Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wieviele Patienten betreut ihr?
Grombühlerin
09.03.2008, 19:30
kurz nachdem ich hier was von 10-18 geschrieben habe ist meine Patientenzahl aufgrund der schlechten Besetzung auf 24 hochgeschnellt.
Toll, wenn man man die nach dem Nachtdienst alle visitieren soll und die Arbeit nach 10.00 Uhr nicht mal mehr bezahlt wird (weil nicht Arbeitszeit-Gesetz-konform)
Friedchen0811
09.09.2008, 11:54
Ist eigentlich irgendwo festgelegt, wieviele Patienten von einem Arzt betreut werden sollten? Gibt es eine Obergrenze? Ich betreue ca. 20 Patienten. Daneben werden fast alle Funktionen von den Assistenten gemacht. Das heißt, an vielen Tagen soll ich in der Zeit von 8:30 bis 11:00 Uhr ca. 8 Sonos und 3 Ergos machen, damit ich im Visitenkorridor von 11:00 bis 13:00 Uhr meine 20 Patienten visitiere. Dann folgt für 20 Patienten die Visitennachbereitung mit Telefonaten etc. Nachmittags mache ich die Duplex-Untersuchungen und spreche mit den Angehörigen von 20 Patienten. Im Anschluss diktiere ich die Briefe und verschlüssele für 20 Patienten. Das das nicht nur für einen Anfänger zu viel ist, zeigt sich daran, dass selbst unsere erfahrene Altassistentin mit Facharzt Innere Medizin DInge vergisst und übersieht. Ist das eigentlich rechtlich zu vertreten? Dazu kommt, dass wir derzeit zu weinig Personal für den Schichtdienst haben und 24h-Dienste machen. Das heißt wenn der Kollege von der Station im Nachtdienstfrei ist, betreut man 40 Patienten, inclusive Visite, Blutentnahmen, Entlassungen... In so einem Krankenhaus möchte ich nicht als Patient liegen...
Bei uns gehts, im Schnitt 18 Patienten und drei Assistenten - wobei wir ne Sprechstunde (Orthopädie) mit Kassenzulassung haben, da ist eigentlich einer immer mit dabei und da tobt der Bär - mach ich als Anfängerin aber natürlich noch nicht.
An drei Tagen haben wir OP-Tag, da müssens auch die drei schon sein. Dann hat einer immer mal wieder dienstfrei (haben noch die "schicken" 24-h-Dienste).
Wenn alle da sind, ist es Luxus-Besetzung, ich war aber in den letzten zwei Wochen allein mit dem Oberarzt (Chefin im Urlaub, ein Assi im Urlaub, anderer Kollege hat viele Dienste gemacht) und auch das ist zu schaffen bei der Menge.
John Silver
09.09.2008, 21:53
Tja, ich habe momentan bis zu 32 Patienten. Alleine. Und Oberärzte, die mir ständig mit "Du mußt Deine Patienten kennen" in den Ohren liegen. Ja klar, ich will mal sehen, wie einer 32 Patienten auswendig kennt, bei mittlerer Verweildauer von 3-4 Tagen. Witzbolde.
Pünktchen
10.09.2008, 08:26
Bin auf ner Kinderstation und habe im Schnitt 13-15 Patienten für mich alleine inkl jeglicher Diagnostik und die NeugeborenenSonographien nebenbei zu organisieren... :-))
eva_luna
13.09.2008, 04:59
chirurgische station, 30 patienten, 90 % alt und krank oder vollei und gaga. im dienstplan stehen offiziell 4 assistenten, davon sind aber 2 immer abwesend (urlaub, dienst, überstunden abbauen, notarzt). sobald mal 3 leute da wären, muss sofort einer daheim bleiben, überstunden abbauen.
zu zweit lässt sich die station plus op eigentlich gut schaffen, an vielen tagen bin ich (als anfängerin) aber alleine und dann ist polen offen und ich bin dann oft froh, wenn ich nicht noch in den op muss/darf. am meisten ärgert mich, dass ich absolut null zeit habe, mich in die patienten einzulesen oder mal ein etwas ausführlicheres gespräch zu führen (ja, ich mach chirurgie - aber ich rede trotzdem mit meinen patienten! :-)) ). die oberärzte flippen regelmäßig aus, weil man die patienten nicht richtig kennt. man hat nicht einmal zeit, die visite zu dokumentieren, da schreib ich maximal die dms postop. oder extrem pathologisches auf. positiv ist, dass die schwestern superfit sind, auf die verlasse ich mich hundertprozentig, und sich der bürokratiekram dank diverser sekretärinnen in grenzen hält. und für's blutabnehmen haben wir auch jemanden (neidisch?)!
Pauschalisierung. Wenn es überhaupt eine optimale Patientenanzahl gibt, hängt das doch in erster Linie vom Fach ab. 5 Min pro Patient sind in der Inneren wenig, in der Chirurgie viel. ;-)
Auch Pauschalisierung. Wer im Schlachthaus sitzt, soll nicht mit Schweinen schmeißen :-dafür
Davon ab: Wer sagt, daß chirurgische Patienten weniger Betreuung benötigen? *malblödfragt*
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