanisten sind viele dabei, die gut im Deutsch-Lk waren und "halt mal studieren". Und bei den Skandinavistikstudenten kannte ich nur Angeber, die sich bevorzugt in Norwegisch unterhielten, weil sie so toll waren. Und bei den Forstis gab es großen Protest, als sie ihre Hunde nicht mehr in die Vorlesung mitbringen durften (kein Witz).

Letztendlich habe ich das Studium aber auch als Mittel zum Zweck gesehen, einen Beruf zu erlernen und nicht als "Ich möchte Denkweisen und die Welt und unsere Gesellschaft erkennen lernen"-Mittel, wie es mir bei Politologen oft vorkommt. Und nebenher kann man ja seinen Interessen nachgehen und statt der Physikvorlesung mal bei den Geistis was hören oder einen Sprachkurs machen.

etlien
01.04.2007, 20:46
Huhu, ich wollte mich auch mal schnell zu Wort melden.

Im ersten Semester hab ich vor den mündlichen Anatomie-Prüfungen Heulkrämpfe bekommen, Biochemie und Physio hab ich alle Nachprüfungen mitgenommen und musste wegen Physio-Seminar sogar das Physikum um ein Semester verschieben.
Physikum hab ich knapp geschafft und dachte dann - in der Klinik wird alles super!
Naja, war es natürlich nicht. Pathologie und Pharma sind für mich ein Buch mit sieben Siegeln, MiBi hat mir vor allem wegen der Dozenten sehr viel Spaß gemacht, aber die Prüfung war unter aller Kanone.
Meine Famulaturen haben mich auch eher abgeschreckt und bei dem Gedanken, in einem Jahr ins PJ zu kommen und dort 16 Wochen am Stück in der gleichen Abteilung zu arbeiten (ganz zu Schweigen vom "Richtigen Arbeiten" nach dem Examen)... ich konnte es mir nicht vorstellen.

Aber gerade komm ich von einer Famulatur, die mir richtig Spaß gemacht hat. Ein super nettes Team, ich hab sehr viel Praktisches gelernt und kam mir wirklich zum Ersten Mal richtig "ernst genommen" vor. Vielleicht kam ich mir wirklich nur so vor, aber dieses Gefühl hat mich einfach überwältigt. Ich will morgen gar nicht mehr in die Uni, sondern am Liebsten sofort weiterarbeiten - das erschreckt mich ein wenig, denn das ist so ganz anders als ich mich kenne, aber ich freu mich wahnsinnig aufs PJ.
Vielleicht hat es zum Ersten mal bei mir "Klick" gemacht.

Ich glaube, das war jetzt alles sehr verwirrend von mir geschrieben, aber ich hoffe, irgendwie ist es rübergekommen?
Du wirst Deinen "Klick" bestimmt auch noch erleben. Es muss ja, wie hier schon viele gesagt haben, nicht gerade die stationäre Patienten-Betreuung sein. Das ist doch das wunderbare am Beruf des Arztes - es gibt sooooo viele Möglichkeiten!!!!

Liebe Grüße,
etlien

gyrasehemmer
01.04.2007, 20:48
,................................................. ..........

//stefan
01.04.2007, 22:39
mit der frage "kriegen sie heute denn besuch? is doch schönes wetter mal in die cafeteria zu gehen.." bin ich schon einige male böse aufs maul geflogen. :-oopss

aber stimmt schon, ich mache grade krankenpflegeausbildung, der patientenkontakt nimmt da einen (logischerweise) sehr hohen stellenwert ein. zumindest bei mir als unterkursschüler, die älteren schwestern gehen "natürlich" mit den patienten um wie ware zum abfertigen auf dem fließband und meinen das das bei mir automatisch früher oder später so wird. die ärzte sehen ihre patienten echt nur auf visite oder wenn sie untersuchungergebnisse durchgeben bzw neue thearpien erklären. aber wo soll man die zeit hernehmen...??

