Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitstudium mit 40 und 2 kleinen Kindern
Prusseliese
21.04.2008, 10:04
Hallo Ulle, das ist kein schönes Szenario.............. Aber ich kann in diesem Herbst (leider) noch nicht mit dem Studium anfangen. Auch nicht schleifend.........
Die Sache mit dem Vorlernen hörte sich glaube ich etwas verwirrend an. Vielleicht ist der richtige Ausdruck eher "nachlernen". So nach dem Motto: wie war das nochmal mit den Protonen, Neutronen und Elektronen, was ist was im PSE, wie ging das nochmal mit den Gleichungen, was ist ein mol? Wenn ich das alles in meinem Kopp habe, dann fühle ich mich etwas sicherer. Und das Anatomiebuch von G. Lippert ist einfach klasse zum Schmökern. Und schaden kann das doch alles nicht................
Hannah79
21.04.2008, 14:03
Danke danke, Ihr seid klasse.. :-top
..ich bin sehr am Zweifeln, ob ich es nochmal angehen sollte, weil ich ja "schon" 28 bin, und ja auch mal Kinder haben möchte und so. Ich weiß es natürlich immer noch nicht genau, aber Eure Einstellung "Wenn man etwas wirklich will, dann klappt es auch irgendwie" und "eine zufriedene beschäftigte Mutter ist besser ist als eine frustrierte 100%-Mami" hat mich jetzt gerade echt aufgebaut. Sowas hört man nicht oft, meistens überwiegt ja die negative Einschätzung..
Also danke, und Hut ab vor der Courage und den Leistungen!
Iris_Anjana
21.04.2008, 16:15
Hallo Ulle, Prusseliese,
habe heute mit dem Studiensekretariat der MHH gesprochen, und auch mal nach Auswirkungen wg. Bachelor/Master Umstellung gefragt, aber die meinten, das würde sich nicht auf Medizin auswirken. Ausserdem hätte ich sooo viele Wartesemester in meinem Alter ...
Ulle, ich habe deine Bedenken ehrlich gesagt auch nicht wirklich verstanden. Auf was beziehst du dich da konkret ?
Prusseliese, ich werde wohl auch erst im nächsten WS 09/10 anfangen, denn an der MHH ist der Modellstudiengang so stark "verschult", dass ich wohl gar keine Chance hätte "schleifend" anzufangen. Dafür hoffe ich dann, dass ich in einem Jahr das ganze sauber durchgeplant habe, inklusive Kinderbetreuung und Finanzierung (beides im Moment noch sehr wacklig ..). Aber mir fällt schon was ein! Wo ein Wille ist ...
Prusseliese
25.02.2009, 17:31
Hallo miteinander,
ich habe jetzt lange Zeit mit mir gehadert und hin und her überlegt, aber die Entscheidung steht: Ich starte dieses Jahr nochmal durch! Alle anderen durchdachten Alternativen sind zwar überschaubarer, aber ich würde mich in einigen Jahren auf jeden Fall fragen was wäre gewesen, wenn ich nicht so ein Angsthase gewesen wäre.....
ernieundbert123
26.02.2009, 18:48
Hallo miteinander,
ich habe jetzt lange Zeit mit mir gehadert und hin und her überlegt, aber die Entscheidung steht: Ich starte dieses Jahr nochmal durch! Alle anderen durchdachten Alternativen sind zwar überschaubarer, aber ich würde mich in einigen Jahren auf jeden Fall fragen was wäre gewesen, wenn ich nicht so ein Angsthase gewesen wäre.....
