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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bewerbungsfoto: Krawatte oder keine Krawatte?



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hiddl
15.03.2013, 16:16
Es soll ja sogar Kliniken geben, die ihren Angestellten Poloshirts als Kasackersatz zukommen lassen. Der Vorteil ist, man kann sie sogar hygienisch einwandfrei über die Klinik waschen lassen...

So ist es, jedenfalls in meiner (Universitäts- ;-) ) Klinik. Ich hatte bisher nicht den Eindruck, damit zu wenig ärztlich zu wirken.

Auch auf Bewerbungsfotos muss man es sicher nicht übertreiben. Hemd oder Bluse ist vielleicht nicht schlecht, aber einen Blazer bzw. einen Anzug finde ich auch etwas übertrieben. Ist vielleicht auch eine Typ-Sache, aber verkleiden muss man sich nicht.

Schlafmützchen
15.03.2013, 17:22
Ich habe, um die Kleidung für meine Bewerbungsfotos auszuwählen, zu Hause erstmal verschiedene infrage kommende Sachen anprobiert und dann jeweils ein Foto gemacht, das ungefähr den Passfoto Ausschnitt enthielt um besser beurteilen zu können, wie die Sachen dann auf dem Foto wirken. Und eine einfache schwarze Bluse ohne Blazer war eindeutig am besten, hätte ich vorher nicht gedacht.

Eine Krawatte auf dem Bewerbungsfoto halte ich für eindeutig übertrieben, außer vielleicht, man ist sowieso ein Krawattentyp.
Ich denke, die meisten Chefärzte entscheiden sich mittleweile am ehesten für Kollegen von denen sie denken, dass sie gut arbeiten, nicht für diejenigen, die sich am besten als BWLer stylen können.
Ich hatte auch schon ein Vorstellungsgespräch in Jeans und auch da gabs ne Zusage.

Absolute Arrhythmie
15.03.2013, 19:08
Ich habe auf Bewerbungsphotos bisher Bluse und Pulli getragen, die Haare locker hochgesteckt und dezent geschminkt. Allerdings hab ich die Bilder beim Profi machen lassen, der hat dann auch retuschiert (hihi) und das Ganze hat auch ein bisschen mehr gekostet.

Btw find ich Bluse unterm Kittel todschick :) Wenns in den Fachbereich passt. Ich zieh mich als Schwester in der Offenen Psychiatrie, wo wir Privatkleidung tragen, auch gerne schick und ordentlich an.
Ich hätte aber gaaar kein Problem, mich von einem Chirurgen im Poloshirt operieren zu lasssen (solange er nicht unten ohne ist -.-).
Ne Krawatte würde mich da als Patienten mehr stören.

Zünder
15.03.2013, 19:58
Es geht ja nicht darum, was man in der Freizeit oder im Dienst gerne trägt. Da sind wohl 99,9% der Leute der (gleichen) Meinung, dass man da soetwas nicht tragen möchte. Ich finde es nur ganz und garnicht merkwürdig, falls jemand auf dem Bewerbungsphoto mit Anzug und Krawatte abgebildet ist und das evtl. dann auch zum Bewerbungsgespräch trägt. Schaden kann es ja auf keinen Fall. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Chef sagt: "Nee den will ich nicht, der hatte einen Anzug an". Find dieses "Underdressing"-Gehabe eher merkwürdig.

Aber wie schon so oft festgestellt in diesem Thread, es kann ja jeder wirklich halten wie die Maurer.

Physiologicus
15.03.2013, 22:45
Aber wie schon so oft festgestellt in diesem Thread, es kann ja jeder wirklich halten wie die Maurer.

Wäre schön, wenn sie es täten. Meiner Erfahrung nach haben Maurer in aller Regel tatsächlich noch den Anstand, in Anzug und Krawatte auf dem Foto und zum Bewerbungsgespräch zu erscheinen. Sind zwar alles einfache Modelle, die nicht sonderlich routiniert getragen werden, aber die Mühe gibt man sich.

Es ist aber lustig, daß genau dieser Hagel an Beiträgen kommt, wie ich ihn auf meinen Beitrag erwartet hatte. Nicht umsonst werden deutsche Mediziner auf Kongressen regelmäßig nur noch durch Skandinavier an Gammeligkeit überboten.

Der Kittel gehört geschlossen, damit die Krawatte nicht herausbaumelt, macht Sinn, oder? :-D
Schonmal jemand irgendwo im anglo-amerikanischen Raum tätig gewesen? Da klappt das auch hervorragend. Ärmel werden hochgekrempelt getragen und der Kittel, auf dem alles landet, wird ausgetauscht. Infektionsraten sind auch nicht höher, eher im Gegenteil. Oft wird gar kein Kittel getragen, dann gibt's bei entsprechendem Patientenkontakt Plastikschürzen drüber und die Krawatte wird dann sowieso in der Knopfleiste des Hemdes fixiert.

Wenn man aber keinerlei Affinität zu klassischer Herrenbekleidung hat und es in der Freizeitgestaltung an Einsatzmöglichkeiten jenseits der eigenen Konfirmation mangelt, wird man sich auch nie daran gewöhnen, geschweige denn den Komfort zu schätzen lernen.

