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actin
24.03.2007, 10:25
Allerdings bekommen die Schwestern im Gegensatz zu den Ärzten die Stunden, die sie arbeiten auch ordentlich abgerechnet und müssen nicht dauernd ohne Bezahlung arbeiten.Wer zwingt Euch denn dazu, im Gegensatz zu den Schwestern Überstunden ohne Bezahlung oder Freizeitausgleich zu machen?

alley_cat75
24.03.2007, 10:45
Richtiger Hinweis. Ich kann meine Überstunden zumindestens abbummeln. Ist auch mal nett 4-5 Tage am Stück frei zu haben. :-dafür

Dr. Jekyll
24.03.2007, 11:19
in meiner kpp-klinik ging das z.B. nicht.

die beiden armen schweine von assistenzärzte hätten jeweils rund drei monate
am stück frei, bloß den wollte man ihnen nicht gewähren, weil
man dann neue eingestellt hätte.

so viele überstunden haben die angehäuft. die waren öfter da, als der
kpp-sklave...


@ actin: superschlauer kommentar, kannst ja mal bei der bewerbung zur
assistenzarztstelle sagen, dass du keine lust auf überstunden hast.
mal gucken wie lange du nach einem job suchen wirst

alley_cat75
24.03.2007, 11:24
Bei dem Ärztemangel in Deutschland ist man schön doof, wenn man sich Derartiges bieten lässt. :-meinung Bei uns in der Klinik wird im 8 Wochen Takt der Überstundenzettel genullt. Ganz ehrlich, für alles andere wäre ich mir zu schade.

actin
24.03.2007, 11:39
in meiner kpp-klinik ging das z.B. nicht.

die beiden armen schweine von assistenzärzte hätten jeweils rund drei monate
am stück frei, bloß den wollte man ihnen nicht gewähren, weil
man dann neue eingestellt hätte.

so viele überstunden haben die angehäuft. die waren öfter da, als der
kpp-sklave...Wenn es keine Assistenzärzte gäbe, die so etwas mitmachen, müssten die Krankenhausverwaltungen lange suchen, bis sie Bewerber für solche Stellen gefunden hätten.



@ actin: superschlauer kommentar, kannst ja mal bei der bewerbung zur
assistenzarztstelle sagen, dass du keine lust auf überstunden hast.
mal gucken wie lange du nach einem job suchen wirstUnd was wäre, wenn alle Bewerber sagten, sie hätten keine Lust, im Monatsdurchschnitt mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten und sie bestünden auf Erfassung und Bezahlung aller geleisteten Arbeitsstunden?

dumbo
24.03.2007, 11:56
Wenn es keine Assistenzärzte gäbe, die so etwas mitmachen, müssten die Krankenhausverwaltungen lange suchen, bis sie Bewerber für solche Stellen gefunden hätten.


Meine Meinung ! :-dafür



Und was wäre, wenn alle Bewerber sagten, sie hätten keine Lust, im Monatsdurchschnitt mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten und sie bestünden auf Erfassung und Bezahlung aller geleisteten Arbeitsstunden?

Das Problem ist, daß es immer noch genug Ar$chkriecher gibt, die sich davon einen Vorteil den anderen gegenüber erhoffen.

Überstunden meinetwegen , Ausbeutung no way !!!

Francamour
25.03.2007, 16:01
Hallo,
also ich möchte nochmal zurückkommen auf die Berufsgruppen, welche mehr verdienen als Ärzte (kann da nämlich so einige aufzählen):

Man hat mir letztens erzählt, eine Grundschullehrerin, welche für mich ja zunächst mal nur halbtags arbeitet, verdient direkt nach dem Studium (geht übrigens nur drei Jahre plus ein Jahr Referendarzeit) € 2400,- netto! im Monat und ist unkündbar, und als Frau kann man zwölf!!! Jahre aus dem Job gehen, wenn man Kinder großziehen will!!

Mein Partner ist Wirtschaftsmathematiker und mittlerweile 10 Jahre im Beruf, er bekommt in seinem Beruf als Angestellter im Jahr mehr Geld als ein chirurgischer Oberarzt inklusive aller Hintergrunddienste und Zulagen, hat aber wesentlich weniger Stunden zu arbeiten, nämlich vielleicht so 45 - 50 Stunden die Woche (jede klitzekleine Überstunde wird gut bezahlt), davon im ganzen Jahr vielleicht drei Wochenenden, der Rest ist FREI!!!
Ich könnte von dem Jahresverdienst nur träumen.

