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Alles wird gut
10.09.2002, 13:08
Vielleicht verschenken die das dann wieder an die Arztpraxen? :-)
Mal im Ernst: Mit einer Liste, die die Medikamente aller Hersteller mit dem selben Wirkstoff im Preisvergleich gegenüberstellt, könnte man dem Patienten die Entscheidung überlassen- das würde bestimmt den Preiskampf mal ein wenig antreiben...

Froschkönig
10.09.2002, 13:33
Das mit dem Preisvergleich ist aber oftmals die Crux an der Sache...wir alle kennen den Pharmakonzern mit den nervigen Zwillingen in der Werbung....wisst ihr, warum die sooo billig sind ?
Ist Euch schon mal aufgefallen, daß es zwar da auch immer was von r.......... gibt, es aber nichts von besagter Firma gibt, was sonst KEINER hat ? Genau ! Die Leben nämlich nur von ausgelaufenen Patenten und machen damit die Forschung kaputt, also ist die Sache mit dem Preisvergleich auch nicht die optimale Lösung
:-meinung

Pascal
10.09.2002, 13:47
Besonders ist der normale Patient nunmal hoffnugslos überfordert sich das Präperat selber auszusuchen. Es gibt da halt teilweise doch Unterschiede durch Reinheit, Galenik und ähnliches. Das heist der Pat sollte mitentscheiden, aber alleine halte ich für sinnlos. Es kann gut sein das man das Präp von R... nicht verträgt. Der Arzt oder Apotheker versucht dann vielleicht es umzustellen. Aber als Pat?

Alles wird gut
10.09.2002, 14:00
Original geschrieben von Pascal
Das heist der Pat sollte mitentscheiden, aber alleine halte ich für sinnlos.
Alleine entscheidet der Patient dann wohl auch nicht- er sucht sich bloß noch einen Preis aus.
Für die Güte der Medikamente kann man zur Not ja auch Sternchen oder so was vergeben- schafft noch ein bisschen mehr Transparenz und man kann dann entscheiden ob man ein paar Mark mehr investieren will.

Das R...... die Forschung abwürgt halte ich mal nebenbei für unsinnig. Das Orginalprodukt von ASS ist dermassen überteuert und man kann mir nicht erzählen, dass der Gewinn vom Verkaufswert in die Forschung läuft. Auch ist die "Neuerung" +C der reinste Schwachsinn und Geldmacherei- wer an Vitamin C - Mangel leidet braucht nen Ernährungsberater und keine Asp....!

Auch gibt es immer mal wieder Berichte über neue wirksame(re) Medikamente, die nicht auf den Markt kommen, weil man mit ihnen nicht genug Geld machen kann, da sie zu billig in der Herstellung sind. (Malaria- Toluidin-Blau)
Für manche Krankheiten wird erst gar nicht geforscht, da zuwenig Menschen betroffen sind und kein Markt da ist...

Froschkönig
10.09.2002, 14:39
ist das mit den Forschungsgeldern pro verkaufter Aspirinschachtel natürlich richtig....aber mal umgerechnet darauf, daß die Einnahmen von R..... neben den Produktionskosten quasi Reingewinn darstellen und andere Firmen zwar für´s Budget ihre tollen neuen und suuperteuren Produkte haben (Ich sage nur glinide und Glitazone zum Beispiel, die eh keiner verschreiben will ;-) ), aber auch Bayer wird sich wohl über den Verkauf von Aspirin noch was versprechen, und es geht hier ja nicht nur um ASS, Da wäre eine gigantische Palette an Salben/Gels (Angefangen von Diclo und Co.) über Nasensprays und vieles mehr, daß macht dann schon was aus. Freilich wird ..... (um ein Haar hätt ich´s ja jetzt hingeschrieben:-) )die Pharmaindustrie nicht ruinieren, ist aber als Tendenz zu sehen, denke ich.


P.S. Ich möchte mich hier übrigens von der etwaigen Meinung distanzieren, ich würde mich hier für arme Pharmakonzerne ins Zeug legen, denn alles in allem (siehe nur letzter Absatz des letzten Postings) können das ganz schöne Ganoven sein

airmaria
10.09.2002, 18:02
... kommt ein Alien auf die Erde und sieht, wie die Leute fürs Selbe sehr unterschiedlich viel Geld hinlegen...

