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LasseReinböng
28.11.2007, 21:52
Kannst ja mal morgen mit mir auf meine Station gehen.
23 suchtkranke Patienten auf der geschlossenen Station liegen dort.
Wenn Du das alleine gemanged kriegst, und die Patienten sich abends halbwegs gut versorgt fühlen, die Aufnahmediktate fertig sind, und die Entlassungsbriefe auch alle diktiert sind, darfst Du sagen, daß bei uns kein Ärztemangel herrscht.

Wir sind "normalerweise", was an fast keinem Tag vorkommt, mit 3 Ärzten dort (zwei volle Stellen und eine 75%-Stelle).
Morgen bin ich, mit 3 Wochen Berufserfahrung, die einzige Ärztin auf der Station, wenn über Nacht kein Wunder passiert, und plötzlich Kollegen wieder auftauchen.
Das bedeutet für mich, daß ich 90% der Patientenwünsche nach Information und Gesprächen abschmettern muß und nur das ganz konkret Dringendste erledigen kann. Mit jeder kommenden Neuaufnahme (vielleicht sogar per PsychKG??? Verwaltungsakt ohne Ende) wird die Zeit, in der ich mich den anderen Patienten widmen kann, immer geringer.
Die Patientenversorung bei uns ist aufgrund des Zeitmangels schlecht!

Ist ja völlig richtig, aber Du erhebst den Anspruch auf ein angemessenes, schaffbares Arbeitspensum und eine optimale ärztliche Versorgung des Patienten, und solche Forderungen sind einfach nicht diskutabel in unserem Gesundheitssystem. In meiner letzten Famulatur hieß es von einem OA, wer sich als Assi über sein Arbeitspensum beklage, solle doch nach Schweden gehen... die Ärzte in dem KH haben wirklich malocht bis zum geht nicht mehr. Aber das gehört eben auch nach Ansicht so mancher Ärzte zum Beruf dazu.

Wer keine Augenringe hat, muß sich vorm Chef dafür auch noch rechtfertigen. :-((

Ehemaliger User 20130505
28.11.2007, 22:14
Es werden immer mehr medizinischen Leistungen nachgefragt und erbracht.
Wieviel Medizin sich eine Volkswirtschaft leisten möchte, ist Geschmacksache.
Welche Leistungen sinnvoll und welche überflüssig sind, ist eine andere Diskussion, die meiner Ansicht nach den Rahmen dieses Threads sprengt.
Diese Steigerung an medizinschen Leistungen soll aber kostenneutral erbracht werden, und das ist das, was den Streß und die widerlichen Arbeitsbedingungen schafft.
Wir leisten uns momentan mehr Medizin, als wir zu zahlen bereit sind. Ausbaden sollen es die im Gesundheitssystem beschäftigten, und zwar alle Bereiche: Pflege, Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter u.v.a.m..Was Du hier sprachlich schön und politically correct formuliert hast, ist inhaltlich im Wesentlichen das, was Weltbester Karlsson und doktachen in dem anderen Thread etwas drastischer formuliuert haben (Zitate siehe unten).

Demnach missbrauchen Eurer Meinung nach bestimmte Patienten(gruppen) das GKV-System auf Kosten der Beschäftigten des Gesundheitswesens:

Die einen, weil sie Eurer Meinung nach ständig wegen irgendwelcher läppischer Zipperlein zum Arzt rennen (siehe Zitat W.K.) und die anderen, weil sie Eurer Meinung nach das GKV-System (aus)nutzen, ohne selbst einzuzahlen (doktachens "Schmarotzer"; siehe Zitat).

Warum sagt Ihr das solchen Patienten nicht Tag für Tag direkt ins Gesicht, anstatt Euch immer nur in Foren darüber auszu:-kotz ?

Ich bin der Meinung, dass man offen und öffentlich über Rationierung diskutieren müsste, d. h. darüber, welche Gesundheitsleistungen aus den GKV-Beiträgen und Steuern (Transfermitteln) finanziert werden dürften/sollten/müssten und wofür jeder selbst sorgen müsste.

Ich hab hier schon mehrmals gesagt, man müsste sich auf eine Liste der Leistungen einigen, die von der GKV gedeckt wären: =>Positivliste für Medikamente; Negativliste (?) für Methoden/Verfahren,....