Roxane
02.04.2007, 10:14
Ich finde, dass Ärzte einiger Fachrichtungen durchaus über Zeit verfügen. Und selbst wenn diese nicht da ist: wie jemand schon sagte, ein paar Fragen wie "Geht es Ihnen gut?" sind schon mal gar nicht schlecht. Das sind so belanglose Dinge, über die man einen Patientenkontakt herstellen kann - weil man die gleiche Zeitschrift liest, die der Patient auf dem Nachttisch hat, weil man ihn allgemein nach seinen Befindlichkeiten fragt, oder wer ihm die Blumen mitgebracht hat, etc. Das kostet nicht besonders viel Zeit, gerade für Patienten, die schon länger da sind und kaum Besuch bekommen, ist diese Zuwendung von ärztlicher Seite aber unendlich wertvoll

Aeskolap
08.04.2007, 23:34
wenn es für dich keinen anderen berufswunsch gibt als was medizinisches,mach erst mal physikum...
wenn die hürde geschafft ist,kannste immer noch drüber nachgrübeln,das physikum nimmt dir keiner mehr..
mach ne ausbildung,oder was is mit zahnmedizin,fliegende Ärzte,selbstständig machen,als Arzt verbeamten lassen,Molekularmedizin,etc
ich selbst bin physiotherapeut,war im rettungsdienst und so weiter,mit den berufen bist du überall der arsch,bist der bauarbeiter der medizin,musst kuschen wenn n arzt des sagt,und malochst dir obendrein den arsch ab
probier so was ma aus,dann weisst du was du an deinem studium hast
ich persönlich hab die vorklinik gehasst,mir hats keinen spass gemacht,mein berufswunsch is aber trotzdem arzt
komm erst ma in die klinik,des is n anderes lernen,mit der vorklinik nicht vergleichbar
du bist in deinem studium noch nicht weit genug für ne sinnkrise...
gruss Björn

Dedi
09.04.2007, 00:00
Manche Deiner Sätze erinnern mich an mich selbst, denn im 3. Semester (und noch viel länger) hatte ich ähnliche Zweifel. Naja, letztlich hab ich es bis zum bitteren Ende durchgezogen obwohl ich mir NIE den klassischen Arztjob vorstellen konnte. Nach der Uni hab ich dann mangels Alternativen an der Uniklinik angefangen und primär Forschung, sekundär Klinik mit Patientenbetreuung gemacht. Da das Fachgebiet nicht das richtige war bin ich mittlerweile an ein Lehrkrankenhaus gegangen und mach nur noch Forschung. Was soll ich sagen, das Unmögliche ist eingetreten: mittlerweile schlage ich mich um die Notaufnahmendienste.
Was ich damit sagen will: Studium und Beruf sind zwei Welten. Ich hab mich im Pflegepraktikum und Famulaturen immer fremd und fehl am Platz gefühlt. Ich war nicht nur einmal kurz vorm Hinschmeißen. Erst im PJ hat sich das so langsam geändert. Und jetzt freue ich auf jeden Dienst in der Notaufnahme.

Vielleicht bin ich aber auch nur völlig verrückt. ;-)

funkytyreese
13.04.2007, 01:18
Hallo Wintermensch,

Du sprichst mir mit allem, was Du sagst, aus der Seele. Ich hadere jetzt schon seit 2 Semestern mit mir und auch jetzt, pünktlich zum Beginn des vierten Semesters, stellt sich mir wieder die Frage, ob ich das, was ich mache, wirklich will und kann. Ich bin jetzt schon so frustriert, dass ich mir eigentlich gar nicht vorstellen kann, den Lernaufwand der Klinik auch noch auf mich zu nehmen.
Ebenfalls hab ich das Gefühl, dass ich völlig an meinen Neigungen und Talenten (sofern vorhanden) vorbeistudiere. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass es Vieles gibt, das mich viel mehr fesselt als meine Lehrbücher (vielleicht liegt das aber eben daran, dass ich Zeitungsartikel und Romane nicht lernen muss).
Was ich jetzt mache, weiß ich noch nicht genau. Dir aber wünsche ich, dass Du Deinen Weg findest.

Lieben Gruß,
Funky

Rael
14.04.2007, 23:08
[...]
Was ich jetzt mache, weiß ich noch nicht genau. [...]