Was lernen wir daraus: es gibt keine Aliens auf der Erde, denn die haben sich alle totgelacht oder das Hirn ausgerenkt.

:-))

Is das Gleiche wie mit Autoersatzteilen (sorry der Vergleich, aber kenne mich da halt aus):
Man kann gewisse Dinge in seiner Markenwerkstatt für ne Haidenkohle erwerben, wo man identisches Material vom selben Hersteller (!!!) für viel weniger bekommt... is doch nich normal?!

Eure "Mary" airmaria

Pascal
10.09.2002, 18:03
Original geschrieben von airmaria
... is doch nich normal?!

Nö.

Sebastian1
10.09.2002, 22:08
Auch ist die "Neuerung" +C der reinste Schwachsinn und Geldmacherei- wer an Vitamin C - Mangel leidet braucht nen Ernährungsberater und keine Asp....!

Ack! Auch bei grippalen Infeken haben Megadosen (40g/die und mehr) Viit. C. bisher keine Evidence gebracht... und was es in der Wirkung oder Pharmakokinetik von ASS bringen soll...keine Ahnung. Aber Vitamin C is ja immer gut :) Vor allem in "Zeitperlen" :)

Schön war auch der Typ neulich bei unsin der Fak von irgendsoner Anti-Pharma-Sekte, der behauptete auf seinem verteilten Flyer u.a., daß "Aminosäuren als wichtige Substanzen für den Körper abgeschafft und der Kontrolle der Pharmamultis unterstellt werden sollten" und das sämtliche KRankheiten so oder so nur "an einem Mangel unserer Zellen an natürlicher Bioenergie" lägen *g*.

"Natürliche Bioenergie" Fantastische Wortkreation. 3 Wortbestandteile, die alle irgendwie gut sein MÜSSEN :-)

Grinsend ob so viel Schwachsinn in so wenigen Zeilen,
Sebastian

hobbes
10.09.2002, 23:17
Der Vergleich mit den Autobestandteilen ist zwar toll und die Sache mit den Preisen stimmt dort wie auch bei den meisten Medikamenten/ Generika. NUR Autobestandteile sind keine Medikamente. Ein Medikament ist immer ein Gift, der Konsument vertraut sein Leben den Herstellern dieses Giftes an wie der Patient sich dem Chirurg bei der OP anvertraut. Also ist es ein Stück Vertrauenssache. Ich würde für mich bei gewissen Medikamenten das Original schon deshalb vorziehen, weil zum Originalhersteller - vielleicht zu Unrecht - grösseres Vertrauen besteht. Bei sehr gängigen "unspektakulären und harmlosen" Präparaten tut aber sicherlich auch ein gutes Generika seinen Dienst.
Wie bereits erwähnt: für mich kann der Facharzt am kompetentesten das richtige Präparat verschreiben. Man kann ihn ja verpflichten bei Fehlen von wichtigen Gründen immer das billigste Medi eines Wirkstoffes zu verschreiben.

airmaria
10.09.2002, 23:49
naja Hobbes, das ist so'ne Sache mit der Verantwortung:

wenn der Chirurg nen Fehler macht, stirbt maximal Einer,
wenn der Schrauber was falsches einbaut (Bremse, Lenkung...) gehen schnell ein paar mehr Leute drauf, vor allem bei schweren Fahrzeugen oder Bussen z.B. ...

ist alles eine Frage des Blickwinkels!


Das mit den Giften ist im übrigen eine sehr gute Anmerkung:
wenn Du Dir mal die Statistiken anschaust, wirst du eine erschreckende Feststellung machen:

mehr als die Hälfte der Medikamente werden von Ärzten falsch dosiert angeordnet (Berechnung von Nierenclearance...). in über 30% führt dies sogar vermutlich zum vorzeitigen Ableben der Patienten!!!!!!!!!!
Da frage ich Dich jetzt ernsthaft, was das mit der Galenik und den in homöopatisch vielleicht vorhandener anderer Zusammensetzung von "Spurenelementen" soll!

Grüße, "Mary" airmaria

PS: is jetzt ein wenig unseriös, aber leider kann ich Dir die Quellen nicht nennen. Mich hatte es nur zu so'ner Pflichveranstaltung beim Pharmachef der MHH verschlagen... und diese Zahlen waren so krass, daß ich sie mir einfach merken mußte.
Unabhängig davon kann ich mir das auch nur sehr gut vorstellen, daß es so ist: geh mal mit offenen Augen durch die Klinik oder noch besser durch die Arztpraxen!

