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alley_cat75
10.07.2007, 14:09
Ich als Humanmedizinerin bin regelrecht schockiert, wie Ihr Zahnis hier Euren eigenen Berufsstand herunterspielt. Zwar haben Humanmediziner aller Fachrichtungen mal 6 Jahre lang das Gleiche studiert, aber fragt mal einen Lungenfacharzt, wie eine Konjunktivitis zu behandeln ist. Hennessys Beispiel mit dem Radiologen ist mehr als passend. Schon im 1. Weiterbildungsjahr weiß der angehende Radiologe nicht einmal mehr, wie ein schwerer Herzinfarkt im EKG aussieht. Sechs Jahre lang wurde uns allgemeinmedizinisches Wissen eingetrichtert, welches nur bei erneuter Wiederverwertung erhalten bleibt. :-meinung Mein Studium ist knapp 6 Monate her und ich habe keine Ahnung mehr von Augen, HNO oder Kinderkrankheiten - müsste ich nachlesen. :-blush Was also wollt Ihr mit einer allgemeinmedizinischen Grundausbildung? Ich finde es richtig, dass Ihr Euch von Anfang an auf Euer Fach konzentriert. Ich hätte im Studium gern weniger Ballast gehabt und dafür mehr internistisches Wissen/Können - alles andere interessiert mich nämlich nicht.
hennessy
10.07.2007, 14:19
vielen Dank, alley_cat!
manchmal fühlt man sich echt als Mensch 2. Klasse, wenn man solche Äußerungen hört. Was aber immer wieder komisch ist: Viele wollen zwar unseren Verdienst haben (der jedoch schon lange nicht mehr mit dem früherer Jahre vergleichbar ist), aber sie wollen nicht unsere Arbeit machen.
lg
hennessy
alley_cat75
10.07.2007, 17:00
Dieses Problem erinnert mich an etwas... woran nur? Ich glaube, an diesen thread hier http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=38330&page=30&pp=5 :-))
Falls irgendjemand meine Meinung interessiert: Zahnärzte sind für mich richtige Ärzte, Spezialgebiet Mund + Kiefer. Ich für meinen Teil könnte diesen Job nicht machen, weil zart beseitet und immer mitfühlend. :-D Und ich denke, dass Ihr eine Menge wissen müsst und mit einem humanmedizinischem Grundstudium heillos überlastet wärt. Und wem es nicht reicht, kann ja HM noch ranhängen. Es gibt ja auch genügend Humanis, die noch etwas anderes studieren. :-nix
hennessy
10.07.2007, 17:16
Hallo alley_cat :-winky
so viel des Lobes, ich werd ja schon ganz rot. Tut ja richtig gut zum Schluss des Tages noch ein solch schönes Kompliment zu bekommen. Aber ich kann dieses nur zurückgeben. Manche Fachrichtungen wären für mich einfach too much. Und ich weiß, wovon ich rede. Ich habe vor meinem Zahnmedizinstudium bereits Humanmedizin studiert.
Einigen wir uns darauf:
Jede Fachrichtung hat schöne und nicht schöne Aspekte.
Und es ist super, dass es für jede Disziplin tolle Menschen gibt, die noch so voller Idealismus sind, dieser Fachrichtung auch Leben einzuhauchen.
Ich liebe meinen Beruf!
gruß
hennessy, der jetzt zum Abendessen eingeladen ist. Und tschüß!
Linda.1001
10.07.2007, 17:48
Dieses Problem erinnert mich an etwas... woran nur? Ich glaube, an diesen thread hier http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=38330&page=30&pp=5 :-))
Falls irgendjemand meine Meinung interessiert: Zahnärzte sind für mich richtige Ärzte, Spezialgebiet Mund + Kiefer. Ich für meinen Teil könnte diesen Job nicht machen, weil zart beseitet und immer mitfühlend. :-D Und ich denke, dass Ihr eine Menge wissen müsst und mit einem humanmedizinischem Grundstudium heillos überlastet wärt. Und wem es nicht reicht, kann ja HM noch ranhängen. Es gibt ja auch genügend Humanis, die noch etwas anderes studieren. :-nix
Und wenn ich mal so frech sein darf: Was ist mit den Pharmazeuten?
Wie steht ihr dazu? Bin ganz neutral, wollte nur mal eure Meinungen hören.
(ok, nicht ganz neutral, da ich ja mal nen Semester Pharma gemacht hatte..)
Mein Beitrag war nicht abwertend gemeint, sondern dahingehend, dass die Spezialisierung des ZA soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann vielleicht schon seinen Sinn hat (ganz im Sinne von alley_cat75). Das schließt ja keineswegs aus, dass man als ZA bei Patienten mit vereiterten Zähnen auch an mögliche zahn-ferne Komplikationen denken sollte oder dass man bei Patienten nach Bestrahlung im Kopf-Bereich an Kiefernekrosen denkt (die auch bei Bisphosphonat-Therapie auftreten können). Aber dafür braucht man keine humanmedizinische Grundausbildung, von der man das meiste sowieso wieder vergisst.