Meiner Meinung nach müssten Ärzte ganz klar öffentlich sagen, wo sie die Grenzen der "Kassenleistungen" ziehen würden. Das kann man nicht den Politikern allein überlassen. Meiner Meinung nach müsste da ein Vorschlag von der Ärzteschaft kommen, und dann müsste darüber diskutiert werden, wieviel Medizin sich die Gesellschaft auf Kosten der Solidargemeinschaft leisten will und eine Entscheidung über die nötigen Rationierungen getroffen werden.

Und ich hab hier auch schon mehrmals gesagt, man sollte für jeden Patienten transparente Rechnungen (natürlich in Euro - was denn sonst) ausstellen und von jedem Patienten (u. a. zwecks Steuerungswirkung) einen Eigenanteil an jeder Rechnung verlangen.



Heute rennt doch fast jeder noch wegen jedem kleinen Zipperlein (in einem anderen Thread habe ich etwas von 70 bis 80% der Konsultationen gelesen) zum Arzt, trotz Praxisgebühr.

Wenn es in der GKV eine Eigenbeteiligung gäbe, die diesen Namen verdient hat oder wenn künftig nur noch Krankheitsfälle versichert wären, die unmittelbar existenzbedrohend sind bzw. die langfristige Erwerbsfähigkeit mindern (wobei ich hier die Schwierigkeit sehe wo man die Grenzen zieht -- also doch lieber Eigenbeteiligung), sähe die Situation deutlich entspannter aus: leere Wartezimmer, entspanntere Ärzte, die Zeit haben für ihre wirklich kranken Patienten, und die Kostenexplosion im Gesundheitswesen wäre vermutlich auch gestoppt.

In der Tat:
Herr Lauterbach, wir haben keinen Zwei-Klassen-Staat, sondern einen
DREI-KLASSEN-STAAT:

1.) Leistungsträger
2.) wirklich (!) Bedürftige (Demente, MS-Kranke, Krebskranke, Kinder, Oligophrene, Leute, die mit 56 rausgeschmissen werden nach 40 Jahren Maloche, etc.
3.) Schmarotzer
[.....]
Klasse 3.) wird immer mehr.
Sehe ich jeden Tag, wenn die feisten 30-jährigen Hartz-IV-Empfänger (nee, nicht seit 8 Monaten, seit 8 Jahren...) mit der sich abdrückenden Marlboro-Schachtel im Hemdtäschchen vor mir hocken, mir ihr Leid klagend, und plötzlich das neueste NOKIA-Smartphone bimmelt.[....]

Ehemaliger User 20130505
29.11.2007, 00:02
... In meiner letzten Famulatur hieß es von einem OA, wer sich als Assi über sein Arbeitspensum beklage, solle doch nach Schweden gehen... Oder für das deutsche Gesundheitssystem schwedische Verhältnisse fordern, also MVZs, Positivliste für Medikamente und Rationierung bei Behandlungen ;-) :-))

Kackbratze
29.11.2007, 05:15
Warum sagt Ihr das solchen Patienten nicht Tag für Tag direkt ins Gesicht, anstatt Euch immer nur in Foren darüber auszukotzen?

Danke, sowas ist echt schlau. Bringt auch eine Menge. Nämlich nix, ausser schlechter Publicity, weil die Schmarotzer und Vollidioten dann als erstes beim Stammtisch sich über das KH beschweren und sich nix ändert (gibt ja noch andere KHs...)

Patienten kann man nix sagen, weil die der Meinung sind, dass man nicht bloss Dienstleister ist (was auch stimmt) sondern dass das gesamte System nur für SIE da ist und das sie ANSPRUCH auf alle Leistungen haben.
Es ist sowas von zum k0tzen, wenn man einem Vollidioten erklären muss (undzwar 2x täglich) das man jetzt nicht "mal eben noch" eine Gastroskopie machen kann, nur weil die PErson gerade im KH ist und Appendektomiert wurde. Oder mal n CT zur "Kontrolle, ich hab doch ab und zu mal so Bauchschmerzen, wenn ich was schweres gegessen habe".