Froschkönig
11.09.2002, 00:44
...nur beipflichten, was Ärzte und Arnzneimittel angeht...
Mein Lieblingsbeispiel dazu ist folgendes :

Reanimierter Patient wird mit Amiodaron behandelt, entwickelt in der folge schwere Herzrhythmusstörungen. Der Doc meint nur :
Dan setzen wir das halt ab, er kriegt ein anderes Antiarhythmikum und kann dann halt erst morgen nach Hause...
Soso, wir setzen das ab und er geht erst morgen...HALLOO ??? Klopfklopf...Amiodaron hat eine Halbwertszeit von ca. 20 Tagen, oder hab ich da was verpaßt ?

airmaria
11.09.2002, 00:54
Sorry für meinen folgenden unqualifizierten Beitrag - aber Spaß muß manchmal auch sein:

... wo wir gerade bei Herzhumpeln und Ähnlichem sind:
habe mir im Notfallkurs nur folgendes gemerkt: unklare (natürlich nur wegen Unwissenheit) Rhythmusstörung:
solange antiarrhythmikum (haben ja zum Glück alle proarrhythmogene Wirkung) oder Adrenalin, bis ventrikuläre Tachykardie auftritt...
dann kannste wenigstens mit'm Defi darufbraten und weißt, was du tust...

:-)) :-)) :-))

"Mary"

Froschkönig
11.09.2002, 23:59
Zitat DrDolor :

Die Welt ist schlecht und wir kommen alle in die Hölle :-)) :-)) :-))

Froschkönig
12.09.2002, 01:19
Mal ne erstgemeinte Frage :

Das mit dem "NurNochWirksoffVerschreiben" ist doch eine geplante GESETZESÄNDERUNG" :
Wenn das der Weisheit letzter (Spar)Schluß ist, warum ist das dann den Krankenkassen nicht schon vor einer ewigkeit eingefallen ?

hobbes
12.09.2002, 22:41
@airmaria: Ich habe dem nicht wiedersprochen, dass Medis falsch verschrieben werden. Nur hat das nichts mit dem Thema Generikum zu tun. Ob das Original oder das Generikum falsch rezeptiert wird - beides ist gleich tödlich. Das ist etwa wie die Aussage: Kommen Sie lieber Patient das OP-Risiko ist kleiner als auf dem Zebrastreifen erfasst zu werden. Darum geht es doch gar nicht. Das Zebrastreifenrisiko hat jeder ohnehin.

Deshalb muss ich bei meiner Aussage bleiben. Wir wollen uns doch nicht an den schlechten Ärtzen messen.

Ich möchte es nicht erleben wegen eines idiotischen Gesetzes irgendeinem Krankenkassen-Idioten erklären zu müssen weshalb ich einem Patienten Celebrex statt das viel billigere Voltaren (bzw. dessen Generikum) verschrieben habe, obwohl doch beides etwa das Gleiche ist.

airmaria
12.09.2002, 23:15
Original geschrieben von hobbes
[B Ich möchte es nicht erleben wegen eines idiotischen Gesetzes irgendeinem Krankenkassen-Idioten erklären zu müssen weshalb ich einem Patienten Celebrex statt das viel billigere Voltaren (bzw. dessen Generikum) verschrieben habe, obwohl doch beides etwa das Gleiche ist. [/B]

Hm, Du redest da von verschiedenen Sachen: Celebrex oder Vioxx sind CoxII-Hemmer und somit nicht mit Voltaren zu vergleichen!!!!
Da kannst Du getrost unteschiedliche Wirkstoffe aufmalen... naja, und was an dem Generikum schlecht sein soll, nur weils billiger is, wenn doch das Gleiche drin is, versteh ich immer noch nicht!

Nochma: es mag vielleicht in den Zusatzstoffen gewisse Differenzen in homöopatischer Konzentration geben, aber dann wars das aber auch schon...
Und jetzt nehme man das schöne Medikament von Dir da oben:
Du möchtest einem Patienten mit bekannter Magenanamnese wegen seines "Reizknies" (diese unspezifische Diagnose ist mit voller Absicht so gewählt!!!) ein bissle die Entzündung und die Schmerzen nehmen: hm, da nehmen wir mal Vioxx! Nun gut,
morgens ne 25er, 50er oder vielleicht 2x50...