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zu dieser Entscheidung! :-top Habe zwar "schon" mit 35 begonnen und das ohne Kinder, aber mit 20 Std.-Job/Woche. Lass Dir gesagt sein, es geht wirklich. Ich wünsche Dir viel Spaß, ich hab's bis heute keinen Tag bereut - selbst im dritten Semester mitten im Anatomie-Wahnsinn nicht :-))
Ich halte zwar überhaupt nichts davon, mit 40 noch Medizin studieren zu wollen (Ich mein, es gibt auch noch andere Wege irgendeine "Erfüllung" zu finden), aber mit HD würdest du es wohl gut erwischen, weil man extrem wenige Veranstaltungen mit Pflichtanwesenheit hat, im ersten Semester ganze zwei Mal drei Stunden Präppen die Woche, und für die ersten sechs Wochen ne Stunde Termi. Das ist die Kinderbetreuung wohl einfacher, als wenn man zwölf Stunden in der Uni sitzen muss. Naja, trotzdem viel Glück:-)
Prusseliese
03.03.2009, 21:30
Du meinst also, ein wenig Aquarellmalerei würde es auch tun?:-))
Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht und mir meine Entscheidung gewiß nicht leicht gemacht. Über mein fortgeschrittenes Alter bin ich mir sehr wohl bewußt, aber verdammt es mich dazu mit der Zukunft abzuschließen? Ich habe noch eine Menge Leben vor mir (hoffe ich doch) und ich möchte diese Jahre nicht sinnfrei absitzen. Ich bin froh über meine Entscheidung und freue mich schon riesig auf Oktober.
icespeedskatingfan
04.03.2009, 12:01
Bist Du Dir wirklich sicher das Du weist, was auf dich zukommt? Kenne das Medizinstudium, Klinikalltag mit 7 Diensten im Monat und das Leben mit 3 Kids ... aber nacheinander, denn unser Job ist alles andere als Familienkompatibel. Also vorausgesetzt Du schaffst alles in der Regelstudienzeit (da müsstest Du allerdings schon übersinnlich gut lernen können) die die WBZ kann man mit Kindern eigentlich nur als Halbtagsjob absolvieren... dann wärst Du 56 wenn Du den FA hast. Niederlassen kannst Du Dich allerdings nur bis zum 55. Lebensjahr, ... wärst also gezwungen in dem Irrenhaus Klinik zu bleiben oder Dich irgendwo anstellen zu lassen.
Was ist an Deinem bisherigen Beruf so schrecklich, das Du den nicht mehr ausüben möchtest?
Prusseliese
06.03.2009, 11:15
Ich weiß natürlich nicht genau was auf mich zukommt. Woher auch? Sich vorher alles netter und besser zu reden ist doch normal. Das ist wie mit dem Elternsein. Wenn man keine Kinder hat, dann kann man ES nicht wirklich nachvollziehen.
Aber die Motivation stimmt und der Rest wird sich zeigen.
Relaxometrie
06.03.2009, 11:31
Ein Hauptproblem am Studienbeginn in höherem Alter ist meiner Meinung nach die Tatsache, daß man nicht mehr so viel Zeit hat, Berufserfahrung zu sammeln. Na klar hat man sich als Anfänger-Assistenzarzt relativ bald in den Stationsalltag eingefuchst. Aber man erkennt (wenn man ehrlich zu sich ist) auch immer wieder sehr viele Punkte, an denen man noch dazulernen könnte/müsste/sollte. Dabei hilft einem einfach die Berufserfahrung. Wenn man seine Facharztprüfung erst mit ca. 53-55 Jahren ablegt, hat man dann noch ca. 12 Jahre, um aus dem bisher Gelernten zu schöpfen und Medizin zu betreiben. Und zum Zeitpunkt der Facharztprüfung hat man ja noch nicht ausgelernt.
Man muß sich also die Frage stellen, ob man mindestens 12 Jahre Ausbildung (Studium und Assistentenzeit) für sinnvoll hält, um danach ca. 12 Jahre in dem Beruf zu arbeiten.
Ich selbst habe das Studium mit 30 begonnen und denke jetzt manchmal, daß andere in meinem Alter schon längst Facharzt sind und mit viel Berufserfahrung aufwarten können, während ich wissensmäßig noch im Assistentenstatus dümpele.