Weltbester_Karlsson
29.11.2007, 09:16
(...)Demnach missbrauchen Eurer Meinung nach bestimmte Patienten(gruppen) das GKV-System auf Kosten der Beschäftigten des Gesundheitswesens:
Die einen, weil sie ständig wegen irgendwelcher läppischer Zipperlein zum Arzt rennen (siehe Zitat W.K.) und die anderen, weil sie das GKV-System (aus)nutzen, ohne selbst einzuzahlen (doktachens "Schmarotzer"; siehe Zitat).
Das trifft's in etwa, wobei ich nicht von einem vorsätzlichen Missbrauch sprechen würde: wie Bratze bereits gesagt hat sind die Menschen immer noch der Meinung sie hätten ANSPRUCH auf jegliche medizinische High-End-Versorgung. [Polemik on]Das wird ihnen von Politik und angeschlossener Propaganda-Maschinerie (u.a. Öffentlich-Rechtliche Rundfunkanstalten und BLÖD-Zeitung) so suggeriert. [Polemik off]Dass diese Leistungen aber momentan von den in der Medizin Beschäftigten geschultert werden (durch Unterbezahlung und unbezahlte Überstunden) und die GKV mehr oder weniger nur einen Grundbeitrag dazu leistet, wird schön unter den Teppich gekehrt. Die Hauptsache ist doch, die Politiker stehen in der Öffentlichkeit gut da.

[Polemik on]Hier wird doch genauso gelogen und betrogen wie im Fall der Rentenversicherung. Oder glaubt jemand heute noch ernsthaft, dass er von seinen eingezahlten Beiträgen jemals mehr sehen wird als eine magere Grundsicherung im Alter?[Polemik off]


Ich bin der Meinung, dass man offen und öffentlich über Rationierung diskutieren müsste, d. h. darüber, welche Gesundheitsleistungen aus den GKV-Beiträgen und Steuern (Transfermitteln) finanziert werden dürften/sollten/müssten und wofür jeder selbst sorgen müsste.
Genauso sehe ich das auch.


Meiner Meinung nach müssten Ärzte ganz klar öffentlich sagen, wo sie die Grenzen der "Kassenleistungen" ziehen würden. Das kann man nicht den Politikern allein überlassen. Meiner Meinung nach müsste da ein Vorschlag von der Ärzteschaft kommen, und dann müsste darüber diskutiert werden, wieviel Medizin sich die Gesellschaft auf Kosten der Solidargemeinschaft leisten will und eine Entscheidung über die nötigen Rationierungen getroffen werden.
Das Problem dürfte sein, dass die Politik so lange "alles beim alten" lassen und jeden Diskussionsansatz vonseiten der Ärzteschaft im Keim ersticken wird, wie es keinen öffentlichen Druck gibt. Und so weit die Patienten (=Wähler) sich einigermaßen gut versorgt fühlen, wird es diesen Druck auch nicht geben.

Und ich hab hier auch schon mehrmals gesagt, man sollte für jeden Patienten transparente Rechnungen (natürlich in Euro – was denn sonst) ausstellen und von jedem Patienten (u. a. zwecks Steuerungswirkung) einen Eigenanteil an jeder Rechnung verlangen.
Das wäre auch m.E. die logische Konsequenz aus einer Gesundheitsreform, die ihren Namen wirklich verdient hat. Alles andere momentan ist wie gesagt nur Schönfärberei und Verschleierungstaktik der Regierenden.

Ehemaliger User 20130505
30.11.2007, 12:26
Gestern stand in den Ärzteblattnachrichten (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=30623) Deutsche seien Weltmeister in der Häufigkeit der Arztkonsultationen. Das schließt sich gut an die letzten Beiträge an. Ich fänds schön, wenn wir hier mal sachlich darüber diskutieren könnten.


Deutsche gehen weltweit am häufigsten zum Arzt

Donnerstag, 29. November 2007

Gmünd – Die Versicherten in Deutschland gehen pro Jahr durchschnittlich 17,1-mal zum Arzt. Damit liegt Deutschland weltweit an der Spitze. Dies geht aus dem aktuellen Report ambulant-ärztliche Versorgung 2007 der Gmünder Ersatzkasse hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Die Auswertung der Daten hat das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) vorgenommen. Die Auswertung der Daten gibt unter anderem Aufschluss über die Patientenbesuche bei mehreren Ärzten: Im Verlauf des Jahres 2006 beanspruchte ein Anteil von 48,5 Prozent der Bevölkerung Leistungen von vier oder mehr unterschiedlichen Ärzten.

Ein weiteres Ergebnis des Reports ist die deutliche Zunahme der verordneten Psychotherapien in den vergangenen Jahren. So ist von 2000 bis 2006 die Zahl der mit ambulanter Psychotherapie Behandelten um 61 Prozent gestiegen. [.....]


