Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alltag eines Radiologen



Seiten : 1 2 [3]

Alfons111
29.01.2009, 13:27
Ich interessiere mich ebenfalls für das Fach Radioligie und wollte da einige Dinge noch näher nachfragen:

1. Bei den Radiologen scheinen die Dienste ja relativ angenehm zu sein. Es scheint aber wohl trotzdem unterschiedliche Modelle zu geben. Eine Variante scheint es zu, dass im Krankenhaus eine MTRA verbleibt und zu befundende Bilder teleradiologisch vom Radiologen daheim befundet werden. Andererseits scheint es ja auch die Variante zu geben, dass der Radiolge selbst, wie in Diensten anderer Fachrichtungen, im Krankenhaus bleibt. Macht er dann die Bilder selbst oder ist dann auch wieder eine MTRA anwesend und der Radiologe wird nur zur Befundung gerufen?

Werden die meisten Aufnahmen während der Bereitschaft eh von den jeweiligen Fachärzten der entsprechenden Richtung beurteilt oder wird für fast alles der Radiolge geweckt/angerufen? Wieviel hat man bei den unterschiedlichen Modellen im Dienst zu tun? Wie oft hat man Dienst?

Als was werden die unterschiedlichen Modelle finanziell eingestuft? (Hintergrundbereitschaft oder normaler Dienst?)

Ab wann müssen Radiologen Dienste leisten? Für die Befundung komplexer Bilder braucht es sicherlich einiger Erfahrung?

Welche Krankenhausgrößen setzten in der Regel welches Modell ein?

2. Es wurde ja gesagt, dass die Hierachie in der Radiologie nicht so stark ausgeprägt sei, wie in anderen Richtungen. Wie sind denn die Aufstiegschancen bis zum Oberarzt hin?

Talelady
29.01.2009, 15:10
Macht er dann die Bilder selbst oder ist dann auch wieder eine MTRA anwesend und der Radiologe wird nur zur Befundung gerufen? Natürlich macht die Bilder eine diensthabende MTRA :-)
Werden die meisten Aufnahmen während der Bereitschaft eh von den jeweiligen Fachärzten der entsprechenden Richtung beurteilt oder wird für fast alles der Radiolge geweckt/angerufen? Schnittbilder muss auch im Dienst ein Radiologe ansehen/befunden. Konventionelle werden in der Regel im Dienst "nur" von den jeweils anfordernden Ärzten gesehen. Was du noch gar nicht angesprochen hast sind Interventionen... als Neuroradiologe würdest du also auch nachts immer mal wieder "Gewehr bei Fuß" was tun müssen.
Wieviel hat man bei den unterschiedlichen Modellen im Dienst zu tun? kommt immer auf das Patientenaufkommen an: in der gleichen Klinik kann nach einer Nacht in der dein Kollege 5-6 Stunden schlafen konnte, deine Nacht kommen, in der 30-40 (z.B. Schädel-) CTs gefahren werden, die du natürlich alle befunden musst.
Wie oft hat man Dienst?das kommt genauso wie in jedem anderen Fach auf die Menge am Dienst Teilnehmender an und kann sicher von 1-3 x im Monat bis 3 x die Woche variiren.
Als was werden die unterschiedlichen Modelle finanziell eingestuft? (Hintergrundbereitschaft oder normaler Dienst?) das müsstest du dir in der jeweiligen Klinik genau erzählen lassen... wird sicher unterschiedlich sein.
Ab wann müssen Radiologen Dienste leisten? Für die Befundung komplexer Bilder braucht es sicherlich einiger Erfahrung?Natürlich brauchst du dafür Erfahrung. Es kommt drauf an, ob du allein für eine ganze (Uni-)Klinik zuständig bist: dafür wirst du wohl erst 1,5-2 Jahre Erfahrungen sammeln und einige Monate im CT gearbeitet haben müssen. Wenn 2 Leute vorgesehen sind, kannst du sicher schon früher einsteigen.
Welche Krankenhausgrößen setzten in der Regel welches Modell ein?was meinst du damit?
Wie sind denn die Aufstiegschancen bis zum Oberarzt hin?Wie in jedem anderen Fach kannst du erst Ober-/Chefarzt werden, wenn die Position frei geworden ist oder ein neuer Verantwortungsbereich geschaffen wurde: dazu können sicher keine pauschalen Aussagen getroffen werden.

Alfons111
29.01.2009, 15:28
Mit der unklaren Frage meinte ich, ob es einen Zusammenhang zwischen der Krankenhausgröße und dem eingesetzten Dienstmodell (teleradiologisch oder Anwesenheit) gibt?

Wie anstrengend sind die Dienste insbesondere im Vergleich zu anderen Disziplinen? 40 CTs in der Nacht sind ja sicherlich auch einiges an Arbeit.

Talelady
29.01.2009, 15:39
Mit der unklaren Frage meinte ich, ob es einen Zusammenhang zwischen der Krankenhausgröße und dem eingesetzten Dienstmodell (teleradiologisch oder Anwesenheit) gibt? Ich weiß nicht obs ne Uni-Klinik gibt, bei der im Dienst kein Radiologe im Haus ist. Dafür gibts nicht wenige Wald-und-Wiesen-Krankenhäuser, deren Nacht-CTs teleradiologisch von der nächsten Uni-Klinik betreut werden.

Wie anstrengend sind die Dienste insbesondere im Vergleich zu anderen Disziplinen? 40 CTs in der Nacht sind ja sicherlich auch einiges an Arbeit.Um einen solchen Vergleich anstellen zu können, muss man beides mal erlebt haben... und: als "andere Disziplin" gelten ja neben Chirurgie und der Inneren auch Fächer wie Rechtsmedizin oder HNO.

Alfons111
29.01.2009, 16:24
Werden während der Bereitschafts eigentlich auch MRT Aufnahmen gemacht, man liest immer nur von CTs?

Wie schaut es mit Sonographien aus, werden die während der Bereitschaft dann auch von den Kollegen der anderen Fachrichtungen durchgeführt?

Wie würdest du denn die Dienste im Vergleich zu denen der Chirurgen einordnen?

Radiofreak
29.01.2009, 18:45
MRTs werden im Dienst nur bei besonderen Fragestellungen (zB akuter Querschnitt) oder bei Kindern gefahren. Kommt bei uns am Wochenende häufiger mal vor, bei einem Dienst unter der Woche eher seltener.
Wie bei so vielen ist es auch mit den Sonos: in manchen Kliniken machen die die Radiologen, bei anderen diie Chirurgen bzw. Internisten oder wer auch immer.
Einen Vergleich mit dem Dienst eines Chirurgen kann ich nicht machen, da ich immer Radiologe war. Da wir aber völlig unterschiedliche Aufgabenbereiche abdecken, ist das meiner Meinung nach auch nicht möglich.
Gruß, Radiofreak