Ich sehe das genauso kritisch wie Relaxometrie. 40 Jahre ist wohl schon zu alt. Die Ausbildung zum Mediziner ist halt die längste die es gibt und deshalb als Zweitstudium die denkbar ungeeigneteste Alternative.
Die Motivation mag jetzt auch noch stimmen, doch könnte das in im PJ wieder ganz anders aussehen. Und dann steht man vor dem Nichts ...
Menschen kann man sicherlich auch als Nicht-mediziner mind. genausogut helfen (Rettungssani, Seelsorge, kirchlich ...). Falls die Berufe dir als "zuwenig Anerkennung bringend" erscheinen (leider hat die dt. Gesellschaft noch nicht begriffen, dass auch Menschen ohne Dr. Titel wichtige Arbeit machen), gibt es ja noch andere Studiengänge (molekulare Medizin, Humanbiologie etc.). Gerade durch die BA-Abschlüsse ist ein schneller zweiter Abschluss jetzt besser als früher möglich.
icespeedskatingfan
06.03.2009, 16:22
Ich weiß natürlich nicht genau was auf mich zukommt. Woher auch? Sich vorher alles netter und besser zu reden ist doch normal. Das ist wie mit dem Elternsein. Wenn man keine Kinder hat, dann kann man ES nicht wirklich nachvollziehen.
Aber die Motivation stimmt und der Rest wird sich zeigen.
Nimm die warnenden Stimmen ruhig ernst, ich fand die Krankenhauszeit extrem belastend, aber da war ich Mitte 20 und musste mich nur um mich und nicht noch um die Kinder zu kümmern. Bei 7 - 8 Diensten im Monat bleibt erschreckend wenig Zeit für Privates übrig!
Prusseliese
06.03.2009, 17:54
Die warnenden Stimmen nehme ich ganz bestimmt ernst.
Ich muß vielleicht dazu sagen, dass ich beruflich gesehen nichts zu verlieren habe. Meine ganzen 1er Zeugnisse, inkl. Diplom, kann ich mir inzwischen an die Wand nageln, weil ich schon viel zu lange weg bin vom Fenster. Ich muß eh ganz von vorne anfangen, und warum soll ich dann nicht das machen wozu ich richtig Lust habe und schon immer gehabt habe? An Karriere, Niederlassung als Facharzt etc. denke ich dabei überhaupt nicht. Wenn ich die WBZ in Teilzeit machen kann ist das eine tolle Sache. Ich bin schon sooooo alt, dass ich mir den Luxus der verschwendeten Jahre ruhig gönnen kann. Das dicke Geld, die große Anerkennung oder Karrieresprünge habe ich sowieso nicht mehr zu erwarten.
ernieundbert123
06.03.2009, 18:52
... Ich bin schon sooooo alt, dass ich mir den Luxus der verschwendeten Jahre ruhig gönnen kann. Das dicke Geld, die große Anerkennung oder Karrieresprünge habe ich sowieso nicht mehr zu erwarten.
Mein größtes Ärgernis ist es, dass ich nicht früher angefangen habe mit dem Med.-Studium. Für mich waren die Jahre davor - in denen ich mich nicht getraut habe, den bestbezahltesten Job, den ich jemals hatte und haben werde, an den Nagel zu hängen - verschwendete Jahre.
Auch ich hätte mir, wie viele Kritiker der Spät-Medizin-Studierenden immer wieder betonen, früher nicht vorstellen können, keine große Karriere mehr machen zu können, weil das Alter zu fortgeschritten ist.
Und wenn ich mir das heute vorstelle: Boh, ist das verlockend. Die Chefrolle möchte ich NIE wieder erfüllen müssen, das hatte ich lange genug.
Auch die immer wiederkehrende versteckte "Kritik", man sei in unserem Alter evtl. nicht mehr so belastbar und Dienste und Nachschichten und so: In meinem alten Job (IT-Branche), den ich ja immer noch nebenbei ausübe, haben wir immer einen vollen Monat lang 24-Stunden-Bereitschaft. Im Monat März bin ich mal wieder dran, und musste erst heute morgen um 3:15 Uhr wieder hoch ....