Link zum Thema

http://media.gek.de/downloads/magazine/GEK-Report-Ambulant-aerztliche-Versorgung-2007.pdf
Edit.: Die pdf-Datei, auf die sich der Artikel bezieht, ist fast 300 Seiten lang. Ich will sie heute Abend mal querlesen. Vielleicht können wir dann hier mal darüber diskutieren.

Weltbester_Karlsson
30.11.2007, 19:50
Die pdf-Datei, auf die sich der Artikel bezieht, ist fast 300 Seiten lang. Ich will sie heute Abend mal querlesen. Vielleicht können wir dann hier mal darüber diskutieren.
Hochinteressant dieser Report! Schön, dass Du den gefunden hast. Ich denke mal das Wesentliche für unsere Diskussion lässt sich aus den Seiten 105 bis 124 ("Häufige Diagnosen in bestimmten Altersgruppen") herauslesen. Man vergleiche beispielsweise die Diagnosen männlicher und weiblicher Erwachsenener im Alter von 25 bis unter 40 Jahren. Ich war erstaunt zu lesen, dass Frauen (bis auf Rückenschmerzen) offenbar mit ganz anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben als Männer.

tarumo
30.11.2007, 20:45
Das trifft's in etwa, wobei ich nicht von einem vorsätzlichen Missbrauch sprechen würde: wie Bratze bereits gesagt hat sind die Menschen immer noch der Meinung sie hätten ANSPRUCH auf jegliche medizinische High-End-Versorgung. [Polemik on]Das wird ihnen von Politik und angeschlossener Propaganda-Maschinerie (u.a. Öffentlich-Rechtliche Rundfunkanstalten und BLÖD-Zeitung) so suggeriert. [Polemik off]Dass diese Leistungen aber momentan von den in der Medizin Beschäftigten geschultert werden (durch Unterbezahlung und unbezahlte Überstunden) und die GKV mehr oder weniger nur einen Grundbeitrag dazu leistet, wird schön unter den Teppich gekehrt. Die Hauptsache ist doch, die Politiker stehen in der Öffentlichkeit gut da.

[Polemik on]Hier wird doch genauso gelogen und betrogen wie im Fall der Rentenversicherung. Oder glaubt jemand heute noch ernsthaft, dass er von seinen eingezahlten Beiträgen jemals mehr sehen wird als eine magere Grundsicherung im Alter?[Polemik off]

Das Problem dürfte sein, dass die Politik so lange "alles beim alten" lassen und jeden Diskussionsansatz vonseiten der Ärzteschaft im Keim ersticken wird, wie es keinen öffentlichen Druck gibt. Und so weit die Patienten (=Wähler) sich einigermaßen gut versorgt fühlen, wird es diesen Druck auch nicht geben.

Das wäre auch m.E. die logische Konsequenz aus einer Gesundheitsreform, die ihren Namen wirklich verdient hat. Alles andere momentan ist wie gesagt nur Schönfärberei und Verschleierungstaktik der Regierenden.



Leider keine Polemik, sondern bittere Realität. Die ausreichend-zweckmäßige Mangelwirtschaftsversorgung für 90% der Versicherten ist seit dem Jahr 2007 in Gesetz gegossenes Fakt. Daß die Patienten größtenteils noch besser versorgt werden als "ausreichend" ist zum Großteil nur der Bereitschaft der im Gesundheitswesen tätigen Leute zu verdanken, mit vielen hunderttausend unbezahlten Arbeitsstunden und, im Falle der Niedergelassenen, unbezahlten Leistungen.
Dummerweise haben die Politiker den schwarzen Peter bei den Ärzten abgeladen und wir haben ihn genommen. Den verantwortlichen Politikern aller Coleur liegt das Eigenwohl allemal näher als das Gemeinwohl. Und wenn der Richter die "zweckmäßige" Behandlung als Kunstfehler einstuft, haftet auch nicht der örtliche MdL.
Gemeinwohl sind allerdings wohl die Marmor-und Glaspaläste diverser Gesundheits-und Krankenkassen in1 a Lage (auch auf Mallorca zu finden!), während das örtliche Krankenhaus vergammeln muss.
Je eher dieses korrupte und menschenfeindliche System kollabiert, umso besser, dann gibt es nämlich die Chance auf einen echten Neuanfang, in dem die Leistungen wieder gewürdigt werden und die Patienten keine unmündigen Zahlesel ohne Anspruch auf eine gute Versogung sein müssen.