Habe einzelne BWLer getroffen, die zwar viel arbeiten, aber auch nicht mehr als ein Arzt, die haben mir von einem Jahresverdienst von € 60.000 erzählt, mit steigender Tendenz (im Marketing!! Wie wichtig ist das denn?)

Teilweise fangen Juristen (zugegeben, die müssen richtig gut sein und kommen dann aus ihrer Kanzlei nicht mehr raus) mit Jahresgehältern von € 100.000 an!!! Was ist das denn?

Ein Pilot bekommt im ersten Berufsjahr nach nur drei Jahren Ausbildung direkt € 60.000. Und darf nur 12 Stunden am Stück arbeiten, höchstens. Gut, ist kein einfacher Job, aber im ersten Jahr so viel Kohle.

Ich gebe zu, ich bin eine derjenigen, die noch AiP machen mußten, und sich für € 1100,- brutto in den ersten achtzehn Monaten ausbeuten lassen mußten. Deshalb mögen diese Vergleiche auch ziemlich böse klingen.

Dahingehend hat sich ja so einiges getan, gerade für Euch Berufsanfänger, Ihr habt es jetzt deutlich besser, auch im Vergleich mit anderen Berufsanfängern. Man denke nur an die Generation Praktikum.

Aber seid Ihr sicher, daß Ihr mit sechzig nicht auch so kaputt seid, immerhin ist es doch ein sehr anstrengender Beruf. Die ganzen Forderungen, mit denen Ihr Euch in Zukunft noch auseinandersetzen müßt.
Ich denke, wenn man über zwanzig Jahre im Krankenhaus tätig war mit seinen ganzen Diensten etc., dann ist man kaputt, wenn man nicht irgendwann die Notbremse zieht.
Ich meinerseits mache jetzt noch sechs Monate meinen Facharzt für Allgemeinmedizin, dann sehen wir weiter. Mit viel Glück arbeite ich dann mal in einer Praxis in Assoziation und kann parallel eine Familie großziehen.

Salut, francamour

Relaxometrie
25.03.2007, 16:20
Vergleiche mit anderen Berufen sind immer interessant, wenn sie, so wie oben geschehen, sachlich dargelegt werden.
Zur Pilotenausbildung habe ich gehört, daß man die größtenteils selbst bezahlen muß. Stimmt das?
Sollen wir mal einen extra Thread zum Bequatschen der Arbeitsbedingungen anderer Berufszweige aufmachen? Wäre dem Erstposter dieses Threads gegenüber fair.

M. Cremaster
25.03.2007, 16:41
Ich erlaube mir, als bereits 5 J. berufstätig gewesener Ing. der auch von der einen oder anderen Berufsgruppe mitbekommen hat wie es dort läuft, mit dem einen oder anderen Vorurteil hier mal aufzuräumen:


Man hat mir letztens erzählt, eine Grundschullehrerin, welche für mich ja zunächst mal nur halbtags arbeitet, verdient direkt nach dem Studium (geht übrigens nur drei Jahre plus ein Jahr Referendarzeit) € 2400,- netto! im Monat und ist unkündbar, und als Frau kann man zwölf!!! Jahre aus dem Job gehen, wenn man Kinder großziehen will!!

Grundschullehrer haben es wirklich lockerer, alle anderen haben definitiv alles ausser einen Halbtagsjob. Die 2400 erscheinen mir etwas viel, auf jeden Fall musst du noch 200-300 € abziehen um 50% deiner KV privat abzudecken. Ausserdem arbeitet die Demographie gegen diesen Job (In BW bereits im Gespräch, die Besoldung der Lehrer stark abzusenken Kündigen geht ja net). Also was Zukunftsaussichten angeht bietet der Arztberuf mehr. Ach ja, Jahrgangskollegin von mir ist an einer Hauptschule (auf dem Land da ists noch relativ human) die ist mit den Nerven fix&foxi.