Ich kenne diese Situation, auch und insbesondere aus eigener Erfahrung, sehr gut und rate daher genau das, was ich schon mal einem Erstsemester mit Erfolg geraten habe: Studienabbruch, nicht einfach abwarten und "erstmal weiterstudieren", sondern ein Fach, das den jeweiligen Neigungen entspricht, zu studieren, etwas, was ich leider nicht beherzigt, womit ich mich allerdings arrangiert habe. Auch ich habe an meinen fachlichen Neigungen (Mathematik und Physik) vorbeistudiert, jedoch in der Radiologie ein Betätigungsfeld gefunden, das glücklicherweise mein Interesse ebenfalls zu wecken vermochte.

stuff
15.04.2007, 10:54
Ist ja lustig: Bei mir ist's genau umgekehrt. Ich habe ein math.-ing. Studium hinter mir. Das Studium hat auch super viel Spaß gemacht, weil man wenig (auswendig) lernen musste. Aber der Job jetzt nervt mich: 9h täglich ein Rendez-vous mit dem PC im Büro. :-kotz
Bin ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht doch noch Medizin studieren soll. Hatte ich mir nach dem Abi schon mal überlegt, mich aber nicht rangetraut, da mir abgeraten wurde und ich auch keine Lust auf so viel lernen hatte. Jetzt bereu ich's!
Fazit: Aus dem Studium kann man nicht auf das Berufsleben schließen.

yzBastian
15.04.2007, 12:02
Da Student, habe ich folglich keine berufliche Erfahrung. Allerdings kennt man die SInnkrise oder zumindest die monatlich im Semester wiederkehrenden Tage, wo man sich fragt, warum man sich eigentlich so quält, wo andere es scheinbar doch so viel besser haben.

Geht mir auch wirklich regelmäßig so. Ich sehe dann das Ziel. Meine Überzeugung ist einfach der Beruf und die Aussicht es auch zu schaffen. "Haben schon ganz andere Leute geschafft!", sage ich mir dann immer.

Das Problem scheint mir hier viel mehr die eigentlichen Zweifel am Ziel zu sein.
Da kann dir aber keiner helfen. Die dürfen einfach nicht da sein, da diese eben einen auch unfähig für die Masse am Lernen machen. Ganz klar.
Man muss sich also in sich prüfen, ob einem das "Ziel" bewusst ist und ob es mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen übereinstimmt.

Da kann leider kein Dritter helfen.

funkytyreese
17.04.2007, 06:25
Hallo,
mittlerweile weiß ich doch, was ich mache :-)
Ich werde jetzt auch erstmal mein Physikum machen und danach ne Orientierungspause einlegen. Nen halbes Jahr ins Ausland gehen und da im Krankenhaus arbeiten - vielleicht seh ich dann, dass es doch genau das Richtige für mich ist. Vielleicht auch ein Praktikum bei einem Wissenschaftsmagazin oder sowas. Vielleicht aber auch etwas ganz anderes machen, aber auf jeden Fall nicht direkt weiterstudieren. Dieser Ausblick motiviert mich (zumindest in den letzten Tagen) ungemein.
Und was auch hilft: Leute finden, denen's ähnlich geht, gegenseitig motivieren und zusammen lernen. Gestern am eigenen Leib erfahren und froh gewesen
:-D
Vielleicht ist manches doch machbarer als man denkt, wenn man sich traut, anders über die eigene Situation nachzudenken (Also nicht: "Alles ist doof, das macht mir keinen Spaß, ich bin dafür nicht geschaffen" - obwohl ich nicht daran zweifel, das manchen Menschen der Arztberuf mehr liegt als anderen) Wenn wir schon achso kreativ sind, darf das ruhig auch den Blick auf das Selbst betreffen.
Vielleicht ist aber auch das schöne Wetter in den letzten Tagen der Grund für meinen Sinneswandel :-D
Grüße,
Funky

KingLoui
17.04.2007, 19:27
Find ich 'ne gute Idee, viel Spaß :-top

LordRaptor
20.04.2007, 23:32
Ok, WinterMensch, du bist sicher nicht alleine mit deinen Gedanken bzgl. des praktischen Anteils der Medizin.

Du hast in deinem Eröffnungspost aber meiner Meinung schon ziemlich gut ein passendes Berufsfeld für dich umrissen: Die Lehre!