Linda.1001
11.07.2007, 08:37
Ladies and Gentlemen,
was meint ihr denn jetzt zu meinem Beitrag? Bin gespannt auf eure Antworten und Meinugen.
Das ZM-Studium gehört meiner Meinung nach an die Fachhochschule.
Auf keinen Fall bitte eine Degradierung des Ausbildungsniveaus! Allzu deutlich sind mir noch die Worte einer Assistentin aus dem Phantomkurs der Zahnersatzkunde im Ohr, die doch tatsächlich meinte, Elektronen bewegten sich auf Kreisbahnen um positiv geladene Atomrümpfe.
Wer solch einen Schwachsinn erzählt und heute noch das Bohr'sche Atommodell aus der Mottenkiste des Museums für Naturkunde bei Husum-Büttenbusel links neben der Eiche herausholt, zeigt doch nur, dass das Studium stellenweise nicht gründlich genug war.
Wenn das Studium nun an eine Fachhochschule transferiert wird, wird es nur noch schmalspuriger, als es ohnehin schon ist. Zahnmedizin ist kein Gewerbe, und damit wäre auch eine herkömmliche Berufsausbildung unzureichend; das Studium soll den angehenden Zahnarzt befähigen, die Kenntnisse in der Zahnheilkunde mit wissenschaftlichen Methoden voranzubringen, und dazu reicht ein Fachhochschulstudium nur bedingt aus.
alley_cat75
11.07.2007, 11:12
Sehr schön formuliert. :-dafür
Linda.1001
11.07.2007, 11:14
Ich finde, wir, ob nun Medis, Zahnis oder Pharmas sollten uns (wenn ich mich jetzt frecher Weise einfach mal schon miteinbeziehen darf) nicht gegenseitig degradieren. Das ist doch kindisch. :-dagegen
Wir sind doch alle Kollegen und mal ehrlich, der Medi kann nicht so gut mit Karies und deren Folgen umgehen und der Zahni nicht so gut mit keine Ahnung, einer Herzinsuffizienz? Der Pharma weiss dafür nicht wie.....man ne OSteosynthese durchführt? Dafür sind Spezialisierungen nun mal da und anstatt einander zu degradieren sollten wir einander die Spezialisierungen anerkennen. :-dafür
Knockout_Mouse
11.07.2007, 11:34
Wenn das Studium nun an eine Fachhochschule transferiert wird, wird es nur noch schmalspuriger, als es ohnehin schon ist. Zahnmedizin ist kein Gewerbe, und damit wäre auch eine herkömmliche Berufsausbildung unzureichend; das Studium soll den angehenden Zahnarzt befähigen, die Kenntnisse in der Zahnheilkunde mit wissenschaftlichen Methoden voranzubringen, und dazu reicht ein Fachhochschulstudium nur bedingt aus.
kann alleycat nur beipflichten: gut argumentiert (übrigens nicht zum ersten mal) !
MOUSE
Unser Anatomie-Professor meinte einmal: "Bei uns gab es früher zwei Gruppen von Zahnmedizinern. Zum einen die Zahnärzte und dann waren da noch die Zahnärsche. Meine Herrschaften, dass was auch sie lernen müssen ist die medizinische Denkweise!".
Die Ausbildung zum Zahnarzt ist meiner Meinung nach nicht umfassend genug. Krankheitsprozesse, die sich im Mund-/ Kieferraum abspielen, haben ofmals viel globalere Auswirkungen, z.B. ein Schiefstand des Unterkiefers, der sich durch eine schiefe Wirbelsäule bis in die Kniegelenke manisfestiert.
Man hat erst in den letzten Jahren damit begonnen, zahnärztliche Therapien ganzheitlicher Auszurichten, was aber weitem noch nicht bedeutet, dass die Ausbildung bereits auf diese Entwicklungen reagiert hat.
Es liegt damit auch zum großen Teil im Ermessen eines Studenten, sich umfassender mit medizinischen Themen auseinanderzusetzen, um nicht als "party-prooved" Zahnarsch dazustehen.
alley_cat75
11.07.2007, 13:39
Es liegt damit auch zum großen Teil im Ermessen eines Studenten, sich umfassender mit ... Themen auseinanderzusetzen, um nicht als "party-prooved" ... dazustehen.