An alle Kritiker unter Euch: Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr für Euch den richtigen Berufsweg gefunden habt, den Ihr dann 40 Jahre lang ausübt und nicht wie wir Neubeginner nach 10 Berufsjahren merkt, das ist es doch nicht.
Angel Oak
06.03.2009, 19:53
Ich habe einige Leute mit Zweitstudium Medizin gesehen, die durchaus noch beeindruckende Karrieren hingelegt haben.
Ich habe mit 30 angefangen und die Kinder während des Medizinstudiums bekommen und gehe jetzt mit einem Semester mehr als Regelstudienzeit ins Examen. Bisher hat sich das Alter noch nicht als Problem herausgestellt, eher wie Relaxometrie schreibt, dass man selber gerne in der Medizin weiter wäre.
Espressa
06.03.2009, 20:22
Ich werf mal was positives ein :-)
Denn einen Vorteil haben alle "Spätberufenen" - sie werden von ihren Patienten nicht dumm angemacht oder in Frage gestellt.
Ich bin relativ jung in den Arztberuf eingestiegen, und mein mädchenhaftes Äußeres tut das übrige... Klar, mit zunehmender Berufserfahrung kann man sich immer besser behaupten, aber ich wette zuminest da haben es die "älteren" auf jeden Fall leichter.
Angel Oak
06.03.2009, 20:47
Ich werf mal was positives ein :-)
Denn einen Vorteil haben alle "Spätberufenen" - sie werden von ihren Patienten nicht dumm angemacht oder in Frage gestellt.
Ich bin relativ jung in den Arztberuf eingestiegen, und mein mädchenhaftes Äußeres tut das übrige... Klar, mit zunehmender Berufserfahrung kann man sich immer besser behaupten, aber ich wette zuminest da haben es die "älteren" auf jeden Fall leichter.
Leider auch nicht immer, ich musste mir auch schon anhören:"Sie sind aber noch eine gaaaanz junge Ärztin." Bisher konnte ich da grinsen und sagen:" ich bin ja auch noch Studentin":-))
McDreamy
06.03.2009, 20:51
@ Prüsseliese:
Ich nehm an, die kennst du schon?
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/karriere/:Sp%E4te-Karriere-Die-Geschichte-Not%E4rztin/649478.html
Prusseliese
06.03.2009, 21:42
Den Bericht kannte ich noch nicht. Aber ich denke ebenso: Wenn der Wille da ist, dann geht das auch.
Ich denke auch, dass eine gute Portion Lebenserfahrung kein Nachteil sein muß. Nach meinen monatelangen Überlegungen und meinem jetzigen Entschluß bin ich jedenfalls hochmotiviert. Die Familie steht hinter mir und der Rest liegt an mir selbst. Dass mein Vorhaben kein Kindergeburtstag ist (was fürn Glück :-))) ist mir klar, aber meinetwegen kann es losgehen.....
icespeedskatingfan
06.03.2009, 21:52
[QUOTE=Espressa;752723]Ich werf mal was positives ein :-)
Denn einen Vorteil haben alle "Spätberufenen" - sie werden von ihren Patienten nicht dumm angemacht oder in Frage gestellt.
QUOTE]
Aber ob es wirklich so viel Spaß macht als Berufsanfängerin mit 50 von Kollegen die altersmäßig fast die Kinder sein könnten sich beruflich zeigen zu lassen, wo der Hase lang läuft? Hatte als Assi mal einen 40-jährigen(leider noch älter wirkenden) AIP-ler zu betreuen - das war schon ziemlich doof für beide Seiten, denn wenn die Patienten mitbekamen, das ich dem vermeintlichen "Oberarzt" weisungsbefugt war, war er völlig unten durch. Andererseits konnten wir die Komödie "der Oberarzt und die Assistentin" nicht für die Patienten spielen, nur weil es so schön ins Klischee gepasst hätte, ich war halt schon ein paar Jahre in dem Haus.
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