Kannst ja Prof im medizinischen Bereich werden, zB ein innovatives Lehrsystem entwicklen, n paar Bücher schreiben, bisserl forschen und ansonsten in der Welt rumreisen und auf irgendwelchen med. Versammlungen als Gastdozent auftreten. Hast immer Kontakt zu neuen, frischen Ideen und kannst versuchen, den ganzen Studenten den komplexen Stoff deiner Lieblingsfachgebiete spaßig rüber zu bringen. (usw. ... alles nur mal so grob umrissen ohne Prüfung auf Realisierbarkeit ;-) )

Zum Auswendiglernen:
Ich fand's auch immer recht sinnfrei und dachte teilweise, dass mich einige Professoren mit ihren (insb. Zahlenwerte-)Auswendiglern-Anforderungen verar***en wollen. Aber ich hab mir einfach deren Waffen geschnappt und habe einen Weg gefunden, der MIR verdammt viel Spaß macht:
Ich lern zu Dingen, die mich nerven, noch irgendwas absolut Sinnfreies ... Seitenzahlen von Textpassagen, Entdeckungsdaten, Forschernamen und so'n überflüssiges Zeugs. ;-)

Das witzige an der Sache ist, dass ich dadurch mehr Assoziationen zu bestimmten Themen habe als vorher und ich mir diese sogar viel besser merken kann!! Außerdem ist der Blick eines Profs, dem du zu ner Innervationsfrage 4 verschiedene Antworten inkl. Quellenangabe (Prometheus, Sobotta, Frick usw. ... halt alle verschieden) sagst, einfach nur geil (zumindest kann ich mich über sowas den ganzen Tag lang freuen ;-) ).

Natürlich ist das vermutlich eher ne persönliche Sache und nicht unbedingt übertragbar, weil es auch grundsätzlich relativ sinnfrei ist und mir später genau 0 Vorteile bringen wird. Aber egal, dafür freu ich mich jetzt schon auf die Prüfungszeit! Selbst wenn ich irgendwo nich durchkommen sollte, werd ich immerhin viel Spaß haben! :-D

Ansonsten hat mir der Ansatz von "Kilroy" auch sehr gut gefallen, falls man sich dann doch in die praktische Arbeit stürzen möchte.

Also, WinterMensch, nimm dir am besten 'n bisschen Zeit zum Runterkommen und überleg dir noch mal alles in Ruhe. :-winky

hrrk
21.04.2007, 08:24
@wintermensch
noch einer:........
aber wie du siehst geht es den meisten/allen so!!!!

auch wenn ich eigentlich keine zeit habe (T minus 18d mündliche 2.stex/hammerexamen).......

wenn du eine auszeit nimmst, beachte einiges:
ein freund dem es genauso ging wie dir hat sich nach seinem physikum, da er für sich keine zukunft in der medizin sah und was anderes ausprobieren wollte, exmatrikuliert. Mein tipp: mach dies NICHT!!!!,.....er fing an politologie zu studieren, es machte ihm am anfang riesig spass, bis er nach einigen monaten begriff, das ihn dies auch nicht glücklich machen würde. er beschloss doch wieder in die medizin einzusteigen,.....aber da er sich exmatrikuliert hatte ging das nicht so leicht.
er musste sich neu einschreiben, und erhielt dann nach einem semester wieder einen studienplatz,.....problem war jedoch: nicht für das 1. klinische semester sondern für das 1. vorklinische,.....mit anderen worten: die wollten ihn keine praktikumsplätze für die klinischen fächer geben, sondern er sollte warten bis er in seiner rotation wieder da ankommt, wo es wieder einen platz für ihn geben würde. erst nach einigen hin und her,.....vielen problemen und beschwerden beim dekan und und und,....dürfte er dann doch wieder in seinem semester studieren. Und jetzt ist er glücklicher pädiatrie-assi und geht doch voll in seiner arbeit auf.........

was ich sagen möchte: egal was du tust, sei dir der konsequenzen klar,......und lass den kopf nicht hängen!!!

@dr.hyde:......arbeite erstmal in einer bundeswehreinrichtung wie BWK(mein PJ) und du wirst wissen,...da willst du nicht hin