Das ist meiner Meinung nach in jedem Studienfach so! Und es gibt immer wieder Leute, die nur das Notwendigste machen und sich hinterher beschweren, keine gute Ausbildung genossen zu haben. :-dagegen Viele meiner Komillitonen hatten nach dem Studium keine Ahnung, wie herum man ein EKG hält oder wo das Sono-Gerät angeschaltet wird. Einen ordentlichen Aufnahmestatus bekommen sie auch nicht hin. Und wer ist Schuld? Die Uni. :-(
Linda.1001
11.07.2007, 14:02
Oh wie peinlich, das mit dem EKG-Streifen! Das weiss ja ich sogar... :-))
nnlglmpp
11.07.2007, 16:28
Jeder Mensch hat nun mal seine Grenzen. Selbstverständlich wäre eine Therapie in Bezug auf den ganzen Meschen (Körper und Seele) wünschenswert. Nur all zu oft ist dies nicht möglich, weil derjenige, der die Therapie ansetzt auch ein Mensch ist und nicht alles wissen kann. So tut dann halt jeder Arzt sein Bestes, um das akute bzw. das vordergründige Problem zu beseitigen.
In früheren Jahrhunderten waren diese Spezialisierungen der Disziplinen ja auch gar nicht die Regel. Da waren Naturwissenschaftler ja auch zugleich Geisteswissenschafter, Politiker, etc (Bsp. Senckenberg). Erst so ab Anfang des 20. Jahrhundert fing das mit der Spezialisierung an. Und es ist auch gut so. Denn wie sonst könnte die Forschung heute so weit entwickelt sein.
Deswegen können wir uns heute glücklich schätzen, Fachärzte zu haben. Und Zahnärte sind eben Fachärzte.
Warum nun das Studium der Humanmediziner und Zahnmediziner getrennt sind, das muss man wohl die fragen, die dafür zuständig sind. Wer ist eigentlich dafür zuständig?
Zahnsteinkratzer
11.07.2007, 18:43
Das ZM-Studium gehört meiner Meinung nach an die Fachhochschule.
Liebe Leute,
ich muss wohl ein Missverständnis aus der Welt schaffen...
Gemeint war: Das ZM-Studium (IN DER JETZIGEN FORM !!! ) gehört meiner Meinung nach (DE FACTO !!!) an die Fachhochschule.
Es braucht nicht degradiert zu werden, da es bereits degradiert wurde !!!
Ich wünsche mir eine adäquate klinische Ausbildung.
Bin mit "hennessy" einer Meinung - am vernünftigsten wäre eine Integration der Zahnärzte in den Ärztestand und somit eine Facharztweiterbildung zum FA für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (so wie es z. B. in Österreich bis vor kurzem der Fall war...).
Noch einmal: Die Ausbildung zum Zahnarzt hat an der Fachhochschule nichts zu suchen !!!
Ich habe eher den Eindruck, dass manche Kollegen eine derartige Entwicklung forcieren, indem sie "wie von der Tarantel gestochen" auf Ästhetik setzen - ich denke, das ist der falsche Weg...
Wir müssen uns unbedingt als "Ärzte" verstehen (sei es nun berechtigt oder nicht), sonst gute Nacht...
Die Kommunikation ist voller Missverständnisse... :peace:
hennessy
12.07.2007, 06:39
Die Kommunikation ist voller Missverständnisse... :peace:
stimmt!
Deshalb solltest Du vielleicht Dein oberes posting nochmals durchlesen. Zuerst schreibst Du, dass das ZM-Studium unbedingt an die FH gehört und unten schreibst Du, dass es an der FH nichts zu suchen hat. Ja wie nun?? :-nix
gruß
hennessy
Nemesisthe2nd
12.07.2007, 14:01
er findet das niveau des studiums momentan zu niedrig (=auf fachhochschulniveau) und wünscht sich dass es höher angesiedelt wird... und somit es auch verdient hat an einer uni gelehrt zu werden...
wäre evtl ne lösung den zahnarzt einfach zum facharzt zu machen... der werdende unfallchirurg lernt ja auch erst nachm studium wie man knochen nagelt, schraubt und fräßt...
hennessy
12.07.2007, 14:06
er findet das niveau des studiums momentan zu niedrig (=auf fachhochschulniveau) und wünscht sich dass es höher angesiedelt wird... und somit es auch verdient hat an einer uni gelehrt zu werden...
wäre evtl ne lösung den zahnarzt einfach zum facharzt zu machen... der werdende unfallchirurg lernt ja auch erst nachm studium wie man knochen nagelt, schraubt und fräßt...
ich glaube nicht, dass das Niveau zu niedrig ist. Vielmehr ist es so, dass der Bezug zum ganzen Menschen zu kurz kommt. Deshalb könnte ich mir durchaus vorstellen, wie auch bereits gepostet, dass erst ein Studium der Humanmedizin absolviert wird und anschließend eine Facharztausbildung durchlaufen werden muss.
gruß
hennessy
Zahnsteinkratzer
12.07.2007, 20:07
er findet das niveau des studiums momentan zu niedrig (=auf fachhochschulniveau) und wünscht sich dass es höher angesiedelt wird... und somit es auch verdient hat an einer uni gelehrt zu werden...
Hurra, die Enten !!!
Ich hab` schon gedacht, ich sprech` Chinesisch...
:peace:
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