Die deutsche Geschichte lehrt, daß Druck der Straße so manches herbeiführen kann. Und der Druck der Straße ist ganz fix da, wenn die Patienten sehen, was ihre Kranke Kasse von dem vielen Geld, daß sie jeden Monat einbehält (wenn man den Arbeitgeberanteil, der ja gleich vorneweg vom Lohn einbehalten wird, mitrechnet, sind wir ja bald bei 30%), tatsächlich bereit ist, auszugeben.
Bis jetzt war das nur das Problem der Leute, die im Auslandsurlaub z.B. eine Arztrechung "verursacht" haben und sich danach über eine Erstattung der deutschen GKV im Promillebereich ärgern mußten.

tarumo
30.11.2007, 21:08
Ach ja: da geben irgendwelche Gesundheitskassen das Geld Iher Zwangsmitglieder für Dependancen auf dem Frankfurter Flughafen oder Malle aus. Wenn dann da tatsächlich jemand krank wird, schaut es zappenduster aus: eine Rückholung ins Gelobte Land der Rundumversorgung ist für sämtliche Kranken Kassen notorisch ausgeschlossen (eigentlich logisch: der ADAC fliegt ja auch nicht die Hälfte der Flüge für gratis). Und der Bergwanderer, der schlecht versorgt in einem Himalaya-Hospiz liegt und nicht zufällig zwei Jahresgehälter in cash verfügbar hat, darf sozialverträglich frühableben, bevor er womöglich in Deutschland dann noch weiter Kosten verursacht.
Leicht polemisch formuliert, aber genauso ist es. Eine (versicherungsmathematisch sauber kalkulierte) Extraversicherung kostet ca. 20 EUR/a- zuviel für eine GKV, die mal eben jeden Monat 30% vom Lohn einstreicht. Und was gestern ein Rückholflug war, ist heute die zeitgemäße Medikation (das gewaltige Rabattprogramm hat alleine der AOK immerhin 6 EUR/Kopf pro Jahr gespart), morgen die Katarakt-OP und übermorgen die Hüft-TEP..alles überflüssige und unwirtschaftliche Geldabflüsse, die die Prämien für den Vorstand schmälern...

Zeit, mit diesen Zuständen aufzuräumen! Und das geht halt ganz simpel über eine Rechnung...

tarumo
30.11.2007, 22:21
Wenn man selbst rechnet, ergibt sich ein noch weitaus schlechteres Bild:
Laut Pressemeldung
http://www.aok.de/bawue/rd/192892.php
hat alleine die Gesundheitskasse mit der großangelegten zwangsweisen Medikamentenumstellung im zweiten Quartal 30 Mio EUR Beitragsgelder eingespart. Macht bei 25,3 Millionen Mitgliedern (wikipedia.de) etwas mehr als einen Euro pro Kopf und Halbjahr. Ein wirklich grandioses Ergebnis, daß auch den gewaltigen -unbezahlten- Aufwand für Ärzte und Apotheker, Complianceprobleme und Lieferschwierigkeiten rechtfertigt! Ob man nächstes Jahr wieder mit Einsparungen von 2 EUR/Kopf rechnen kann, ist noch nicht entschieden, haben die Gerichte doch das Verfahren gekippt.

Von Leuten, die SO rechnen, werden unsere Sozialgesetze geschrieben, die Patientenversorgung festgelegt (selbstverständlich QM-zertifiziert) und Ärzte und anderes Personal mit immer neuen Anfragen und immer mehr Bürokratie drangsaliert...

zweistein
30.11.2007, 22:22
Ich tippe bei Karlsson eher auf einen Klon des Users tarumo.Hi Weltbester_Karlsson, sorry, da hatte ich wohl danebengetippt.

Weltbester_Karlsson
01.12.2007, 15:17
Hi Weltbester_Karlsson, sorry, da hatte ich wohl danebengetippt.
Macht nix. Aber um ehrlich zu sein: obwohl ich inhaltlich mit manchen Dingen, die tarumo in diesem Forum von sich gibt, konform gehe, ist seine polemische Art auch für meinen Geschmack etwas zu aufdringlich.
In öffentlichen Foren ist es vermutlich auch schwieriger die Waage zu halten zwischen Langeweile und Effekthascherei.
@evil:
Ja, auch Karlsson ist lernfähig :-))

Evil
02.12.2007, 13:59
@evil:
Ja, auch Karlsson ist lernfähig :-))
Gut gemacht, junger Padawan ;-)