Merkste was?!
Ah ja, ich habe weder das Patientenalter, noch seine Nierenfunktion noch sein Gewicht berücksichtigt.
Nun gut, dann rechne ich das mal ein:

er bräuchte 37.45 g am Tag :-))

Ich hab aber nur 25er Schritte, was soll ich tun? Es gibt zwar die Möglichkeit zu Halbieren, zu Vierteln... aber irgendwann is auch damit schluß!

Ach so, da wär mir beinahe ja nochwas völlig durchgegangen: der Mensch ist nicht nur:
nicht gleichgroß
nicht gleichschwer
nicht mit einer Einheitsniere oder -leber versehen ...

er hat auch noch ein unterschiedliches Resorptionsverhalten ...

wenn mir jetzt noch einer erzählen will daß es nicht egal ist, ob ich jemanden

ASS 100 (ct-Arzneimittel)
ASS ratiopharm 100 (selbstredend)
ASS Stada (selbstredend)
Aspirin 100 (Bayer)
...

oder einfach 100mg Acetylsalicylsäure verschreibe, den versteh ich einfach net!

Oder er ist vielleicht in seinem Beruf mit den täglichen Aufgaben und Zusatzpflichten nicht ausgelastet, so daß er sich mit solch einer immensen Vereinfachung in seiner Eitelkeit gekränkt fühlt.

Eure "Mary" airmaria

DrTumor
13.09.2002, 09:32
Bei den Generika sehe ich ein Problem, den Placebo-Effekt. Wenn 10% der
Patienten, die sich mit Ihrem Mittel jetzt
arrangiert haben (will sagen da hilft es auf Grund des Placebo Effektes) dem (vermeintlich) neuen Medikament nicht trauen dann wird die Sache zu einem Bumerang.
Gruß an alle
dt

airmaria
13.09.2002, 09:42
Hi Tumor!
Dieses Argument akzeptiere ich natürlich, kann aber alleine nicht der Grund sein, Milliarden und Billionen von Knete zu versenken...
dieses problem ist eher eine Frage der Organisation einer Übergangsphase zur Wirkstoffverschreibung mit Patientenaufklärung und allem was da so dranhängt.

"Mary"

DrTumor
13.09.2002, 12:19
Hi Mary,
dass sich da ein Wasserkopf in der Verwaltung der Kassen etc. etablieren konnte ist sicher das schwierigste Problem in der ganzen Misere. Die kleben an ihren Sesseln wie die Fliegen auf dem Mist.

Aber noch mal zu den Medikamenten. Mein Vater ist Hypertoniker solange er
zurückdenken kann. Das hat man in mehreren Krankenhausaufenthalten, die nichts mit dem Blutdruck zu tun hatten, auch nicht weiter angelangt, er wollte halt nie Medikamente.

Beim letzten mal kam er nach einer Woche in einem Krankenhaus mit dem
vollen Programm zurück, ein bißchen ACE-Hemmer, ein wenig beta-Blocker,
ein Ca-Antagonist und ich weiß nicht was es neben dem Diuretikum und ASS noch war,
zum Glück kein Marcumar statt ASS wie bei meinem Opa, der hat mit dem Marcumar
kein Jahr mehr gelebt.

Da kam dieser Mann also aus einer Uniklinik in ein Krankenhaus, dort wurde er
in 6 Tagen auf 5 Medikamente "eingestellt" und am Freitag Mittag entlassen.
Wer traut sich nun die Sachen wieder abzusetzen? Natürlich keiner. Ist vom
Patienten irgendeine Compliance zu erwarten? Wohl kaum, der fühlt sich zu recht
verarscht. Wer hat erstmal das Problem? Der Hausarzt.
Und die Medikamente haben sich ganz von allein verkauft, es ist nicht einfach die von heute auf morgen wieder abzusetzen.
dt

airmaria
13.09.2002, 14:04
Jo Tumor, das ist auch so'ne ziemlich alltägliche Historie einer Medikamentenverschreibung, die Du da schilderst. Sie untermauert natürlich nur noch weiter unseren Standpunkt.

Sowas würde Hobbes natürlich nie tun! :-))

Äh, apropo: Hobbes Du alter Galeniker... jetzt sach doch mal was dazu!

"mary" airmaria