Mein Partner ist Wirtschaftsmathematiker und mittlerweile 10 Jahre im Beruf, er bekommt in seinem Beruf als Angestellter im Jahr mehr Geld als ein chirurgischer Oberarzt inklusive aller Hintergrunddienste und Zulagen, hat aber wesentlich weniger Stunden zu arbeiten, nämlich vielleicht so 45 - 50 Stunden die Woche (jede klitzekleine Überstunde wird gut bezahlt), davon im ganzen Jahr vielleicht drei Wochenenden, der Rest ist FREI!!!
Ich könnte von dem Jahresverdienst nur träumen.

Jo hab auch so einen Fall in der Verwandschaft, Ing. , Anfang 40, Führungspos., ~90.000 € / Jahr. Aber die Zeiten sind vorbei, als es in der Industrie noch automatisch die Karriereleiter hochging, durch das massive Controlling und den Konkurrenzdruck aus Billigländern hast du als kleiner Angestellter kaum eine Chance über 50 Tsd. zu kommen. Das ein Unternehmen mit 1000 Angestellten keine 500 Abteilungsleiter braucvht leuchtet ein. Die Gehälter sind -bis auf eine kl. Minderheit mit sehr guten Connections- am Ende. Bsp: Bekannte von mir, sehr gute Qualifikation, untere Führungspos., ca 75 Tsd Euro, betriebsbedingt gekündigt - findet jetzt einfach nix vergleichbares mehr, Gehaltsvorstellungen schon auf 50 Tsd runtergeschraubt - hilft nix - es geht dort alles über den "Preis" z.Zt.




Habe einzelne BWLer getroffen, die zwar viel arbeiten, aber auch nicht mehr als ein Arzt, die haben mir von einem Jahresverdienst von € 60.000 erzählt, mit steigender Tendenz (im Marketing!! Wie wichtig ist das denn?)


gäähhhn ja klar. Erstmal wird beim Gehalt eh immer übertrieben, ausserdem kenne ich einige BWLer (im wirtschaftsstarken Südwesten der Republik wohlgemerkt) die in Gehaltsklassen 30 bis maximal 40 Tsd Eusen rumdümpeln. Ohne Aussicht auf Besserung, da man mit denen Sachbearbeiter-Stellen besetzt hat, die auch eine gelernte Bürokauffrau erledigen kann.



Ein Pilot bekommt im ersten Berufsjahr nach nur drei Jahren Ausbildung direkt € 60.000. Und darf nur 12 Stunden am Stück arbeiten, höchstens. Gut, ist kein einfacher Job, aber im ersten Jahr so viel Kohle.


Auch hier wieder: das stimmt nur zu kleinen Teilen. 60 Tsd gibts vielleicht für die 5% der Piloten, die es zur Lufthansa geschaffft haben (nach einem Testverfahren das vielleicht 3 - 5 % bestehen).

der grosse Rest: Erstmal 60 Tsd € PLUS Lebenshaltungskosten für die Verkehrspilotenlizenz (ATPL) finanzieren. Dann der Teufelskreis bei der Stellensuche. Also wenn du Jet fliegen willst brauchst du für jeden Typ (Airbus A320 z.B. ) ein Type-Rating. Kann sich jeder denken dass die Flugstunde auf der Kiste nicht gerade billig ist, selbst der Simulator kostet hunderte Euro / h. Aber: Ohne Type-Rating kein Job - ohne Job kein (bezahlbares) Type -Rating. Immer gerne gesehen: nochmal 30 tsd € Kredit aufnehmen, Type-Rating an einer Flugschule machen, wieder Stelle suchen. Und nochmal Pech. Haben die bei der Airline doch tatsächlich einen Bewerber gefunden, der für 1500 brutto arbeitet, schliesslich kommt er so zu seinem type-Rating :-party