Ich finde es immer wieder peinlich und nachlässig, wie einige Kollegen im Krankenhaus herumlaufen. Krawatte muß im Alltag standardmäßig sicherlich nicht sein (wer hätte das gedacht?), damit wären die meisten hier ohnehin heillos überfordert, aber ein ordentliches Hemd unter dem Kittel mitsamt ordentlichem Schuhwerk ungleich Hausschlappen darf es gerne sein.
In Funktionsbereichen natürlich Funktionskleidung, bevor die Schlaumeierfraktion sich wieder meldet, da kann man der Lust am Pyjama Look doch herrlich nachgehen.

Merkwürdig finde ich, daß viele hier die Kleidung mit dem Kenntnisstand überhaupt in Beziehung setzen, underdressed als smart bezeichnen oder mit "der Erfolg gibt mir Recht" Parolen belegen, aber dann mit verkleideten BWLern argumentieren, die fachliche Mängel überdecken wollen. Das Fachwissen und die Handlungskompetenz müssen völlig unabhängig von der Kleidung einfach stimmen, darum geht es doch hier gar nicht und um darüber etwas auszusagen trage ich auch keine Krawatte.

Whatever, ich werde die Entwicklung nicht aufhalten oder ändern können, meine Meinung habe ich gesagt, jetzt werde ich mich wieder mit Gleichgesinnten umgeben und darüber diskutieren, welche Socken am besten zum neuen Einstecktuch mit Familienwappen passen, das ich demnächst zur Vertragsunterzeichnung in irgendeiner - Hauptsache durchgestylten -Personalabteilung tragen möchte :-))

Kackbratze
16.03.2013, 01:05
Die Maurerbewerbungen die ich sehe sind definitiv ohne Krawatte. (2. Job lässt grüßen).
Ausserdem habe ich nicht mit BWLern argumentiert. Bitte nicht Postings vermischen, sonst klappt das mit den Socken und dem Einstecktuch auchnicht richtig.

Evil
16.03.2013, 10:05
Schonmal jemand irgendwo im anglo-amerikanischen Raum tätig gewesen? Da klappt das auch hervorragend. Ärmel werden hochgekrempelt getragen und der Kittel, auf dem alles landet, wird ausgetauscht. Infektionsraten sind auch nicht höher, eher im Gegenteil. Oft wird gar kein Kittel getragen, dann gibt's bei entsprechendem Patientenkontakt Plastikschürzen drüber und die Krawatte wird dann sowieso in der Knopfleiste des Hemdes fixiert.
Ja, ich war im angloamerikanischen Raum tätig, genauer gesagt in Irland, und da klappt das nicht wirklich, denn oft tragen die consultants bei der Visite dann eben doch keinen Kittel oder Plastikschürze.
Mein ehemaliger Chef, seines Zeichens Lehrstuhlinhaber für Infektiologie, war lange Zeit in den USA tätig, und berichtete von dort dasselbe. Bei der Gelegenheit zitierte er dann eine Studie, wonach das Keimspektrum einer Chefarztkrawatte breiter ist und mehr Resistenzen beinhaltet als der Boden eines Patientenzimmers :-D

stennadolny
17.03.2013, 11:10
Solange man nicht, wie in einer Psychiatrie in Oberbayern, die selbstredend gröbste Personalprobleme hat, mit einer Rückentasche zum Vorstellungsgespräch erscheint, ist alles ok. Da wird man nämlich abgelehnt, auch wenn man dann andernorts später eine Karriere bis zum Chefarzt hinlegt.
Dort soll den Leuten übrigens in verpflichtenden Seminaren der effiziente Umgang mit der Arbeitszeit gelehrt werden, was dazu führt, daß Visitenzeiten wie schon immer nicht eingehalten werden und die Personalakquise verantwortungshalber von einem Obergorilla zum nächsten geschoben wird.

Miyu
17.03.2013, 11:50
....Was ist eine Rueckentasche?

lottisworld
17.03.2013, 11:59
....Was ist eine Rueckentasche?

...das ist das Ding mit dem zerknautschten Kittel hintendrin :D

LasseReinböng
17.03.2013, 17:35
Ein Poloshirt ist Sport- bzw. Freizeitbekleidung, die meines Erachtens nach auf der Arbeit und insbesondere auf Bewerbungsbildern auch dann nichts zu suchen hat, wenn sie irgendwie noch einen halbwegs brauchbaren Kragen mitbringt.

Auf Bewerbungsphotos finde ich ein Polohemd auch unpassend. Ansonsten...das Polohemd ist Realität im Arbeitsalltag, Bestandteil der Arbeitsbekleidung sowohl an privaten/kommunalen/kirchlichen Häusern als auch an Unikliniken.

Und besser als ein Kassak sieht es allemal aus.

Außerdem, der Kliniksbetreiber, der fordert daß man ständig einen Kittel zu tragen habe soll dann bitte schön auch für den Sommer eine funktionierende Klimaanlage gewährleisten.