Feuerblick
25.03.2007, 16:49
Man hat mir letztens erzählt, eine Grundschullehrerin, welche für mich ja zunächst mal nur halbtags arbeitet, verdient direkt nach dem Studium (geht übrigens nur drei Jahre plus ein Jahr Referendarzeit) € 2400,- netto! im Monat und ist unkündbar, und als Frau kann man zwölf!!! Jahre aus dem Job gehen, wenn man Kinder großziehen will!!
Und genau das hier muss ich etwas relativieren:
1. Unkündbar? Dann hat sie Glück gehabt und ist verbeamtet worden. Für das Gros der Lehrer sieht es so aus, dass sie in einem Angestelltenverhältnis für ein Schuljahr (!) stehen, sich über die Sommerferien arbeitslos melden müssen und meist am Ende eines Schuljahres noch nicht wissen, ob und wo sie das nächste Schuljahr verbringen.
2. Halbtagsjob... Naja, in den ersten Jahren muss man da noch die Zeit für das Erstellen des Unterrichts hinzurechnen. Danach mag das stimmen.
Aber ich wollte mir dafür nicht jeden Tag schlechterzogene Grundschüler antun, die auch schon keinen Funken Respekt vor Erwachsenen mehr kennen und bei denen ich mich alle Naslang mit den Eltern herumschlagen muss, weil die der Meinung sind, dass Disziplin ihrem "Engelchen" schadet.:-meinung

Giant0777
25.03.2007, 18:52
@Tascha:
Habe mal eben so Deine Gedanken hier gelesen und überlegt, was man Dir jetzt raten sollte. Aber ich habe so das Gefühl, dass Du mal ganz allein einen Weg finden musst. Denn letztlich ist Deine Unsicherheit nicht objektiv begründet, sondern scheint mir eher was emotionales zu sein.

Und insofern können wir Dir ausser ein paar aufmunternden Worten und unseren Einschätzungen eigentlich nicht weiter helfen!

Ratschläge aller Art, bzw. "das Patentrezept" gibt es einfach nicht. :-nix

Giant, dem derartige Fragen noch nicht eingefallen sind!

okulix
25.03.2007, 19:54
Ein Pilot bekommt im ersten Berufsjahr nach nur drei Jahren Ausbildung direkt € 60.000. Und darf nur 12 Stunden am Stück arbeiten, höchstens. Gut, ist kein einfacher Job, aber im ersten Jahr so viel Kohle.Wer hat Dir denn das erzählt???

Den Vergleich mit den Pilotengtehältern haben wir hier vor einigen Monaten bereits gemacht. Laut der Homepage der Vereinigung Cockpit sieht das so aus:

Die Ausbildung zum Piloten kostet zwischen 40 000 und 75 000 Euro (zuzüglich Lebenshaltungskosten und Unterkunft), die der Piloten-Azubi erst mal finanzieren muss. Dagegen sind 500 Euro Studiengebühren pro Semester (=5000 Euro für ein 10-semestriges Studium) doch noch human.

Die Anfangs-Gehälter der Piloten liegen laut Vereinigung Cockpit für den Ersten Offizier zwischen 1750 und 4 200 Euro brutto. Das Anfangsgehalt eines Kapitäns (Kapitän wird man erst, nachdem man nach 3-15 Jahre als Erster Offizier gearbeitet hat) liegt zwischen 3000 und 6000 Euro brutto.


Zitate von der Homepage der Vereinigung Cockpit:

http://www.vcockpit.de/ausbildungfaq.php

Zu den Kosten der Ausbildung zum Piloten sagt die Vereinigung Cockpit:

>Je nach Ausbildungsstätte EUR 40.000.- bis 75.000.- (zuzüglich Lebenshaltungskosten und Unterkunft). Seit kurzem sind diese Kosten unter bestimmten Voraussetzungen (z.B vorangehende Berufstätigkeit), zumindest teilweise steuerlich absetzbar. Nähere Auskünfte hierzu erhalten Sie bei den zuständigen Finanzämtern. Zusätzlich schlagen bei manchen Fluggesellschaften noch bis zu EUR 25.000.- für den Erwerb einer Musterberechtigung zu Buche!<

und zu den Piloten-Gehältern steht dort:

>Das kommt sehr stark auf die Luftverkehrsgesellschaft an. Ein Erster Offizier erhält anfangs ein Monatsgehalt zwischen EUR 1.750.- und 4.200.- brutto. Davon müssen meist eine Menge Schulden abgezahlt werden, die für die Ausbildung gemacht wurden. Danach steigt, wie in jedem anderen Beruf, das Gehalt allmählich an. Ein Kapitän - das wird man nach etwa 3 - 15 Jahren als Erster Offizier - erhält je nach Luftverkehrsgesellschaft ein Anfangsgehalt zwischen EUR 3.000.- und 6.000.- pro Monat. <

okulix
25.03.2007, 20:10
Man hat mir letztens erzählt, eine Grundschullehrerin, welche für mich ja zunächst mal nur halbtags arbeitet, verdient direkt nach dem Studium (geht übrigens nur drei Jahre plus ein Jahr Referendarzeit) € 2400,- netto! im Monat und ist unkündbar
Da hat man Dir offensichtlich einen Bären aufgebunden. Das Anfangsgehalt einer Grundschullehrerin liegt, sofern sie überhaupt Beamtin ist (und selbst dann ist sie noch längst nicht unkündbar, sondern erst mal einige Jahre lang Beamtin auf Probe) nicht bei 2400 Euro netto, sondern bei 2145 Euro netto (Stkl. 1 angenommen). davon gehen noch etwa 200 Euro PKV-Prämie und Kosten für Fachliteratur, Computer, Büromaterial usw. weg. Außerdem ist es fraglich, ob das Unterrichten von Klassen mit 30 Schülern, von denen 20 nicht Deutsch sprechen, wirklich so ein lockerer Halbtagsjob ist.

Aber mal ne andere Frage: Warum bist Du nicht Grundschullehrerin geworden, wenn dieser Beruf für Dich gegenüber der Tätigkeit als Ärztin so viele Vorteile zu haben scheint?


und als Frau kann man zwölf!!! Jahre aus dem Job gehen, wenn man Kinder großziehen will!!Kann man das als Ärztin nicht machen???

Relaxometrie
25.03.2007, 20:17
Irgendwie verrennt man sich bei den Vergleichen mit anderen Berufen doch sehr schnell in Halbwahrheiten und läuft Gefahr, nur die angenehmen Seiten eines anderen Berufs zu sehen.
Mein viel zitierter Spruch lautet da immer "The grass is always greener on the other side".
Seitdem ich eine Gymnasiallehrerin zu meinen Freundinnen zählen darf, sehe ich diesen Job auch mit anderen Augen. Nix mehr mit "andauernd Ferien", sondern stundenlange Konferenzen, Klausurvorbereitungen und -korrekturen, Elternsprechtage, Begleitung von Schüleraustauschreisen ins Ausland u.v.a.m..

Fazit: wenn man in seinem Job (finanziell) unzufrieden ist, sollte man für Verbesserungen kämpfen. Aber um als eine Diskussionsgrundlage den Vergleich mit anderen Berufen anzustrengen, sollte man wirklich wissen, was man sagt, damit man mit Fakten argumentiert, und nicht mir Wunschvorstellungen, welche man fälschlicherweise als Fakten darstellt.

Pauker
25.03.2007, 20:29
Der Hass vieler Ärzte auf die Lehrer scheint grenzenlos zu sein.Woran leigt das eigentlich?

Francamour
25.03.2007, 20:34
Hallo,

also erstmal zu den Piloten: daß die eine Schule besuchen müssen, die sie für so viel Geld selbst zahlen müssen, wußte ich nicht. Da war ich mit meinem Urteil etwas voreilig.
Trotzdem hat mir letztens noch ein Kollege von mir erzählt, dessen Bruder ein damals 36-jähriger Pilot bei Condor war, dieser verdiene € 8.000,- pro Monat brutto, wohingegen er selbst mit 34 Jahren als Arzt mit fünf Jahren Berufserfahrung nur € 4.000,- verdiene, das alles inklusive Diensten, welche sein Bruder nicht machen müsse.
Er habe mit seinem Bruder mal über den Sinn ihrer beider Arbeit diskutiert, welche Bezahlung denn nun welchem Job angemessen ist, bzw. wer eine sinnvollere Tätigkeit ausübt, der, der Leute in den Urlaub fliegt, oder derjenige, der Leben rettet und direkt Verantwortung für Menschen übernimmt...

Nun zu den Grundschullehrern:
Aus meiner Jahrgangsstufe (Abi 94) sind so einige Grundschullehrerin geworden (eher mit wenig Aufwand und schlechtem NC), und von denen weiß ich, daß eine nicht unerhebliche Zahl noch verbeamtet worden ist.
Mag sein, daß der Nettoverdienst zu hoch gegriffen war, wurde mir aber von einer Rektorin einer Grundschule so berichtet, als ich mich nach den Anfangsgehältern der Kolleginnen erkundigte. Vielleicht hat sie da selbst den PV-Anteil nicht mitgerechnet. Aber selbst wenn, du hast als Beamtin so viele Vorteile, nicht zu reden von Privat versichert sein, nie arbeitslos zu werden, etc.
Was für mich der größte Vorteil ist: du kannst, ohne es zu bereuen, mehrere bis zu zwölf!!! Jahre mit deinem Beruf aussetzen und Kinder erziehen, danach wirst du, wenn auch in Vollzeit, ohne Fragen wieder beschäftigt!
Ist in der freien Wirtschaft ein Ding der Unmöglichkeit, nach drei bis vier Jahren bist du raus aus dem Job! Und um auf die Frage oben zu antworten:
Klar kann man als Ärztin das auch tun, aber danach würde ich die Chancen, normal als Ärztin arbeiten zu können, als eher verschwindend gering bezeichnen. Oder man bekommt zu miserablen Konditionen die letzten Stellen.

Hier muß in unserer Gesellschaft sowieso ein umdenken stattfinden, sonst kriegt keiner mehr Kinder.
Oft habe ich mich gefragt, warum ich nicht Lehrerin geworden bin, und hätte ich heute nochmal die Wahl, würde ich mich anders entscheiden! Jetzt geht zwar wieder die große Kritik hier los, aber mit dem Wissen von heute würde ich nie wieder Medizin studieren.
Wahrscheinlich habe ich mittlerweile einen weiteren Horizont als viele hier, die noch studieren. Aber ich bin 13 Jahre seit 94 im Geschäft und im Prinzip immer noch nicht fertig, und das kotzt mich einfach an...

A propos: arbeite momentan in einer allgemeinmedizinischen Praxis, Pflichtzeit 18 Monate für die Weiterbildung und verdiene bei 40 Stunden pro Woche lächerliche € 33.600 im Jahr. Und ich habe noch ein besseres Gehalt rausschinden können als in manch anderer Praxis gezahlt wird, trotz KV-Förderung...

Soviel dazu, Salut, Francamour

okulix
25.03.2007, 21:14
Oft habe ich mich gefragt, warum ich nicht Lehrerin geworden bin, und hätte ich heute nochmal die Wahl, würde ich mich anders entscheiden!
[....]
A propos: arbeite momentan in einer allgemeinmedizinischen Praxis, Pflichtzeit 18 Monate für die Weiterbildung und verdiene bei 40 Stunden pro Woche lächerliche € 33.600 im Jahr. Und ich habe noch ein besseres Gehalt rausschinden können als in manch anderer Praxis gezahlt wird, trotz KV-Förderung...
Mein Gott, dann sei doch endlich konsequent. Mach anstatt einer fünfjährigen Weiterbildung zum Facharzt ein dreijähriges Grundschullehrerstudium, wenn Grundschullehrerin Dein Traumberuf ist.

Roxane
25.03.2007, 21:42
Der Hass vieler Ärzte auf die Lehrer scheint grenzenlos zu sein.Woran leigt das eigentlich?

Von Hass würde ich da nicht sprechen, eher davon, dass die Arbeitsbedingungen für Lehrer als ziemlich gut angesehen werden. Gute Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und gutes Gehalt - was nicht unangemessen ist für gute Leute, die es ja zumindest unter Gymnasiallehrern gibt. Viele Spitzenleute studieren das und würden das unter schlechteren Bedingungen wohl nicht tun, insofern ist das okay, meine persönliche Anmerkung wäre nur, dass KPPler, Famulanten und PJler auch gut ausgebildet und bezahlt werden sollten, was ja bei den Referendaren der Fall ist. Du schaffst als Medizinstudent ordentlich mit, hast zumindest im PJ absolut solide Kenntnisse und kriegst keinen Cent bezahlt, vielmehr musst Du noch Fahrtkosten, Essenskosten etc. selbst blechen und musst Dir als Sahnehäubchen die gereizten Kommentare von überlasteten Krankenschwestern und Assis gefallen lassen. Nicht wirklich prickelnd. Trotzdem finde ich den Arztberuf immer noch solide bezahlt und finde die Bedingungen auch so schlecht nicht, jedenfalls nicht, wenn man nicht gerade im OP stehen muss. Gibt körperlich wesentlich Anstrengenderes, frag mal Krankenschwestern (okay, vielleicht nicht unbedingt HNO-Krankenschwestern ;-)).

yzBastian
26.03.2007, 08:17
Mein Gott, dann sei doch endlich konsequent. Mach anstatt einer fünfjährigen Weiterbildung zum Facharzt ein dreijähriges Grundschullehrerstudium, wenn Grundschullehrerin Dein Traumberuf ist.

Ganz schön harte Worte! Nicht die Nerven verlieren! ;-)

Eine Grundschullehrerin wird übrigens meines Wissens noch deutlich schlechter bezahlt, als sie aktuell. Vielleicht liege ich falsch, aber viel bekommen sie nicht.

Im Übrigen sollte man wirklich selber entscheiden, was man tun möchte. Es geht nicht nur, wenn auch sicherlich auch, um das Geld. Der Spaß an dem was man tut ist doch die hauptsächliche Erfüllung, finde ich. Man möchte den Job ja auch ein paar Jährchen machen! ;-)

alley_cat75
26.03.2007, 08:56
... Man hat mir letztens erzählt, ...

Nicht erzählen, sondern schwarz auf weiss zeigen lassen. Meine Cousine ist ebenfalls Grundschullehrerin und stieg mit dem gleichen Gehalt wie ich ein. Nur dass sie, 30 kleine, unerzogene Monster in der Klasse hat und bis spät in die Nacht sitzt, um Aufgaben zu kontrollieren und den Unterricht vorzubereiten. Ich hingegen kann meine Monster zur Not sedieren..


... als Frau kann man zwölf!!! Jahre aus dem Job gehen, wenn man Kinder großziehen will!

Das kannst Du als Ärztin auch. Soll ich Dir eine Adressliste schicken?


Mein Partner ist Wirtschaftsmathematiker und mittlerweile 10 Jahre im Beruf, er bekommt in seinem Beruf als Angestellter im Jahr mehr Geld als ein chirurgischer Oberarzt...

Und wie schnell findet Dein Partner einen neuen Arbeitsplatz, wenn seine Firma morgen abbrennt?


Habe einzelne BWLer getroffen, ... die haben mir von einem Jahresverdienst von € 60.000 erzählt ...


:-sleppy siehe oben :-sleppy


Teilweise fangen Juristen mit Jahresgehältern von € 100.000 an!

Mein Bruder, meine Schwägerin und meine beiden Schwager sind Juristen - alle mit Prädikatsexamen (ich glaube, dann sind sie richtig gut). 100.000 Euro Jahresgehalt hatten sie bei Berufsstart gerade mal alle zusammen.



Aber seid Ihr sicher, daß Ihr mit sechzig nicht auch so kaputt seid, ... Ich denke, wenn man über zwanzig Jahre im Krankenhaus tätig war mit seinen ganzen Diensten etc., dann ist man kaputt, ... Ich meinerseits mache jetzt noch sechs Monate meinen Facharzt für Allgemeinmedizin, ...

Ich kenne soviele Ärzte 50+, von denen kein einziger reif für`s Pflegeheim ist. Als OA in der Klinik schiebt man doch keine Dienste mehr, wie in jungen Jahren und als Niedergelassener hat man es sogar noch besser; man ist sein eigener Cef. Bei all dem Leid für uns Ärzte und der furchtbar miesen Bezahlung sollten wir nie vergessen, dass wir so ziemlich die einzigste Berufsgruppe im Land sind, die immer und überall einen Job findet. Was nutzt mir ein Jahreseinkommen von 100.000 Euro, wenn ich stetig bangen muss, ob ich das nächsten Jahr auch noch habe?! Und überhaupt - für ein Zweitstudium ist es nie zu spät. Nur mit 35+ wirst Du es als Quereinsteigerin extrem schwer haben.

Für Deine FA-Prüfung wünsche ich Dir aufrichtig viel Erfolg. Sicherlich wirst Du dann weniger Frust beladen sein. :-meinung